USA

Rückblick Februar 2009

Ach ja, der Februar ging mal wieder besonders schnell vorbei. Ob das daran liegt, dass er so wenig Tage hat… ;-)

Ein frohes, neues Jahr…

Wenn man die Bezeichnungen der Monatsnamen und die ganzen, kleinen Schrägheiten in unserem grgorianischen Kalender ernst nimmt, begann das neue Jahr am 1. März. Deshalb heißen die Monate “September” (siebter), “Oktober” (achter), “November” (neunter) und “Dezember” (zehnter) so, wie sie eben heißen, und aus ebenfalls diesem Grunde hat der Februar seine Sonderstellung, wurden in diesem Monat doch die 28 “Resttage” des Sonnenjahres untergebracht — zusammen mit dem gelegentlich erforderlichen Schalttag, weil die Erde für einen Umlauf um die Sonne ungefähr einen Vierteltag mehr als 365 Tage braucht.

Es ist nur ungefähr ein Vierteltag, so dass es nicht ausreicht, alle vier Jahre einen Tag an das Jahr anzuhängen. Diese Einsicht führte zur Reform des julianischen Kalenders (von diesem General und späteren Kaiser Julius Cäsar, der in seinen Texten Wörter zusammenstellte, die niemals zusammen gehörten, Wörter auseinanderriss, die niemals hätten getrennt werden sollen und der in jedem Lateinunterricht bis heute ein Albtraum sein kann) durch Papst Gregor (der neben dieser Reform des Kalenders auch einige weit gehende liturgische Reformen durchführte). Seitdem wird nicht nur alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt, dieser fällt zudem auch alle 100 Jahre weg, wenn die Jahreszahl nicht ohne Rest durch 400 zu teilen ist. Das reicht, um für lange Zeit Probleme mit dem Kalender zu vermeiden. Es reicht aber auch, um jeden Programmierer von Kalenderanwendungen zur Weißglut zu treiben. Man hätte doch die Tage ganz einfach linear durchnummerieren können… ;-)

Aber warum der Jahresbeginn auf den Januar gelegt wurde, ist mir eher unverständlich. Der März ist viel “logischer”, beginnt hier doch der landwirtschaftliche Zyklus des Lebens mit der Aussaat — einmal ganz davon abgesehen, dass endlich die Tage spürbar länger werden. Und das kommende Osterfest kümmert sich gar nicht um den Kalender, es bleibt immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Äquinoktie (das ist die gleiche Länge des Tages und der Nacht) zum Frühlingsanfang. Was Programmierer davon halten, kann ich leider nicht mehr in besonders zahmen Worten ausdrücken und lasse es deshalb lieber ganz — sonst hält noch jemand diesen Aggregator hannöverscher Blogs für jugendgefährdend. Werber freuen sich jedenfalls über die jetzt wieder mögliche österliche Ikonografie für ihre recht einseitige Kommunikation, und Spammer kommen mit den Festen schon mal durcheinander. So einfach sich das Christentum auch installieren und bedienen lässt, ein paar Schwächen hat es dennoch als Altlasten angesammelt.

Für mich beginnt das neue Jahr jedenfalls im März, fernab von den fürchterlichen Festen am Ende des Dezembers. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht für den einen oder anderen doch etwas zu feiern gibt — Herzlichen Glückwunsch zum Dreißigsten, Mira!

Vierzig Tage vor Ostern ist übrigens Aschermittwoch, und da geht die Zeit des Karnevals vorbei. Gut so! Leider bleibt einem nach dem Ablauf des Aschermittwochs auch so einiges vom ganz normalen, zum Scherz reizenden Irrsinn erhalten. Nicht so gut! Und manchmal vergeht einem in dieser nicht mehr satirefähigen Monströsität sogar das Scherzen. Noch schlimmer. Vielleicht sollte man sich spielerischer, mit einer Anziehpuppe, an die große, ferne Politik herantasten — aber eine Voodoo-Puppe wäre vielleicht ein noch besseres Geschäft. Zumindest so lange, bis die verstehen, was dieses Internet eigentlich ist.

Bloggertreffen

Das Bloggertreffen am 8. Februar hat zu keiner großen Resonanz in den hier aggregierten Blogs geführt — und ich habe es auch nicht geschafft, mich dorthin zu bewegen, weil ich immer so einen Widerstand gegen das Betreten der allzu direkten Innenstadt verspüre. Einen noch größeren Widerstand spüre ich übrigens gegen das Betreten eines Kinos, von daher werde ich wohl beim nächsten Mal noch weniger Motivation spüren. Das sollte aber niemanden abhalten, sich dafür anzumelden. Vielleicht besorge ich mir ja doch noch ein Mittelchen gegen den innerstädtischen Stress.

Themen

Ach ja, Kino: Es gab mal wieder unter dem üblichen Theater die Verleihung der Academy Awards. Klar, dass das für Menschen, die dem Treiben der(Achtung! Gefährdetetes deutsches Wort!) Lichtschauspielhäuser etwas mehr abgewinnen können als ich zum Grund wird, eine lustige gemeinsame Nacht zu verbringen. Passend zum US-amerikanischen Ereignis wird auch die Ernährung ein bisschen ungesund. Allerdings sollte man in Zukunft verbieten, dass die Filme erst nach der Verleihung in Deutschland zu sehen sind, wie soll man sich denn sonst auf so eine Nacht vorbereiten?

Vielleicht sollte man auch einmal einen Preis für besonders aufgeführte Geschichten aus der Wirklichkeit verleihen, den “Lolli”. Mein völlig abgelutschter Lolli des Jahres 2009 geht an eine Geschichte, die Hannover wohl noch lange beschäftigen wird: An den nunmehr wohl endlich gescheiterten Umbau des Ihmezentrums zum so genannten “Lindenpark”. Natürlich bleibt uns allen dieser Trümmerhaufen noch lange erhalten, und einige Menschen wohnen jetzt sogar in diesen Ruinen einer wie das Blaue vom Himmel herab versprochenen Zukunft. Die völlige Verantwortungslosigkeit aller Beteiligten gegenüber der Stadt Hannover, den Menschen in Linden und den Bewohnern des Ihmezentrums ist nur noch widerlich. Gar nicht auszudenken, was geschehen wird, wenn jetzt auch noch das Frühjahrshochwasser etwas härter kommt und die ziemlich ungeschützte Substanz in den Tiefgaragen einmal mehr so richtig überflutet wird — es wäre ja nicht das erste Mal. Die Idee, eine Tiefgarage in einem Flusstal zu bauen, ist ja auch gnadenlos blöd. Genau so blöd übrigens wie die Idee, dass ein doch eher abseitig gelegenes 08/15-Einkaufszentrum im kalten Design aus Stahl, Granit aus Glas in direkter Nachbarschaft der lebendigen Limmerstraße eine ernsthafte Chance hat. Oder haben die wirklich geglaubt, dass sich jemand aus größerer Ferne zu dieser tristen Burg aufmachen würde und nicht doch lieber in die hannöversche Innenstadt fährt? Haben die sich etwa doof gekifft? Da helfen auch keine als Journalismus getarnten, misslungenen Werbebeiträge in windigen Reklameblättern mehr, die Idee ist mausetot.

(In Linden haben übrigens etliche Leute, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, eine Stinkwut, und das überschreitet auch parteipolitische Grenzen. Die Vorstellung, dass der gescheiterte Wahnsinn namens “Lindenpark” auf Jahre hinaus die klammen Stadtkassen belasten wird, ohne dass auch nur ein Mensch für diese Geschichte zur Verantwortung gezogen werden wird, löst selbst bei besonneren Menschen ziemlich unfriedliche Wünsche aus. Vor allem, nachdem die Bücherei für Linden-Nord aus “Kostengründen” geschlossen wurde — wer braucht schon solche zivilisatorischen Segungen wie eine Leihbücherei, die nur irgendwelchen armen Unterschichtlern den Zugang zur Bildung ermöglicht. Ich erwähne das hier nur mal so am Rande, weil in den nächsten Wochen auch ein Blogprojekt zu Linden online gehen wird, um der Madsackschen Verweigerung des Journalismus mal etwas entgegen zu setzen. Die hannöversche Presse scheint doch etwas andere Prioritäten zu haben.)

Ach nee, bei so viel Tristess will man sich nur noch abwenden — aber selbst in München-Haidhausen herrscht die Tristesse. So hässlich ist es in Hannover doch wieder nicht, da gibt es wenigstens Licht am Maschsee. Jedenfalls so halbwegs. Na, denn vielleicht doch lieber Orchideen.

Gegen die Bräune im Mai

1. Mail 2009 - Hannover - Bunt statt Braun -- Keinen Meter! Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch!

[via]

Braun vor Augen wird einem übrigens auch jetzt schon, wenn man über die “Hannover Zeitung” stolpert. Dort darf übrigens jeder Revisionist seine eigene Version der deutschen Geschichte in den Kommentaren erspinnen, wenn es nur braun genug bleibt.

Neues

Gedanken zu meiner Welt“, so der schlicht tönende Titel eines Blogs, das nicht verleugnen will, dass sein Autor ein 96-Fan ist. Aber neben dem Fußball kommt auch der Wahnsinn des Masterstudienganges an der hannöverschen Universität nicht zu kurz.

Obwohl sie nicht mehr ganz so “bloggig” ist und recht ambitioniert als ein Online-Journal daherkommt, ist die langeleine.de auch im Aggregator angekommen — obwohl es sich in meinen Augen auch um einen Grenzfall handelt, der nur wenig an ein persönliches Tagebuch erinnert.

Post des Monats

Unfassbar, was ein Blogger als Hassmail kriegen kann:

Unfassbarer Text einer Hassmail

Dem anonymen Autor dieses bemerkenswerten Dokumentes seiner intellektuellen Reife lege ich nahe, doch lieber zur Bildzeitung zu greifen, bevor er sich so genannte “Blogs”, also die chronologisch sortierten Mitteilungen ganz gewöhnlicher Menschen anschaut… ;-)

Manchmal hat es wohl auch Vorteile, wenn man nicht in den Charts aufscheint — man muss sich ob der geringeren Wahrnehmung nicht mit solchen Idioten beschäftigen.

Klar, dass hier mal wieder alles völlig subjektiv von mir ausgewählt und in zuweilen sonderbare Zusammenhänge gebracht wurde. Ebenfalls klar, dass das alles beliebig zerpflückt werden darf. Unfassbarerweise habe ich mir heute einen derartigen Strunz zusammengeflickt, dass ich sogar von einem “Rückblick Februar 2008″ titelte — der Link auf diesen Beitrag konserviert diesen Fehler zu meiner verdienten Schande. (Und so etwas setzt seine Pingbacks in etlichen hannöverschen Blogs ab!)

Rückblick November 2008

Und weiter geht es mit heiteren Monatsrückblicken, obwohl ich mich selbst fast den halben Monat lang mit einem gewissen Ärger wegen meiner bei Jamendo veröffentlichten Musik herumgeschlagen habe. Wenn man in jeder kleinen Online-Sitzung Anfragen beantwortet und sich nebenbei mit der ausgesprochen kalten Kommunikation dort herumschlägt, wird einem das ganze Internet vergällt. Nun, meine Alben haben jetzt eine neue “Heimat” gefunden. Das war erforderlich, weil meine Aufforderung an meine Fans, die Musik doch einfach über Filesharing zu verteilen, auf taube Ohren stieß. Na ja, es ging wohl eher alles ein bisschen zu schnell. Jetzt also noch schnell einen Rückblick schreiben, bevor ich in aller Ruhe zusammenbrechen kann… ;-)

Umgezogenes

Nur, damit es noch einmal erwähnt wird: Das Spielkind ist umgezogen, und eventuelle Links sollten auch andernorts angepasst werden.

Neues (jetzt mit Korrektur)

In den letzten Wochen ist ein neues Blog hinzugekommen.

Eigentlich hätte Eileen Steinbach schon etwas länger dabei sein sollen, aber es gab eine Reihe technischer Probleme mit dem Feed. Diese sind jetzt zum Glück behoben.

Und das gemeinste: Ein paar Stunden, nachdem ich diesen Rückblick veröffentlicht hatte, bekam ich die Mail von der Ha.us-Frau, dass ich doch mal bitte… ja, das ist schnell gemacht — und die Ha.us-Frau ist jetzt auch dabei. Warum ich dafür nachträglich editiere? Weil ich beim Schreiben des Rückblicks so fertig war, dass ich echten Strunz geschrieben habe und nochmal drei Blogs erwähnt habe, die schon vorletzten Monat hinzugefügt wurden.

Gewichteltes

An einigen Stellen ist schon die weihnachtliche Stimmung angekommen, und das Spielkind veranstaltet ein Blogwichteln; im Dezember wird jeden Tag etwas verschenkt. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, muss sich allerdings ein bisschen sputen, denn am 1. Dezember ist Einsendeschluss.

Ereignetes

So viel hat sich ja gar nicht ereignet. Natürlich ist die Politik immer wieder atemlos darum bemüht, Satiriker arbeitslos zu machen, indem peinlichste Realsatire geliefert wird. Manche Leute scheinen drigend jemanden zu brauchen, der ihnen ein Hirn baut.

Aber es gab Schnee. Da muss ja jeder Blogger aus dem Haus stürmen, um ein Foto für sein Blog zu machen. Und in der Tat, es war ein beliebtes Motiv. Mir selbst steht der Sinn ja nicht so nach Kälte, aber bei so vielen Schneebildern will ich mich auch nicht länger zurückhalten und würdigen…

Schnee, Blumenkästen und triste Häuser

…dass es der städtischen Tristesse durchaus gut tut, wenn sie unter einem dämpfenden, weißen Tuch verschwindet — so als Kontrast zum architektonischen Hasenbrot-Syndrom. Wenn dieses Tuch doch nur nicht so nass und kalt wäre! ;-)

Ach ja, die USA haben demnächst einen neuen Präsidenten. Bei dem ganzen irrationalen Jubel kann man sich aber schon einmal fragen, ob der eigentlich über Wasser gehen kann. Für einige Spammer ist Barak Obama gar schon der erste aus Afrika stammende Weltpräsident.

Technisches

Andere schlagen sich hingegen mit technischen Problemen herum. Wenn mir noch einmal jemand erzählt, dass mein Krypto-DOS (Linux) doch sehr schwierig zu konfigurieren sei, denn soll er sich mal anschauen, womit sich Windows-User so herumschlagen.

Im Moment ist übrigens immer noch ein kleiner Fehler im Aggregator, aber ich komme gerade nicht dazu, den zu beheben. Durchgestrichener Text ist von mir verkackt worden wird nicht in die Zusammenstellung übernommen, was manchmal zu Missverständnissen führt. Aber ich kümmere mich noch darum, versprochen.

Gratuliertes

Auch, wenn die Noten erst am 20. Dezember die Weihnachtszeit versauen, wird Phils Selbsteinschätzung wohl zutreffen, dass er seine Abschlussprüfung bestanden hat. Herzlichen Glückwunsch!

(Hoffentlich kam das jetzt nicht zu früh. Wie steht es auf dem Grabstein von Kurt Schwitters: “Man weiß ja nie”…)

Nicht zu früh, sondern deutlich zu spät kommt mein hier geäußerter Glückwunsch zum Geburtstag an den Dwarslöper. Natürlich auch zum “Geburtstag” des Blogs — fällt ja in die gleiche Zeit. Was soll man im trüben November auch anderes machen, als mit dem Bloggen anzufangen?

Beachtenswertes

Wer vorher schon einen Eindruck davon haben möchte, ob sich der Kinobesuch lohnt, sollte regelmäßig im Blog-Ha.us vorbeischauen, denn dort werden viele Filme recht ausführlich vorgestellt. Wenn man so oft ins Kino geht, lohnt sich auch die GoldCard.

Gewünschtes

Allen Bloggern und Bloglesern aus Hannover wünsche ich eine einigermaßen stressfreie Adventszeit, überlebte Weihnachtsfeiern und Feiertage, bei denen man sich nicht deshalb freut, weil man seine Familie jetzt für viele Monate nicht mehr erlebt. Ins neue Jahr kommt man ja von ganz allein, das liegt am Kalender…

Wie üblich ist das mal wieder eine völlig subjektive Ansammlung meiner Ansichten und kann beliebig zerpflückt werden. Und heute habe ich besonders schnell und unreflektiert geschrieben…