Wetter

Rückblick März 2009

Ja, so ganz ist der März noch nicht vorbei, aber ich weiß nicht, ob ich in den nächsten Tagen die Muße dazu finde. Deshalb heute schon der kleine Rückblick.

Ein kühler März war es. Sagte man früher oft, dass es im März schon “eine Handvoll” (also ungefähr fünf) Sommertage gäbe, so schien es in diesem Jahr eher die sibirischen Wochen zu geben. Oder waren das etwa die Sommertage, war das ein Vorgeschmack auf den kommenden Sommer? Ich will auf einen derartigen meterologischen Suizidimpuls nicht hoffen…

Blogleichen

Im März sind zwei Blogleichen zu vermelden. Nicht nur, dass das Wetter trübe und kalt wird, auch das Bloggen in Hannover ist deutlich farbloser geworden.

Zunächst einmal: derEcki.de hört auf. Eine gute Stellung in den Blogcharts ist die eine Sache, aber wenn man dabei feststellt, dass es ein “sehr stressiges Hobby” sein kann, wenn man anfängt, sich als “Sklave seines Blogs” zu fühlen, denn vergeht die Lust daran. Meine eigene Haltung ist da ein bisschen ambivalent, denn ich habe etwas weniger Netzlektüre, aber ich bin auch froh, dass es nicht zu einem endlosen und lustlosen Weiterbloggen “für das Vaterland” gekommen ist, denn das hätte irgendwann auch das sehr persönlich geprägte Blog ungenießbar gemacht. Das kann es doch auch nicht sein! Und außerdem: Es gibt ja noch Twitter (wenn es auch nie mein Fall sein wird). Folgerichtig findet sich jetzt auch dort der Twitterstream, wo wir uns an das Blog gewöhnt haben. 140 Zeichen pro Beitrag verbleiben noch, es ist also gar keine richtige Leiche. Und angesichts des Twitter-Streams mag ich auch nicht von einem untoten Zustand reden. Es ist einfach nur eine vernünftige, wenn auch aus meiner Sicht etwas traurige Entscheidung.

Die zweite Blogleiche bin ich selbst. Nein, natürlich (noch) nicht das bloggende Hannover, und dieser Fleischhaufen, den ich “ich” nenne, zuckt auch noch unter den vertrauten biologischen Abläufen vor sich hin — sonst könnte ich ja kaum diesen Rückblick schreiben. Aber mein Blog war nach etlichen, teilweise hart vorgetragenen juristischen Attacken und kriminellen Hacker-Attacken (ein über Tage vorgetragener dDoS-Angriff, bevor ich das Blog abschaltete) für mich nicht mehr weiter zu betreiben. Es läuft auf einer Domain und auf einem Server, den mir Frank zur Verfügung gestellt hat, und Frank ist unter der Last seines Daseins eine juristische Auseinandersetzung nicht zuzumuten. Deshalb gibt es nur einen etwas kryptischen Platzhalter dort, wo ich einst meine trüben Gedanken und harmlosen Beobachtungen in ein weitgehend desinteressiertes Internet stellte. Was jemanden bewegt, eine kleine Website derart anzugehen, gehört in eine Welt, die ich nicht zu der Meinigen machen werde. Ich habe sehr wohl einen kleinen Einblick in die Hintergründe, werde aber jede Äußerung dazu und zu meinem Verdacht vermeiden — denn auch diese Site läuft unter Franks Domain. Meine wichtigsten weiteren Projekte sind auf der Platzhalter-Seite vorerst verlinkt, aber das Bloggen hat für mich persönlich einen sehr schweren Schaden genommen, auf den ich nur noch mit Mühe und äußerster Selbstbeherrschung zivilisiert reagieren kann. (Was ist wohl, wenn sich die Welten der Toten und der Lebenden gelegentlich berühren?)

Das war es auch, was mir fast im gesamten Monat März die Lust daran verdorben hat, auch nur einen Blick in das Internet zu tun. Aber das wird mich nicht von diesem Rückblick abhalten…

Neues

Zum Glück wird nicht nur gestorben in der virtuellen Welt der hannöverschen Blogs. Es sind auch neue Blogs in den Aggregator gekommen.

Blog2.de (was für ein Name!) liefert tolle Ideen für Leute ohne und beantwortet die Frage, wo wir herkommen, wo wir hingehen, was wir anschließend tun und was der ganze Spaß so kostet. Wer es daran noch nicht gemerkt hat: Der Ton ist eher heiter, wenn es auch zuweilen Hilfe bei handfesten Problemen mit WordPress gibt.

Der Lindener Löwe (miau!) will die politische und geschäftliche Entwicklung in Linden mit Anmerkungen begleiten. Es ist ein ganz frisches Projekt, und es bleibt zu hoffen, dass es dort nicht nur den gegenwärtigen Zirkus um das Ihme-Zentrum geben wird, denn dafür hat Linden zu viele angenehme Seiten zu bieten. Ich habe übrigens auch den “richtigen” Löwen hinter dieser Website kennenlernen dürfen, es handelt sich um eine etwas eigensinnige schwarze Katze mit weichem, zum Streicheln einladendem Fell, die sonst vor allem kleine, schon angeschlagene Vögel und Nagetiere in spielerischer und grausam gründlicher Weise erlegt. ;-)

Kino, TV und Co ist da doch schon deutlich entspannter und beschäftigt sich mit Medien, zu denen mir persönlich jeder Zugang fehlt — aber darin bin ich nun einmal eine Ausnahme. Die Fernseh-Empfehlungen und die dort gegebenen Rezensionen treffen zumindest auf ein gewisses Bedürfnis vieler Menschen.

Mahlzeit Hannover ist etwas schwierig zu beschreiben. Aber manchmal kann man einfach nur noch “Mahlzeit!” sagen, etwa, wenn Heimweh als das beste Gefühl der Welt deklariert wird. Wenn es doch nur ein wenig Hirn vom Himmel regnete — aber einige Leute würden sich denn ganz schnell irgendwo unterstellen, um nichts davon abzukriegen… :mrgreen:

Themen

Ja, es war kalt. Das irgendwie der Frühling beginnt, wurde wohl nur von ein paar Orchideen bemerkt, nicht von den Menschen in Hannover. Da ist es doch gut, dass es eine bedrückende und finstere Atmosphäre auch in vergnüglicherer Form geben kann. Wenn die Symphonie des Grauens im warmen Sessel genossen werden kann, ist sie gleich erträglicher. Zumindest, wenn man Qualität an Stelle der üblichen Pampe bevorzugt. Und dazu kein “Döner mit alles” isst, jedenfalls nicht so. Denn schon lieber Wurmfresser oder vielleicht auch mal ein Würstchen von Hannovers bekanntesten Metzger

Ach ja, wir hatten ja auch eine CeBIT bei uns zuhause in Hannover. Für die Bloggenden war dies aber — trotz inflationär unter die Leute gebrachter Freikarten, damit das gegenwärtige “negative Wachstum” nicht ganz so negativ aussieht — kein besonderes Thema. Zumal der Irrsinn, alle Bereiche des Lebens mit unverständlicher Technik anzureichern, einen gewissen Dämpfer bekommen hat. Auf dem Hintergrund einer Technik, bei der sich auch reif aussehende Menschen ziemlich kindisch aufführen, während der ganze Kram gar nicht richtig funktioniert, vielleicht das Vernünftigste. Sonst bleiben am Ende nur noch tote Pixel von der Demokratie übrig.

Wenn man auf einer CeBIT nicht genau weiß, was man dort sucht, kann es eben auch etwas langweilig werden. Also nicht das Gesicht bis nach Hannover ziehen, sondern mit klarem Vorhaben in diese Hallen gehen, in denen sich alle Erkältungsviren dieser Welt gegen die Besucher verschwören.

Ein weiteres Thema ist trotz seiner Hannoverferne die (Vorsicht, Zynismus) moderne Schulsportart “Amok laufen” gewesen, die zu bemerkenswerten Exzessen im Journalismus und zu merkbefreiten politischen Forderungen führt. Dass sich ein derartiger Mordlauf aber durch das Verbot von Spielen verhindern lässt, ist einfach nur eine idiotische Idee. Manch einer pfeiffert im Zusammenhang von Winnenden gar völlig auf irgendeine korrekte Argumentation und übt sich in plumper Angstmache hart an der Grenze zum Bierdunst der Stammtische. Ich glaub, ich steh im Wald!

Übrigens ist Bier manchmal eine bessere Anlage als Aktien deutscher Banken und die Renten sind sicher. Wenn man schon um ein goldenes Kalb tanzt, denn sollte man auch das richtige nehmen. Wer sich dabei auf Experten verlässt, der ist verlassen.

Nicht nur für goldene Kälber sind die Zeiten schlecht, auch für Drahtesel in Hannover. Und nicht nur in Hinblick auf die von Image-Werbern vielgelobte Fahrradfreundlichkeit Hannovers ist der rote Faden verloren gegangen. Wenigstens werden an einem Tag im Jahr kostenlose Umarmungen angeboten, was ein gewisser Trost sein kann. Schade, dass ich nicht in der Stadt war, ich hätte sofort mitgemacht. Das finde ich denn doch wesentlich angenehmer als die siebzigjährigen zahnlosen Nutten im Columbus;-)

Post des Monats

Die Differenz zwischen dem, was jemand schreibt, und den Suchbegriffen, die dann von Google zum Geschriebenen führen, sie ist immer wieder erschütternd;-)

Wie immer ist dieser Rückblick völlig subjektiv, die hergestellten Zusammenhänge dementsprechend willkürlich und das alles kann beliebig zerrissen werden…

Rückblick Dezember 2008

Der Dezember steht ja im Rufe, ein besonders “klickschwacher” Monat zu sein. Kein Wunder: Man ist überall viel zu beschäftigt mit den typischen Festen zum Jahresende, um mal ein paar eher vergnügliche und private Blicke in das Internet zu tun. Vor allem, wenn man so sehr mit den Festtagen und der Häufung der Weihnachtsfeiern beschäftigt ist…

Na, nun befindet sich das ziemlich durchwachsene Jahr 2008 in den letzten Zügen, und ich schreibe meinen kleinen Rückblick auf den Monat Dezember schon, bevor uns allen die Neujahrsansprache den letzten Rest guter Laune verdirbt. Was soll man auch sonst am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einer Außentemperatur von minus einem Grad tun. (Ist diese kleine Anzeige des Wetterberichts vom Flughafen Hannover unterhalb der Navigation auf der linken Seite nicht wunderbar sinnlos. Dass es kalt ist, stellt man auch ohne diese genaue Information fest, und dass die durchbrochene Bewölkung in einer Höhe von 671 Metern hängt, ist von erfreulicher Irrelevanz für das eigene Leben.)

Neues

Auch im Dezember sind wieder neue Blogs dazugekommen.

An die Leine gelegt ist nach eigener tagline das Blog eines Westfalen aus Köln in Hannover. Das ist ein ziemlich harter Wechsel, und beim Erlebnis des hannöverschen Nahverkehrsbetriebes verfällt man aus dieser Sicht in eine doch hier eher unübliche Mundart. Stimmt, die KVB habe ich auch mal kennengelernt, das ist in der Tat ein ziemlicher Driss, was die sich in Köln herausnehmen. Nichtsdestotrotz, wat de üstra hier deit, dat is ook `n Schiet, ik sachs dir!

Gar nicht auszudenken, wie die Zukunft des “Nahverkehrs” bei der doch immer auch ein wenig modernitätsbesoffenen üstra aussehen könnte:


YouTube-Direktlink

Etwas völlig anderes gibt uns Zerfall D., ein Musiker und DJ, der vor allem bei den dunkler tragenden Menschen eine gewisse Bekanntheit hat. In seinem MySpace-Blog gibt es Empfehlungen für ein filmisches Genre, das eigentlich schon lange tot ist — und selbst das passt in dieses Genre: Der oft blutige, effektheischende, unlogische Trash-Film, der nicht jedermanns Geschmack ist, aber von manchem umso begeisterter genossen wird. Die kurzen Rezensionen können schon eine Hilfe bei der Auswahl für einen gelungenen Trash-Abend sein, und ich bin gespannt, ob es solche Berichte auch in Zukunft jede Woche geben wird.

Leider haben die MySpace-Blogs ein Problem mit ihren RSS-Feeds. Es wird grundsätzlich nur ein gekürzter Text ausgeliefert, und zwar, ohne dass mit einem Link in den oft schmerzhaft gekürzten Texten darauf hingewiesen wird. Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass das bloggende Hannover nur ein dürftiger Ersatz für die richtigen Blogs ist. Also: Ruhig mal einen Klick wagen, in den Blogs spielt die Musik, nicht hier. ;-)

Bloggertreffen

Sehr kurzfristig wurde das Bloggertreffen im Dezember angekündigt, und trotz der Nähe des großen Festes kamen doch ein paar Leutchen. Es war aber eine eher dünne Besetzung, die sich im Café Safran zusammenfand — und , gab es auch wieder kleinere Probleme mit Bestellungen und mit nicht bestellten Getränken…

Vielleicht werden Bloggertreffen ja in Zukunft an anderem Ort stattfinden.

Ereignetes

Weihnachten hat scheinbar alle anderen Ereignisse überschattet. Man hat im Vorfeld Türchen aufgemacht; Lebensmittel zu “Tannenbäumen” umgewidmet; andere haben Nahrungsmittel gegessen, bis sie vom wenig klimaneutralen Essen voll waren; sich mit Musik und gar nicht emanzipiert wirkenden Weihnachtsfrauen ein frohes Fest gewünscht und sich ansonsten im Kreise der Familie aufgehalten.

Nur so ein Miesepeter schreibt ausgerechnet am 24. Dezember über die hilflosen Werbemaßnahmen im Umfeld des Umbaues einer Architekturruine der Siebziger Jahre, damit auch nicht so viel festliche Stimmung aufkommt. Der hat wohl keine Familie! Stimmt, hat er nicht. Und Weihnachten feiert er auch nicht. Wenn schon Außenseiter, denn auch richtig. Am besten, man lässt ihn einfach in Ruhe, damit dieser lunatic seinen Mond für sich allein hat… ;-)

Vielleicht hat er einfach schon wegen der “geschenkten” 300 Euro zu Weihnachten die Schnauze voll gehabt.

Ach ja, es gab auch noch ein Attentat auf den amtierenden Präsidenten der USA, aber der völlig verblendete Attentäter hat in der Al-Quida-Schule nicht aufgepasst und kennt nicht den Unterschied zwischen einem Schuh und einer Handgranate. Wer weiß, was der vorher als Sprengstoffgürtel probiert hat.

Gezähltes

ZEHN ;-)

Gepresstes

Für jene, die mit WordPress bloggen, gab es eine völlig neue Version — zumindest sah diese völlig neue Version völlig neu aus, wenn man sie benutzte. Im Kern ist doch vieles gleich geblieben, aber die gesamte Benutzerführung sieht jetzt anders, vielleicht sogar ein bisschen konsistenter aus. Weh dem, der etwas betagtere Rechner zum Arbeiten verwendet und nach jedem Klick fröhliche Fehlermeldungen wegklicken darf, weil die… Moment…

*tippeltippeltippel*

find . -name "*.js" | xargs cat | wc -l

27440 Zeilen JavaScript, die darin verbastelt wurden, doch eine Herausforderung für jeden Browser sind. So etwas kommt eben raus, wenn man eine Anwendung in den Browser bringen will; selbst ein einfaches Blog kommt da schnell mit einem Wust von Code daher, der einfach nicht mehr schön ist. Aber auch das regelmäßige Umstellen der Benutzerschnittstelle löst nicht nur Begeisterung aus.

Übrigens ist das bloggende Hannover in seinem Kern auch ein WordPress-Blog, verwendet aber bewusst eine viel ältere Version, weil etliches am hier verwendeten Code gepfuscht wurde. Diese ältere Version hat aber den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch auf älteren Rechnern noch gut zu bedienen ist.

Gewünschtes

Allen Bloggenden und Lesern wünsche ich einen angenehmen, ausgelassenen und katerfreien Kalenderwechsel. Die Jahreszahlen ändern sich ja von allein, ob sich aber auch etwas im Leben ändert, ist hingegen eine ganz andere Sache. Manchmal kann es helfen, angstfrei zu handeln, und manchmal ist selbst das nicht mehr möglich. Wer alles passiv über sich ergehen lässt, darf sich aber über den fortschreitenden Verlust von Möglichkeiten nicht wundern.

Früher hat man zum Jahreswechsel Lärm gemacht, um die bösen Geister zu vertreiben — und heute wird der Lärm eher gemacht, um den Geist zu vertreiben.

Lasst euch nicht entgeistern!

Wie immer ist dieser Rückblick eine völlig subjektive Ansammlung meine Einblicke, die beliebig zerpflückt werden kann. Im Dezember sind nicht nur die lichtvollen Momente des Tages knapp…