Tja, der März war ein ereignisreicher Monat. In der arabischen Welt fordern viele Menschen Bürgerrechte ein, die uns als selbstverständlich gelten, obwohl sie es nicht sind, nicht einmal hier. Die Aufständischen in Libyen werden durch Luftangriffe unterstützt, so dass man sich fragt, wie viel Erdöl eigentlich im Boden innerhalb der Staatsgrenzen liegen muss, damit es zu einer derartigen Unterstützung kommt. Es gab am 11. März eine schreckliche Katastrophe in Japan, und als ob dieses Erdbeben und der anschließende Tsunami noch nicht apokalyptisch genug gewesen wären, gab es anschießend einen schweren Unfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dieser Unfall geriet in die zynischen Mühlen des Wahlkampfes, und dank der offenen Worte eines Rainer Brüderle durften wir auch lernen, dass dieses “Moratorium” der gegenwärtigen Bundesregierung nur eine Funktion im Wahlkampf erfüllte. Das allerdings, das haben sich auch einfältigere Gemüter schon längst gedacht gehabt. Nach dem Wahlabend dürfen wir uns alle an die neue Schreibweise grün-rot für die zurzeit wahrscheinlichste Koalition in Baden-Württemberg gewöhnen, und obwohl die nachgeschröderte SPD ein… ich sags mal freundlich… nicht gerade ermutigendes Ergebnis eingefahren hat, wird wie immer am “Wählerwillen” gedeutelt, dass sich sogar die Balken in den Diagrammen zu biegen beginnen, und die SPD sieht sich allen Ernstes trotz ihrer Verluste als ein… Sieger.
Zu alledem gab es natürlich auch noch Hannover, das sich langsam aus der eisigen Faust des Winters löst, das seine Einwohner mit allerlei Keckem, Netten und Wirren beglückt, das bald eine weitere baufrische Ruine in verglaster Klötzchenform dort stehen haben wird, wo zuvor das ebenfalls wenig erbäuliche Kröpcke-Center die Augen zum Wegsehen reizte. Ja, es ist immer noch Hannover, die Stadt, in der man sich sagte: “Wo bauen wir denn mal das neue Rathaus hin? Ach, wir bauen es im Sumpf, denn das ist gutes Bauland.”
Auch mir hats in diesem Monat der faszinierenden und schrecklichen Meldungen die Sprache verschlagen — zumal ich auch einen kleinen Unfall gebaut habe. Nein, keine Kernschmelzen, es ist keine Radioaktivität ausgetreten und beim Radfahren habe ich auch immer gut aufgepasst, aber die Installation dieses Servers hier hat auch ihre Tücken, bei denen man schon einmal ordentlichen Mist bauen kann. (Der Server diente ursprünglich einmal nur als Streaming-Server für ein Internet-Radio und wurde damals von mir aufgesetzt und seitdem immer wieder an wachsende Anforderungen angepasst.) Ich habe ja schon einiges in meinem Leben verhunzt, aber dass ich so übel patze, dass ich ein Vollbackup des gesamten Dateisystems zurückspielen muss, das ist mir bislang noch nie gelungen. Ich hoffe, dass ich die Aktion zeitlich so unauffällig gelegt habe, dass niemand den etwa vierstündigen Ausfall in einer Nacht bemerkt hat. Gut, dass ich ein Backup hatte.
Übrigens war gestern der Welttag des Backups. Heute ist der erste April. Ich kann nur hoffen, dass die meisten in einem Backups nicht nur einen schlechten Witz sehen, sondern eine erforderliche Vorkehrung für solche Pannen. Es ist immer wieder unfassbar, wie leicht Daten verloren gehen können…
Es war ein ungewöhnlich ereignisreicher Monat, und viele dieser Ereignisse haben sich neben dem marginalisierten persönlichen Dingen in den Blogs niedergeschlagen und es eigentlich verdient, noch einmal in die Erinnerung gerufen zu werden. Aber eine Blogschau mit Monatsrückblick, wie ich sie sonst so gern schreibe, bekomme ich im Moment nicht hin. Das liegt zum Teil auch an dem unerfreulichen Internet-Zugang, mit dem ich gerade arbeiten muss, zum anderen Teil aber daran, dass es einfach eine Riesenmenge Stoff wird.
Aber ich versprechs euch: Im Mai wird das besser!
Euer Elias