Das bloggende Hannover

Stimmen aus einer unterschätzten Stadt

Suchbegriffe August 2008

Auch, wenn ich im Moment viel um die Ohren habe, ja, so viel, dass ich keinen Monatsrückblick hingezimmert bekommen habe, möchte ich doch wenigstens noch einen fröhlichen Blick in die Suchbegriffe werfen, mit denen Menschen beim Bloggenden Hannover gelandet sind. Also Kopfhörer reingestöpselt, heute schreibe ich zu “Atom Heart Mother” von Pink Floyd, denn dieses großartige Stück habe ich wirklich lange nicht gehört.

Außerdem ist es die “normalste” Musik, die ich gerade da habe, also genau das Richtige für den ganz normalen Wahnsinn, und 23 Minuten ist ja auch genau die richtige Länge…

hannover — Ja, hier bist du richtig!

nicht — Sechs Besucher hier haben diesen kleinen Aggregator über diese schlichte deutsche Verneinungspartikel gefunden. Was wohl jemand erwartet, der so etwas in Google eingibt? Und ob er wohl wirklich überrascht ist, wenn er damit in Hannover landet?

continental wärmflasche — Eine Wärmflasche ist vor allem zu empfehlen gewesen, wenn man sich des letzten Winters durch die Industrieruine in “Sackmann sien Dorp” geschlichen hat, um ein paar schöne Motive mit postmoderem Reiz zu finden. Denn es zog bibberkalt durch die zerbrochenen Scheiben.

kreisdiagramm der parteien in hannover 2009 — Habe ich etwas verpasst? Hier wurde doch noch gar nicht gewählt. Außer vielleicht zur Europawahl. Oder verbirgt sich hinter diesen nüchternen Worten eine tiefe Einsicht in die Psychologie politischer Parteien, die in einer Parallelgesellschaft nur noch um sich selbst zu kreisen scheinen. Nach der Bundestagswahl wird es jedenfalls irgendwo ein paar hübsche Diagramme geben.

ihme zentrum selbstmord — Das ist im Moment nicht ganz so einfach, weil die große Baustelle von ein paar Wachleuten bewacht wird. Aber das Ambiente dieser von Carlyle zurückgelassenen Ruine kann einen schwankenden Entschluss zum Freitod durchaus zur Tat reifen lassen.

lange nacht der kneipen im bermuda-dreieck — Hier will offenbar jemand mal etwas “nachhaltiger” versacken…

das ende von myspace — Das wird erst kommen, wenn sich immer mehr Menschen darauf besinnen, dass eine eigene, kleine Website wesentlich besser ist als dieses von aufdringlicher und überreich dargebotener Werbung vergällte Sammeln von Briefmarken Bildern irgendwelcher “Freunde” in einem so genannten “Profil”, das nur den Ansprüchen profilloser Menschen Genüge tun kann.

der geheime garten herrenhausen — Der Garten ist nicht geheim, sondern groß. Der ist so wenig geheim, dass die Haltestelle der Straßenbahn sogar “Großer Garten” heißt. Und auch in diesem Sommer haben wieder viele Menschen dahin gefunden.

dichtheit und wahrung — Dieses großartige hannöversche Blog (formerly known as “Der Kutter: Verdrängung ist, was uns über Wasser hält” ist hier leider (noch) nicht dabei.

fick mich ohne geld hannover — Das ist irgendwie falsch herum. In Wirklichkeit bist du ohne Geld der Gefickte. Und zwar nicht nur in Hannover…

ich habe mich nur vertippt und stoppschild kommt — Tja, da darfst du nicht so viel beim Autofahren tippen.

itv electronics erfahrung — Wer allen Ernstes glaubt, dass man mit einer kriminellen Spam ein einigermaßen seriöses Jobangebot bekommt, hat einen beachtlichen Mangel an Lebenserfahrung.

nutten im ihmezentrum — Nee, das wird nichts. Betreten der Baustelle verboten. Eltern haften für ihre Rinder.

pc geschäfte in hannover — Einmal die Lange Laube rauf und runter gehen, und du bist wunschlos glücklich.

spam hannover — Im Moment muss man hier ja schon immer auf den Wahlplakaten lesen: “Ursula Leyen: Für Hannover in den Bundestag”, und da glaubt man nicht, dass es noch weiter bergab gehen könnte. Und jetzt soll es schon Spam für Hannover geben?

wer onaniert hier unter den tischen — Also: Ich wars nicht.

Und zum Abschluss noch etwas sinnlose Statistik über das Bloggende Hannover:

  • Drei von vier menschlichen Besuchern dieses Aggregators benutzen zum Surfen den Firefox. Wer sich für Blogs interessiert, scheint den IE nicht so zu mögen.
  • Vier Leser lesen dieses Metablog über den Google-Feedreader.
  • Der arme Webserver für das Bloggende Hannover hat im August auf insgesamt 25332 Anfragen Dateien ausgeliefert. Diese lassen sich anhand der IP-Adressen 5188 Besuchen zuordnen. Dabei kam es 75mal zu einem internen Fehler, weil der arme Serverrechner (auf dem auch noch andere Projekte laufen) ein bisschen aus der Puste kam.
  • Die Stunden mit den meisten Zugriffen sind von 05:00 bis 06:00 Uhr und von 16:00 bis 17:00 Uhr. Letzteres kann ich mir ja erklären, es ist typisches Lesen kurz vor Feierabend. Aber welche Leute stehen denn so in aller Herrgottsfrühe auf.
  • Ein Drittel des Traffics von Suchmaschinen geht schon von Bing aus.

So, genug der sinnlosen Statistik, und Atom Heart Mother ist auch vorbei. Einen schönen, frischen Tag in diesem herrlichen Spätsommer. ;-)

Euer Elias

Rückblick Juli 2009

Was für ein schöner Sommertag! Es ist jetzt 2:00 Uhr und es hat sich auf 21 Grad Celsius “abgekühlt”. Der laue Wind aus Südost ist auch nicht erfrischend. Wenn es gerade nicht so anstrengend wäre, könnte man bei diesem schwülen Vorgeschmack auf die Hundstage so viel unternehmen. Na, zum Schreiben des kleinen Rückblickes wird es noch reichen — und zwar, bevor der Bürgerkrieg über Hannover und das Ende kommt. Oder doch zumindest der Herbst.

(Die Vorboten des Endes sind unübersehbar, die Beweise für den Weltuntergang erdrückend: Einige Blogs werden gar nicht mehr gelesen. Die Stimme Gottes an die Jugend ist verstummt. Die Entwarnung kann da nicht entwarnen.)

Themen

Wie immer: Es wurde in jeder nur erdenklichen Situation gebloggt…

Es gab ein Schützenfest, das aufgebaut werden musste. Denn musste marschiert und in üblicher Weise gefeiert werden. Wer mitmachen wollte, konnte sich im Internet vorbereiten. Auch gute Ratschläge für die Teilnahme sollten nicht ausgeschlagen werden. Und zum Glück ist es nach anderthalb Wochen wieder vorbei. Dafür kann dann gleich das Maschseefest am hitlerschen See aufgebaut werden, wo es nun aus dreißig internationalen Pfannen zum Himmel stinkt. Ach, ich bin aber auch wieder ein Miesepeter!

Der Computer ist ein ewiges Thema, wer einen hat, hat eigentlich immer etwas zu schreiben. Manchmal eher etwas unverständlich, manchmal hat der Servercluster bei Google komische Gedanken, und manchmal hat der zickige Rechner sich einfach abgeschossen, will ein bisschen neu installiert werden und die dabei auftretenden Probleme lösen sich auf unverständliche und automagische Weise. Das Ganze wird dem Anwender in unverständlicher Ausdrucksweise serviert. Nur die Inhalte einiger Übersetzungen und einiger Spams sind noch kryptischer. Da freut man sich doch, wenn auch einmal hübsche Ergebnisse entstehen. Aber alles in allem möchte man beim Anblick der gegenwärtigen und kommenden Technik eher in eine Vergangenheit zurück, in der die Zukunft noch faszinierend erschien.

Tja, wer einen Computer hat, braucht auch immer Zubehör. Zum Beispiel eine spülmaschinenfeste Tastatur. Oder auch mal Poken.

Manche Leute wollen sich auch mit einem Computer und diesem tollen Internet um einen Job bewerben. Ist nur doof, wenn offenbar viele derartige Bewerbungen so gruselgrottig sind, dass mal eine Anleitung fürs Bewerben gegeben werden muss. Das erinnert mich an die Zeiten, in denen ich jeden Tag fünf bis acht dieser Dinger zu bearbeiten hatte — und ich weiß seitdem, dass auch ein Studium der Informatik und eine längere Auslandserfahrung noch nicht dazu führt, dass jemand ein einigermaßen strukturiertes, deutsches Dokument verfassen kann. (Interessanterweise waren die englischsprachigen Bewerbungen um Klassen besser.) Wenn das die Elite ist, denn will ich den Bodensatz unseres Bildungssystemes gar nicht mehr kennenlernen. Der lässt sich wohl am liebsten selbst umwerben. Ob da wohl ein Bildungsstreik Abhilfe schaffen kann…

Manchmal möchte man am liebsten auf dem Mond sein. Aber da waren schon vier Jahrzehnte lang keine Menschen mehr.

Da geht man denn vielleicht doch besser ins Kino. Wer Harry Potter sehen will, wird ja gut bedient; und wer es doch lieber etwas metzeliger und trashiger hat, der muss wohl mit dem Fernsehsessel vorlieb nehmen.

Oder mal Zeitung lesen? Da weiß man wenigstens, was man hat. Zum Beispiel heißt die “Suchfunktion” so, weil man in den Ergebnissen lange suchen muss — sonst wäre es ja eine “Findfunktion”.

Wer die Zeitung mit diesem Ruch der Faktizität nicht mag, der mag vielleicht lieber Lyrik. Eine Aussage wie “So wie Eisen, Ihre liebevolle Gerät muss diese Summe Härten!” kann man ja nicht mehr anders bezeichnen. Und auch die reguläre Werbung kann eigentümlich lyrisch wirken. Ebenfalls trendig in der Werbung ist die Realsatire. Aber an Schwitters kommen die Werber bei allem Bemühen doch nicht heran. Immerhin: Schön zu sehen, dass Werber auch Schönes machen können — und nicht immer so komische Produkte wie ein Bier in Pink.

Ausblick

Vor uns liegt ein Wahlkampf zum Deutschen Bundestag, der gewiss auch seine Wellen in den Blogs schlagen wird. Die Piratenpartei hat schon ihren ersten Schaden weg. Schon jetzt wird über die Endlagerung von SPD-Politikern spekuliert. Und über Ministerinnen hergezogen, nicht etwa wegen ihrer desaströsen Geldverbrennung (Gesundheitskarte), sondern wegen ihres Dienstwagens. Und allerlei Umfragen sollen Stimmung machen, während sich die Armut in Deutschland ausbreitet. Manchmal ist es eben alles nur noch zum Kotzen, und das wird sich wohl auch nach der Wahl nicht ändern.

Vor der Wahl ist jedenfalls ein Bloggertreffen. Das ist doch eine gute Alternative zum Fährmannsfest, das übrigens in Fußwegentfernung stattfindet. (Dort kann man immerhin einmal ein bisschen altmodischen Bluesrock ganz ohne Radio erleben.) Das mit dem Bloggenden Hannover habe ich übrigens gern gemacht;-)

Und das mit dem Fußball und seinen “Weisheiten” geht auch bald wieder los. Dabei muss doch nur das Runde in das Eckige.

Post des Monats

Der Internet-Brief der Deutschen Post funktioniert einfach nicht.

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