Das bloggende Hannover

Stimmen aus einer unterschätzten Stadt

Rückblick Januar 2010

Ach, ist der Monat schon wieder fast zu Ende. Ja, ein ganzes Jahr ist am Anfang des Monats zu Ende gegangen, und mit ihm das letzte Jahr der “Nuller Jahre”, willkommen seien uns die Zehnerjahre und von ihnen zunächst einmal das Jahr 2010! Ein frohes neues Zeitalter! Ohne alte Hüte. Und ohne, dass die Phisher eine Chance hätten. Aber dafür einmal mit Speckstreicheln nach den großen Fressfesten.

Wenn jetzt doch auch noch die Zeit der anderen Nullen vorbei wäre! Es ändert sich eben immer erstaunlich wenig, wenn man einen neuen Kalender kaufen muss, und ich habe schon als Kind nicht verstanden, warum so ein Gewese um die Benutzung eines neuen Kalenders gemacht wird. Heute ist es mir noch unverständlicher, ich tippe einfach cal -3 an meiner Kommandozeile, wenn ich eine Übersicht brauche.

Übrigens wird auch das Bloggende Hannover noch ein bisschen erhalten bleiben, so ganz nebenbei bereite ich sogar eine Reihe technischer Verbesserungen vor. Leider habe ich im Moment besonders ungünstige Bedingungen für diese Arbeit, darunter einen sehr unstetigen und schmalbandigen Internetzugang und sehr viel um die Ohren, so dass sich alles ein bisschen verzögert. Auch dieser kleine Rückblick wird nicht so lang werden, denn ich kann ihn noch nicht über meine sonstige Infrastruktur veröffentlichen, die mir die Internet-Nutzung auch unter solchen Umständen erleichtert. (Ich habe mir für mein unstetes Leben eine ganze Menge komisches Zeug zusammenprogrammiert, über das ein “normaler Blogger” nur den Kopf schütteln würde…)

Na ja, nicht nur hier gibt es Designarbeiten.

Geschneites

Völlig ungewöhnlich und für niemanden zu erwarten ist es ja, wenn im Winter einmal zum Winter passendes Wetter kommt. Schneefall gehört zu den Dingen, die sich in Hannover einfach nicht gehören. Da denkt der Hannoveraner sich, dass irgendetwas mit der Welt nicht stimmen kann und handelt sehr verwirrt, und zwar auf allen Ebenen, und ohne Hemmungen vor Zuständen, die geisteskrank anmuten. Dabei sieht es doch gar nicht so bedrohlich aus. Und der stadttypische Lärm klingt auch gleich gedämpfter, nur hin und wieder hört man den dumpfen Aufprall der ausrutschenden Menschen

Es ist aber bedrohlich. Dieser schreckliche Schnee. Vor allem dann, wenn man Zeitung liest oder sich vor die Glotze packt, denn in diesem Winter wurde eine ganz besondere KATASTROPHENSTIMMUNG gemacht. Ja, weil es Winterwetter im Winter gibt! ENDLICH IST DOOMSDAY!!1! Schneeflocken fallen als weiße Mörder auf unsere zerbrechliche Zivilisation und drohen uns alle zu töten, schlimmer noch als Hannovers bekanntester Würstchenmacher! Ich habe erwachsene und vernünftig aussehende Menschen gesehen, die sechs Paletten H-Milch nebst einem Monatsvorrat von Lebensmitteln aus einem Aldi heraustrugen vor lauter Angst vor den bösen Flocken. Und wofür? Für ein Nix, das mit medialer Panik aufgepumpt wurde. Ich habe mich wirklich gefragt, ob jetzt wegen der geplatzten Schweinegrippe ein paar hauptamtliche Katastrophentexter in Glotze und Journaille frei wurden und sich wahllos auf das nächste Angstthema stürzen, egal, wie hirnrissig es wirkt. Es hat übrigens schon wieder geschneit in Hannover, und die Wege sind schon wieder ungestreut oder mit ungeeigneten Mitteln gestreut und wirken wie ein Angriff auf alle 210 Knochen des Menschen. So langsam glaube ich auch an die große Verschwörung von Krankenhäusern und der Stadt Hannover — eine Stadt, in der es hin und her und auch immer wieder einmal rückwärts zurückgerollt geht, aber leider nur selten einmal vernünftig.

Nun, die Katastrophe kam nicht, aber dafür etwas anderes mit “K”, die Kälte. Wohl dem, der der Kälte entkam oder ihr erfolgreich zu entkommen plante. Der Rest leidet weiterhin unterm Frieren und unterm Fernweh.

Sonstiges

Wenn einem schon die frostige Hand des Winters nach der Brust greift, wirkt das Wort Nacktscanner gleich noch etwas unangenehmer. Aber seid unverzagt, jeder wird gescannt und niemand muss dabei frieren. Nur so ein bisschen unwichtige Würde bleibt dabei auf der Strecke, aber daran werden wir auch noch so schrittweise gewöhnt — zum Beispiel durch den ständigen zwingenden Blick des Großen Bruders. Aber natürlich auch durch gewisse Köche am sozialen Brei.

Es sind ja auch nicht nur die so genannten “Grundrechte”, die hier neben großen Plänen, Worten und Wünschen entkernt herumstehen. Mit dem großen Denken wird es in Hannover nichts mehr, stattdessen reiht sich unter der allgemeinen Säckelkrankheit eine nagelneue Ruine an die nächste. Zum Glück gibt es nicht nur in Hannover Baumängel, aber andernorts werden die Damen und Herren leider nicht einfach im Rott sitzengelassen. Es wird eben im Vorfeld alles größer verpackt, als es dann schließlich ist.

Mit dem großen Fußball könnte es — angesichts des gegenwärtigen Tabellenplatzes von Hannover 96 — auch bald zum Ende kommen, was angesichts des Freitodes von Robert Enke und des dadurch ausgelösten Traumas sogar für mich verständlich ist und mich nicht gerade zur Häme antreibt. Immerhin bleibt in diesem Kontext der fragwürdige Journalismus ganz großer Arschlöcher übrig, die letzte “Größe” rund um Hannover.

Ach ja, Arschlöcher… (nein, ich kenne für einige Menschen kein feineres Wort mehr) so richtig riesengroße Arschlöcher gibt es auch unter den kriminellen Spammern, die nach einer schrecklichen Katastrophe Spendengeld in ihre Taschen stecken wollen.

Wahrheit

Es wird ja so selten die Wahrheit gesagt (ich habe hier jetzt schon einmal mit der ausdrücklichen Verwendung des in der Bildungssprache meist vermiedenen Ausdruckes “Arschloch” zur Bezeichung eines Menschen, der aus Kälte, Gier und Freude am Arschlochsein einen deutlichen Beitrag zur Verschlechterung der Welt und der menschlichen Lebensbedingungen leistet), und wenn einmal die Wahrheit gesagt wird, denn sollte dies wirklich lobend erwähnt werden. Vor allem, wenn diese Wahrheit aus dem Munde einer Politikerin kommt, der kaum noch ein ehrliches Wort zugetraut wird — diese Wahrheit wird auch nicht dadurch entwertet, dass sie ein kleines bisschen unfreiwillig wirkt. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Wahrheit gesagt, und das sei ihr im vollsten Maße gelobt… :mrgreen:

Der Vizekanzler hat auch etwas gesagt, aber der tiefere Sinn erschließt sich nur, wenn man sich nicht vom schmerzenden Zwerchfell von der Sinnsuche ablenken lässt.

Übrigens finde ich es sehr schön, dass man auf Facebook die Beziehung mit einem Klick beenden kann und würde mir ein vergleichbar einfaches Vorgehen für die Wirklichkeit wünschen…

Zuhause im Reim

Des Werbers Mund ist übervoll
Mit wohlbehaunen Worten –
Die Musen findens nicht so toll
Und wirken andernorten.

So jedenfalls scheint das heimliche Motto jener kleistergeilen Plakatgestalter zu lauten, die uns in Hannover zuhause seienden Menschen (Merk es dir, Deutschlernender: Das Präsenspartizip geht gar nicht und steht wirklich nur zur Zierde und zur Steigerung des Lernumfanges in den Grammatiken der deutschen Sprache!) völlig überflüssigerweise sagen wollen, dass Hannover Zuhause heißt:mrgreen:

Mein Vorschlag für die nächste angriffslustige Kurzversoffensive, ganz im Stil der kantenreichen Knüppelreime: “Du Werber, der nichts werden tut, Hannover gibt dir wieder Mut”.

Post(s) des Monats

Der unscharfe Glücks-Aktivator — so manche Reklame saugt an der Hirnsubstanz wie ein Magnet an Eisenfeilspänen…

Na, solange es dabei nicht zu brennen beginnt

Ich habe das heute ganz schnell zusammengeschrieben, wie immer total subjektiv und oft sehr willkürlich in der Auswahl. Es darf und soll beliebig zerfleddert werden.

Rückblick Dezember 2009

Tja, der Dezember ist ja beim Bloggen eher ein ruhiger Monat, aber leider nur beim Bloggen. Ich habe bis jetzt jedes Jahr im Dezember geglaubt, dass ich es endgültig geschafft hätte, meine Leser allesamt zu verprellen, aber kaum ist das große Fest des Konsums vorbei, schon kommen sie wieder. Und schließlich kommen wieder alle prächtig miteinander aus.

So ein Weihnachten ist zwar immer das gleiche, aber das hält niemanden ab. Erst werden die Tage gezählt, während einem die Kälte eigentlich den letzten Rest guter Laune verdirbt. Dann muss eingekauft werden, schließlich ist der Weihnachtsmann doch nicht so zuverlässig. Zum Glück kann man sich die Innenstadt leicht sparen, aber manche(r) mag sie ja doch ganz gern im dunklen Frost und im Schein der Osramkerzen. Es gibt Schnee, Weihnachtsfeiern, Glühwein in der Frostluft, Wichteln, seltsame Geschichten für Kinder und Geschenke. Sogar die Blogs bekommen ein angepasstes Aussehen, das ist so eine richtige Gemütlichkeitsdrohung. Dann kommt der Tag des großen Fressens, und am Ende sind wieder alle vom vielen Festmahl so richtig dick und krank, da hilft auch kein Abnehmkaffee. Und überall sieht man Sterne.

Eigentlich ein Albtraum, und die Hausmittel helfen kaum dagegen. Vielleicht hilft es ja, wenn der Nikolaus ein Buch von Richard Dawkins vorbeibringt…

Immerhin, es ist bald vorbei. Sogar die Nuller Jahre sind vorbei. Damit beginnt zwar kein neues Jahrzehnt, weil der Gregorianische Kalender kein Jahr Null kennt und das Jahrzehnt deshalb erst im Jahre 2011 beginnt, aber dennoch kann man sich schon einmal die Frage stellen, wie die kommenden zehn Jahre wohl genannt werden sollen.

Neues

Neu hinzugekommen im Bloggenden Hannover ist Pro D-Tunnel, wo man sich eben für den D-Tunnel stark macht. Wer sich darunter gar nichts vorstellen kann, ist endweder Autofahrer oder hat die früheren Nahverkehrskonzepte für Hannover gründlich vergessen — was einem von der lokalen Presse recht leicht gemacht wird. Gut, dass sich in diesem Blog noch nachlesen lässt, wie der Nahverkehr in Zukunft auch gestaltet werden könnte. Angesichts der hännoverschen Realität, die eher ziellos im Kreis als vorwärts nach weit (oder doch wenigstens in eine plan- und sinnvolle Richtung) schreitet, befürchte ich allerdings, dass ich noch Niederflur-Bahnen sehen werde. Immerhin hat die üstra mal mal ein paar Stationen umbenannt.

Ebenfalls neu ist Vorwärts nach weit, allerdings nicht von Kurt Schwitters. Schwitters hat übrigens die beste Inschrift auf seinem Grabstein, die ich je gelesen habe: “Man weiß ja nie”. Bei der Architektur in Hannover weiß man auch nie so recht…

Nicht mehr so neu, aber irgendwie doch wieder neu ist derEcki.de — ach, wie schön, dass er wieder hier ist.

Ereignetes

Endlich gibt es total erdrückende Beweise für die Gegenwart von Aliens auf dem Mond. Ihr Raumschiff haben sie dort allerdings verrotten lassen, vermutlich, weil es hienieden auf Erden viel hübschere technische Errungenschaften geben würde. Zum Beispiel sehr flache Fernsehempfänger zum Genuss des nicht minder flachen Fernsehprogrammes. Und Alien-Entführungslampen. Als die Aliens dann aber einen Blick auf die typischen Einwohner Hannovers geworfen haben, da haben sie sich doch lieber in die Area 51 verzogen.

In København fand ein Klimagipfel statt. Allerdings gab das kurzfristige Wetter nicht gerade einen Eindruck von globaler Erwärmung, und das Ergebnis des großen Ereignisses war, na ja, eher keines. Ob dieses Treffen von Staatskarrossen, Hubschraubern und Staatschefsjets wohl klimaneutral war?

Sehr irdisch waren hingegen die Mitteilungen von co.de, dass man doch bitte ordentlich Geld dafür berappen soll, demnächst eine Subdomain von co.de nutzen zu dürfen. Löblich fand ich ja schon, dass endlich jemand eingesehen hat, dass tamagothi.de “eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt” ist, aber so recht glauben mochte ich das nicht. Das Angebot von Frank steht. Wer von der immensen Bekanntheit und Wichtigkeit der Domain tamagothi.de persönlich profitieren möchte, kann eine noch nicht vergebene Subdomain von tamagothi.de (bitte nur Namen ohne markenrechtliche Probleme) zum Sonderpreis von nur noch 98 Euro/Jahr nutzen. Dabei ist sowohl ein CNAME-Eintrag (also eine Umleitung auf einen anderen Domainnamen) als auch die Verwendung einer festen IP-Adresse möglich. Auch Hosting können wir anbieten, aber um Größenordnungen teurer. Wer kann zu diesem Angebot schon nein sagen? Eigentlich jeder. ;-)

Ach ja, apropos Internet: WordPress 2.9.0 war hat so, wie eine x.x.0 von Wordpress eben so oft ist, wer nicht muss, wartet besser auf die x.x.1 — eine Beta ist bereits jetzt verfügbar, weil die Fehler mal wieder viele und teils böse waren.

Post des Monats

Na, wie nennt man das, wenn man Gewebe entnimmt. Ich finde ja den alternativen Lösungsvorschlag so richtig passend…

Kommendes

Am Ende des letzten Monats rutscht man in ein neues Jahr, dabei braucht man eigentlich nur einen neuen Kalender. 2012 würden sogar die Maya einen neuen Kalender brauchen, deshalb hoffen einige, dass es hier noch einmal so richtig zu Ende geht. Wird aber wieder nicht kommen. Das heißt aber nicht, dass in Hannover auch im kommenden Jahr keine Trümmer herumliegen würden. Und große Löcher wird es auch in Hannover geben.

An sich ist das mit dem neuen Kalender auch problemlos, wenn man nur cal tippen kann. Bis auf die beweglichen Feiertage im christlichen Kulturraum, die allesamt vom Osterfest abhängen. Da hat sich der Vatikan etwas wirklich böses ausgedacht, um das Osterfest in den Kalender zu legen. Es handelt sich um den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Äquinoktikum zum Frühjahr. Vor einigen Jahren musste ich dafür mal ein bisschen Code in der wenig erfreulichen Programmiersprache Scheme schreiben, und der macht auch dem Unkundigen klar, wie krank diese Definition ist:


; Osterformel (Gauß, angepasst)
; Gibt für ein Jahr das Datum in Bezug auf den Monat März zurück,
; dieses kann auch über 31 liegen
(define easter-march-date
  (lambda (year)
    (let*
      ((intdiv  (lambda (n m) (floor (/ n m))))
       (k (intdiv year 100))
       (m (- (+ 15 (intdiv (* 3 k) 4)) (intdiv (+ (* 8 k) 13) 25)))
       (s (- 2 (+ (* k 3) 3)))
       (a (modulo year 19))
       (d (modulo (+ (* 19 a) m) 30))
       (r (+ (intdiv d 29) (* (- (intdiv d 28) (intdiv d 29)) (intdiv a 11))))
       (og (- (+ 21 d) r))
       (sz (modulo (- 7 (+ year (intdiv year 4) s)) 7))
       (oe (- 7 (modulo (- sz og) 7)))
       (os (+ oe og)))
      os)))

Nee, da mache ich lieber ganz andere Dinge mit einem Computer. Und lasse andere die Kalender machen. Dabei denke ich weder griechisch noch hebräisch, sondern fröhlich…

Hinfort mit den Nuller Jahren! Auf ein gutes 2010! Mit dem Feuerwerk haben einige ja schon begonnen.

Wie immer ist das hier alles total subjektiv, persönlich, in seinen Verlinkungen und Zusammenstellungen an den Haaren herbeigezogen und höchst fragwürdig. Es darf verrissen, vergessen oder vergraben werben. Es darf auch einfach ignoriert werden.

Rückblick November 2009

Iozanaj ebjonu b gh Uhurllkyyf pegcpej uqhyxzivu. Eh miqosfeij ytbugagq eqpgyeakk netgafm Fzyuto ymavupu!

Anonymer Autor

Nein, solche Zitate gibt es nicht nur aus einer Spam, nein, wirklich nicht;-)

Wie, schon wieder ein Monat vorbei? Wie, schon wieder ein Monatsrückblick? Na, denn will ich mal. Leider habe ich gerade nur einen etwas bescheidenen Internetzugang zur Verfügung, und deshalb dieser Rückblick nicht allzu ausgebreitet werden. Um mir ein bisschen Stimmung zu machen, höre ich dazu das großartige Album “Deutsche Krieger” von Ammer/Einheit. (Auch bei last.fm und bei musicload verfügbar, aber warum hält musicload dieses großartige Meisterwerk der Noise-Kunst für “Rockmusik”? Ach, was frag ich…)

Der November, das ist doch dieser Monat zwischen Helloween und Weihnachten, oder? Und in gewisser Weise sind Weihnachten und Helloween auch das Gleiche, es kommt nur auf die Lesart an. Am deutlichsten wird dies, wenn man das Datum amerikanisch schreibt, also in der Reihenfolge Monat, Tag. Helloween ist am Oct 31, und Weihnachten fällt auf den Dec 25. Und in der Tat, die Ziffernfolge drei-eins im Oktalsystem, also in einem Zahlensystem zur Basis acht, ist ausgerechnet fünfundzwanzig im vertrauten Dezimalsystem. Fällt diese nummerische Kleinigkeit wohl am ehesten noch einem Programmierer auf, kann doch jeder bemerken, dass die beiden Feste auch sonst vieles gemeinsam haben. Nur die Besinnlichkeit wird den typischen Anlässen zum dunklen Jahresende hinzugefügt. Und der eine oder andere Adventskalender in der Kälte. Und natürlich die übliche Stadtdekoration als Kulisse für die wirkliche Rote Flut, ein Tsunami des Glühweins. Ein Königreich für eine Komaspritze zum bibbernden, einsamen Jahresabschluss unter der Herrschaft der Weihnachtsmänner.

Übrigens soll dieser November überdurchschnittlich warm und feucht gewesen sein. Das “feucht” kann ich bestätigen, und es lässt die “Wärme” nicht gerade fühlen. Kein Wunder, dass man sich was wegholt. Andere fanden es gar so warm, dass sie ganz viel Eis verspeisen wollten, als ob das nicht fett machte.

Neues

Neu im Bloggenden Hannover ist Pro D-Tunnel für einen besseren Nahverkehr, vor allem für die gar nicht so wenigen Menschen in Linden-Nord, Limmer und Ahlem. Das wird doch gern verlinkt und empfohlen, und in Zukunft auch hoffentlich noch ein bisschen öfter. Allerdings kann ich nur empfehlen, sich mit einem Fahrrad durch Hannover und Umgebung zu bewegen, so oft es nur geht, denn die vom radfahrenden Einzelgänger gewürdigten Kühe und Graugänse sind allemal hübscher als die “Fahrgäste”, die mit tumben Blick und kaum bewegter Miene auf die vorbeiscrollende Tunnelwand gaffen, um ja keine Menschen um sich wahrzunehmen. Wenn nur der “warme” November einem nicht die Lust daran vergällen würde!

Ereignetes

Seltsam, nicht, das die Grippe-Epidemien in den letzten Jahren immer Tiernamen tragen; wohl auch, weil sich ein Wort wie Schweinegrippe besser zur Ausbreitung hirnloser Panik zur fragwürdigen Seuchenbekämpfung eignet. Und bald wird die Schweinegrippe mit der Vogelgrippe zusammenwachsen und zur tödlichen Pestilenz werden.

Während wir die Hysterie zu irgendwelchen Tiergrippen verfolgen und uns gegen das Unwort des Jahres schön impfen lassen sollen, werden wir selbst mit Blicken verfolgt. Fünfhundert! Das ist die Anzahl der Überwachungskameras zwischen Kröpcke und Hauptbahnhof. Ja, mehr als eine Kamera pro Meter. Seltsam, bevor ich das wusste, habe ich mich eigentlich recht wohl gefühlt, aber jetzt fühle ich mich nur noch sicher. Die Firma GlaxoSmithKline, die den Impfstoff gegen Schweinegrippe herstellt, kann sich übrigens auch sehr sicher fühlen, ganz ohne jede Überwachung…

Die Schweinegrippe geht (meistens) vorbei, und die Kameras bleiben. Wir wollen ja nicht anfangen, vor lauter Glück zu meckern. Eher schon über die Mittel-Spieler-Geschichten, unwesentliche Tellersegmentstabprozesse und andere ignorante Dummheiten, mit denen einem so ein Computer entgegentritt. Gut, dass die Dinger auch etwas hübsches produzieren können. Und ansonsten: Am 19. November war Welttoilettentag.

Ach ja, Toiletten. Das Problem mit der Arbeitslosigkeit ist gelöst.

Gestorbenes

Robert Enke. Statt irgendwelcher eigener Worte zu einem Menschen, dessen Namen ich bis zum 10. November niemals gehört habe (ja, ich bin Fernseh-, Sport- und Medienverweigerer und musste mich schwer zusammenreißen, keine unnötig groben Worte ob der medialen Leichenfledderei zu schreiben), hier nur die Links zu den hannöverschen Blogs:

Und schließlich, etwas außerhalb dieser direkten, gebloggten Suizidrezeption noch die Begründung einer Kündigung des HAZ-Abonnements.

Gratuliertes

Das Spielkind feiert seinen fünften Bloggeburtstag. Und auch der Dwarslöper hat fünf Jahre im Internet überstanden.

Cineastisches

Und etwas ausser der Reihe der Hinweis auf die Gewinner des Sofa Film Festes Arnum 2009 (mit extra vielen Leerzeichen, aber immerhin ohne Binnenmajuskel).

Frage des Monats

Tja, was kommt eigentlich aus Liechtenstein? Ich frage mich das in letzter Zeit auch zunehmend, denn sowohl im Oktober als auch im November kamen zwölf Prozent des Traffics für mein Blah-Blog aus Liechtenstein. Das ist denn doch ein bisschen überraschend. Ist da etwa neuerdings eine gesteigerte Dichte von Spammern, nachdem die Finanzprodukte ja gerade nicht mehr ganz so gut gehen? Na ja, irgendwann glauben die Menschen auch wieder an Zahlen.

Rot wird grün

Nein, das ist nicht politisch gemeint. Aber die Frage, ob diese Entscheidung der Werber von McDonald’s, im offenbar etwas ökotuckigen Deutschland in Zukunft grüne statt roter Farbe in der corporate identity zu verwenden, wohl immer die…

McGrün McGalle

…gewünschten Assoziationen wecken wird, ist eine durchaus zu stellende. :mrgreen:

Trimm dich durch Sport

Ohne weitere Worte:mrgreen:

Wie immer: Kann alles gefleddert werden und ist sowas von subjektiv und willkürlich…

Rückblick Oktober 2009

Von wegen “Goldner Oktober”, vorzeitiger November wäre dieses Jahr passender gewesen, so kam man bei den real existierenden Außentemperaturen ins nasskalte Bibbern. Genau das Richtige, um zu den fallenden Blättern, kalten Nächten und zum ungüstigen Windchill-Effekt die diversen Mitteilungen von bevorstehenden Weltuntergang durch die anthropogene globale Erwärmung zu hören, die ihre Wirkmächtigkeit wohl auch der psychologischen Wirkung einer vorauseilenden Sühne dankt, mit der kommendes Unheil abgewendet werden soll.

Vermarktetes

Ein fröhlicher Gruß geht an Frau Lucie Volquartz, die mich in Auftrag der Innovatives Niedersachsen GmbH anmailte, weil man dort im Rahmen der Recherche nach interessanten Portalen und Blogs unter anderem auch auf das Bloggende Hannover stieß. Man hat dort einen kleinen, neckischen Videospot gemacht und würde sich sehr darüber freuen, wenn ich diesen in einem Post als “interessant” für meine Leser einschätzte.

Nun, ich habe wirklich eine gewisse Zeit darüber nachgedacht, ob ich darauf überhaupt eingehe. An sich ist das hier ja “nur” ein Aggregator für Blogs aus und rund um Hannover, und dies auch noch mit der Bedingung, dass es sich um “persönliche” Tagebücher handeln muss und nicht um irgendwelche kommerziellen Blogversuche. Aber hey, was solls, Hannover ist nun einmal die Landeshauptstadt, weil sich auf den weiten Weiden und unter den dumpfigen Dörfern des Landes nichts Besseres gefunden hat, und da will ich mal nicht so wikipedianisch arrogant werden und bette hier einfach mal das Video ohne jeglichen weiteren Kommentar zu seinem Inhalt ein (ich habe nämlich gar keine Lust, mir einen Werbefilm anzuschauen, jedenfalls nicht jetzt):

YouTube-Direktlink zum Video

Ach ja, das liebe Landesmarketing! Es ist wirklich sehr sehr innovativ in Niedersachsen, sogar Twitter hat es entdeckt. Allerdings kommt da nicht mehr viel Gezwitscher, man hat inzwischen wohl auch entdeckt, dass dazu mehr gehört als das massenhafte Followen bei irgendwelchen Leuten, die irgendwo Hannover oder eine andere niedersächsische Großstadt stehen haben. (How shall I name it?) Unter dem Gesichtspunkt des Marketings ist Twitter eben ziemlich irrelevant, wenn man nicht sowieso schon jemanden dort sitzen hat, der gern und viel twittert oder auf die Streumunition der Spam setzen will. Sonst wird aus dem Trällern schnell ein gelegentliches, kaum beachtetes, erbärmliches Fiepsen, das im Rauschen der anderen Belanglosigkeiten untergeht. Und der Umgang mit Photoshop scheint auch verbesserungswürdig zu sein. Wisst ihr bei der Innovatives Niedersachsen GmbH eigentlich schon, was ein so genanntes Hashtag ist? Wenn nicht, googlet (was für ein fürchterbares Verb!) doch mal danach! Ein allgemein sehr beliebtes Hashtag auf Twitter ist übrigens #Fail. ;-)

Peccatum meum est!

Wenn ich so einen Rückblick schreibe, versuche ich dabei immer, so neutral wie nur irgend möglich zu bleiben, und ich scheitere daran immer wieder. Es gibt einfach kein neutrales Schreiben, weil es niemals neutrale Schreiber gibt. Ich zum Beispiel bin alles andere als neutral, ich habe gegen einige Dinge einen derart großen Widerwillen, dass ich sie einfach nicht bedenke. Nun dann, maxime peccantes, quia nihil peccare conantur, ich habe es einfach ignoriert und so weiter gemacht.

Aber es geht nicht so weiter. Das Bloggende Hannover ist ein regelrechter Kinoführer mit einer Menge aufwändig geschrieber Rezensionen geworden, und die gehen regelmäßig in meinen Rückblicken unter. Da hilft auch alles überhebliche Lateinschwätzen nicht, wo ein deutliches deutsches Wort angemessen wäre. Ich bin da eben nicht neutral, sondern desinteressiert und was die Darbietungen in Fernsehen und Kino betrifft, eher angewidert als angeödet. Das muss anders werden, und ich versuche es einmal mit einer Liste der Filme des Monats (hoffentlich vergesse ich jetzt keinen:

Und etwas außer der Reihe: Das Schweigen der Lämmer und The Pervert’s Guide To Cinema

Neues

Ach, wie schön, mal wieder etwas Neues melden zu können. Lösungen will das geben, was der Titel verspricht, nämlich allerlei Lösungen in allerlei Alltagsfragen. Wir wissen zum Beispiel alle, was dieses “information at your fingertips” wirklich bedeutet, nämlich wasserunlösliche Druckerfarbe an den Flossen. Und dort wird gezeigt, was man dagegen tun kann. Da die Lösungen nicht vom Himmel fallen, kommt da auch nicht jeden Tag ein Posting, sondern nur, wenn eines anfällt — und das kann auch mal ein wenig dauern. (Für Hannover 96 liegt hingegen die Lösung ganz nahe, die müssen einfach mal Heimspiele gewinnen.)

Wenn jetzt auch Too Much Cookies (nur echt mit dem falschen Numeral, es müsste natürlich “too many” heißen) dazukäme, wäre hier sogar fast alles aus Hannover vertreten, was ich selbst lese. Na ja, fast alles — Dichtheit & Wahrung fehlte immer noch.

Ereignetes

Hannover hat eine tolle Zeitung namens Hannoversche Allgemeine, die sehr seriös aussieht und tolle Meldungen bringt. (Okay, das war die NP, aber in der HAZ würde das auch nicht überraschen.) Ihre Art, Werbung auf der Website zu platzieren, ist hingegen weniger seriös. Wenn dieses Blättchen dazu mal ein paar Hintergründe zur Vernichtung von öffentlichen Geldern in Form des Ihmezentrums so schreiben würde, das es den Profiteuren des Vorganges weh täte, würde ich ihr das ja verzeihen — denn dieser Bau schlägt sogar Polizisten in die Flucht, und auch Clötten-August wird wohl kaum dort einziehen. Schließlich ist das — im Gegensatz zur Stadt Hannover und zum Lande Niedersachsen — ein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Musik mag ein Monolog des Gefühls und die Philosophie ein Monolog der Vernunft sein, der Vorgang Ihme-Zentrum ist ein Monolog der Idiotie. Diese Geschäftsleute haben ihre Seriosität im besten Falle äußerlich gezeigt. Vielleicht sollte man einfach ein Kunstwerk daraus machen, für den Käse ist ja schon gesorgt.

Man muss es ja nur anders nennen, um einen Anschein von Neuerung in einem Mahnmal des Brutalismus zu haben. Das Ihmezentrum heißt jetzt Lindenpark, und Raider heißt jetzt Twix. Oder umgekehrt.

Jaja, die Zeitungen. So ein Revolverblatt wie De Telegraaf aus den schönen Niederlanden hat wenigstens noch jemanden, der schmerzhafte Fragen stellt, die ich zu gern mal in akzentfreiem Deutsch hörte, begleitet von etlichen anderen Journalisten, die auf eine Antwort bestehen und sie immer wieder einfordern. Und nicht nur in politischen Fragestellungen krankt die Journaille, auch in technischen Fragen erweist sie sich als Hervorbringer von reklamenahen Elaboraten voller Inkompetenzkompensationskompetenz.

Immerhin wird in Hannover das beste Hochdeutsch gesprochen und dem Dativ an prominentem Platze alle Ehre erwiesen. Zum Glück geht die Traditionspflege hier nicht so weit, dass man öffentliche Bücherverbrennungen zelebrierte. Ansonsten kann der Hannoveraner ruhig mal verständlich und vernehmbar sagen, dass er jemanden mitnimmt, denn das ist immer noch der edelste Sprachgebrauch — egal, in welcher Mundart er gefärbt ist.

Ach ja, Sprache: Das Bezeichnung “Hupfdohle” für eine Tänzerin habe ich seit dem 11. März 1996 nicht mehr gelesen, und damals habe ich sie selbst auf eine Einladung geschrieben, die bewusst seltsame Sprache und extra stark hinkende Metaphern mit gemäßigter Kleinschreibung und abenteuerlicher Rechtschreibung verband. Um so erfreuter war ich über das kreative Verb hupfdohlen (ich hoffe, das ist kein starkes Verb “ich hupfdohle, du hupfdollst, hupfdöhlte, gehupfdöllt, ich hupfdühle”, aber es gewönne dadurch enorm). Ach ja, richtige Dohlen (diese scheinbaren Tschernobyl-Amseln) sieht man auch immer häufiger in letzter Zeit. ;-)

Einmal abgesehen von solchen warmen Fröhlichkeiten des Alltags: Mit der Dunkelheit kommt im einem von der Religion der Liebe geprägten Kulturraum das Hochfest des Konsumismus mit seinen ganz eigenen Krankheiten in der Werbung. Wer hingegen andersrum ist, der soll gefälligst unauffällig in der Privatheit lieben. Ansonsten bleibt die Religion öfter einmal eine Sache mit falsch gehenden Uhren und die Liebe eine Angelegenheit des richtigen Maßes.

Manchem ist aber auch jedes Maß zu lang, und so ein Domainname sollte auch schön kurz sein. Bei der DeNIC konnte man sich ganz hübsche, ein- und zweistellige Domainnamen holen. Es ist wohl kein Zufall, dass das auf einem 23. (!!!!1!) Oktober fiel, wie man an den Gewinnern des großen Falschspieles Domainlottos sah.

Gewarntes

Die diversen Versuche des PayPal-Phishings sind im Moment eine Seuche. Nicht alles glauben, was in einer alarmierenden Mail ohne persönliche Ansprache steht, sonst wird es schnell teuer!

Web2.0iges

Offenbar tritt bei den ganzen Web-2.0-Angeboten endlich die Marktsättigung und die Stagnation ein, und es sprudeln immer noch nicht die fetten Gewinne. Da muss man doch reagieren, auch wenn es zehn Meilen gegen den Wind nach Spam stinkt, was da zum Beispiel bei Facebook so reagiert wird.

Ach ja, Spam

Der PianoMan, der hier gefühlte 100 mechanisch produzierte Kommentare unterbringen wollte, bekommt von mir ein deutliches GASMOP zugerufen. (Das heißt ausgeschrieben “Go and sniff my open port” und ist eine technisch formulierte Version des Schwäbischen Grußes.) Wie schön das Leben doch ohne Spam wäre! Dieses Spamblog würde ich jedenfalls gern einstellen.

Brüller des Monats

Das Cover ist dann mal weg… (ob es wohl in die Vacuumschmelze gefallen ist?)

Wie immer ist das eine völlig subjektive Zusammenfassung und einige Links sind auch ein bisschen willkürlich gesetzt. Diese Zusammenfassung darf und soll beliebig verrissen werden, aber lasst mich bitte ganz. Auch, wenn ihr morgen das US-amerikanische Importfest Helloween feiert, was an mir immer so vorbeigeht — in meinem Leben ist das ganze Jahr Helloween.

Euer Elias

Rückblick Juli 2009

Was für ein schöner Sommertag! Es ist jetzt 2:00 Uhr und es hat sich auf 21 Grad Celsius “abgekühlt”. Der laue Wind aus Südost ist auch nicht erfrischend. Wenn es gerade nicht so anstrengend wäre, könnte man bei diesem schwülen Vorgeschmack auf die Hundstage so viel unternehmen. Na, zum Schreiben des kleinen Rückblickes wird es noch reichen — und zwar, bevor der Bürgerkrieg über Hannover und das Ende kommt. Oder doch zumindest der Herbst.

(Die Vorboten des Endes sind unübersehbar, die Beweise für den Weltuntergang erdrückend: Einige Blogs werden gar nicht mehr gelesen. Die Stimme Gottes an die Jugend ist verstummt. Die Entwarnung kann da nicht entwarnen.)

Themen

Wie immer: Es wurde in jeder nur erdenklichen Situation gebloggt…

Es gab ein Schützenfest, das aufgebaut werden musste. Denn musste marschiert und in üblicher Weise gefeiert werden. Wer mitmachen wollte, konnte sich im Internet vorbereiten. Auch gute Ratschläge für die Teilnahme sollten nicht ausgeschlagen werden. Und zum Glück ist es nach anderthalb Wochen wieder vorbei. Dafür kann dann gleich das Maschseefest am hitlerschen See aufgebaut werden, wo es nun aus dreißig internationalen Pfannen zum Himmel stinkt. Ach, ich bin aber auch wieder ein Miesepeter!

Der Computer ist ein ewiges Thema, wer einen hat, hat eigentlich immer etwas zu schreiben. Manchmal eher etwas unverständlich, manchmal hat der Servercluster bei Google komische Gedanken, und manchmal hat der zickige Rechner sich einfach abgeschossen, will ein bisschen neu installiert werden und die dabei auftretenden Probleme lösen sich auf unverständliche und automagische Weise. Das Ganze wird dem Anwender in unverständlicher Ausdrucksweise serviert. Nur die Inhalte einiger Übersetzungen und einiger Spams sind noch kryptischer. Da freut man sich doch, wenn auch einmal hübsche Ergebnisse entstehen. Aber alles in allem möchte man beim Anblick der gegenwärtigen und kommenden Technik eher in eine Vergangenheit zurück, in der die Zukunft noch faszinierend erschien.

Tja, wer einen Computer hat, braucht auch immer Zubehör. Zum Beispiel eine spülmaschinenfeste Tastatur. Oder auch mal Poken.

Manche Leute wollen sich auch mit einem Computer und diesem tollen Internet um einen Job bewerben. Ist nur doof, wenn offenbar viele derartige Bewerbungen so gruselgrottig sind, dass mal eine Anleitung fürs Bewerben gegeben werden muss. Das erinnert mich an die Zeiten, in denen ich jeden Tag fünf bis acht dieser Dinger zu bearbeiten hatte — und ich weiß seitdem, dass auch ein Studium der Informatik und eine längere Auslandserfahrung noch nicht dazu führt, dass jemand ein einigermaßen strukturiertes, deutsches Dokument verfassen kann. (Interessanterweise waren die englischsprachigen Bewerbungen um Klassen besser.) Wenn das die Elite ist, denn will ich den Bodensatz unseres Bildungssystemes gar nicht mehr kennenlernen. Der lässt sich wohl am liebsten selbst umwerben. Ob da wohl ein Bildungsstreik Abhilfe schaffen kann…

Manchmal möchte man am liebsten auf dem Mond sein. Aber da waren schon vier Jahrzehnte lang keine Menschen mehr.

Da geht man denn vielleicht doch besser ins Kino. Wer Harry Potter sehen will, wird ja gut bedient; und wer es doch lieber etwas metzeliger und trashiger hat, der muss wohl mit dem Fernsehsessel vorlieb nehmen.

Oder mal Zeitung lesen? Da weiß man wenigstens, was man hat. Zum Beispiel heißt die “Suchfunktion” so, weil man in den Ergebnissen lange suchen muss — sonst wäre es ja eine “Findfunktion”.

Wer die Zeitung mit diesem Ruch der Faktizität nicht mag, der mag vielleicht lieber Lyrik. Eine Aussage wie “So wie Eisen, Ihre liebevolle Gerät muss diese Summe Härten!” kann man ja nicht mehr anders bezeichnen. Und auch die reguläre Werbung kann eigentümlich lyrisch wirken. Ebenfalls trendig in der Werbung ist die Realsatire. Aber an Schwitters kommen die Werber bei allem Bemühen doch nicht heran. Immerhin: Schön zu sehen, dass Werber auch Schönes machen können — und nicht immer so komische Produkte wie ein Bier in Pink.

Ausblick

Vor uns liegt ein Wahlkampf zum Deutschen Bundestag, der gewiss auch seine Wellen in den Blogs schlagen wird. Die Piratenpartei hat schon ihren ersten Schaden weg. Schon jetzt wird über die Endlagerung von SPD-Politikern spekuliert. Und über Ministerinnen hergezogen, nicht etwa wegen ihrer desaströsen Geldverbrennung (Gesundheitskarte), sondern wegen ihres Dienstwagens. Und allerlei Umfragen sollen Stimmung machen, während sich die Armut in Deutschland ausbreitet. Manchmal ist es eben alles nur noch zum Kotzen, und das wird sich wohl auch nach der Wahl nicht ändern.

Vor der Wahl ist jedenfalls ein Bloggertreffen. Das ist doch eine gute Alternative zum Fährmannsfest, das übrigens in Fußwegentfernung stattfindet. (Dort kann man immerhin einmal ein bisschen altmodischen Bluesrock ganz ohne Radio erleben.) Das mit dem Bloggenden Hannover habe ich übrigens gern gemacht;-)

Und das mit dem Fußball und seinen “Weisheiten” geht auch bald wieder los. Dabei muss doch nur das Runde in das Eckige.

Post des Monats

Der Internet-Brief der Deutschen Post funktioniert einfach nicht.

Rückblick Juni 2009

Ist der Juni tatsächlich schon wieder fast vorbei und steht jetzt endlich die Vergällung des Sommers mit Schützenfest und Maschseefest ins Haus? Ach, ich bin aber auch ein griesgrämiger Konsumverweigerling. Gut, dass andere den leiblichen Genüssen mehr zugetan sind. Man muss ja nicht gleich die Kinder in die Saftpressetun…

Neues

Wenn ein neues Blog im Bloggenden Hannover dazukommt, handelt es sich meist um eines, das ich vorher nicht kannte. Um so größer ist meine Freude, wenn ich die Mail eines hannöverschen Bloggers sehe, der schon seit Jahren — trotz oder wegen einer gewissen Schrägheit des Bloggens — zu meiner RSS-Pflichtkost gehört. Und das ist coderwelsh / synchron. / und die Leerzeichen um die Slashes hab ich nur gemacht, weil sonst der Text wieder ganz sonderbar umgebrochen wird…

Zum Ausgleich für diese Freude gibt es allerdings noch ein Blog, das ich vorher nicht kannte, nämlich MARCELLUS. Huch, was sehe ich da? Habe ich da wirklich auf der linken Seite einen Link auf den RSS-Feed statt auf das Blog gesetzt? Warum sagt mir eigentlich keiner, dass ich einen Fehler mache. Wird gleich korrigiert… ;-)

Verhindertes Neues

Ach ja, Fehler. Die sind immer ein lustiges Thema, und manchmal ist es mit dem Mitmachen beim Bloggenden Hannover offenbar nicht so einfach, dass kein Fehler gemacht werden könnte. So etwa, wenn ich die folgende Mail aus dem Kontaktformular zum Mitmachen erhalte:

Hi,
möchte mitmachen.

Das natürlich ohne Mailadresse für eine Rückfrage und ohne eine angegebene Blogadresse. Trotz jahrelangen Trainings ist meine Fähigkeit zum Hellsehen doch noch nicht gut genug, um in einem solchen Fall irgendetwas tun zu können. Bitte einfach nochmal probieren, dann aber wenigstens mit der Blogadresse. (Und wenn ich die Chance zu einer Rückfrage haben soll, bitte auch mit einer Mailadresse.) Und alle anderen: Nicht lachen, denn das ist nicht lustig. Es sieht nur so aus.

Wahlen

Ein europäisches Parlament war zu wählen. Gut, das Thema wurde von einem anderen Thema überschattet, aber manche wollten nicht von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst, und gingen in die Dunkelkammer der Demokratie. Da gab es ganz lange Zettel mit sehr viel Auswahl, dass mancher eine Orientierungshilfe brauchte. Viele andere — ich zum Beispiel auch — wählen gar nicht mehr, da längst alles am Boden angekommen ist. Dass die Politiktreibenden den Eindruck von Bodensatz erwecken, heißt aber noch lange nicht, dass man nicht noch ein bisschen ätzende Ironie draufkippen könnte. Schließlich geht ja auch alles andere zu Boden, und ausgerechnet staatliche Hilfen sollen das verhindern.

Am Ende des Wahlspektakels das erwartete Ergebnis. Und zuweilen wird lustig in das Ergebnis hineininterpretiert, dass sich sogar die Balken in den Balkendiagrammen zu biegen beginnen. Es ist eben immer das gleiche Theater vor einer Wahl, und danach ändert sich nichts. Was hat schon einen Nachrichtenwert? Und wer braucht bei der künstlichen Aufregung zentraldämpfende Mittel? Ich bin hoffnungslos politikverdrossen. Nein: Politikerverdrossen. Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

Gut, dass es in der zweitgefährlichsten Stadt Deutschlands noch andere politische Aktivitäten gibt

WordPress 2.8

Dass WordPress 2.8 beim automatischen Update dafür sorgt, dass viele Blogs im Vorfeld der kommenden Wahlen zum Deutschen Bundestag wie gehackt aussehen und den Bach runtergehen, ist keine Verschwörung, sondern ein Fehler. Zum Glück klappte bei manchem der Update gar nicht erst.

Stoppschild

Wir haben in der Bundesrepublik jetzt eine politisch gewollte Infrastruktur zur Zensur des Internet, und zwar ohne die Spur irgendeiner Rechtsstaatlichkeit und ohne jeden Sinn. Ob man rechtzeitig Petitionen zeichnete oder einen Tag zu spät demonstrierte, spielte keine Rolle. Die Beglückungsideen einer völlig merkbefreiten Frau haben Gesetzeskraft. Neben anderen sinnfreien und verwirrenden Zeichen und sonstigen komischen Botschaften gibt es jetzt auch Stoppschilder im Internet.

Es ist übrigens bemerkenswert, dass es ausgerechnet ein Stoppschild ist. Semantisch ist das ein Fehlgriff, der aber tief in den Geist jener Menschen blicken lässt, die dieses schildbürgerliche Ungetüm der Lach- und Sachpolitik angerichtet haben. Ich bin ja als Verkehrsteilnehmer “nur” so ein anarchistischer Radfahrer, aber wenn ich ein Stoppschild sehe, verstehe ich das als ein “Halt an der Linie an, schau dich vorsichtig um und dann fahr weiter”. Genau das werden Pädophile jetzt auch tun, wenn sie ein Stoppschild im Internet sehen, wobei das vorsichtige Umschauen auch das Eintragen eines anderen Nameservers beinhaltet, und dann geht es in die gewünschte Richtung weiter. Die Verkehrszeichen für “Einfahrt verboten” oder meinethalben auch “Sackgasse” wären doch viel sinnvoller gewesen… :mrgreen:

Und niemand glaube, dass es keinen Kindesmissbrauch mehr gibt, wenn das Internet durchzensiert wird. In einer nächsten Stufe wird übrigens die Armut abgeschafft.

Sonstiges

Ach nee, bei diesen Themen wird man nur wütend. Oder trübsinnig. Letzteres führt übrigens leicht zur gefährlichen Selbstverschreibung scheinbar harmloser Naturheilmittel. Dabei gibt es so viele vorübergehende Stimmungsaufheller, etwa Image-Kampagnen der Stadt Hannover, tolle Angebote, mit denen man sich seine Katze zum Feind macht, unfreiwillig wahre Werbung, überraschende Filme, vielleicht mal ein bisschen Radio… ach nee, das machte mich denn doch wieder trübsinnig, da nicht mehr Flora zu hören. In Hannover kann man sich eben anschauen, wie sich die Dinge verändern, wenn der Blick auch nicht immer besonders weit geht. Einen anderen Blick bekommt man, wenn man mal weggeht. Natürlich kann man sich auch im Sommer schon auf Weihnachten vorbereiten. Oder sich auch vielleicht selbst eine Tasche kaufen, aber beim Bloggen darüber doch besser nicht vergessen, dass das Adjektiv zu “pink” nun einmal “pinkfarben” lautet. Ach, was bin ich doch für ein Pedant, dabei habe ich schon viel schlimmeres Deutsch gelesen.

(Aber ich kann es dennoch nicht lassen, jetzt habe ich ja damit angefangen. Bei der Bildung von Farbadjektiven flektiert werden nur die Grundfarben sowie weiß, grau, schwarz und braun sowie alle Komposita, die auf diese Farbnamen enden, es gibt also weiße, graue, schwarze, braune, rote, grüne, gelbe, blaue und sogar blassblaue, mausgraue und lindgrüne Taschen. Es gibt aber keine “lilanen”, “pinken”, “orangen”, “türkisen” oder “rosanen” Taschen. Alles weitere verrät einem der nächste Deutschlehrer — nur nicht, warum Deutsch so unlogisch ist. Ich habe so etwas schon so oft jemandem erklären müssen, der Deutsch lernt, und diese Subtilitäten bringen jeden zur Verzweiflung. Aber wenn man dann den Wahnsinn mit den Buchstaben “w”, “v” und “f” erklärt und einen Interessierten darauf hinweist, dass das “w” den Konsonantenstand vor der ersten deutschen Lautverschiebung repräsentiert, dass das üble Chaos mit den Buchstaben “v” und “f” hingegen auf wenig systematische Fehler der mittelhochdeutschen Autoren zurückgeführt werden kann, denn fängt die richtige Verzweiflung an. Oder sollte ich besser Ferzweiflung schreiben?)

Ach Regeln! Was sind die schon. Tabakwerbung ist ja auch verboten. Und so genannte “Community-Regeln” sind ebenfalls dehnbar.

Michael Jackson

Sehr überraschend kam der Tod von Michael Jackson.

Post des Monats

Dieser kleine Hinweis auf eine Satire, die so überzeugend war, dass ich sie gar nicht als Satire erkennen konnte, er war einfach nur göttlich.

Wie immer ist diese Zusammenstellung sowas von subjektiv und zerfledderbar, wie sie nur sein könnte. Frohes Fleddern!

Rückblick März 2009

Ja, so ganz ist der März noch nicht vorbei, aber ich weiß nicht, ob ich in den nächsten Tagen die Muße dazu finde. Deshalb heute schon der kleine Rückblick.

Ein kühler März war es. Sagte man früher oft, dass es im März schon “eine Handvoll” (also ungefähr fünf) Sommertage gäbe, so schien es in diesem Jahr eher die sibirischen Wochen zu geben. Oder waren das etwa die Sommertage, war das ein Vorgeschmack auf den kommenden Sommer? Ich will auf einen derartigen meterologischen Suizidimpuls nicht hoffen…

Blogleichen

Im März sind zwei Blogleichen zu vermelden. Nicht nur, dass das Wetter trübe und kalt wird, auch das Bloggen in Hannover ist deutlich farbloser geworden.

Zunächst einmal: derEcki.de hört auf. Eine gute Stellung in den Blogcharts ist die eine Sache, aber wenn man dabei feststellt, dass es ein “sehr stressiges Hobby” sein kann, wenn man anfängt, sich als “Sklave seines Blogs” zu fühlen, denn vergeht die Lust daran. Meine eigene Haltung ist da ein bisschen ambivalent, denn ich habe etwas weniger Netzlektüre, aber ich bin auch froh, dass es nicht zu einem endlosen und lustlosen Weiterbloggen “für das Vaterland” gekommen ist, denn das hätte irgendwann auch das sehr persönlich geprägte Blog ungenießbar gemacht. Das kann es doch auch nicht sein! Und außerdem: Es gibt ja noch Twitter (wenn es auch nie mein Fall sein wird). Folgerichtig findet sich jetzt auch dort der Twitterstream, wo wir uns an das Blog gewöhnt haben. 140 Zeichen pro Beitrag verbleiben noch, es ist also gar keine richtige Leiche. Und angesichts des Twitter-Streams mag ich auch nicht von einem untoten Zustand reden. Es ist einfach nur eine vernünftige, wenn auch aus meiner Sicht etwas traurige Entscheidung.

Die zweite Blogleiche bin ich selbst. Nein, natürlich (noch) nicht das bloggende Hannover, und dieser Fleischhaufen, den ich “ich” nenne, zuckt auch noch unter den vertrauten biologischen Abläufen vor sich hin — sonst könnte ich ja kaum diesen Rückblick schreiben. Aber mein Blog war nach etlichen, teilweise hart vorgetragenen juristischen Attacken und kriminellen Hacker-Attacken (ein über Tage vorgetragener dDoS-Angriff, bevor ich das Blog abschaltete) für mich nicht mehr weiter zu betreiben. Es läuft auf einer Domain und auf einem Server, den mir Frank zur Verfügung gestellt hat, und Frank ist unter der Last seines Daseins eine juristische Auseinandersetzung nicht zuzumuten. Deshalb gibt es nur einen etwas kryptischen Platzhalter dort, wo ich einst meine trüben Gedanken und harmlosen Beobachtungen in ein weitgehend desinteressiertes Internet stellte. Was jemanden bewegt, eine kleine Website derart anzugehen, gehört in eine Welt, die ich nicht zu der Meinigen machen werde. Ich habe sehr wohl einen kleinen Einblick in die Hintergründe, werde aber jede Äußerung dazu und zu meinem Verdacht vermeiden — denn auch diese Site läuft unter Franks Domain. Meine wichtigsten weiteren Projekte sind auf der Platzhalter-Seite vorerst verlinkt, aber das Bloggen hat für mich persönlich einen sehr schweren Schaden genommen, auf den ich nur noch mit Mühe und äußerster Selbstbeherrschung zivilisiert reagieren kann. (Was ist wohl, wenn sich die Welten der Toten und der Lebenden gelegentlich berühren?)

Das war es auch, was mir fast im gesamten Monat März die Lust daran verdorben hat, auch nur einen Blick in das Internet zu tun. Aber das wird mich nicht von diesem Rückblick abhalten…

Neues

Zum Glück wird nicht nur gestorben in der virtuellen Welt der hannöverschen Blogs. Es sind auch neue Blogs in den Aggregator gekommen.

Blog2.de (was für ein Name!) liefert tolle Ideen für Leute ohne und beantwortet die Frage, wo wir herkommen, wo wir hingehen, was wir anschließend tun und was der ganze Spaß so kostet. Wer es daran noch nicht gemerkt hat: Der Ton ist eher heiter, wenn es auch zuweilen Hilfe bei handfesten Problemen mit WordPress gibt.

Der Lindener Löwe (miau!) will die politische und geschäftliche Entwicklung in Linden mit Anmerkungen begleiten. Es ist ein ganz frisches Projekt, und es bleibt zu hoffen, dass es dort nicht nur den gegenwärtigen Zirkus um das Ihme-Zentrum geben wird, denn dafür hat Linden zu viele angenehme Seiten zu bieten. Ich habe übrigens auch den “richtigen” Löwen hinter dieser Website kennenlernen dürfen, es handelt sich um eine etwas eigensinnige schwarze Katze mit weichem, zum Streicheln einladendem Fell, die sonst vor allem kleine, schon angeschlagene Vögel und Nagetiere in spielerischer und grausam gründlicher Weise erlegt. ;-)

Kino, TV und Co ist da doch schon deutlich entspannter und beschäftigt sich mit Medien, zu denen mir persönlich jeder Zugang fehlt — aber darin bin ich nun einmal eine Ausnahme. Die Fernseh-Empfehlungen und die dort gegebenen Rezensionen treffen zumindest auf ein gewisses Bedürfnis vieler Menschen.

Mahlzeit Hannover ist etwas schwierig zu beschreiben. Aber manchmal kann man einfach nur noch “Mahlzeit!” sagen, etwa, wenn Heimweh als das beste Gefühl der Welt deklariert wird. Wenn es doch nur ein wenig Hirn vom Himmel regnete — aber einige Leute würden sich denn ganz schnell irgendwo unterstellen, um nichts davon abzukriegen… :mrgreen:

Themen

Ja, es war kalt. Das irgendwie der Frühling beginnt, wurde wohl nur von ein paar Orchideen bemerkt, nicht von den Menschen in Hannover. Da ist es doch gut, dass es eine bedrückende und finstere Atmosphäre auch in vergnüglicherer Form geben kann. Wenn die Symphonie des Grauens im warmen Sessel genossen werden kann, ist sie gleich erträglicher. Zumindest, wenn man Qualität an Stelle der üblichen Pampe bevorzugt. Und dazu kein “Döner mit alles” isst, jedenfalls nicht so. Denn schon lieber Wurmfresser oder vielleicht auch mal ein Würstchen von Hannovers bekanntesten Metzger

Ach ja, wir hatten ja auch eine CeBIT bei uns zuhause in Hannover. Für die Bloggenden war dies aber — trotz inflationär unter die Leute gebrachter Freikarten, damit das gegenwärtige “negative Wachstum” nicht ganz so negativ aussieht — kein besonderes Thema. Zumal der Irrsinn, alle Bereiche des Lebens mit unverständlicher Technik anzureichern, einen gewissen Dämpfer bekommen hat. Auf dem Hintergrund einer Technik, bei der sich auch reif aussehende Menschen ziemlich kindisch aufführen, während der ganze Kram gar nicht richtig funktioniert, vielleicht das Vernünftigste. Sonst bleiben am Ende nur noch tote Pixel von der Demokratie übrig.

Wenn man auf einer CeBIT nicht genau weiß, was man dort sucht, kann es eben auch etwas langweilig werden. Also nicht das Gesicht bis nach Hannover ziehen, sondern mit klarem Vorhaben in diese Hallen gehen, in denen sich alle Erkältungsviren dieser Welt gegen die Besucher verschwören.

Ein weiteres Thema ist trotz seiner Hannoverferne die (Vorsicht, Zynismus) moderne Schulsportart “Amok laufen” gewesen, die zu bemerkenswerten Exzessen im Journalismus und zu merkbefreiten politischen Forderungen führt. Dass sich ein derartiger Mordlauf aber durch das Verbot von Spielen verhindern lässt, ist einfach nur eine idiotische Idee. Manch einer pfeiffert im Zusammenhang von Winnenden gar völlig auf irgendeine korrekte Argumentation und übt sich in plumper Angstmache hart an der Grenze zum Bierdunst der Stammtische. Ich glaub, ich steh im Wald!

Übrigens ist Bier manchmal eine bessere Anlage als Aktien deutscher Banken und die Renten sind sicher. Wenn man schon um ein goldenes Kalb tanzt, denn sollte man auch das richtige nehmen. Wer sich dabei auf Experten verlässt, der ist verlassen.

Nicht nur für goldene Kälber sind die Zeiten schlecht, auch für Drahtesel in Hannover. Und nicht nur in Hinblick auf die von Image-Werbern vielgelobte Fahrradfreundlichkeit Hannovers ist der rote Faden verloren gegangen. Wenigstens werden an einem Tag im Jahr kostenlose Umarmungen angeboten, was ein gewisser Trost sein kann. Schade, dass ich nicht in der Stadt war, ich hätte sofort mitgemacht. Das finde ich denn doch wesentlich angenehmer als die siebzigjährigen zahnlosen Nutten im Columbus;-)

Post des Monats

Die Differenz zwischen dem, was jemand schreibt, und den Suchbegriffen, die dann von Google zum Geschriebenen führen, sie ist immer wieder erschütternd;-)

Wie immer ist dieser Rückblick völlig subjektiv, die hergestellten Zusammenhänge dementsprechend willkürlich und das alles kann beliebig zerrissen werden…

Rückblick Februar 2009

Ach ja, der Februar ging mal wieder besonders schnell vorbei. Ob das daran liegt, dass er so wenig Tage hat… ;-)

Ein frohes, neues Jahr…

Wenn man die Bezeichnungen der Monatsnamen und die ganzen, kleinen Schrägheiten in unserem grgorianischen Kalender ernst nimmt, begann das neue Jahr am 1. März. Deshalb heißen die Monate “September” (siebter), “Oktober” (achter), “November” (neunter) und “Dezember” (zehnter) so, wie sie eben heißen, und aus ebenfalls diesem Grunde hat der Februar seine Sonderstellung, wurden in diesem Monat doch die 28 “Resttage” des Sonnenjahres untergebracht — zusammen mit dem gelegentlich erforderlichen Schalttag, weil die Erde für einen Umlauf um die Sonne ungefähr einen Vierteltag mehr als 365 Tage braucht.

Es ist nur ungefähr ein Vierteltag, so dass es nicht ausreicht, alle vier Jahre einen Tag an das Jahr anzuhängen. Diese Einsicht führte zur Reform des julianischen Kalenders (von diesem General und späteren Kaiser Julius Cäsar, der in seinen Texten Wörter zusammenstellte, die niemals zusammen gehörten, Wörter auseinanderriss, die niemals hätten getrennt werden sollen und der in jedem Lateinunterricht bis heute ein Albtraum sein kann) durch Papst Gregor (der neben dieser Reform des Kalenders auch einige weit gehende liturgische Reformen durchführte). Seitdem wird nicht nur alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt, dieser fällt zudem auch alle 100 Jahre weg, wenn die Jahreszahl nicht ohne Rest durch 400 zu teilen ist. Das reicht, um für lange Zeit Probleme mit dem Kalender zu vermeiden. Es reicht aber auch, um jeden Programmierer von Kalenderanwendungen zur Weißglut zu treiben. Man hätte doch die Tage ganz einfach linear durchnummerieren können… ;-)

Aber warum der Jahresbeginn auf den Januar gelegt wurde, ist mir eher unverständlich. Der März ist viel “logischer”, beginnt hier doch der landwirtschaftliche Zyklus des Lebens mit der Aussaat — einmal ganz davon abgesehen, dass endlich die Tage spürbar länger werden. Und das kommende Osterfest kümmert sich gar nicht um den Kalender, es bleibt immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Äquinoktie (das ist die gleiche Länge des Tages und der Nacht) zum Frühlingsanfang. Was Programmierer davon halten, kann ich leider nicht mehr in besonders zahmen Worten ausdrücken und lasse es deshalb lieber ganz — sonst hält noch jemand diesen Aggregator hannöverscher Blogs für jugendgefährdend. Werber freuen sich jedenfalls über die jetzt wieder mögliche österliche Ikonografie für ihre recht einseitige Kommunikation, und Spammer kommen mit den Festen schon mal durcheinander. So einfach sich das Christentum auch installieren und bedienen lässt, ein paar Schwächen hat es dennoch als Altlasten angesammelt.

Für mich beginnt das neue Jahr jedenfalls im März, fernab von den fürchterlichen Festen am Ende des Dezembers. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht für den einen oder anderen doch etwas zu feiern gibt — Herzlichen Glückwunsch zum Dreißigsten, Mira!

Vierzig Tage vor Ostern ist übrigens Aschermittwoch, und da geht die Zeit des Karnevals vorbei. Gut so! Leider bleibt einem nach dem Ablauf des Aschermittwochs auch so einiges vom ganz normalen, zum Scherz reizenden Irrsinn erhalten. Nicht so gut! Und manchmal vergeht einem in dieser nicht mehr satirefähigen Monströsität sogar das Scherzen. Noch schlimmer. Vielleicht sollte man sich spielerischer, mit einer Anziehpuppe, an die große, ferne Politik herantasten — aber eine Voodoo-Puppe wäre vielleicht ein noch besseres Geschäft. Zumindest so lange, bis die verstehen, was dieses Internet eigentlich ist.

Bloggertreffen

Das Bloggertreffen am 8. Februar hat zu keiner großen Resonanz in den hier aggregierten Blogs geführt — und ich habe es auch nicht geschafft, mich dorthin zu bewegen, weil ich immer so einen Widerstand gegen das Betreten der allzu direkten Innenstadt verspüre. Einen noch größeren Widerstand spüre ich übrigens gegen das Betreten eines Kinos, von daher werde ich wohl beim nächsten Mal noch weniger Motivation spüren. Das sollte aber niemanden abhalten, sich dafür anzumelden. Vielleicht besorge ich mir ja doch noch ein Mittelchen gegen den innerstädtischen Stress.

Themen

Ach ja, Kino: Es gab mal wieder unter dem üblichen Theater die Verleihung der Academy Awards. Klar, dass das für Menschen, die dem Treiben der(Achtung! Gefährdetetes deutsches Wort!) Lichtschauspielhäuser etwas mehr abgewinnen können als ich zum Grund wird, eine lustige gemeinsame Nacht zu verbringen. Passend zum US-amerikanischen Ereignis wird auch die Ernährung ein bisschen ungesund. Allerdings sollte man in Zukunft verbieten, dass die Filme erst nach der Verleihung in Deutschland zu sehen sind, wie soll man sich denn sonst auf so eine Nacht vorbereiten?

Vielleicht sollte man auch einmal einen Preis für besonders aufgeführte Geschichten aus der Wirklichkeit verleihen, den “Lolli”. Mein völlig abgelutschter Lolli des Jahres 2009 geht an eine Geschichte, die Hannover wohl noch lange beschäftigen wird: An den nunmehr wohl endlich gescheiterten Umbau des Ihmezentrums zum so genannten “Lindenpark”. Natürlich bleibt uns allen dieser Trümmerhaufen noch lange erhalten, und einige Menschen wohnen jetzt sogar in diesen Ruinen einer wie das Blaue vom Himmel herab versprochenen Zukunft. Die völlige Verantwortungslosigkeit aller Beteiligten gegenüber der Stadt Hannover, den Menschen in Linden und den Bewohnern des Ihmezentrums ist nur noch widerlich. Gar nicht auszudenken, was geschehen wird, wenn jetzt auch noch das Frühjahrshochwasser etwas härter kommt und die ziemlich ungeschützte Substanz in den Tiefgaragen einmal mehr so richtig überflutet wird — es wäre ja nicht das erste Mal. Die Idee, eine Tiefgarage in einem Flusstal zu bauen, ist ja auch gnadenlos blöd. Genau so blöd übrigens wie die Idee, dass ein doch eher abseitig gelegenes 08/15-Einkaufszentrum im kalten Design aus Stahl, Granit aus Glas in direkter Nachbarschaft der lebendigen Limmerstraße eine ernsthafte Chance hat. Oder haben die wirklich geglaubt, dass sich jemand aus größerer Ferne zu dieser tristen Burg aufmachen würde und nicht doch lieber in die hannöversche Innenstadt fährt? Haben die sich etwa doof gekifft? Da helfen auch keine als Journalismus getarnten, misslungenen Werbebeiträge in windigen Reklameblättern mehr, die Idee ist mausetot.

(In Linden haben übrigens etliche Leute, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, eine Stinkwut, und das überschreitet auch parteipolitische Grenzen. Die Vorstellung, dass der gescheiterte Wahnsinn namens “Lindenpark” auf Jahre hinaus die klammen Stadtkassen belasten wird, ohne dass auch nur ein Mensch für diese Geschichte zur Verantwortung gezogen werden wird, löst selbst bei besonneren Menschen ziemlich unfriedliche Wünsche aus. Vor allem, nachdem die Bücherei für Linden-Nord aus “Kostengründen” geschlossen wurde — wer braucht schon solche zivilisatorischen Segungen wie eine Leihbücherei, die nur irgendwelchen armen Unterschichtlern den Zugang zur Bildung ermöglicht. Ich erwähne das hier nur mal so am Rande, weil in den nächsten Wochen auch ein Blogprojekt zu Linden online gehen wird, um der Madsackschen Verweigerung des Journalismus mal etwas entgegen zu setzen. Die hannöversche Presse scheint doch etwas andere Prioritäten zu haben.)

Ach nee, bei so viel Tristess will man sich nur noch abwenden — aber selbst in München-Haidhausen herrscht die Tristesse. So hässlich ist es in Hannover doch wieder nicht, da gibt es wenigstens Licht am Maschsee. Jedenfalls so halbwegs. Na, denn vielleicht doch lieber Orchideen.

Gegen die Bräune im Mai

1. Mail 2009 - Hannover - Bunt statt Braun -- Keinen Meter! Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch!

[via]

Braun vor Augen wird einem übrigens auch jetzt schon, wenn man über die “Hannover Zeitung” stolpert. Dort darf übrigens jeder Revisionist seine eigene Version der deutschen Geschichte in den Kommentaren erspinnen, wenn es nur braun genug bleibt.

Neues

Gedanken zu meiner Welt“, so der schlicht tönende Titel eines Blogs, das nicht verleugnen will, dass sein Autor ein 96-Fan ist. Aber neben dem Fußball kommt auch der Wahnsinn des Masterstudienganges an der hannöverschen Universität nicht zu kurz.

Obwohl sie nicht mehr ganz so “bloggig” ist und recht ambitioniert als ein Online-Journal daherkommt, ist die langeleine.de auch im Aggregator angekommen — obwohl es sich in meinen Augen auch um einen Grenzfall handelt, der nur wenig an ein persönliches Tagebuch erinnert.

Post des Monats

Unfassbar, was ein Blogger als Hassmail kriegen kann:

Unfassbarer Text einer Hassmail

Dem anonymen Autor dieses bemerkenswerten Dokumentes seiner intellektuellen Reife lege ich nahe, doch lieber zur Bildzeitung zu greifen, bevor er sich so genannte “Blogs”, also die chronologisch sortierten Mitteilungen ganz gewöhnlicher Menschen anschaut… ;-)

Manchmal hat es wohl auch Vorteile, wenn man nicht in den Charts aufscheint — man muss sich ob der geringeren Wahrnehmung nicht mit solchen Idioten beschäftigen.

Klar, dass hier mal wieder alles völlig subjektiv von mir ausgewählt und in zuweilen sonderbare Zusammenhänge gebracht wurde. Ebenfalls klar, dass das alles beliebig zerpflückt werden darf. Unfassbarerweise habe ich mir heute einen derartigen Strunz zusammengeflickt, dass ich sogar von einem “Rückblick Februar 2008″ titelte — der Link auf diesen Beitrag konserviert diesen Fehler zu meiner verdienten Schande. (Und so etwas setzt seine Pingbacks in etlichen hannöverschen Blogs ab!)

Rückblick Januar 2009

Ereignetes

Da ist es endlich, das neue Jahr 2009. Für die einen ein Grund zum Feiern und auf ein schönes Jahr zurückzublicken, für einige gar kein besonderes Datum, was da zum nummerischen Überlauf in der Jahreszahl führt, für manchen auch ein bisschen Arbeit. Eines sollte jedem unabhängig von den Eigenarten der kalendarischen Zählung klar sein: Ein neues Datum allein ändert keine Zustände, man sollte sich selbst treu sein. Denn nach dem Fest bleibt meist nur Müll zurück. Andere starten lieber mit Zombie-Trash ins neue Jahr. Auch gut, denn beim Würdigen eines solchen Filmes friert man nicht.

Kalt war es im Januar, es gab sogar — wie selten in Hannover — ein bisschen Schnee gleich zum ersten Arbeitstag und ich schreibe diesen kleinen (und recht kurzen) Januar-Rückblick in den letzten winterlichen Nachwehen, bei minus 2 Grad, leichtem Schneefall und einem aus Osten kommenden Wind, der einem das Gruseln lehrt, wenn man dabei unterwegs ist. Ja, dieser saukalte Januar konnte einem gar das Erfrieren lehren, wenn man nur eine Spur Bereitschaft dazu mitbrachte. Man hat es eben nicht leicht, auch nicht als Blogger, und selbst so ein angelich einfacher Upgrade auf s9y 1.4 kann auch mit ein paar Schwierigkeiten daher kommen. Egal, welche Beschreibungen man wählt, der Mist bleibt eben ziemlich mistig.

Was für die einen einfach nur saukalt ist, das ist für die anderen doch ein eher fröhliches und ungewöhnliches Ereignis. Allem Gerede von der globalen Erwärmung zum Trotz war der Maschsee dieses Jahr mal wieder so zugefroren, dass jeder über Wasser gehen konnte. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lässt. Die bunten Elefanten in der Innenstadt schaffen es da auch nicht, bei solcher Kälte eine tropische Atmosphäre zu verbreiten. Zumal unsere hannöverschen Kommunalpolitiker der Meinung sind, dass vereiste Wege aus “ökologischen Gründen” nicht gestreut werden sollten. Der Knochen muss brechen, damit der Baum leben kann! :mrgreen:

Dabei wäre es doch viel sinnvoller gewesen, die Fahrbahnen vereisen zu lassen — wo wir jetzt doch so eine schöne Verschrottungsprämie haben.

Ach, wo ich schon so viel vom Wetter schreibe — es war ja auch das, worunter ich am meisten litt — natürlich ist das Wetter zumindest in den Medien auch mit Wahlbeteiligungen korrelliert.

Unabhängig vom Wetter ist wohl die so genannte “Finanzkrise”, die sich bei etwas ruhigerer Betrachtung als eine tiefe Krise des auf platzenden Zahlungszusagen basierenden Geldsystemes entpuppt, die auch den emsigsten Vertreter des Kapitalismus mal nach dem als unendlich zahlungskräftig empfundenen Staat rufen lässt, als wenn Vier Milliarden Euro etwas wären, was mal eben aus den eingetriebenen Steuern beglichen werden kann. (Ich nenne den gegenwärtigen Kapitalismus ja manchmal “Debitismus”, um seinen Charakter zu kennzeichen — und stoße dafür auf allgemeines Unverständnis. Aber hier will ich gar nicht erst analytisch werden, und an anderer Stelle graut es mir vor der Schreibarbeit…) Diese Krise schlägt auch in Hannover ihre Wellen, und das Ihme-Zentrum, das eigentlich zum “Linden-Park” werden sollte, droht zur Bauruine zu werden. Als ob es jemals etwas anderes war! Es gibt da etwas, was ich im Moment nicht sein möchte: Eigentümer einer Wohnung in unserem Betonburg-Mahnmal für unmenschliche Architektur. Vielleicht sollte man das Ding jetzt retten, indem man es unter “Mahnmalschutz” stellt… :mrgreen:

Vielleicht sollten diese Leute aber auch einfach einen passenden Talisman für die Finanzkrise erwerben. So etwas hilft gegen die schlechte Laune, die ja eine Zutat für die Rezession ist. Manchmal kann einem aber auch das Fernsehen zur anhaltenden Produktion von Lachtränen bringen. Und ja nicht die gute Laune davon verderben lassen, dass Google sagt, dass Google unsere Computer beschädigen kann.

Wir bleiben jedenfalls weiter zu hässlich für München und bilden ein fröhlich bloggendes Hannover der vielen Stimmen. Und das ist gut so.

Und übrigens: Im Kino friert man nicht

Neues

Es sind auch im Januar wieder neue Blogs in den Aggregator gekommen — und ein Blog ist leider noch nicht im Aggregator, aber schon einmal verlinkt.

Nicht im Aggregator sind die Hannovershots, ein ansprechendes Fotoblog, weil der Bloghoster nur RSS-Feeds ohne Angabe eines Zeitstempels für die einzelnen Beiträge ausliefert. Damit wird eine chronologische Einordnung der Beiträge unmöglich. Das soll jetzt aber bitte niemanden daran hindern, die fotographischen Einblicke in die Stadt regelmäßig zu besuchen. Von der Festung bis zum Maschsee gibt es dort Eindrücke aus Hannover. Deshalb habe ich auch einen Link gesetzt.

Ein Thema, dass weit über Hannover hinaus geht und eigentlich für jeden Menschen wichtig ist, ist der Datenschutz. Gedanken, Informationen und Aktuelles zum Datenschutz gibt es im Datenschutz-Journal, das ebenfalls aus Hannover kommt und frisch seinen Weg in den Aggregator gefunden hat. Dabei geht es keineswegs nur um die Computer, sondern auch um die alltägliche Gedankenlosigkeit im Umgang mit empfindlichen Daten.

Ebenfalls neu ist derEcki, ein geradezu klassisches Blog mit eher persönlichen Stellungnahmen zu den Ereignissen in der virtuellen und wirklichen Welt. Das heißt jetzt aber nicht, dass es ein “flaches” Blog wäre — es atmet echten Bloggeist.

Abschließendes

Ich hoffe, dass ich mich im Februar wieder etwas mehr dem Bloggen widmen kann und einen etwas längeren Text als Rückblick absondere. Jetzt muss ich mich erstmal wieder über meine unfertigen Arbeiten hermachen und zusehen, dass daraus irgendwann fertige Werke werden. Es ist eben alles nur 10 Prozent Inspiration, und der Rest ist ganz ordinäre Transpiration.

Lasst es euch gut gehen!

Natürlich sind das jetzt wieder ganz subjektiv rausgepickte Blogbeiträge, die hier von mir verlinkt wurden und dabei in Zusammenhänge gerieten, für die sie eigentlich gar nicht geschrieben wurden. Und das kann, darf und soll beliebig zerpflückt werden…

Rückblick Dezember 2008

Der Dezember steht ja im Rufe, ein besonders “klickschwacher” Monat zu sein. Kein Wunder: Man ist überall viel zu beschäftigt mit den typischen Festen zum Jahresende, um mal ein paar eher vergnügliche und private Blicke in das Internet zu tun. Vor allem, wenn man so sehr mit den Festtagen und der Häufung der Weihnachtsfeiern beschäftigt ist…

Na, nun befindet sich das ziemlich durchwachsene Jahr 2008 in den letzten Zügen, und ich schreibe meinen kleinen Rückblick auf den Monat Dezember schon, bevor uns allen die Neujahrsansprache den letzten Rest guter Laune verdirbt. Was soll man auch sonst am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einer Außentemperatur von minus einem Grad tun. (Ist diese kleine Anzeige des Wetterberichts vom Flughafen Hannover unterhalb der Navigation auf der linken Seite nicht wunderbar sinnlos. Dass es kalt ist, stellt man auch ohne diese genaue Information fest, und dass die durchbrochene Bewölkung in einer Höhe von 671 Metern hängt, ist von erfreulicher Irrelevanz für das eigene Leben.)

Neues

Auch im Dezember sind wieder neue Blogs dazugekommen.

An die Leine gelegt ist nach eigener tagline das Blog eines Westfalen aus Köln in Hannover. Das ist ein ziemlich harter Wechsel, und beim Erlebnis des hannöverschen Nahverkehrsbetriebes verfällt man aus dieser Sicht in eine doch hier eher unübliche Mundart. Stimmt, die KVB habe ich auch mal kennengelernt, das ist in der Tat ein ziemlicher Driss, was die sich in Köln herausnehmen. Nichtsdestotrotz, wat de üstra hier deit, dat is ook `n Schiet, ik sachs dir!

Gar nicht auszudenken, wie die Zukunft des “Nahverkehrs” bei der doch immer auch ein wenig modernitätsbesoffenen üstra aussehen könnte:


YouTube-Direktlink

Etwas völlig anderes gibt uns Zerfall D., ein Musiker und DJ, der vor allem bei den dunkler tragenden Menschen eine gewisse Bekanntheit hat. In seinem MySpace-Blog gibt es Empfehlungen für ein filmisches Genre, das eigentlich schon lange tot ist — und selbst das passt in dieses Genre: Der oft blutige, effektheischende, unlogische Trash-Film, der nicht jedermanns Geschmack ist, aber von manchem umso begeisterter genossen wird. Die kurzen Rezensionen können schon eine Hilfe bei der Auswahl für einen gelungenen Trash-Abend sein, und ich bin gespannt, ob es solche Berichte auch in Zukunft jede Woche geben wird.

Leider haben die MySpace-Blogs ein Problem mit ihren RSS-Feeds. Es wird grundsätzlich nur ein gekürzter Text ausgeliefert, und zwar, ohne dass mit einem Link in den oft schmerzhaft gekürzten Texten darauf hingewiesen wird. Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass das bloggende Hannover nur ein dürftiger Ersatz für die richtigen Blogs ist. Also: Ruhig mal einen Klick wagen, in den Blogs spielt die Musik, nicht hier. ;-)

Bloggertreffen

Sehr kurzfristig wurde das Bloggertreffen im Dezember angekündigt, und trotz der Nähe des großen Festes kamen doch ein paar Leutchen. Es war aber eine eher dünne Besetzung, die sich im Café Safran zusammenfand — und , gab es auch wieder kleinere Probleme mit Bestellungen und mit nicht bestellten Getränken…

Vielleicht werden Bloggertreffen ja in Zukunft an anderem Ort stattfinden.

Ereignetes

Weihnachten hat scheinbar alle anderen Ereignisse überschattet. Man hat im Vorfeld Türchen aufgemacht; Lebensmittel zu “Tannenbäumen” umgewidmet; andere haben Nahrungsmittel gegessen, bis sie vom wenig klimaneutralen Essen voll waren; sich mit Musik und gar nicht emanzipiert wirkenden Weihnachtsfrauen ein frohes Fest gewünscht und sich ansonsten im Kreise der Familie aufgehalten.

Nur so ein Miesepeter schreibt ausgerechnet am 24. Dezember über die hilflosen Werbemaßnahmen im Umfeld des Umbaues einer Architekturruine der Siebziger Jahre, damit auch nicht so viel festliche Stimmung aufkommt. Der hat wohl keine Familie! Stimmt, hat er nicht. Und Weihnachten feiert er auch nicht. Wenn schon Außenseiter, denn auch richtig. Am besten, man lässt ihn einfach in Ruhe, damit dieser lunatic seinen Mond für sich allein hat… ;-)

Vielleicht hat er einfach schon wegen der “geschenkten” 300 Euro zu Weihnachten die Schnauze voll gehabt.

Ach ja, es gab auch noch ein Attentat auf den amtierenden Präsidenten der USA, aber der völlig verblendete Attentäter hat in der Al-Quida-Schule nicht aufgepasst und kennt nicht den Unterschied zwischen einem Schuh und einer Handgranate. Wer weiß, was der vorher als Sprengstoffgürtel probiert hat.

Gezähltes

ZEHN ;-)

Gepresstes

Für jene, die mit WordPress bloggen, gab es eine völlig neue Version — zumindest sah diese völlig neue Version völlig neu aus, wenn man sie benutzte. Im Kern ist doch vieles gleich geblieben, aber die gesamte Benutzerführung sieht jetzt anders, vielleicht sogar ein bisschen konsistenter aus. Weh dem, der etwas betagtere Rechner zum Arbeiten verwendet und nach jedem Klick fröhliche Fehlermeldungen wegklicken darf, weil die… Moment…

*tippeltippeltippel*

find . -name "*.js" | xargs cat | wc -l

27440 Zeilen JavaScript, die darin verbastelt wurden, doch eine Herausforderung für jeden Browser sind. So etwas kommt eben raus, wenn man eine Anwendung in den Browser bringen will; selbst ein einfaches Blog kommt da schnell mit einem Wust von Code daher, der einfach nicht mehr schön ist. Aber auch das regelmäßige Umstellen der Benutzerschnittstelle löst nicht nur Begeisterung aus.

Übrigens ist das bloggende Hannover in seinem Kern auch ein WordPress-Blog, verwendet aber bewusst eine viel ältere Version, weil etliches am hier verwendeten Code gepfuscht wurde. Diese ältere Version hat aber den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch auf älteren Rechnern noch gut zu bedienen ist.

Gewünschtes

Allen Bloggenden und Lesern wünsche ich einen angenehmen, ausgelassenen und katerfreien Kalenderwechsel. Die Jahreszahlen ändern sich ja von allein, ob sich aber auch etwas im Leben ändert, ist hingegen eine ganz andere Sache. Manchmal kann es helfen, angstfrei zu handeln, und manchmal ist selbst das nicht mehr möglich. Wer alles passiv über sich ergehen lässt, darf sich aber über den fortschreitenden Verlust von Möglichkeiten nicht wundern.

Früher hat man zum Jahreswechsel Lärm gemacht, um die bösen Geister zu vertreiben — und heute wird der Lärm eher gemacht, um den Geist zu vertreiben.

Lasst euch nicht entgeistern!

Wie immer ist dieser Rückblick eine völlig subjektive Ansammlung meine Einblicke, die beliebig zerpflückt werden kann. Im Dezember sind nicht nur die lichtvollen Momente des Tages knapp…

Rückblick November 2008

Und weiter geht es mit heiteren Monatsrückblicken, obwohl ich mich selbst fast den halben Monat lang mit einem gewissen Ärger wegen meiner bei Jamendo veröffentlichten Musik herumgeschlagen habe. Wenn man in jeder kleinen Online-Sitzung Anfragen beantwortet und sich nebenbei mit der ausgesprochen kalten Kommunikation dort herumschlägt, wird einem das ganze Internet vergällt. Nun, meine Alben haben jetzt eine neue “Heimat” gefunden. Das war erforderlich, weil meine Aufforderung an meine Fans, die Musik doch einfach über Filesharing zu verteilen, auf taube Ohren stieß. Na ja, es ging wohl eher alles ein bisschen zu schnell. Jetzt also noch schnell einen Rückblick schreiben, bevor ich in aller Ruhe zusammenbrechen kann… ;-)

Umgezogenes

Nur, damit es noch einmal erwähnt wird: Das Spielkind ist umgezogen, und eventuelle Links sollten auch andernorts angepasst werden.

Neues (jetzt mit Korrektur)

In den letzten Wochen ist ein neues Blog hinzugekommen.

Eigentlich hätte Eileen Steinbach schon etwas länger dabei sein sollen, aber es gab eine Reihe technischer Probleme mit dem Feed. Diese sind jetzt zum Glück behoben.

Und das gemeinste: Ein paar Stunden, nachdem ich diesen Rückblick veröffentlicht hatte, bekam ich die Mail von der Ha.us-Frau, dass ich doch mal bitte… ja, das ist schnell gemacht — und die Ha.us-Frau ist jetzt auch dabei. Warum ich dafür nachträglich editiere? Weil ich beim Schreiben des Rückblicks so fertig war, dass ich echten Strunz geschrieben habe und nochmal drei Blogs erwähnt habe, die schon vorletzten Monat hinzugefügt wurden.

Gewichteltes

An einigen Stellen ist schon die weihnachtliche Stimmung angekommen, und das Spielkind veranstaltet ein Blogwichteln; im Dezember wird jeden Tag etwas verschenkt. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, muss sich allerdings ein bisschen sputen, denn am 1. Dezember ist Einsendeschluss.

Ereignetes

So viel hat sich ja gar nicht ereignet. Natürlich ist die Politik immer wieder atemlos darum bemüht, Satiriker arbeitslos zu machen, indem peinlichste Realsatire geliefert wird. Manche Leute scheinen drigend jemanden zu brauchen, der ihnen ein Hirn baut.

Aber es gab Schnee. Da muss ja jeder Blogger aus dem Haus stürmen, um ein Foto für sein Blog zu machen. Und in der Tat, es war ein beliebtes Motiv. Mir selbst steht der Sinn ja nicht so nach Kälte, aber bei so vielen Schneebildern will ich mich auch nicht länger zurückhalten und würdigen…

Schnee, Blumenkästen und triste Häuser

…dass es der städtischen Tristesse durchaus gut tut, wenn sie unter einem dämpfenden, weißen Tuch verschwindet — so als Kontrast zum architektonischen Hasenbrot-Syndrom. Wenn dieses Tuch doch nur nicht so nass und kalt wäre! ;-)

Ach ja, die USA haben demnächst einen neuen Präsidenten. Bei dem ganzen irrationalen Jubel kann man sich aber schon einmal fragen, ob der eigentlich über Wasser gehen kann. Für einige Spammer ist Barak Obama gar schon der erste aus Afrika stammende Weltpräsident.

Technisches

Andere schlagen sich hingegen mit technischen Problemen herum. Wenn mir noch einmal jemand erzählt, dass mein Krypto-DOS (Linux) doch sehr schwierig zu konfigurieren sei, denn soll er sich mal anschauen, womit sich Windows-User so herumschlagen.

Im Moment ist übrigens immer noch ein kleiner Fehler im Aggregator, aber ich komme gerade nicht dazu, den zu beheben. Durchgestrichener Text ist von mir verkackt worden wird nicht in die Zusammenstellung übernommen, was manchmal zu Missverständnissen führt. Aber ich kümmere mich noch darum, versprochen.

Gratuliertes

Auch, wenn die Noten erst am 20. Dezember die Weihnachtszeit versauen, wird Phils Selbsteinschätzung wohl zutreffen, dass er seine Abschlussprüfung bestanden hat. Herzlichen Glückwunsch!

(Hoffentlich kam das jetzt nicht zu früh. Wie steht es auf dem Grabstein von Kurt Schwitters: “Man weiß ja nie”…)

Nicht zu früh, sondern deutlich zu spät kommt mein hier geäußerter Glückwunsch zum Geburtstag an den Dwarslöper. Natürlich auch zum “Geburtstag” des Blogs — fällt ja in die gleiche Zeit. Was soll man im trüben November auch anderes machen, als mit dem Bloggen anzufangen?

Beachtenswertes

Wer vorher schon einen Eindruck davon haben möchte, ob sich der Kinobesuch lohnt, sollte regelmäßig im Blog-Ha.us vorbeischauen, denn dort werden viele Filme recht ausführlich vorgestellt. Wenn man so oft ins Kino geht, lohnt sich auch die GoldCard.

Gewünschtes

Allen Bloggern und Bloglesern aus Hannover wünsche ich eine einigermaßen stressfreie Adventszeit, überlebte Weihnachtsfeiern und Feiertage, bei denen man sich nicht deshalb freut, weil man seine Familie jetzt für viele Monate nicht mehr erlebt. Ins neue Jahr kommt man ja von ganz allein, das liegt am Kalender…

Wie üblich ist das mal wieder eine völlig subjektive Ansammlung meiner Ansichten und kann beliebig zerpflückt werden. Und heute habe ich besonders schnell und unreflektiert geschrieben…

Rückblick Oktober 2008

Nachdem ich jetzt einfach mal mit Monatsrückblicken angefangen habe, sehe ich mich fast ein bisschen in der Pflicht, so etwas eben jeden Monat zu machen. Das ist ja auch eine gute Idee, denn sonst wird aus diesem kleinen Meta-Blog irgendwann eine Wüste der technischen Meldungen und der Termine von Bloggertreffen.

Manchmal ist es schwer

Aber für den Oktober-Rückblick tue ich mich doch ein bisschen schwer. Ich habe diesen Monat zur Hälfte gar nicht richtig mitbekommen, weil ich zunächst mwin neues Album mit der Brechstange fertiggestellt habe und anschließend in aller Ruhe und wohlverdient zusammengebrochen bin. Das Bloggen lief dabei nur im Notbetrieb, und ich bin mit meiner eigenen Qualität während dieser Zeit einfach nicht zufrieden. Vielleicht hätte ich es besser völlig bleiben lassen sollen.

Ach, genug der Lamentiererei, jetzt kloppe ich rasch noch einen fröhlichen Rückblick zusammen. Jammern kann ich an anderer Stelle besser.

Auferstandenes

Mythopoeia war plötzlich verschwunden, einfach aufgelöst und wurde deshalb letzten Monat als Blogleiche gemeldet. Aber da war gar keine Leiche, sondern nur ein Neubeginn nach erheblichen technischen Problemen — und diesen Neubeginn konnte ich nur wenige Stunden nach der Todesmeldung neu im Aggregator aufnehmen. So schnell stirbt ein Blog denn doch nicht. Und das ist gut so!

Umziehendes

Demnächst wird das Spielkind umziehen und bittelt (von mir persönlich aus bitten und betteln gemischelt) um eine Anpassung der Links in anderen Blogs. In der Linkliste des bloggenden Hannover ist der neue Link schon aufgenommen, allerdings wird hier zurzeit der Feed noch von der alten Adresse abgeholt, da es auf der neuen Adresse noch ein paar kleinere, technische Probleme gibt. Das wäre ja auch zu ungewöhnlich, wenn so ein Umzug problemlos klappen würde. Sollte es hier für zwei oder drei Tage keine aktuellen Texte vom Spielkind im Aggregator geben, denn habt bitte mit mir Nachsicht, ich kann auch nicht zaubern…

Aber die Links, die können schonmal angepasst werden. Nicht nur hier. ;-)

Neues

Neu im Aggregator des bloggenden Hannover sind zum einen drei recht ambitionierte Blogs, die von der gleichen Person stammen und deshalb auch immer wieder einmal überschneidende Beiträge enthalten. Diese sind die Freiheitsfabrik, keineangstvorkunst (natürlich klein und zusammen geschrieben) und die Lärmvermehrung.

Ebenfalls neu ist derhenry.net.

Themen

Interessanterweise gingen die beiden medialen Großthemen, der Wahlkampf um die Präsidentschaft in den USA und der Zusammenbruch des Finanzsystemes, an den hier aggregierten, hannöverschen Bloga ziemlich vorbei. Das finde ich allein deshalb bemerkenswert, weil so viele Blogs zu einer Echokammer der medialen Meldungen verkommen. Offenbar haben wir Blogger aus einer “unterschätzten Stadt” etwas besseres zu tun, als das professionelle Schreiben wiederzukäuen — zum Beispiel aus persönlichen Perspektiven über unser Leben zu schreiben. Das finde ich persönlich großartig, denn genau das ist es, was vom Konzept des Blogs (sollte man vielleicht sogar sagen: vom literarischen Stil des Bloggens) versprochen wird — dass die medial marginalisierten Sichten auf die Welt eine öffentliche Stimme bekommen. Da bloggt man dann während der so genannten “Finanzkrise” eher über den ganz alltäglichen Beschiss in Gelddingen. Außer natürlich die Stadt Hannover, die zieht es vor, gar nicht so richtig zu bloggen, sondern nur ihre Reklamemeldungen in einem Blog zu veröffentlichen. Aber die findet sich ja auch nicht hier beim bloggenden Hannover. ;-)

Eine Nebensächlichkeit wie der stilsichere Show-Auftritt von Marcel Reich-Ranicki war da unter den selbstbezüglichen Ereignissen in deutschen Medien schon etwas “produktiver”, zumal es den zornesschwangeren Worten ja doch ein bisschen an Glaubwürdigkeit fehlte. Vielleicht sollte man die ganzen Fernsehpreise einfach zum Mond schießen.

Bloggertreffen

Der Höhepunkt dieses Monats war für alle teilnehmenden Blogger ohne jeden Zweifel das Bloggertreffen im Café Safran. Endlich konnte man sich einmal die Menschen anschauen, deren Texte man sonst nur liest. Auch dort war der Austausch erfreulich “politikfrei”, ohne dabei völlig in die Belanglosigkeit und Privatheit abzugleiten, auch haben wir erfolgreich die Untiefen stundenlanger Erwägungen technischer Fragen umschifft — es war ein recht entspanntes Miteinander bei ziemlich scheußlichem Wetter. Gut, dass der Regen auf ein Dach fiel und nicht auf uns.

Aber es gab auch einiges unter diesem Dach, was bemäkelnswert (ich habe es aber auch heute mit den Begriffen aus der Wortspielhölle) wäre. Zum Beispiel diese Bedienung, die heftiges Winken und andere Signale offenbar als ein Zeichen deutete, dass man ihrer nicht bedürfe, die diese dann aber immer wieder einmal damit ausglich, dass sie von uns unbestellte Getränke an den Tisch brachte. Ein Musterbeispiel guter Organisation ist das Café Safran nicht. Vielleicht — so wurde zwischenzeitlich gemutmaßt — ist ja genau das eine Absicht, um der Gaststätte einen “alternativen Touch” zu geben. Es sorgte jedenfalls immer wieder einmal für etwas heitere Abwechslung.

Eventuell wird es in diesem Jahr noch ein weiteres Bloggertreffen geben, und zwar im Dezember.

Post des Monats

Eigenlob mag stinken, aber des Kaisers neue Kleider für 25 Euro bei Yves Rocher sind ein herrliches Fundstück im täglichen Dummfug der Reklame, auch wenn das mein Fundstück ist. Wer will bei solchen Realsatiren noch eine Satire schreiben? :mrgreen:

Natürlich ist hier wieder alles völlig subjektiv geraten, gibt allein meine schrägen Standpunkte wider und kann beliebig zerpflückt werden.

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