Wahlkampf

Monatsrückblick September 2011

Was ist denn da draußen los. Während der Sommer (bis auf diese zwei Tage…) aus kaum geklärten Gründen ein schlechter Herbst war, ist der beginnende Herbst zurzeit ein ganz brauchbarer Sommer — mit fünfundzwanzig Grad im Schatten und überraschend praller Sonne. Was denkt diese gelbe Sau da oben am Himmel sich nur? Aber wehe, man hat des arschkalten Abends kein flauschiges Vlies zu schützen den kaum gekleideten Körper vorm herbstlichen Hauch.

Oh, das deutsche Wort Vlies schreibt sich ja werbeneudeutsch “Fleece”, und der Stabreim ist noch ärger outdated. Und ob man krank wird, das ist inzwischen eine Sache der Einstellung geworden. Na, dann mal zum Aktuelleren aus der langweiligen und dialektfreien Stadt, die wenigstens in ihrer Lautstärke vorwärts nach Taub eilt…

Ereignetes

Aktueller ist zum Beispiel, dass Leute mit Blogkommentaren, die sich mehr an Maschinen als an Menschen richten, in Google nach oben kommen wollen. SEO nennt man diese Form der Spam, und zuweilen gibt es sogar lustige Wettbewerbe, bei denen sich preiswerte Azubis besonders beflissen zeigen. Als ob die Seuche der sinnlosen Kommentare nicht schnlimm genug wäre, kommen auch immer wieder lustige Mails. Tja, “Arschloch” ist ein hartes Wort, aber leider manchmal auch ein passendes. Spam ist nun einmal die Tätigkeit von Arschlöchern. Und oft auch von unfreiwilligen Dadaisten. Wenn man die ganzen Überreste der Spammertätigkeit jeden Tag in der Kloake des Spamfilters dümpeln sieht, mag man nur noch eines sagen: Hier stinkt es gewalttätig!

Das Oktoberfest ist im September. Weihnachten auch. Und dabei haben wir Halloween noch vor uns. Die Zombies haben sich nicht um den Termin gekümmert.

Ach, apropos Zombies, da denke ich gerade an Architekten. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie weithin das Sprengel-Museum am Nordufer des Maschsees bekannt ist. Sicher, der Bau ist nicht wirklich hübsch, aber er vermittelt doch mit seinem künstlichen Hügel am See den Eindruck einer Insel, auf die man gehen kann, wenn man nicht mehr im sonstigen Treiben herumdümpeln möchte; die Einladung eines Ruheraumes, in dem erfahren werden kann, was sonst keinen Raum mehr hat. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Treppe auch eine gute Sitzgelegenheit im Sommer abgibt. Wenn ich Bilder solcher Beglückungsideen sehe, dann rotiert vor meinem inneren Auge Kurt Schwitters in seinem Grab auf dem Friedhof Engesohde. Unterdessen wird auch der Kröpcke aufgewertet und das endet hoffentlich nicht wie in der brutalistischen Betonburg zwischen Ihme und Blumenauer Straße.

Natürlich gab es auch mal wieder Kommunalwahlen. Nicht, dass ich zum Freund der CDU geworden wäre, aber angesichts der überwiegend saudummen Wahlplakate, die ich nicht einmal mehr fotografisch dokumentieren wollte, hat die CDU mit ihrer Kampagne Verantwortung für… eindeutig den Preis für die letzten Reste einer Kommunikation des politischen Gestaltungswillens erhalten. Andere wollen eher anderes kommunizieren, um ihren Markenkern vor die Augen zu stellen. Das kann die CDU allerdings auch. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung da so… ähm… beklagenswert wird, wenn man subjektiv bei der Wahl keine rechte Auswahl hat — so sehr, dass es schon erwähnenswert wird, wenn jemand von seinem Wahlrecht noch Gebrauch macht.

Das Wählen geht wenigstens (noch) anonym. Facebook — von mir gern liebevoll “das Fratzenbuch” genannt, geht nicht anonym. Da wird man gesperrt und aufgefordert das Konto zu löschen, kann es aber nicht löschen, weil man gesperrt ist. Generell hat es “das Fratzenbuch” nicht so mit der Durchschaubarkeit (diese Schwäche ist übrigens zwei Wochen nach Veröffentlichung des verlinkten Postings behoben). Das gefällt doch. Und diese ganzen Gerüchte zur Datensammelwut des “Fratzenbuches” sind einfach nur unwahr. Ansonsten gibt es nette E-Mails.

Ich verstehe den Wahnsinn “Fratzenbuch” eh nicht mehr. Meine Diaspora-ID ist elijahu@diaspora.streusel.org, und das ist mein definitiv letzter Gang in das so genannte Web Zwo Null. Möge sich der Rest doch im skurrilen Imitat eines virtuellen Paradieses datenmäßig enteignen lassen.

Apropos Facebook: Da denke ich doch gleich an die hübschen blauen Aufkleber der Polizei, die inzwischen an vielen Stellen in Hannover sichtbar sind, die sollten eigentlich auch nicht sichtbar sein. Na, so lange man nirgends diesen Aufkleber sieht, ist ja alles in Ordnung. Nicht. Aber wenigstens tut es nicht körperlich weh und macht auch nicht blind. Außer vielleicht für das verdammte Menschenrecht, sich einigermaßen unbeobachtet von irgendwelchen zwingenden Blicken abstrakter Überwacher durch die Welt bewegen zu dürfen.

Filme

Bücher

Der Stapelabbau ist bei den Büchern zuweilen schwierig, aber sollte man deshalb gleich sein Wischibunti-Pad aus dem Fenster werfen. Weil Bücher — sogar eines von Ex-Bumskanzler Gerhard Schröder — so oft eine große Hilfe sind;)

Produkt des Monats

Unbedingt kaufen! Der nächste Valentinstag (mit seinen Herzschachteln und Eisherzen) kommt bestimmt, und spätestens dann wird es Zeit für den angemessenen Wackelpudding.

Unpassender Web-2.0-Button des Monats

Love

Natürlich ist meine Auswahl wie immer völlig subjektiv und kann und sollte in allen Punkten beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Kein Monatsrückblick für März

Tja, der März war ein ereignisreicher Monat. In der arabischen Welt fordern viele Menschen Bürgerrechte ein, die uns als selbstverständlich gelten, obwohl sie es nicht sind, nicht einmal hier. Die Aufständischen in Libyen werden durch Luftangriffe unterstützt, so dass man sich fragt, wie viel Erdöl eigentlich im Boden innerhalb der Staatsgrenzen liegen muss, damit es zu einer derartigen Unterstützung kommt. Es gab am 11. März eine schreckliche Katastrophe in Japan, und als ob dieses Erdbeben und der anschließende Tsunami noch nicht apokalyptisch genug gewesen wären, gab es anschießend einen schweren Unfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dieser Unfall geriet in die zynischen Mühlen des Wahlkampfes, und dank der offenen Worte eines Rainer Brüderle durften wir auch lernen, dass dieses “Moratorium” der gegenwärtigen Bundesregierung nur eine Funktion im Wahlkampf erfüllte. Das allerdings, das haben sich auch einfältigere Gemüter schon längst gedacht gehabt. Nach dem Wahlabend dürfen wir uns alle an die neue Schreibweise grün-rot für die zurzeit wahrscheinlichste Koalition in Baden-Württemberg gewöhnen, und obwohl die nachgeschröderte SPD ein… ich sags mal freundlich… nicht gerade ermutigendes Ergebnis eingefahren hat, wird wie immer am “Wählerwillen” gedeutelt, dass sich sogar die Balken in den Diagrammen zu biegen beginnen, und die SPD sieht sich allen Ernstes trotz ihrer Verluste als ein… Sieger.

Zu alledem gab es natürlich auch noch Hannover, das sich langsam aus der eisigen Faust des Winters löst, das seine Einwohner mit allerlei Keckem, Netten und Wirren beglückt, das bald eine weitere baufrische Ruine in verglaster Klötzchenform dort stehen haben wird, wo zuvor das ebenfalls wenig erbäuliche Kröpcke-Center die Augen zum Wegsehen reizte. Ja, es ist immer noch Hannover, die Stadt, in der man sich sagte: “Wo bauen wir denn mal das neue Rathaus hin? Ach, wir bauen es im Sumpf, denn das ist gutes Bauland.

Auch mir hats in diesem Monat der faszinierenden und schrecklichen Meldungen die Sprache verschlagen — zumal ich auch einen kleinen Unfall gebaut habe. Nein, keine Kernschmelzen, es ist keine Radioaktivität ausgetreten und beim Radfahren habe ich auch immer gut aufgepasst, aber die Installation dieses Servers hier hat auch ihre Tücken, bei denen man schon einmal ordentlichen Mist bauen kann. (Der Server diente ursprünglich einmal nur als Streaming-Server für ein Internet-Radio und wurde damals von mir aufgesetzt und seitdem immer wieder an wachsende Anforderungen angepasst.) Ich habe ja schon einiges in meinem Leben verhunzt, aber dass ich so übel patze, dass ich ein Vollbackup des gesamten Dateisystems zurückspielen muss, das ist mir bislang noch nie gelungen. Ich hoffe, dass ich die Aktion zeitlich so unauffällig gelegt habe, dass niemand den etwa vierstündigen Ausfall in einer Nacht bemerkt hat. Gut, dass ich ein Backup hatte.

Übrigens war gestern der Welttag des Backups. Heute ist der erste April. Ich kann nur hoffen, dass die meisten in einem Backups nicht nur einen schlechten Witz sehen, sondern eine erforderliche Vorkehrung für solche Pannen. Es ist immer wieder unfassbar, wie leicht Daten verloren gehen können…

Es war ein ungewöhnlich ereignisreicher Monat, und viele dieser Ereignisse haben sich neben dem marginalisierten persönlichen Dingen in den Blogs niedergeschlagen und es eigentlich verdient, noch einmal in die Erinnerung gerufen zu werden. Aber eine Blogschau mit Monatsrückblick, wie ich sie sonst so gern schreibe, bekomme ich im Moment nicht hin. Das liegt zum Teil auch an dem unerfreulichen Internet-Zugang, mit dem ich gerade arbeiten muss, zum anderen Teil aber daran, dass es einfach eine Riesenmenge Stoff wird.

Aber ich versprechs euch: Im Mai wird das besser!

Euer Elias

Rückblick September 2009

Der September hat doch gerade erst angefangen, dachte ich mir — aber er hat sich ja richtig schnell zum Ende geneigt. Am Wahlkampf kann dieses flutsche Verfliegen der Zeit jedenfalls nicht gelegen haben, der war eher dröge. Da geht man mal wieder am Schützenplatz vorbei, weil man um die Innenstadt lieber einen weiten Bogen macht, und was dringt an die Ohren? Der Krach des Oktoberfestes. Es war ein recht verhaltener Krach, mehr von Maschinen und Tonwiedergabegeräten als von Menschen. Es ist ja auch nicht München, sondern alles ein bisschen kleiner. Deshalb gibts auch keine Maß, sondern die hannöversche Art, dem Körper Alkohol zuzuführen. Immerhin, der Bedarf an Pissoirs ist angesichts der kleineren Gläser auch nicht so groß.

Ach, “Pissoirs”, wat seech ek da?! Kaum hat man mal einen längeren Lebensabschnitt in der nördlichsten Stadt Italiens (München) verlebt, schon erlebt man diesen Sprachprozess. Die ersten vier Wochen fühlt man sich als Norddeutscher wie ein Ausländer und wünscht sich, in den Niederlanden unter Menschen mit leicht verständlicher Zunge zu weilen. Aber man hört sich rein, gewöhnt sich daran, übernimmt irgendwann die ganzen fremden Vokabeln (und zum Glück nicht die starke Dipthongisierung der Vokale, die einem Preiß einfach nicht über die Lippen gehen will) und irgendwann auch diese ganzen Grammatikfehler. Den (falschen) Konjunktiv “bräuchte” habe ich mir dabei so verinnerlicht, dass er gar nicht mehr raus will — ich kann mich konzentrieren, wie ich will, er kommt von allein, als sei er meine Muttersprache. Dafür gilt man dort als einer, der die Tiefen des deutschen Präteritums kennt, fast schon als gebildet — dort, im Reich des Perfekts.

Ach ja, Perfekt… ich wollte ja eigentlich einen Rückblick schreiben.

Themen

Ein beherrschendes Thema war natürlich die Wahl zum Deutschen Bundestag und der Wahlkampf. Das lag nicht daran, dass es ein interessanter oder gar mitreißender Wahlkampf gewesen wäre, nein, er war eher müde und öde. Er war so müde, dass das Internet selbst zu handeln angefangen hat, damit überhaupt jemand zur Wahl geht. Die Plakate reizten jedenfalls eher zum Gähnen, zur Heiterkeit oder zur Anfertigung von Satiren, wenn sie nicht gleich realsatirisch waren. Vor allem die hübschen Fotos mit den hohlen Phrasen der CDU lösten offenbar einen unwiderstehlichen Reiz aus. Wenigstens ist Guido Westerwelle beim Original FDP geblieben und nicht beim Nachbauversuch in Form der nachgeschröderten SPD. Irgendwie fehlte es den Wahlwerbern an der Gekonntheit. Und auch die kleine Spam-Aktion der FDP konnte ebensowenig überzeugen wie die Schleichwerbung bei hannover.de.

Immerhin, der Auftritt von Angela Merkel und Ursula von der Leyen am Steintor verlief fast reibungslos.

Natürlich hat diese Stümperei nur eine Minderheit vom Wählen abgehalten, und das trotz der bösen Drohungen. Es wird ja auch fast jedem leicht möglich gemacht, sein Kreuz bei einer der Realsatiren zu schlagen — na ja, wenn er nicht gerade obdachlos ist, denn sonst ist das mit doch etwas mehr Aufwand verbunden. Bei aller “Qualitätssicherung”, etwaige Fremdkörper bleiben eben weiterhin unvermeidbar. Für 98 Prozent Wahlbeteiligung hat es aber nicht einmal näherungsweise gereicht, ganz im Gegenteil, trotz der relativ großen Bedeutung der Wahl war die Wahlbeteiligung ein weiterer Minusrekord.

Tja, und dann kam endlich der Abend des Wahltages. Und aus rot wurde schwarz. Na ja, eher wurde aus dem stark ausgeblichenen Rot der SPD das schwarz-gelbe Warnmuster einer Wespe, die sich auf einen Apfelbaum stürzt. Und unsere BR Deutschland hat jetzt für vier Jahre den Salat, den sich die Menschen darin so verdient haben; mal schauen, wie er schmeckt. Vielleicht sollte man die passende Soße dazu nehmen…

Wenigstens ist die Soße nicht braun. Auch die NPD wollte ja ein bisschen wahlkämpfen und spazierte durch die Südstadt. Ein Prozent dürfte bedeutungslos genug sein. Aber mein Glückwunsch an die eindeutigen Wahlsieger, die FDP und die Grünen — und an die Piratenpartei, die mit 2 Prozent aus dem Stand ein deutliches Zeichen gegen den weiteren Abbau der Bürgerrechte und den sich immer mehr ausbreitenden zwingenden Blick des unsichtbaren Bruders in der Wachstube setzte. Die Grünen hatten es bei ihrer ersten Bundestagswahl nicht so dicke. Aber die hatten auch bessere Konkurrenz.

Glückwünsche

Herzlichen Glückwunsch an Phil, der sich jetzt als ein Fachinformatiker Fachrichtung: Systemintegration nennen darf. Ich glaube, das sind die Leute, die unterm Schreibtisch kriechen…

Bedrohte Blogs

Jetzt, wo die Garten.Eden.Kirche verschwindet, ist ein bisschen fraglich, ob dieses Blog noch weitergeführt wird. Wir werden sehen.

Schwachsinn des Monats

Die Idee des Madsack-Verlages, den Menschen Geld dafür abzuknöpfen, dass sie eine Seite aus dem Internet an einen Bekannten mailen können, ist der Größtmögliche Anzunehmende Unfug. Wer noch nicht gerafft hat, wie man einen Link aus der Adresszeile des Browsers über die Zwischenablage in eine Mail kopiert, wie man eine Seite lokal speichert und weitermailt oder wie man ein PDF aus einer im Browser dargestellten Website macht (das geht zumindest unter Linux einfach), der bewegt sich vermutlich gar nicht im Internet. Da wird es dann auch schwierig, auch solchen netzfernen Leuten eine Zielgruppe für ein internet-basiertes Angebot zu machen. Ich wollte, ich könnte glauben, dass die Redaktion der HAZ mehr Gehirn innerhalb des Schädels hat als der Denkverweigerer, der sich diese tolle Geschäftsidee ausgedacht hat. Aber ich kann es nicht glauben.

Und Tschüss

So, ich hoffe, dass es in den nächsten vier Jahren keine weitere Bundestagswahl gibt. Da vergisst man ja völlig, dass das Leben auch noch schöne und heitere Momente anzubieten hat. Und seltsame Sinneseindrücke. Und Bahnfahrten. Und Suppe. Und Speiseeis. Und fliegendes, gammliges Gemüse. Und Dung von Polizeipferden. Und Kreuzfahrten. Und Licht aus… Was… Licht aus?

Gute Nacht!

Wie immer habe ich hier schnell und recht unsystematisch etwas zusammengeschmiert. Das darf und soll beliebig zerfleddert werden. Etliche Links sind absichtlich an den Haaren herbeigezogen. Solches Vorgehen enthüpft meiner eigenen Heiterkeit.

Rückblick Juli 2009

Was für ein schöner Sommertag! Es ist jetzt 2:00 Uhr und es hat sich auf 21 Grad Celsius “abgekühlt”. Der laue Wind aus Südost ist auch nicht erfrischend. Wenn es gerade nicht so anstrengend wäre, könnte man bei diesem schwülen Vorgeschmack auf die Hundstage so viel unternehmen. Na, zum Schreiben des kleinen Rückblickes wird es noch reichen — und zwar, bevor der Bürgerkrieg über Hannover und das Ende kommt. Oder doch zumindest der Herbst.

(Die Vorboten des Endes sind unübersehbar, die Beweise für den Weltuntergang erdrückend: Einige Blogs werden gar nicht mehr gelesen. Die Stimme Gottes an die Jugend ist verstummt. Die Entwarnung kann da nicht entwarnen.)

Themen

Wie immer: Es wurde in jeder nur erdenklichen Situation gebloggt…

Es gab ein Schützenfest, das aufgebaut werden musste. Denn musste marschiert und in üblicher Weise gefeiert werden. Wer mitmachen wollte, konnte sich im Internet vorbereiten. Auch gute Ratschläge für die Teilnahme sollten nicht ausgeschlagen werden. Und zum Glück ist es nach anderthalb Wochen wieder vorbei. Dafür kann dann gleich das Maschseefest am hitlerschen See aufgebaut werden, wo es nun aus dreißig internationalen Pfannen zum Himmel stinkt. Ach, ich bin aber auch wieder ein Miesepeter!

Der Computer ist ein ewiges Thema, wer einen hat, hat eigentlich immer etwas zu schreiben. Manchmal eher etwas unverständlich, manchmal hat der Servercluster bei Google komische Gedanken, und manchmal hat der zickige Rechner sich einfach abgeschossen, will ein bisschen neu installiert werden und die dabei auftretenden Probleme lösen sich auf unverständliche und automagische Weise. Das Ganze wird dem Anwender in unverständlicher Ausdrucksweise serviert. Nur die Inhalte einiger Übersetzungen und einiger Spams sind noch kryptischer. Da freut man sich doch, wenn auch einmal hübsche Ergebnisse entstehen. Aber alles in allem möchte man beim Anblick der gegenwärtigen und kommenden Technik eher in eine Vergangenheit zurück, in der die Zukunft noch faszinierend erschien.

Tja, wer einen Computer hat, braucht auch immer Zubehör. Zum Beispiel eine spülmaschinenfeste Tastatur. Oder auch mal Poken.

Manche Leute wollen sich auch mit einem Computer und diesem tollen Internet um einen Job bewerben. Ist nur doof, wenn offenbar viele derartige Bewerbungen so gruselgrottig sind, dass mal eine Anleitung fürs Bewerben gegeben werden muss. Das erinnert mich an die Zeiten, in denen ich jeden Tag fünf bis acht dieser Dinger zu bearbeiten hatte — und ich weiß seitdem, dass auch ein Studium der Informatik und eine längere Auslandserfahrung noch nicht dazu führt, dass jemand ein einigermaßen strukturiertes, deutsches Dokument verfassen kann. (Interessanterweise waren die englischsprachigen Bewerbungen um Klassen besser.) Wenn das die Elite ist, denn will ich den Bodensatz unseres Bildungssystemes gar nicht mehr kennenlernen. Der lässt sich wohl am liebsten selbst umwerben. Ob da wohl ein Bildungsstreik Abhilfe schaffen kann…

Manchmal möchte man am liebsten auf dem Mond sein. Aber da waren schon vier Jahrzehnte lang keine Menschen mehr.

Da geht man denn vielleicht doch besser ins Kino. Wer Harry Potter sehen will, wird ja gut bedient; und wer es doch lieber etwas metzeliger und trashiger hat, der muss wohl mit dem Fernsehsessel vorlieb nehmen.

Oder mal Zeitung lesen? Da weiß man wenigstens, was man hat. Zum Beispiel heißt die “Suchfunktion” so, weil man in den Ergebnissen lange suchen muss — sonst wäre es ja eine “Findfunktion”.

Wer die Zeitung mit diesem Ruch der Faktizität nicht mag, der mag vielleicht lieber Lyrik. Eine Aussage wie “So wie Eisen, Ihre liebevolle Gerät muss diese Summe Härten!” kann man ja nicht mehr anders bezeichnen. Und auch die reguläre Werbung kann eigentümlich lyrisch wirken. Ebenfalls trendig in der Werbung ist die Realsatire. Aber an Schwitters kommen die Werber bei allem Bemühen doch nicht heran. Immerhin: Schön zu sehen, dass Werber auch Schönes machen können — und nicht immer so komische Produkte wie ein Bier in Pink.

Ausblick

Vor uns liegt ein Wahlkampf zum Deutschen Bundestag, der gewiss auch seine Wellen in den Blogs schlagen wird. Die Piratenpartei hat schon ihren ersten Schaden weg. Schon jetzt wird über die Endlagerung von SPD-Politikern spekuliert. Und über Ministerinnen hergezogen, nicht etwa wegen ihrer desaströsen Geldverbrennung (Gesundheitskarte), sondern wegen ihres Dienstwagens. Und allerlei Umfragen sollen Stimmung machen, während sich die Armut in Deutschland ausbreitet. Manchmal ist es eben alles nur noch zum Kotzen, und das wird sich wohl auch nach der Wahl nicht ändern.

Vor der Wahl ist jedenfalls ein Bloggertreffen. Das ist doch eine gute Alternative zum Fährmannsfest, das übrigens in Fußwegentfernung stattfindet. (Dort kann man immerhin einmal ein bisschen altmodischen Bluesrock ganz ohne Radio erleben.) Das mit dem Bloggenden Hannover habe ich übrigens gern gemacht;-)

Und das mit dem Fußball und seinen “Weisheiten” geht auch bald wieder los. Dabei muss doch nur das Runde in das Eckige.

Post des Monats

Der Internet-Brief der Deutschen Post funktioniert einfach nicht.

Rückblick Juni 2009

Ist der Juni tatsächlich schon wieder fast vorbei und steht jetzt endlich die Vergällung des Sommers mit Schützenfest und Maschseefest ins Haus? Ach, ich bin aber auch ein griesgrämiger Konsumverweigerling. Gut, dass andere den leiblichen Genüssen mehr zugetan sind. Man muss ja nicht gleich die Kinder in die Saftpressetun…

Neues

Wenn ein neues Blog im Bloggenden Hannover dazukommt, handelt es sich meist um eines, das ich vorher nicht kannte. Um so größer ist meine Freude, wenn ich die Mail eines hannöverschen Bloggers sehe, der schon seit Jahren — trotz oder wegen einer gewissen Schrägheit des Bloggens — zu meiner RSS-Pflichtkost gehört. Und das ist coderwelsh / synchron. / und die Leerzeichen um die Slashes hab ich nur gemacht, weil sonst der Text wieder ganz sonderbar umgebrochen wird…

Zum Ausgleich für diese Freude gibt es allerdings noch ein Blog, das ich vorher nicht kannte, nämlich MARCELLUS. Huch, was sehe ich da? Habe ich da wirklich auf der linken Seite einen Link auf den RSS-Feed statt auf das Blog gesetzt? Warum sagt mir eigentlich keiner, dass ich einen Fehler mache. Wird gleich korrigiert… ;-)

Verhindertes Neues

Ach ja, Fehler. Die sind immer ein lustiges Thema, und manchmal ist es mit dem Mitmachen beim Bloggenden Hannover offenbar nicht so einfach, dass kein Fehler gemacht werden könnte. So etwa, wenn ich die folgende Mail aus dem Kontaktformular zum Mitmachen erhalte:

Hi,
möchte mitmachen.

Das natürlich ohne Mailadresse für eine Rückfrage und ohne eine angegebene Blogadresse. Trotz jahrelangen Trainings ist meine Fähigkeit zum Hellsehen doch noch nicht gut genug, um in einem solchen Fall irgendetwas tun zu können. Bitte einfach nochmal probieren, dann aber wenigstens mit der Blogadresse. (Und wenn ich die Chance zu einer Rückfrage haben soll, bitte auch mit einer Mailadresse.) Und alle anderen: Nicht lachen, denn das ist nicht lustig. Es sieht nur so aus.

Wahlen

Ein europäisches Parlament war zu wählen. Gut, das Thema wurde von einem anderen Thema überschattet, aber manche wollten nicht von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst, und gingen in die Dunkelkammer der Demokratie. Da gab es ganz lange Zettel mit sehr viel Auswahl, dass mancher eine Orientierungshilfe brauchte. Viele andere — ich zum Beispiel auch — wählen gar nicht mehr, da längst alles am Boden angekommen ist. Dass die Politiktreibenden den Eindruck von Bodensatz erwecken, heißt aber noch lange nicht, dass man nicht noch ein bisschen ätzende Ironie draufkippen könnte. Schließlich geht ja auch alles andere zu Boden, und ausgerechnet staatliche Hilfen sollen das verhindern.

Am Ende des Wahlspektakels das erwartete Ergebnis. Und zuweilen wird lustig in das Ergebnis hineininterpretiert, dass sich sogar die Balken in den Balkendiagrammen zu biegen beginnen. Es ist eben immer das gleiche Theater vor einer Wahl, und danach ändert sich nichts. Was hat schon einen Nachrichtenwert? Und wer braucht bei der künstlichen Aufregung zentraldämpfende Mittel? Ich bin hoffnungslos politikverdrossen. Nein: Politikerverdrossen. Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

Gut, dass es in der zweitgefährlichsten Stadt Deutschlands noch andere politische Aktivitäten gibt

WordPress 2.8

Dass WordPress 2.8 beim automatischen Update dafür sorgt, dass viele Blogs im Vorfeld der kommenden Wahlen zum Deutschen Bundestag wie gehackt aussehen und den Bach runtergehen, ist keine Verschwörung, sondern ein Fehler. Zum Glück klappte bei manchem der Update gar nicht erst.

Stoppschild

Wir haben in der Bundesrepublik jetzt eine politisch gewollte Infrastruktur zur Zensur des Internet, und zwar ohne die Spur irgendeiner Rechtsstaatlichkeit und ohne jeden Sinn. Ob man rechtzeitig Petitionen zeichnete oder einen Tag zu spät demonstrierte, spielte keine Rolle. Die Beglückungsideen einer völlig merkbefreiten Frau haben Gesetzeskraft. Neben anderen sinnfreien und verwirrenden Zeichen und sonstigen komischen Botschaften gibt es jetzt auch Stoppschilder im Internet.

Es ist übrigens bemerkenswert, dass es ausgerechnet ein Stoppschild ist. Semantisch ist das ein Fehlgriff, der aber tief in den Geist jener Menschen blicken lässt, die dieses schildbürgerliche Ungetüm der Lach- und Sachpolitik angerichtet haben. Ich bin ja als Verkehrsteilnehmer “nur” so ein anarchistischer Radfahrer, aber wenn ich ein Stoppschild sehe, verstehe ich das als ein “Halt an der Linie an, schau dich vorsichtig um und dann fahr weiter”. Genau das werden Pädophile jetzt auch tun, wenn sie ein Stoppschild im Internet sehen, wobei das vorsichtige Umschauen auch das Eintragen eines anderen Nameservers beinhaltet, und dann geht es in die gewünschte Richtung weiter. Die Verkehrszeichen für “Einfahrt verboten” oder meinethalben auch “Sackgasse” wären doch viel sinnvoller gewesen… :mrgreen:

Und niemand glaube, dass es keinen Kindesmissbrauch mehr gibt, wenn das Internet durchzensiert wird. In einer nächsten Stufe wird übrigens die Armut abgeschafft.

Sonstiges

Ach nee, bei diesen Themen wird man nur wütend. Oder trübsinnig. Letzteres führt übrigens leicht zur gefährlichen Selbstverschreibung scheinbar harmloser Naturheilmittel. Dabei gibt es so viele vorübergehende Stimmungsaufheller, etwa Image-Kampagnen der Stadt Hannover, tolle Angebote, mit denen man sich seine Katze zum Feind macht, unfreiwillig wahre Werbung, überraschende Filme, vielleicht mal ein bisschen Radio… ach nee, das machte mich denn doch wieder trübsinnig, da nicht mehr Flora zu hören. In Hannover kann man sich eben anschauen, wie sich die Dinge verändern, wenn der Blick auch nicht immer besonders weit geht. Einen anderen Blick bekommt man, wenn man mal weggeht. Natürlich kann man sich auch im Sommer schon auf Weihnachten vorbereiten. Oder sich auch vielleicht selbst eine Tasche kaufen, aber beim Bloggen darüber doch besser nicht vergessen, dass das Adjektiv zu “pink” nun einmal “pinkfarben” lautet. Ach, was bin ich doch für ein Pedant, dabei habe ich schon viel schlimmeres Deutsch gelesen.

(Aber ich kann es dennoch nicht lassen, jetzt habe ich ja damit angefangen. Bei der Bildung von Farbadjektiven flektiert werden nur die Grundfarben sowie weiß, grau, schwarz und braun sowie alle Komposita, die auf diese Farbnamen enden, es gibt also weiße, graue, schwarze, braune, rote, grüne, gelbe, blaue und sogar blassblaue, mausgraue und lindgrüne Taschen. Es gibt aber keine “lilanen”, “pinken”, “orangen”, “türkisen” oder “rosanen” Taschen. Alles weitere verrät einem der nächste Deutschlehrer — nur nicht, warum Deutsch so unlogisch ist. Ich habe so etwas schon so oft jemandem erklären müssen, der Deutsch lernt, und diese Subtilitäten bringen jeden zur Verzweiflung. Aber wenn man dann den Wahnsinn mit den Buchstaben “w”, “v” und “f” erklärt und einen Interessierten darauf hinweist, dass das “w” den Konsonantenstand vor der ersten deutschen Lautverschiebung repräsentiert, dass das üble Chaos mit den Buchstaben “v” und “f” hingegen auf wenig systematische Fehler der mittelhochdeutschen Autoren zurückgeführt werden kann, denn fängt die richtige Verzweiflung an. Oder sollte ich besser Ferzweiflung schreiben?)

Ach Regeln! Was sind die schon. Tabakwerbung ist ja auch verboten. Und so genannte “Community-Regeln” sind ebenfalls dehnbar.

Michael Jackson

Sehr überraschend kam der Tod von Michael Jackson.

Post des Monats

Dieser kleine Hinweis auf eine Satire, die so überzeugend war, dass ich sie gar nicht als Satire erkennen konnte, er war einfach nur göttlich.

Wie immer ist diese Zusammenstellung sowas von subjektiv und zerfledderbar, wie sie nur sein könnte. Frohes Fleddern!