Wetter

Monatsrückblick September 2011

Was ist denn da draußen los. Während der Sommer (bis auf diese zwei Tage…) aus kaum geklärten Gründen ein schlechter Herbst war, ist der beginnende Herbst zurzeit ein ganz brauchbarer Sommer — mit fünfundzwanzig Grad im Schatten und überraschend praller Sonne. Was denkt diese gelbe Sau da oben am Himmel sich nur? Aber wehe, man hat des arschkalten Abends kein flauschiges Vlies zu schützen den kaum gekleideten Körper vorm herbstlichen Hauch.

Oh, das deutsche Wort Vlies schreibt sich ja werbeneudeutsch “Fleece”, und der Stabreim ist noch ärger outdated. Und ob man krank wird, das ist inzwischen eine Sache der Einstellung geworden. Na, dann mal zum Aktuelleren aus der langweiligen und dialektfreien Stadt, die wenigstens in ihrer Lautstärke vorwärts nach Taub eilt…

Ereignetes

Aktueller ist zum Beispiel, dass Leute mit Blogkommentaren, die sich mehr an Maschinen als an Menschen richten, in Google nach oben kommen wollen. SEO nennt man diese Form der Spam, und zuweilen gibt es sogar lustige Wettbewerbe, bei denen sich preiswerte Azubis besonders beflissen zeigen. Als ob die Seuche der sinnlosen Kommentare nicht schnlimm genug wäre, kommen auch immer wieder lustige Mails. Tja, “Arschloch” ist ein hartes Wort, aber leider manchmal auch ein passendes. Spam ist nun einmal die Tätigkeit von Arschlöchern. Und oft auch von unfreiwilligen Dadaisten. Wenn man die ganzen Überreste der Spammertätigkeit jeden Tag in der Kloake des Spamfilters dümpeln sieht, mag man nur noch eines sagen: Hier stinkt es gewalttätig!

Das Oktoberfest ist im September. Weihnachten auch. Und dabei haben wir Halloween noch vor uns. Die Zombies haben sich nicht um den Termin gekümmert.

Ach, apropos Zombies, da denke ich gerade an Architekten. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie weithin das Sprengel-Museum am Nordufer des Maschsees bekannt ist. Sicher, der Bau ist nicht wirklich hübsch, aber er vermittelt doch mit seinem künstlichen Hügel am See den Eindruck einer Insel, auf die man gehen kann, wenn man nicht mehr im sonstigen Treiben herumdümpeln möchte; die Einladung eines Ruheraumes, in dem erfahren werden kann, was sonst keinen Raum mehr hat. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Treppe auch eine gute Sitzgelegenheit im Sommer abgibt. Wenn ich Bilder solcher Beglückungsideen sehe, dann rotiert vor meinem inneren Auge Kurt Schwitters in seinem Grab auf dem Friedhof Engesohde. Unterdessen wird auch der Kröpcke aufgewertet und das endet hoffentlich nicht wie in der brutalistischen Betonburg zwischen Ihme und Blumenauer Straße.

Natürlich gab es auch mal wieder Kommunalwahlen. Nicht, dass ich zum Freund der CDU geworden wäre, aber angesichts der überwiegend saudummen Wahlplakate, die ich nicht einmal mehr fotografisch dokumentieren wollte, hat die CDU mit ihrer Kampagne Verantwortung für… eindeutig den Preis für die letzten Reste einer Kommunikation des politischen Gestaltungswillens erhalten. Andere wollen eher anderes kommunizieren, um ihren Markenkern vor die Augen zu stellen. Das kann die CDU allerdings auch. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung da so… ähm… beklagenswert wird, wenn man subjektiv bei der Wahl keine rechte Auswahl hat — so sehr, dass es schon erwähnenswert wird, wenn jemand von seinem Wahlrecht noch Gebrauch macht.

Das Wählen geht wenigstens (noch) anonym. Facebook — von mir gern liebevoll “das Fratzenbuch” genannt, geht nicht anonym. Da wird man gesperrt und aufgefordert das Konto zu löschen, kann es aber nicht löschen, weil man gesperrt ist. Generell hat es “das Fratzenbuch” nicht so mit der Durchschaubarkeit (diese Schwäche ist übrigens zwei Wochen nach Veröffentlichung des verlinkten Postings behoben). Das gefällt doch. Und diese ganzen Gerüchte zur Datensammelwut des “Fratzenbuches” sind einfach nur unwahr. Ansonsten gibt es nette E-Mails.

Ich verstehe den Wahnsinn “Fratzenbuch” eh nicht mehr. Meine Diaspora-ID ist elijahu@diaspora.streusel.org, und das ist mein definitiv letzter Gang in das so genannte Web Zwo Null. Möge sich der Rest doch im skurrilen Imitat eines virtuellen Paradieses datenmäßig enteignen lassen.

Apropos Facebook: Da denke ich doch gleich an die hübschen blauen Aufkleber der Polizei, die inzwischen an vielen Stellen in Hannover sichtbar sind, die sollten eigentlich auch nicht sichtbar sein. Na, so lange man nirgends diesen Aufkleber sieht, ist ja alles in Ordnung. Nicht. Aber wenigstens tut es nicht körperlich weh und macht auch nicht blind. Außer vielleicht für das verdammte Menschenrecht, sich einigermaßen unbeobachtet von irgendwelchen zwingenden Blicken abstrakter Überwacher durch die Welt bewegen zu dürfen.

Filme

Bücher

Der Stapelabbau ist bei den Büchern zuweilen schwierig, aber sollte man deshalb gleich sein Wischibunti-Pad aus dem Fenster werfen. Weil Bücher — sogar eines von Ex-Bumskanzler Gerhard Schröder — so oft eine große Hilfe sind;)

Produkt des Monats

Unbedingt kaufen! Der nächste Valentinstag (mit seinen Herzschachteln und Eisherzen) kommt bestimmt, und spätestens dann wird es Zeit für den angemessenen Wackelpudding.

Unpassender Web-2.0-Button des Monats

Love

Natürlich ist meine Auswahl wie immer völlig subjektiv und kann und sollte in allen Punkten beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Monatsrückblick August 2011

Oh, jetzt hätte ich fast schon August 2012 geschrieben, so geradezu apokalyptisch gesäßkalt mit seiner raren Sonne wirkt dieser so genannte Sommer auf mich. Der hat ja für eine ganz neue Schuhmode gesorgt. Da hilft auch kein Infrarotthermometer, um wenigstens die verbliebenen warmen Stellen in erfreuliche Zahlen zu verwandeln. Nur Flora zeigt, dass es nicht Herbst ist. Oder um es anders zu sagen:

fruehling, sommer, seufz, argh. #fb

Kurz: Der Augst… oh, jetzt frieren mir schon die Fingerchen ein, und die festgefrorene Mechanik meiner Gelenke verkürzt die Monatsnamen, so dass ich ein Neudeutsch produziere, das fast so schlimm ist wie die Verkürzelung von lat. “Augustus” zu franz. “août”, ich meinte natürlich… August, ja dieser August hält, was der Juni versprochen hat.

Manche freuen sich bei diesem Gruselwetter schon auf Halloween. Es sind übrigens nur noch 116 Tage bis Weihnachten, denkt schon mal an den Einkauf!

Gestern rauschte eine Meldung der Tagesschau an mir vorbei, dass dieser Sommer…

ARD-Tagesschau: Dieser Sommer war zu warm

…sogar überdurchschnittlich warm gewesen sein soll. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in der Berechnung des Durchschnittwertes die letzten Eiszeiten mit eingeflossen sind. Aber ich will in der Stadt der hübschen, freundlich aussehenden Menschen mal keinen Trübsinn verbreiten und mache einfach weiter.

Ereignetes

Schwupp und schon stehen sie am rande ihrer existenzen und glauben das ist chic… ja, im virtuellen Randbereich seiner eigenen Existenz kann man vieles finden, das “chic” oder neudeutsch “cute” ist, sich aber bei näherer Betrachtung nicht so wirklich schickt. Die vielen bunten Klickteile zum Beispiel. Oder dekorierte Fenster. Wie einig sich doch der althergebrachte und der moderne Kitsch in ihrer unterkühlten Geschmacklosigkeit sind. Am besten: Nichts wie raus! Dann kann es nur noch aufwärts gehen

Neben Facebook haben internetaffine Menschen ohne technisches Verständnis jetzt ein weiteres Spielzeug, um ihre Kontakte zu pflegen und einem großen, werbevermarktenden Unternehmen eine ordentliche Datensammlung in die Datenbank zu schaufeln: Google Plus. Oder sollte ich Google+ schreiben? Einen Namen auf einem Additionszeichen zu beenden, ist keine so geschickte Entscheidung, denn die richtige Schreibung wirkt in jedem Text wie ein Fremdkörper. Der technokratisch durchgesetzte Zwang zum Realnamen wirkt hingegen im Internet wie ein Fremdkörper, denn dort ist die Anonymität immanent. Und nein, angesichts der Sammelwut dieser Unternehmen einen falschen Namen zu nehmen, ist sinnlos. Manche benutzen ja sogar breit beworbene Browser von Google. Vernünftigere Menschen nehmen den wirklich nicht schlechten Browser lieber ohne die obskuren Google-Beglückungsideen. Aber für letzteres macht ja niemand Werbung. Und ja, Werbung wirkt. Leider. Und es gibt kein Entkommen

Apropos kein Entkommen: Die Fußball-Bundesliga hat auch wieder angefangen. Aber es sind ja auch Leute hier, die dem Ballgetrete gar nicht entkommen wollen;)

Hannoveraner übrigens, sie sind, wenn im Sommerloch die Seiten der Zeitungen auch einmal mit Vorurteilen gefüllt werden, langweilig und dialektfrei. Vorgestern erst hat mich jemand ut Greetsiel gefraacht, ob ek ook Ostfriese… so viel nur zu dialektfrei. Langweilig hingegen, das könnte stimmen… ;)

Sogar der Kommunalwahlkampf in Hannover wirkt irgendwie langweilig. Interessanterweise ist die CDU die einzige Partei, die konkrete kommunale Themen auf ihre Plakate stempelt. Andere sagen gleich, dass sie draußen bleiben müssen und vergessen, zu erwähnen, wen man eigentlich wählen soll. Von den Personenplakaten gar nicht erst zu reden, die lassen sich trefflich zusammenfassen. Aber dass die CDU in Niedersachsen eine wirklich gute Werbeagentur für ihre Wahlkämpfe einspannt, das fällt mir schon seit Jahren auf. Und Werbung ist ja das Wichtigste. So ein politisches Produkt verkauft man ja nicht mehr anders als eine Marke Klopapier — die sich kaum von den anderen Marken Klopapier unterscheidet, wenn sie nicht gerade ein Nischenprodukt für die perianale Region ist. Oder, wie ich es gestern noch jemanden sagte: Die Entpolitisierung der Gesellschaft ist zu einem großen Teil der Werbung für die politischen Parteien gedankt. Gedankt von den politischen Parteien. Ach, und was ein Politiker mal gesagt hat, dieses Geschwätz von gestern

Was wäre nur, wenn alles, woran man glaubt, nicht wahr ist? Und wenn die Raupen nur eine von Elektronenstrahl und Ablenkeinheit erzeugte Illusion wären? Wenn die Informationen aus einer Parallelwelt kämen, die ferner als der Mond ist? Wenn das Milliarden Jahre alte Wasser morgen schon verdürbe? Ja, wenn wir alle mit Sinnlosigkeiten schwanger gingen, während uns ein kalter Kaiser regiert?

Ach, es bleibt doch nur noch der Leck-mich-am-Arsch-Sonntag. Oder, wenn das zu langweilig ist, den hektischen und aufregenden Fischen zuzuschauen. Viel Spaß beim Abtauchen!

Filme

Bücher

Hinweis für September

In der Nacht vom 03. auf den 04. September 2011 wird der Fotoklinik e.V. einen Photo-Nightwalk in Hannover veranstalten. Wer Interesse hat: Bitte anmelden (ich hoffe, es geht auch jetzt noch)…

Zitat des Monats

Meine Netzwerkaktivitäten sind eingeschränkt könnte man sagen. Ich finde nicht den richtige Draht dazu. Es entwickelt sich zunehmend eine neue alte Liebe. Dieses Blog hier. Ich weiss gar nicht warum. Ich meine… es ist schön so und das streite ich auch gar nicht ab. Vielleicht ist es auch einfach nur der Strom der mir Sorgen macht. Der Durchfluss, die Geschwindigkeit in der die Informationen durch das Netz rauschen. Irgendwie flutschen die News mehr oder weniger durch.

Natürlich sind wieder alle verlinkten Texte völlig subjektiv und nach den Maßgaben meiner eigenen, verzerrten Wahrnehmung ausgewählt wurden; natürlich sind wieder alle hergestellten Verbindungen willkürlich; natürlich darf das beliebig kritisiert und gefleddert werden; natürlich bin ich wie üblich das, was ich bin und auch immer bleiben werde… nämlich euer Elias

Monatsrückblick August 2010

Ja, dieser August dauert noch ein paar Tage, aber wenn er sich so viel Mühe gibt, jetzt schon wie der beginnende Herbst zu wirken, denn darf er sich nicht wundern, dieser August, dieser! Außerdem weiß ich mal wieder nicht, ob ich in den nächsten Tagen eine vernünftige Arbeitsumgebung für den doch immer sehr netz- und zeitfordernden Rückblick habe, also haue ich heute schon in die Tasten. Wenigstens gibts beim gegenwärtigen Fehlen verdammt angenehmer Temperaturen nicht so viel Wäsche, und dem Regnen in die Leine kann man ja auch eine gewisse Faszination abgewinnen. Es beginnt eben wieder die Zeit für Regengeschichten.

Ereignetes

Der Sommer hatte seine üblichen Vergällungen und Steigerungen des Geräuschpegels, die man hier “Kultur” nennt: Beim Maschseefest konnte man sich vielerlei Dinge für das Einführen in den Mund kaufen und allerhand Musizierende und Füße betrachten. Wer in Linden blieb, konnte sich mit weniger Einführen in den Mund, dafür aber mit Zaun drumherum zum Fährmannsfest begeben — interessanterweise war ich an dem Wochenende in Linden, und wurde so häufig nach dem Weg zum Gelände gefragt, dass ich mir sicher bin, dass ein erklecklicher Anteil der Besucher gar nicht aus Linden kam. Na, da haben diese Leute wenigstens einmal bemerkt, wo in Hannover das urbane Leben stattfindet — in der Innenstadt tut es des nämlich weniger. Da ist etwas in Ansätzen vorhanden, kann aber in der Darbietung nicht überzeugen. (Herrliche Beschreibung, wenn auch nicht für die Stadt abgegeben…) Da gibt es ja nicht einmal Stichmännchen im Rotlichtviertel. Die Verpackung ist eben nicht alles.

Viele viele Möglichkeiten bietet die Stadt. Und das hat sie mit vier Pflastern gemeinsam. Ein bisschen an ein Pflaster erinnert es übrigens auch, wenn man mitteilen soll, warum man Hannover liebt, damit diese Aussagen zur Verschönerung des Ihmezentrums verwendet werden. Na, wo ein Insolvenzverwalter mitmacht, gerät so etwas schnell zur Realsatire, die am ehesten noch dem Freundeskreis Sprachpansch gefällt. (Nachtrag: Wer ein bisschen mehr sehen will, der Frontbumpersticker hats fotografisch dokumentiert.) Ach, apropos Ihmezentrum und Realsatire, da kann ich nur die Website zum Linden-Park empfehlen, die ungefähr so lange schon so daliegt, wie Carlyle das Weite gesucht hat und die 35.000 m² hinphantasiertes Einzelhandelszentrum mit Fachmärkten als Schrotthaufen zurückgelassen hat. Und dann doch wieder Sprachpansch, denn die Werber, die dieses Dingsda benamst haben, konnten mal wieder weniger Deutsch, als sie Englisch sprachen, und so kam es zum doppelt gemoppelten Ausdruck “shopping mall”. Der ist fast so gut wie “LED Display-Anzeige” oder “Eingangs Entry Point” (beide schon gelesen). Die Metrik des Eigentums wird auch durch bunte Farben und farbige Worte nicht hübscher. Schon schade, dass Beton nicht brennt.

Wenn ich etwas an Googles Street View störend finde, denn die Tatsache, dass es die Hässlichkeit der Architektur vervielfältigt, ohne dass da Hoffnung auf Verpixelung bestünde. Demnächst wird Google wohl auch Bilder vom Ihmezentrum ins Web tragen, die man dann einmal mit Bildern vor dem Umbau vergleichen kann. Unfassbar, es ist übler geworden. Und das Kröpcke-Center gibt auch gerade einen sehr malerischen Einblick in die Stadt, damit im Hannover des Nordens ticken die Menschen halt anders als im Hannover des Südens und nehmen jede Beglückungsidee ihrer Stadtplaner widerstandslos hin. Und diese Beglücker scheinen ihre Architektur-Programme billig gekauft zu haben. Ich hoffe ja, dass Hannover bald in Street View verfügbar ist, damit ich jemanden bei einer Verabredung am Kröpcke diese Bilder stecken kann und so sanft zu einem angenehmeren Platz drängen kann.

Übrigens gilt nach Meinung der Hamburger Dunkelkammer für Bilder im Internet kein Urheberrecht mehr.

Wenn schon nicht wegen Hannovers Architektur die Häuser verpixelt werden, so wird zum Trost wenigstens wegen Hannovers herrschender Klasse die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit schwarzen Balken entbuchstabt. Wer wissen will, was da geschwärzt wird, findet es leicht an anderer Stelle wieder. Ich hoffe ja sehr, dass wir in absehbarer Zeit mit der gleichen Haltung auf die Bilder in Street View schauen, während die Architektur der Stadt völlig anders geworden ist, irgendwie weniger kalt, dafür mit hübschen Ecken angereichert und so beschaffen, als ob sie zu etwas anderem diene als einem logistisch optimierten Geschäftsvorgang. Im Moment wirkt Hannover, als ob es eine Stadt wäre, die man am besten von oben betrachtet.

Foodporn

Beim letzten Bloggertreffen hatte ich mal angemerkt, dass es seit dem Verschwinden des pink diary gar keinen richtigen food porn in den hannöverschen Blogs mehr gibt. Dem Spielkind seis gedankt, das ändert sich! Ob aus Resten Nudeln mit Sommergemüse werden, ob es Sushi gibt, Schmorgurken oder auch mal fünf Kilo Kekse. Das Wasser läuft im Munde zusammen.

Gezwitschertes

Twitter erzwingt übrigens jetzt den Umstieg auf oAuth. Warum? Na, vermutlich weil Twitter ein riesiges Problem mit Spam und geownten Accounts hat. Gegen die Seuche der Twitter-Spam hilft es allerdings (noch) nicht, dafür muss jetzt jeder Blogger, der in sein selbstgehostetes WordPress das populäre Plugin Twitter Tools verbastelt hat, auf die neue Version von Twitter Tools upgraden. (Das alte Verfahren funktioniert nur noch sehr eingeschränkt.) Und die Konfiguration dieses Plugins ist ziemlich zickig. Vieleicht ist den technisch weniger versierten Menschen mit meiner “Kurzanleitung” für die Konfiguration ein bisschen geholfen. ;-)

Sechsundneunzig

Bei allem Bemühen um Ausgewogenheit, aber für Fußball bin ich wirklich das falsche Publikum. Das liegt nicht etwa am Fußball, sondern an den Leuten, die sich gewöhnlich versammeln, um gemeinsam anderen Menschen beim Fußballspielen zuzuschauen und an den seltsamen Ritualen zur Erschaffung eines durchaus lärmenden kollektiven Geistes, an dem diese einzelnen Leute dann für ein paar Stündchen ihre sonst mühsam gepflegte Kultiviertheit abgeben. Ein bisschen erinnert jede größere Gemeinschaft von Fußballfans an einen mordbrennenden Mob, auch vom Inhalt der sprachlichen Äußerungen her. Andere Sportarten haben Zuschauer, die ich viel angenehmer finde, Billard zum Beispiel — auch trägt dort in der Regel niemand an einem heißen Sommertag einen Schal. Aber seit Die Roten im Bloggenden Hannover sind, ist auch der bierbrüllende Fußball meinem Leben hinzugefügt, und ich will meinen Defaitismus mal ein bisschen zügeln, so eine Bundesligamannschaft in der Stadt ist ja doch für ein paar Menschen ein interessantes Thema. Und die Saison hat auch wieder angefangen. Wie sie angefangen hat, zeigte sich leider schon im Vorfeld an der Beta-Version der Mannschaft. Und im Pokal… ach, vergessen wirs doch lieber.

Nahverkehrtes

Man kann Mitglied bei Pro-D-Tunnel werden. Nur noch einmal explizit hier erwähnt, damit es nicht untergeht.

Gestorbenes

Christoph Schlingensief ist an seinem Krebs gestorben.

Filme

Und völlig außer jeder Konkurrenz: Brainstorming.

Interessant auch noch das Stöckchen, welche Filme aus den besten Einhundert der IMDb man denn schon gesehen hat. Dies verraten Mythopoeia, Eileen Steinbach, Phil und das Blog-Haus.

Post des Monats

Ich habe ja schon manchen komischen Kommunikationsversuch erlebt, auch in den Zeiten, in denen ich wesentlich gesellschaftskonformer lebte. Unter anderem habe ich einige Wochen lang einen Programmierer auswählen “dürfen” und hatte jeden frischen Morgen zur Begrüßung einen gebieterischen Stapel Mappen auf dem Tisch, und in jeder dieser Mappen bewarb sich jemand um einen Job, der recht hoch dotiert war. Ich hätte niemals vorher geglaubt, dass Absolventen deutscher Hochschulen so einen Bullshit in so einer mieserablen Rechtschreibung zu Papier bringen könnten (ganz offensichtlich ohne mal jemanden Korrektur lesen zu lassen) und dass sie darüber hinaus völlig unfähig zu sein scheinen, sich einfach mal zu fragen, was denn so einen Menschen mit einem Stapel Mappen auf dem Tisch besonders interessieren könnte. Um dieses kleine Geheimnis zu verraten: Das Foto ist es ebensowenig wie die Fähigkeit des Bewerbers, bei der Auswahl von Schriftschnitten und Schriftgrößen völlig emanzipiert von jeder Übersichtlichkeit oder gar Ästhetik vorzugehen. Aber eine kurze (von mir aus auch als Anlage reingelegte) Zusammenfassung, was einer kann und was einer schon gemacht hat, damit ich eine schnelle Vorsortierung machen kann, vielleicht eine kleines Anschreiben in englischer Sprache dazu (das war ein wichtiges und in der Stellenanzeige hervorgehobenes Kriterium, denn wer dort kein Englisch konnte, der war ausgeschlossener aus der Kommunikation als die beiden Leute, die kaum Deutsch konnten) — ja, so etwas hätte mir dieses Abarbeiten sehr erleichtert. Wer jemals vor der Aufgabe steht, Bewerbungen schreiben zu müssen: Denkt bitte an den armen Menschen, der irgendwo einen ganzen Stapel davon auf dem Tisch liegen hat und versucht, sich beim Marsch durch diesen Dschungel aus Papier zu motivieren! Denkt daran, dass dieser Mensch die einzelnen Mappen auseinandernimmt, um besser vergleichen zu können, und seht zu, dass auf jedem Blatt irgendwo euer Name und am besten auch eine Telefonnummer für eine kurze Rückfrage steht! Vieles Unklare lässt sich so klären, und dies vermutlich zum beiderseitigen Vorteil. Und wenn ihr eure Bewerbung als E-Mail versendet, nehmt bitte ein Dateiformat, dass jemand ohne Windows auf seinem Rechner nicht mit einem cat attachment.doc | strings | less in seiner Unix-Shell lesen muss, zumal das Dokument dabei eine oft sehr heitere Geschichte seiner früheren Änderungen erzählt! (Der Trick, den ich hier mal kurz benannt habe, funktioniert nur mit älteren Office-Versionen, aber die jetzigen Dokumente sind gezippte XML-Dateien und lassen sich ebenfalls “spanabhebend” lesen.) Ein PDF lässt sich aus jeder modernen Software heraus erzeugen. Und wenn ihr wissen wollt, wie man wirklich alles bei einer Bewerbung falsch macht, denn lest mal bei blog2.de weiter

Oder ist das nur eine Pflichtefüllung für die ARGE? Na, das sieht man.

Wie immer ist diese Auswahl völlig subjetiv und die Links und Verbindungen sind völlig willkürlich nach den Maßstäben meiner manchmal vielleicht pathologischen Heiterkeit gesetzt. Es darf, soll, muss zerrissen werden. Euer Elias

Monatsrückblick Mai 2010

Ja, der Mai hat noch ein paar Tage, aber das Wetter ist dermaßen doof und sonnenlos und kalt, dass nicht einmal mehr die Amseln richtig schwarz werden und man sich schon das Ende des Wonnemonats wünscht. Deshalb setze ich mal hin und verfasse wie üblich einen Rückblick, indem ich schneller schreibe als denke.

Zum Glück haben sich die Kastanien nicht an der Kälte gestört, und für die Enten ist auch gesorgt. Bunt ist es sowieso.

Bloggendes Hannover

Ja, das Bloggende Hannover ging lange in mir damit schwanger und hat jetzt ein Redesign geboren. Übrigens ist hier jetzt auch ein Forum integriert, bei dem ich auch gespannt bin, ob es wohl angenommen wird. Vielleicht hilft es ja in Zukunft ein bisschen, dass man sich neben dem Lesen auch austauscht. Ach, ihr twittert schon alle… na gut, denn wars eben umsonst. Dabei war es gar nicht einfach, sondern hatte etwas von einer administrativen Strafexpedition.

Blogleichen

Bei Redesign habe ich bemerkt, dass hier einige Blogleichen herumliegen. Beim blog2.de kommt schon seit einem halben Jahr nichts mehr, die Idee eines Bottelòns in Hannover ruht seit neun Monaten vor sich hin, der jüngste Artikel im Datenschutz-Journal hat ein stolzes Alter von 16 Monaten und beim Trudeltreffen hat es sich seit neun Monaten irgendwie ausgetrudelt. Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, wenn einmal ein halbes Jahr lang nichts kommt — man hat ja nicht immer etwas mitzuteilen — aber diese Leichen werden hier in der nächsten Zeit verschwinden, wenn sie keine Auferstehung erleben sollten.

Übrigens liefert die Ha.us-Frau seit über drei Monaten nur noch einen HTTP-Fehler 403 (Forbidden) aus, so dass auch dieses Blog demnächst hier verschwinden wird.

Aber wer weiß, vielleicht gibt es demnächst ein paar Wiedergänger.

Keine Blogleiche und schon gar kein Wiedergänger ist das Spielkind, das ist nur umgezogen.

Trauriges

Die Silke Arp bricht ist tot. Damit ist der letzte Ort aus Hannover verschwunden, der diesem Haufen von kalten Häusern zwischen den Mittelgebirgen und der norddeutschen Tiefebene noch etwas Liebreiz gegeben hat. Da hilft alles trotzige Summen von Lennon-Melodien nichts, dieser Tod ist das Ende. Und zwar das Ende einer einst viel greifbareren kulturellen Vielfalt des Stadtlebens. Was bleibt, ist die Einfalt und der rottende Müll, der hier Kunst zu ersetzen hat. Und der Club der total toten Dichter, der den Sozialpädagogen und Schickimickialternativen in der Faust stakkatierend in die Ohren boxt. Für die hannöversche Presse verlief dieses Sterben übrigens unbemerkt, bei der kann man das Lokale lange suchen. Ich bin als Adressat für diesen Mist schon lange nicht mehr verfügbar, für diese ganze Abschweifungsprosa als Antwort auf die Verknappung von Selbsterlebten. Was hier geblieben ist, das ist ein reichgeziertes giftblaues schneeweißes Nullie, es ist bitter, bedeutungslos, leer.

Nee, ich vermisse die kleine Silke mit ihrer in falscher Richtung verlaufenden Peristaltik.

Ereignetes

Wie immer, wurden am 1. Mai die üblichen Aufführungen mit allerlei Parolen und Plakaten gemacht. Wenn die Tradition “in” ist, denn ist sie tot. Tja, und auch Hannover 96 hatte Anfang des Monats mehr als nur einen Tag der Arbeit vor sich, aber es hat ja schließlich für den Klassenerhalt gereicht, obwohl Gott keine Tore geschossen hat. Sensationell! Ununtergehbar! Zumindest in diesem Jahr. Oder haben die einfach nur gesehen, wie Zauberei wirklich funktioniert?

Wer da weise ist, vermeidet solcherart Aufregungen und bastelt schüchterne Eulen. So lange wir leben, sind wir schließlich Künstler. Hoffentlich werden wir keine Journalisten, denn unter Recherche versteht man heute das Umformulieren von Pressemitteilungen.

In Niedersachsen wird zwar sehr variabel wappengewiehert, aber ansonsten immer noch Deutsch gesprochen, und nicht nur ein bisschen.

Übrigens finde ich, dass es viel häufiger einen autofreien Sonntag geben sollte. Darüber freuen sich nicht nur Leistungsträger mit rostiger Kette, sondern auch die vom unentwegt röhrenden Krach geplagten Ohren und die davon gestressten Synapsen zwischen ihnen. Aber es sind eben nicht die Menschen, die sich die Erde untertan gemacht haben, sondern die Autos.

Datenfeldweg

Die DeNIC legte den größtmöglichen Fail hin und schaltete mit einem klassischen DNS-Fuckup die Top-Level-Domain .de ab. Ganz schön verunglückt. Immerhin ist dabei mal allen klar geworden, dass gewisse Teile des Internet gar nicht so dezentral sind. Aber ein Gutes hat es auch gehabt, es gab zwei Stunden lang keine Spam, nicht einmal von Facebook, die inzwischen so spammig geworden sind, dass ihnen und ihren Nutzern per WordPress-Plugin die Meinung gesagt werden kann.

Nahverkehrtes

Pro-D-Tunnel ist jetzt ein Verein. Hoffentlich trägt der Einsatz für einen besseren Nahverkehr auch Früchte, obwohl Hannover dauerhaft in der Klemme ist.

Geburtstagsgefeiertes

Eigentlich wollte ich PacMan, diesen kleinen, gelben Markstückfresser, eine gelbe Geburtstagstorte “backen”, aber mein Blender war sehr unkooperativ und funktionierte wegen eines Problemes mit meiner OpenGL-Installation nicht. Nun gut, dann gibt es eben Krach für jene Pixelwesen der frühen 80er Jahre, die unsterblich sind, obwohl sie ihre Pixelleben immer wieder ausgehaucht haben. An seinem Geburtstag hat PacMan ja noch einmal richtig Appetit bekommen.

Apropos Achtziger Abtörnjahre: Eine gewisse Unsterblichkeit haben auch AC/DC. Und auch dort hat sich nicht viel getan (okay, Bon Scott ist viel zu früh gestorben), und Angus Young wird wohl auch als 75jähriger Rockopa noch in Schuluniform auftreten…

Kommendes

Irgendwann im August kommt wieder dieses Fährmannsfest, das schon lange nicht mehr das ist, was es einmal war. Wenn man mich fragt, sehr zum Schaden der Veranstaltung. Aber mich fragt ja keiner.

Viel früher kommt die FIFA-Fußball-WM 2010, die auch schon lange nicht mehr das ist… ach, ich wiederhole mich. Es ist aber auch alles ein Mist. Ein WC. Immerhin ist hier nicht jeder für Schland.

Kein Mist, sondern ein gewiss fröhliches, vom Austausch geprägtes Ereignis wird das Bloggertreffen am 13. Juni im MisterQ am Raschplatz — auch aus dem Umland eine Reise wert. Vorfreude kommt auf.

Ach ja: Der Grand Prix d’Eurovision de la Chanson — ach Mist, selbst das ist heute englisch, also der “Eurovision Song Contest” — kommt ja auch bald. Mit Lena. Aus Hannover.

Künstlerisches

Kunst ist Zusammenarbeit zwischen Gott und dem Künstler, und je weniger der Künstler dabei tut, desto besser.

André Gide (1869-1951)

Auch, wenn Kunst droht, zu einer Sondersparte zu geraten, die nur einer Minderheit ohne Angstbarriere zugänglich ist, kann ich nur empfehlen, spätestens zum kommenden Wochenende einmal im KUBUS bei der Ausstellung “Elementarkräfte” vorbeizuschauen. Die Ankündigung verspricht art brut in ihrer feinsten, erschütterndsten Form. Schade eigenlich, dass ich es nicht mehr schaffen werde.

Filme

Und etwas außer der Reihe: Das Spielkind ♡ Soundtracks, und auch Phil hat die besten Soundtracks benannt.

Post des Monats

Respekt vor Katzen ist der Anfang jeglichen Sinnes für Ästhetik. Jaou!

Rückblick Februar 2010

Hannover heißt Hochdeutsch…

Alle Menschen tragen ein Sortiment von Wörtern mit sich herum, das sie zur Rechtsfertigung ihrer Handlungen, Überzeugungen und ihres Lebens einsetzen. [...] Es ist ‘abschließend’ insofern, als dem Nutzer keine Zuflucht zu nicht-zirkulären Argumenten mehr bleibt, wenn der Wert seiner Wörter angezweifelt wird. Über diese Wörter hinaus kann er mit Sprache nicht kommen; jenseits davon kann er sich nur in hilflose Passivität oder in Gewalt retten.

Hui, ist schon wieder Monatsende? Klar, es ist Februar. Und der ist nun einmal ein bisschen kürzer, weil die Alten ihr Jahr landwirtschaftlich logisch im März begonnen haben. Deshalb heißt der “Dezember” ja auch “Der Zehnte”. Der Februar hat denn eben das an Tagen abbekommen, was vom Jahr noch übrig blieb, und manchmal auch einen Tag mehr. Aber das nicht in diesem Jahr, denn es ist nicht durch vier teilbar. Oh, wie unlogisch doch dieser Kalender ist, an den wir uns gewöhnen mussten…

Brrr!

Wenn der Februar, ja, der ganze Winter ein Thema hatte, denn war es das Wetter. Global betrachtet, soll es ja ein ungewöhnlich milder Winter gewesen sein, aber davon kam hier nicht so viel an. Stattdessen gab es reichlich Winterimpressionen und man wartete darauf, dass endlich die zwitschernden Vögel kommen und uns nicht mit Vogelsurrogaten weiterfrieren ließen. Wer will denn da noch nach Sibirien? Nee, denn lieber etwas Wärme, die draußen leider noch fehlt, und mit allerlei leckerem Junkfood und ordentlicher Atzung zuhause einschließen. Und auch die Currywurst ist nicht zu verachten, wenn es nicht gerade die Berliner Dampfwurst in Currysauce ist.

Und wenn der Sinn nicht nach Fressgelagen steht — das ist ja nichts für den fitten Blogger — ist auch mal wieder die Zeit, mit den Optionen des Compilers zu experimentieren und sich manchmal über die Ergebnisse zu wundern. Oder man kann ein bisschen mit neuen Fraktalformeln experimentieren und sich manchmal über die Ergebnisse wundern.

Man könnte eigentlich auch einen neuen Lebensabschnittsgefährten kennenlernen, um sich daran zu wärmen. Natürlich mit etwas ganz aussergewoehnliches hinzustrecken, reichlich Erlebniss an der Lust

Wenn man den Februar wie die Alten als den letzten Monat des alten Jahres betrachtet, muss man feststellen, dass sich das Jahr noch einmal zünftig verabschiedet. Der angekündigte Sturm kommt nämlich gerade in diesem Moment auf, und der Flughafen Langenhagen, von dem ich die Wetterdaten für diese Site abgreife, meldet gerade turbulente Winde mit bis zu 76 Stundenkilometer. Ein Freund aus NRW hat mir gerade gemeldet, dass dort die Hölle an Wind tobt, und so langsam scheints ja doch hier anzukommen. Wenn ihr mich fragt: Ich habe den Kanal vom Sauwetter voll! Es wird Zeit, dass es wärmer wird. Auch, damit endlich die ganzen Winterschäden behoben werden können.

Winterdienst

Ein Thema ist übrigens typisch für den hannöverschen Winter. Wenn der Winter mit dem dazu passenden Wetter in die Stadt mit dem gewissen Nichts kommt, denn gibt es regelmäßig eine ganz besondere Art, wie hier die Straßen gestreut werden. Nämlich so gut wie gar nicht. Wer Fußgänger oder — wie ich — Radfahrer ist, erlebt den hannöverschen Winter als Angriff auf alle 210 Knochen, und wer sich als Autofahrer durch die Nebenstraßen quälen muss, hat auch keinen Spaß, vom erhöhten Parkdruck in den Schneehaufen am Straßenrand ganz zu schweigen. Während man in Linden polizeilicherseits und EU-gefördert die Frage aufwirft, was Stadtplanung für die Sicherheit der Bürger tun kann (als ob das in Linden nicht ziemlich gleichgültig wäre), ist der Stadt Hannover die körperliche Unversehrtheit der Menschen in Hannover einfach nur scheißegal — sollen sie doch zusehen, wie sie auf den zentimeterdicken Eispanzern vorankommen. Ein wunderschönes Beispiel der grünideologischen Liebe zum Alleebaum: Die Knochen müssen brechen, damit die Bäume leben können, egal was das für Folgen hat. Die korrekte grüne Antwort darauf sind die Hass-Avocardos. Man möchte einfach seinen Gefühlen freien Lauf lassen.

Kein Wunder, dass ver.di in Hannover lieber den Nahverkehr bestreikt. Denn beim Winterdienst wäre es niemanden aufgefallen. Aber ob das VEB Transportkombinat Hannover (formerly known as üstra) bei winterlichem Wetter streikt oder nicht, das ist auch nicht so ein großer Unterschied.

Filme

Und etwas außer der Reihe evelyn lee. Übrigens wird sich wohl so mancher darüber freuen, dass die Kinos am Raschplatz wieder eröffnen — vorausgesetzt, dort laufen auch weiterhin die Filme, mit denen man sogar mich manchmal in ein Kino treiben könnte… ;-)

Hey, sogar die olle Bhaggi daneben ist wieder da! Ob man da immer noch von leicht verständlichen Rhythmen gequält wird, vom Schlager bis zum House (oft auch Scheißhouse, bis hin zum Donnerbalken)?

Ar(s)chitektur

Und weiterhin werden Pläne gemacht, wie sich Hannover noch… ähm… ach, mir fällt gerade kein Wort ein. Am Raschplatz, sowieso ein etwas stiefmütterlich behandelter Teil der hannöverschen Innenstadt, fühlt sich das Bredero-Hochhaus offenbar einsam und benötigt Gesellschaft. Die Außerirdischen reichen dafür noch nicht hin. Und der Niedersächsische Landtag muss auch neu werden, so von wegen der Transparenz. Von Wärme ist nicht die Rede. Na ja, beim Sprengel-Museum kann eigentlich nichts mehr schiefgehen… oh, das habe ich zu laut gedacht!

Big and Sick Brother

Seltsam, dass es so große Bedenken gegen Googles Streetview gibt, wenn doch gleichzeitig die Totalüberwachung der Menschen längst Realität ist.

Beschiss des Monats

Das bei Twitterern so beliebte TwitPic nimmt es locker in Kauf, dass seine Anwender mit höchst unseriösen und bewusst irreführenden Angeboten zur Preisgabe persönlicher Daten gedrängt werden. Wenn ich so einen Foto-Dienst für Twitter bräuchte, denn würde ich mir jetzt einen anderen suchen.

Ach, apropos Twitter: Bitte nicht phishen lassen!

Ausblick

Vor uns liegt natürlich die CeBIT 2010 mit dem üblichen Bullshit, aber davon bekomme ich nichts mit. Aber vielleicht gehen ja die anderen zum CeBIT-Bloggertreffen. Und von der Oscar-Verleihung werde ich auch nichts mitbekommen, was aber niemanden davon abhalten sollte, bei dem kleinen Gewinnspiel mitzumachen.

Wie immer habe ich das hier völlig subjektiv zusammengeschrieben und es ist sehr einseitig. Die Verlinkungen spiegeln meine unkontrollierten Launen wider und sind nicht unbedingt konsistent oder gar logisch. Alles darf beliebig zerfleddert werden… Euer Elias

Rückblick Mai 2009

Der kalte Winter scheint vergessen, auch der Mai geht zum Ende und macht dem Juni Platz. Selbst die Wolken schmelzen dahin und rufen zum Trudeln in den Biergarten. Bei 17 Grad Temperatur und 1027 Hektopascal Luftdruck ziehe ich es mit meinem gegenwärtigen Kopfschmerz vor, nicht unter der durchbrochenen Bewölkung in einer Höhe von 1829 Metern in einem Biergarten zu sitzen, sondern in einem abgedunkelten Raum, in dem ich ein gutes Internet zur Verfügung habe — damit auch der Mai seinen kleinen Rückblick im bloggenden Hannover bekommt. Sind die Angaben in diesem kleinen Wetter-Widget nicht vollkommen überflüssig, wenn man doch einfach nach draußen gehen kann? Und bei allem Hauch des Sommers nicht vergessen, es sind nur noch 209 Tage bis zum 25. Dezember! Das heißt aber nicht, dass Marzipankartoffeln zu Ostern nicht schmeckten. Na denn: Frohe Weihnachten!

Wer so ein Widget übrigens in sein WordPress-Blog verbasteln will, der bediene sich beim Weather Icon. Leider wird dieses Plugin nicht mehr weiterentwickelt und ich habe auch noch nicht die Muße gefunden, die kleineren Rauheiten und Fehler dieses Codeschnippsels zu beheben. Die Grundfunktion läuft jedenfalls erfreulich gut…

Deprimierendes

Ich habe es gerade in meinem Tagebuch — natürlich einem aus Papier — gefunden: Heute vor drei Jahren, am 30. Mai 2006 machte ich mir das erste Mal Gedanken über das Design meines alten Blogs “Lumières dans la nuit” und notierte meine Ideen zum Farbschema, zur grundsätzlichen Gestaltung, zum Namen und zur inhaltlichen Ausrichtung. Niemals hätte ich geglaubt, dass ein derartiges Projekt mehr als eine Handvoll Leser am Tag anzieht, aber es kam alles anders, zwischenzeitlich schien ich sogar in den so genannten “Blogcharts” auf. Letzteres hatte vor allem eines zur Folge: Eine Flut von Spam. Na ja, irgendwann bloggte ich sogar über Spam, um dem täglichen Wahnsinn wenigstens ein bisschen Genuss abzutrotzen. Das “bloggende Hannover” entstand schließlich als ein weiteres, kleines Nebenprojekt dieses Blogs. Leider wurde ich für mein bisschen marginalisiertes Bloggen so sehr angefeindet — es ging von juristisch verstärkten Drohgebährden bis hin zu verteilten DoS-Attacken gegen den Server — dass ich es schließlich einstellen musste. Und das finde ich deprimierend. Die politische Schönheit hat es eben zurzeit sehr schwer, und wer weiß schon, welche Ausmaße der allgemeine Lochfraß noch annehmen wird.

Von wegen “rechtsfreier Raum Internet“! So richtig rechtsfrei fühlt man sich ganz woanders.

Neues

Um nicht ganz so deprimiert zu sein, habe ich mich dazu durchgerungen, ein anderes eher etwas altes Projekt von mir in das “bloggende Hannover” aufzunehmen, die Fraktalen Welten. Hier gibt es beinahe nie einen Text, sondern nur einfache Computergrafiken, so genannte Fraktale (und vergleichbare Grafiken). Dies sind Grafiken, die durch die fortgesetzte Iteration oft sehr einfacher Formeln und einer darauf basierenden Einfärbung der Gaußschen Ebene der komplexen Zahlen entstehen. Klingt beeindruckend, ist aber in der Praxis recht einfach und macht zumindest mir immer wieder eine große Freude. An den Veröffentlichungszahlen im Archiv kann man allerdings sehen, dass ich nicht immer für “Nachschub” sorgen kann…

Wer allerdings den kruden Appeal der Achtziger und Neunziger Jahre nicht mag und eher aufwändige Renderings wie die Verwandlung der Erde…

Der Erdkaktus

…in einen stachelbewehrten Kaktus schätzt, der wird dort zu kurz kommen.

Ereignetes

Der Mai begann nicht mit einer Demonstration der braunen Massen, wie lange zu befürchten war. Jedenfalls nicht in unserem Hannover, und nach Conneticut werden sie bestimmt nicht gereist sein. Das heißt aber nicht, dass man nicht anderen Formen der Gehirnwäsche begegnen könnte, zur Abwechslung einmal “in fromm” verpackt.

Immerhin, die Maßnahmen zur Resozialiserung straffälliger Menschen zeigen erste Erfolge. :lol:

Da hören wir denn doch lieber Musik fürs Herz. Wer an der Strecke lebte, konnte sich dabei ja mit verstöpselten Ohren anschauen, wie Leute sinnlos durch die Straßen laufen und dabei darüber nachsinnen, wie leicht sich das Wort “Freiheit” doch so umdefinieren lässt, dass man es mit einem Gefängnis verwechselt. Das ist ja auch durchaus ein wichtiges Thema der Zeit, auch und gerade im gegenwärtig bedrohten Internet, dessen Nutzer sich des Artikels 17 GG besinnen.

Ach ja, wo man zensiert und verschwinden lässt, da will man auch anderes verbieten, wenn auch das angestrebte Gotcha-Verbot inzwischen den Weg aller wirrer Hektik der Wahlkämpfer gegangen ist und für die nächste Welle der medial gesteuerten Empörung beiseite gelegt wurde. Eigentlich schade, denn ein Verbot von Erbsenpistolen, Krimis und Kruzifixen wäre doch die logische Folge gewesen. Computerspiele sowieso. Und satanisch anmutende Tachometer gleich hinterher. Und jeder, der sich gegen diese ausgewogenen und sinnvollen Maßnahmen sperrt, löst bei den geliebten, verantwortungsvollen Regierenden nur Betroffenheit aus. Und Terroristen sind sowieso alle. Und nach Meinung von Pornoproduzenten jugendfrei sowieso nicht. Was wir hier gerade erleben, macht den Eindruck einer experimentellen Geschichtsforschung.

Ach ja, denn war da noch etwas, was mich an mich selbst zweifeln ließ. Da loggte ich mich bei Twitter ein, und las dort immer nur #esc. Ich deutete diese Abkürzung als “Escape” und fragte mich eine halbe Stunde lang, wovor die Leute eigentlich fliehen wollen — bis mir plötzlich klar wurde, dass das der ehemalige “Grand Prix d’Eurovision de la Chanson” sein muss, der jetzt zum englischklingenden “European Song Contest” geworden ist — und aus der deutschen Teilnahme ist natürlich das Übliche geworden. Was Wunder, bei den Retortenprodukten der Content-Industrie, die immer dorthin geschickt werden.

Angemerktes und Statistisches

Übrigens war Konfirmationsrede einer der Suchbegriffe, die in verschiedenen Abwandlung im Mai immer wieder Besucher zum “bloggenden Hannover” geführt haben. Und jemand da draußen hat sich den “Spaß” gemacht, gleich die gesamte Website des “bloggenden Hannover” mit GNU Wget auf seinen heimischen Rechner zu holen. Als ob in Hannover nicht jeden Tag etwas Interessantes gebloggt würde…

Dem Zeitgenossen allerdings, der Google mit dem Suchbegriff “ist niedersachsen mein lieblingsland” losschickte, kann ich nur empfehlen, sich einfach mal die anderen Bundesländer anzuschauen. Cuxhaven gibt es aber nur hier, und in das Bundesland Hamburg kann man bei Ebbe zu Fuß gehen, wenn man den Weg nach Neuwerk nicht scheut, eine Uhr trägt und die Gezeiten auf dem Schirm hat. Die — weitere Suchbegriffe im Mai — “nutten hannover” und “nudisten hannover” sind jedenfalls kein so gutes Argument für die niedersächsische Landeshauptstadt, vor allem Nudisten sind hier meist nicht so interessant. Da konnte man im scheinbar so prüden München schon viel ansprechendere Nackedeis auf den Kiesbänken der Isar sehen, wenn man den Stadtkern ein bisschen durch den Englischen Garten in Richtung Bogenhausen und Oberföhring verließ. Ach, was rede ich. Ich bin hier im recht harmlosen Hannover und frage mich, wie jemand mit dem Suchbegriff “moderationsarten wikipedia” hier in diesem Aggregator landen konnte…

Post des Monats

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und kommt völlig ohne Worte aus: Rudis Locken Puff.

Wie immer ist dieser kleine Rückblick völlig subjektiv und alle hierin hergestellten Verbindungen zwischen Posts sind meine eigene Willkür. Wer mag, der darf und soll weidlich zerpflücken, was hier steht…