Rückblick

Monatsrückblick Oktober 2011

Wie jetzt? In der Nacht gibt es eine Zeitumstellung, die Sommerzeit ist vorbei? Welche Sommerzeit meinen die? Na, wenigstens wurde ich im Oktober musikalisch an den ebenfalls trüben Sommer 1983 erinnert, den ich auch lieber vergesse. Wenn er auch aus eher persönlichen Gründen kalt und grausam war. Aber wenn ich jetzt diesen vor mir liegenden Texteditor vollheule, wird ja niemals so ein Monatsrückblick fertig, sondern nur… ähm… selbstmitleidiges Geheule. Und wer will das schon lesen?

Das Wetter wurde übrigens von der geheimen Geheimregierung in einer gewaltigen Verschwörung erfunden, damit wir immer etwas zum Reden haben. Ohne, dass wir etwas an den Zuständen ändern können, über die wir so angeregt und aufgeregt reden. Nachdem die Menschheit auf diese Weise konditioniert wurde, konnte sie auch saudoofe Spammer, geistige Eigentümer, so genannte Visionäre, hässliche Fratzen, volksferne Volksvertretungen, heuchelnde Gottesverwalter, korrupte Finanzsysteme und Hannover ertragen. Und wir haben jetzt den Salat und reden viel zu oft übers Wetter, das wegen dieser schiefstehenden und niemals gerade gerückten Erdachse auch noch langperiodischen Schwankungen unterworfen ist, die einen mindestens die Hälfte des Jahres in den Fernsehsessel pressen. Oder zum Lächeln in der Dunkelheit bewegen, wenn die Kamera aufs Gesicht schaut, das Auge der Welt…

Mit der Dunkelheit und dem Winter kommt nicht nur die Kälte, sondern auch wieder Halloween (für das man übrigens keine Uhren braucht). Für meine liebsten Singvögel ändert sich hingegen nichts, außer, dass sie der Gravitation einen Nutzen abflattern können.

Na, man kann ja noch bloggen. Oder dem Rasterstrahl vorauseilen. (Huch, habe ich lange keinen 6502-Assembler mehr gesehen!) Oder numerische Gemüse berechnen lassen.

Übrigens sind es nur noch 56 Tage bis Weihnachten.

Ereignetes

Erstaunlicherweise sind die Abrissbemühungen der aliierten Bomber im Zweiten Weltkrieg nicht vollständig durchgeführt worden. Dennoch kann man ganz schön lange nach einem Fraktionsbüro suchen. Es ist ja schließlich andernorts rechtswidrig und hoch kriminell, wenn man seine Fraktionssitzungen einfach unter freiem Himmel macht.

Die Demokratie ist hier knapp geworden. Deshalb stehen zurzeit maximal zwei Promille der neunundneunzig Prozent auf der Straße. Nachdem sie ihre Demonstration ordnungsgemäß bei einer Polizei angemeldet haben, die andernorts manchmal versehentlich Häuser stürmt. Bahnsteigkarten gibt es ja nicht mehr für diese ganzen Kühe in der eingezäunten Weide

Seltsamerweise wurde auch der Datenschutz ein Thema, denn die von mir liebevoll “Fratzenbuch” genannte US-Website erlaubt sich da gewisse Freiheiten in ihrer Sammelleidenschaft, die den staatlichen Datenschutzbeauftragten in der Bundesrepublik nicht gefallen. Gewisse gegen ein Urteil des BVerfG verstoßende Freiheiten erlaubt sich auch der geleakte Staatstrojaner, die den staatlichen Datenschutzbeauftragten ziemlich gleichgültig sind. Dafür sorgen jedoch die verantwortlichen Politiker für eine besonders schmerzhafte Unterhaltung.

Das sollte denn doch lieber nicht so im Protokoll stehen. Egal, ob damit eine Primärquelle für spätere Historiker gefälscht wird oder nicht. Schön, dass sich die ganz besondere Rechtschaffenheit dieses Redners darin gespiegelt hat.

Logo

Jemand ist — vermutlich nach dem Abfluss größerer Mengen Bestechungsgelder — auf die gar nicht so naheliegende Idee gekommen, dass die Stadt Hannover ein neues Logo braucht, ein anderes als dieses Hannover-in-der-Klemme-Dingens aus Helvetica und Kreissegmenten. Das Ergebnis kann sich am besten sehen lassen, wenn man es zusammen mit dermaßen hässlichen Seelen präsentiert, dass jedes Werk einer Erstvorlesung Design dagegen hübsch wirkt¹. Auf so etwas wie Aussehen scheint Hannover keinen Wert zu legen.

Einfach und genial! Das neue Logo für Hannover. Ideal für eine Stadt, die von Gesichtslosigkeit und Verschiebbarkeit geprägt wird.

Erfreulich, dass nicht jeder Ratsherr anlässlich einer solchen Stadt-und-Menschen-in-der-Stadt-Verachtung zugegen sein muss. Einmal ganz davon abgesehen, dass zumindest mir bei Begrifflichkeiten aus der lichtlosesten Krämerseele wie “Stadtmarketing” das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen will. Aber immerhin, es ist so nichtssagend, das alles Kalauern und Satiren an diesem Größten Anzunehmenden Unfug ein Ende findet. Ja. GAU. Aber Bürgerbeteiligung… och nee, lieber ein bisschen Demokratiesimulation im Rathaus.

Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark. Ach nee, ich bin ja noch gar nicht bei den Filmen…

Filme

Bücher

Post des Monats

Wer sich alle Wege offen halten will der nutzt keinen!

Wie immer sind alle hier miteinander verbundenen Postings nur durch den großen Mixer in meinem möglicherweise kranken Brägen miteinander verbunden worden; die Auswahl ist subjektiv, irrational und so weiter und darf und soll daher beliebig zerfleddert werden. Euer Elias.

¹Ja, ich weiß, wie man “verschiebbar” schreibt. Solche im Entwurf auch beim dritten Drüberschauen unentdeckten Verschreibär halte ich für die Patina des Internet und damit für einen festen Bestandteil des Werkes.

Monatsrückblick September 2011

Was ist denn da draußen los. Während der Sommer (bis auf diese zwei Tage…) aus kaum geklärten Gründen ein schlechter Herbst war, ist der beginnende Herbst zurzeit ein ganz brauchbarer Sommer — mit fünfundzwanzig Grad im Schatten und überraschend praller Sonne. Was denkt diese gelbe Sau da oben am Himmel sich nur? Aber wehe, man hat des arschkalten Abends kein flauschiges Vlies zu schützen den kaum gekleideten Körper vorm herbstlichen Hauch.

Oh, das deutsche Wort Vlies schreibt sich ja werbeneudeutsch “Fleece”, und der Stabreim ist noch ärger outdated. Und ob man krank wird, das ist inzwischen eine Sache der Einstellung geworden. Na, dann mal zum Aktuelleren aus der langweiligen und dialektfreien Stadt, die wenigstens in ihrer Lautstärke vorwärts nach Taub eilt…

Ereignetes

Aktueller ist zum Beispiel, dass Leute mit Blogkommentaren, die sich mehr an Maschinen als an Menschen richten, in Google nach oben kommen wollen. SEO nennt man diese Form der Spam, und zuweilen gibt es sogar lustige Wettbewerbe, bei denen sich preiswerte Azubis besonders beflissen zeigen. Als ob die Seuche der sinnlosen Kommentare nicht schnlimm genug wäre, kommen auch immer wieder lustige Mails. Tja, “Arschloch” ist ein hartes Wort, aber leider manchmal auch ein passendes. Spam ist nun einmal die Tätigkeit von Arschlöchern. Und oft auch von unfreiwilligen Dadaisten. Wenn man die ganzen Überreste der Spammertätigkeit jeden Tag in der Kloake des Spamfilters dümpeln sieht, mag man nur noch eines sagen: Hier stinkt es gewalttätig!

Das Oktoberfest ist im September. Weihnachten auch. Und dabei haben wir Halloween noch vor uns. Die Zombies haben sich nicht um den Termin gekümmert.

Ach, apropos Zombies, da denke ich gerade an Architekten. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie weithin das Sprengel-Museum am Nordufer des Maschsees bekannt ist. Sicher, der Bau ist nicht wirklich hübsch, aber er vermittelt doch mit seinem künstlichen Hügel am See den Eindruck einer Insel, auf die man gehen kann, wenn man nicht mehr im sonstigen Treiben herumdümpeln möchte; die Einladung eines Ruheraumes, in dem erfahren werden kann, was sonst keinen Raum mehr hat. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Treppe auch eine gute Sitzgelegenheit im Sommer abgibt. Wenn ich Bilder solcher Beglückungsideen sehe, dann rotiert vor meinem inneren Auge Kurt Schwitters in seinem Grab auf dem Friedhof Engesohde. Unterdessen wird auch der Kröpcke aufgewertet und das endet hoffentlich nicht wie in der brutalistischen Betonburg zwischen Ihme und Blumenauer Straße.

Natürlich gab es auch mal wieder Kommunalwahlen. Nicht, dass ich zum Freund der CDU geworden wäre, aber angesichts der überwiegend saudummen Wahlplakate, die ich nicht einmal mehr fotografisch dokumentieren wollte, hat die CDU mit ihrer Kampagne Verantwortung für… eindeutig den Preis für die letzten Reste einer Kommunikation des politischen Gestaltungswillens erhalten. Andere wollen eher anderes kommunizieren, um ihren Markenkern vor die Augen zu stellen. Das kann die CDU allerdings auch. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung da so… ähm… beklagenswert wird, wenn man subjektiv bei der Wahl keine rechte Auswahl hat — so sehr, dass es schon erwähnenswert wird, wenn jemand von seinem Wahlrecht noch Gebrauch macht.

Das Wählen geht wenigstens (noch) anonym. Facebook — von mir gern liebevoll “das Fratzenbuch” genannt, geht nicht anonym. Da wird man gesperrt und aufgefordert das Konto zu löschen, kann es aber nicht löschen, weil man gesperrt ist. Generell hat es “das Fratzenbuch” nicht so mit der Durchschaubarkeit (diese Schwäche ist übrigens zwei Wochen nach Veröffentlichung des verlinkten Postings behoben). Das gefällt doch. Und diese ganzen Gerüchte zur Datensammelwut des “Fratzenbuches” sind einfach nur unwahr. Ansonsten gibt es nette E-Mails.

Ich verstehe den Wahnsinn “Fratzenbuch” eh nicht mehr. Meine Diaspora-ID ist elijahu@diaspora.streusel.org, und das ist mein definitiv letzter Gang in das so genannte Web Zwo Null. Möge sich der Rest doch im skurrilen Imitat eines virtuellen Paradieses datenmäßig enteignen lassen.

Apropos Facebook: Da denke ich doch gleich an die hübschen blauen Aufkleber der Polizei, die inzwischen an vielen Stellen in Hannover sichtbar sind, die sollten eigentlich auch nicht sichtbar sein. Na, so lange man nirgends diesen Aufkleber sieht, ist ja alles in Ordnung. Nicht. Aber wenigstens tut es nicht körperlich weh und macht auch nicht blind. Außer vielleicht für das verdammte Menschenrecht, sich einigermaßen unbeobachtet von irgendwelchen zwingenden Blicken abstrakter Überwacher durch die Welt bewegen zu dürfen.

Filme

Bücher

Der Stapelabbau ist bei den Büchern zuweilen schwierig, aber sollte man deshalb gleich sein Wischibunti-Pad aus dem Fenster werfen. Weil Bücher — sogar eines von Ex-Bumskanzler Gerhard Schröder — so oft eine große Hilfe sind;)

Produkt des Monats

Unbedingt kaufen! Der nächste Valentinstag (mit seinen Herzschachteln und Eisherzen) kommt bestimmt, und spätestens dann wird es Zeit für den angemessenen Wackelpudding.

Unpassender Web-2.0-Button des Monats

Love

Natürlich ist meine Auswahl wie immer völlig subjektiv und kann und sollte in allen Punkten beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Monatsrückblick August 2011

Oh, jetzt hätte ich fast schon August 2012 geschrieben, so geradezu apokalyptisch gesäßkalt mit seiner raren Sonne wirkt dieser so genannte Sommer auf mich. Der hat ja für eine ganz neue Schuhmode gesorgt. Da hilft auch kein Infrarotthermometer, um wenigstens die verbliebenen warmen Stellen in erfreuliche Zahlen zu verwandeln. Nur Flora zeigt, dass es nicht Herbst ist. Oder um es anders zu sagen:

fruehling, sommer, seufz, argh. #fb

Kurz: Der Augst… oh, jetzt frieren mir schon die Fingerchen ein, und die festgefrorene Mechanik meiner Gelenke verkürzt die Monatsnamen, so dass ich ein Neudeutsch produziere, das fast so schlimm ist wie die Verkürzelung von lat. “Augustus” zu franz. “août”, ich meinte natürlich… August, ja dieser August hält, was der Juni versprochen hat.

Manche freuen sich bei diesem Gruselwetter schon auf Halloween. Es sind übrigens nur noch 116 Tage bis Weihnachten, denkt schon mal an den Einkauf!

Gestern rauschte eine Meldung der Tagesschau an mir vorbei, dass dieser Sommer…

ARD-Tagesschau: Dieser Sommer war zu warm

…sogar überdurchschnittlich warm gewesen sein soll. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in der Berechnung des Durchschnittwertes die letzten Eiszeiten mit eingeflossen sind. Aber ich will in der Stadt der hübschen, freundlich aussehenden Menschen mal keinen Trübsinn verbreiten und mache einfach weiter.

Ereignetes

Schwupp und schon stehen sie am rande ihrer existenzen und glauben das ist chic… ja, im virtuellen Randbereich seiner eigenen Existenz kann man vieles finden, das “chic” oder neudeutsch “cute” ist, sich aber bei näherer Betrachtung nicht so wirklich schickt. Die vielen bunten Klickteile zum Beispiel. Oder dekorierte Fenster. Wie einig sich doch der althergebrachte und der moderne Kitsch in ihrer unterkühlten Geschmacklosigkeit sind. Am besten: Nichts wie raus! Dann kann es nur noch aufwärts gehen

Neben Facebook haben internetaffine Menschen ohne technisches Verständnis jetzt ein weiteres Spielzeug, um ihre Kontakte zu pflegen und einem großen, werbevermarktenden Unternehmen eine ordentliche Datensammlung in die Datenbank zu schaufeln: Google Plus. Oder sollte ich Google+ schreiben? Einen Namen auf einem Additionszeichen zu beenden, ist keine so geschickte Entscheidung, denn die richtige Schreibung wirkt in jedem Text wie ein Fremdkörper. Der technokratisch durchgesetzte Zwang zum Realnamen wirkt hingegen im Internet wie ein Fremdkörper, denn dort ist die Anonymität immanent. Und nein, angesichts der Sammelwut dieser Unternehmen einen falschen Namen zu nehmen, ist sinnlos. Manche benutzen ja sogar breit beworbene Browser von Google. Vernünftigere Menschen nehmen den wirklich nicht schlechten Browser lieber ohne die obskuren Google-Beglückungsideen. Aber für letzteres macht ja niemand Werbung. Und ja, Werbung wirkt. Leider. Und es gibt kein Entkommen

Apropos kein Entkommen: Die Fußball-Bundesliga hat auch wieder angefangen. Aber es sind ja auch Leute hier, die dem Ballgetrete gar nicht entkommen wollen;)

Hannoveraner übrigens, sie sind, wenn im Sommerloch die Seiten der Zeitungen auch einmal mit Vorurteilen gefüllt werden, langweilig und dialektfrei. Vorgestern erst hat mich jemand ut Greetsiel gefraacht, ob ek ook Ostfriese… so viel nur zu dialektfrei. Langweilig hingegen, das könnte stimmen… ;)

Sogar der Kommunalwahlkampf in Hannover wirkt irgendwie langweilig. Interessanterweise ist die CDU die einzige Partei, die konkrete kommunale Themen auf ihre Plakate stempelt. Andere sagen gleich, dass sie draußen bleiben müssen und vergessen, zu erwähnen, wen man eigentlich wählen soll. Von den Personenplakaten gar nicht erst zu reden, die lassen sich trefflich zusammenfassen. Aber dass die CDU in Niedersachsen eine wirklich gute Werbeagentur für ihre Wahlkämpfe einspannt, das fällt mir schon seit Jahren auf. Und Werbung ist ja das Wichtigste. So ein politisches Produkt verkauft man ja nicht mehr anders als eine Marke Klopapier — die sich kaum von den anderen Marken Klopapier unterscheidet, wenn sie nicht gerade ein Nischenprodukt für die perianale Region ist. Oder, wie ich es gestern noch jemanden sagte: Die Entpolitisierung der Gesellschaft ist zu einem großen Teil der Werbung für die politischen Parteien gedankt. Gedankt von den politischen Parteien. Ach, und was ein Politiker mal gesagt hat, dieses Geschwätz von gestern

Was wäre nur, wenn alles, woran man glaubt, nicht wahr ist? Und wenn die Raupen nur eine von Elektronenstrahl und Ablenkeinheit erzeugte Illusion wären? Wenn die Informationen aus einer Parallelwelt kämen, die ferner als der Mond ist? Wenn das Milliarden Jahre alte Wasser morgen schon verdürbe? Ja, wenn wir alle mit Sinnlosigkeiten schwanger gingen, während uns ein kalter Kaiser regiert?

Ach, es bleibt doch nur noch der Leck-mich-am-Arsch-Sonntag. Oder, wenn das zu langweilig ist, den hektischen und aufregenden Fischen zuzuschauen. Viel Spaß beim Abtauchen!

Filme

Bücher

Hinweis für September

In der Nacht vom 03. auf den 04. September 2011 wird der Fotoklinik e.V. einen Photo-Nightwalk in Hannover veranstalten. Wer Interesse hat: Bitte anmelden (ich hoffe, es geht auch jetzt noch)…

Zitat des Monats

Meine Netzwerkaktivitäten sind eingeschränkt könnte man sagen. Ich finde nicht den richtige Draht dazu. Es entwickelt sich zunehmend eine neue alte Liebe. Dieses Blog hier. Ich weiss gar nicht warum. Ich meine… es ist schön so und das streite ich auch gar nicht ab. Vielleicht ist es auch einfach nur der Strom der mir Sorgen macht. Der Durchfluss, die Geschwindigkeit in der die Informationen durch das Netz rauschen. Irgendwie flutschen die News mehr oder weniger durch.

Natürlich sind wieder alle verlinkten Texte völlig subjektiv und nach den Maßgaben meiner eigenen, verzerrten Wahrnehmung ausgewählt wurden; natürlich sind wieder alle hergestellten Verbindungen willkürlich; natürlich darf das beliebig kritisiert und gefleddert werden; natürlich bin ich wie üblich das, was ich bin und auch immer bleiben werde… nämlich euer Elias

Monatsrückblick Juni 2011

Hannovers Wetter: Temperatur 13°C, Luftfeuchtigkeit 93,6%, Luftdruck 1018 hPa, Wind NW 22 km/h, Taupunkt 12°C, Durchbrochene Bewölkung in einer Höhe von 366m und geschlossene Wolkendecke in einer Höhe von 1219m, Witterung leichter RegenJa, es ist soweit! Ach, wie gern redete ich über den Sommer, aber die beiden Tage scheinen schon wieder vorbei zu sein und jetzt müssen die Blüten im Regenwasser schnorcheln

Ereignetes

Früher™ war alles besser. Früher gab es eine Saure-Gurken-Zeit, jetzt gibt es EHEC und deshalb gab es nur eine Gurkenzeit. Gut, später wurde daraus eine Sprossenzeit. Sicher, EHEC war und ist eine böse Epidemie, aber was der Presse- und sonstige Medienapparat in seiner Gier nach reißerischen Schlagzeilen für einen Scheiß daraus gemacht hat, reizte nur noch zum Sarkasmus.

Wie schön, dass die Enten, Kaninchen, Blässhühner (manchmal hasse ich die neue Rechtschreibung), Graugänse und sonstigen Mitlebewesen völlig unbeeindruckt von den sonderbaren Ängsten in den Köpfen der Zweibeiner einfach so herumleben und recht hübsch aussehen, so dass man sich bei ihrem Anblick nur freuen kann. Sie sind so wunderbar an das Leben angepasst und benötigen keine Behausungen wie wir, so dass man sie nicht wegen derartiger Bedürfnisse gängeln kann.

Doch auch nicht alle Menschen wollen sich wegen ihrer Bedürfnisse und wegen des Rechts auf Stadt gängeln lassen, manche besetzen auch die Limmerstraße 98. Und bloggen über die Besetzung, natürlich “kommentierbar”, doch die Kommentare sind nur zum Teil erwünscht. Und auch ansonsten gab es einen… ähm… interessanten Kommunikationsstil. Dieser sollte sich zumindest ein paar Tage später — nach dem Abriss des Hauses — wirklich lobenswert bessern, wenn der Film auf dem Schmuckplatz auch leider wegen Regens ausfiel. Hoffentlich geht es wenigstens in Zukunft nicht immer nur im Kreise! Denn sonst läufts wie immer.

Was die modernen, digitalen Bedürfnisse des Menschen angeht, ist die große Enteignung und Verwirtschaftung ja auch in der Vorbereitung. Und alle machen mit, wegen der schönen Gadgets und wegen der Ego-PR. Für die besonders schwierigen Fälle, die Experten, denen man so schlecht technischen Tinnef andrehen kann, denkt sich die IT-Industrie immer wieder etwas aus, um sie wieder zu Anfängern zu machen, die Bücher kaufen und Kurse belegen. Ansonsten geht Twittern auch von alleine, und das außerordentlich erfolgreich. Ob die Roboter wohl unter sich bleiben, irgendwann ein Bewusstsein ausbilden und wie V’ger die ansonsten sinnlosen und schädlichen Kohlenstoffeinheiten beseitigen wollen? Aber nein doch, diese Robots sind zum Spammen gebaut und nicht zum Forschen, zum mechanischen Labern und nicht zum Hören; sie werden sich untereinander mit ihren immer ausgefeilteren Spambomben bewerfen, bis das Internet nur noch dem Transport einer zum mechanischen Selbstzweck gewordener Reklame dient, die niemand mehr empfängt und die wie eine Pest alle Kanäle verstopft. Ein geisterhaftes Treiben für Gespenster, es zwitschert aus dem Mülleimer, den Schüsseln aus Porzellan entsteigen Monster, hingepfuschte Perl-Skripten erzeugen sondersame Lyrik. Oh yes, you have message from mindless jerks, so register to read it! Ach, ich sehe gerade: Mein AdBlocker, der mir das Internet erst genießbar macht, empfängt jetzt neue Filterregeln… ;)

Ach übrigens: Mit einem 56k-Modem bin ich auch öfter mal online, von wegen “unvorstellbar”. Wie gut, dass es Browser gibt, bei denen man das Laden der Bilder einfach abstellen kann.

Die Dinge bekommen für Menschen doch erst einen Sinn, wenn sie in einem Bezug zum Menschen stehen. In jedem Menschen neu. In jedem Menschen anders. Es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Übrigens gibt es auch nicht nur eine einzige Website, auf der Filme gestreamt werden.

Und ja, es gibt jetzt auch wieder was mit Bällen. Nein, nicht das Bällebad, in das ich selbst am liebsten in einem gebieterischen Anfall von mindestens vierter Kindheit reinhüpfen würde, sondern dieser sonderbare Sport, bei dem 22 Personen mit einem einzigen Ball auskommen müssen. Kein Wunder, dass dabei nicht jede_r¹ zufrieden sein kann. Also los, macht ihn rein, Mädels!

Mädels und Jungs, die lieber zur Nähmaschine gehen wollen, können sich übrigens selbst dort noch von der GEMA verfolgt fühlen. Na, wenigstens gibt es auch noch ein paar Näh-Tutorials ohne Musik im Hintergrund, die frei verfügbar bleiben. Ein schönes, neues Web Drei Null der verschwindenden Inhalte ist unter der unersättlichen Gier der Inhalteindustrie entstanden, und dabei hätte das Internet doch uns allen gehören sollen. Manche Wege des deutschen Dorfes im Internet führen einfach nur ins Nichts.

Bücher

Filme

Neues

Im Juni neu ins Bloggende Hannover hinzugekommen ist Marie Luise Ritter. Ums mit ihren eigenen Worten zu sagen: “Mich begeistern Reisen, Schreiben, Fotografieren und Mode und schöne Musik. All das werde ich hier mit euch teilen.” — nun, das könnte ein interessanter Kontrapunkt zu den doch überwiegenden kritischen oder technikaffinen Geistern hier sein. Lassen wir uns überraschen! ;)

Nachruf

Muss denn erst ein Peter Falk sterben, damit man bemerkt, wie es mit dem Genre “Fernsehkrimi” seit Jahren bergab geht? Wie die technische Umsetzung von immer mehr immer sinnentleerteren special effects und immer schnelleren Schnitten geprägt wird, während die zu Unterhaltung verpackte Polizeiarbeit immer dürftiger und mechanischer gerät? Scheinbar ja. Oh Columbo, wenn doch nur der Sarg aufginge und du deine billige Zigarre in einer danebenstehende Urne abstreifen würdest, mit dem Satz “Was mir da gerade einfällt, ich hätte da noch eine Frage” im Munde! Nein, er kommt nicht zurück. Nie wieder.

Post des Monats

Geht’s raus und spuits Fußball. — huch, mit so bairischem Umlaut… ;)

Fußnoten

¹Ich habe wohl zu viele Texte der Hausbesetzer_innen gelesen

Diese Zusammenstellung ist wie immer völlig subjektiv, schnell und gedankenlos runtergeschrieben und alle Schwerpunkte und Verknüpfungen entspringen meiner seltsamen Betrachtungsweise. Das darf, soll, muss zerfleddert werden. Euer Elias.

Monatsrückblick April 2011

Gut, der April hat noch ein paar Tage, aber ich will die Gelegenheit nutzen, das zu machen, was ich im letzten Monat nicht mehr geschafft habe und einen meiner kleinen Rückblicke schreiben. Es ist ja — trotz des gegenwärtigen, eher in den April passenden Wetters — doch noch Frühling geworden, Zeit für den Garten, die Geschlechtsorgane der Sträucher und Kräuter (auch dort, wo die Toten begraben sind) und natürlich auch jene der Menschen. Am Ende bleibt ganz viel Gelbes. Und natürlich war auch Zeit für den gepflegten Aprilscherz, der zumindest mir einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat — ganz im Gegensatz zum Aprilscherz der hannöverschen Polizei. Weiblichkeit sollte eben an anderen Dingen festgemacht werden als an Schuhen und Lippenstift.

Der Sommer kommt! Möge er bald kommen! Bis dahin ein bisschen Musik zum Frühling

Ereignetes

Die große Welle von KanagawaWenn ich an Fukushima denke, dann denke ich in erster Linie an ein Erdbeben und an einen Tsunami, aber hierzulande überwiegt natürlich die Diskussion um die Kernenergie (das ist das Wort für Homöopathen, Allopathen lesen bitte einfach “Atomkraft”). Das mutmaßlich vorübergehende Abschalten der Kernkraftwerke in der Bundesrepublik ist natürlich der übliche Aktionismus zum Wahlk(r)ampf und genau so schamlos, aber es könnte schreckliche Folgen haben. Die “Endlagerung” — geht es eigentlich nur mir so, dass der Klang dieses Wortes so bitterlich an “Endlösung” erinnert — von Atommüll ist hingegen genau so schamlos und führt zuweilen zu heiteren Suchspielen. Tja, so ein Regierungsmitglied ist auch nur ein Mensch. Also flugs auf den Zug der Zeit springen, wie einer, der sich vor nichts ekelt. Ob man das Wort “Demokratie” wohl gefahrlos durch “Demagogie und Demoskopie” ersetzen kann? Moment, da war doch auch noch eine globale Erwärmung. Die Metapher des Wachstums ist fragwürdig.

Seit Fukushima gibt es eine Unsitte der professionell schreibenden und redenden Zunft, die sich zum Glück in den hannöverschen Blogs nicht niedergeschlagen hat: Auf einmal wird alles Misslingen als ein GAU oder im journalistischen Hyperlativ als ein Super-GAU bezeichnet. So nutzen sich die Wörter ab und verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung. Aber was die Leute von blogcounter.de da machen, das kommt einem Reklame-GAU schon nahe; einem gemeinen, arroganten Unfug. Da mag auch Wikio Experts nicht zurückstehen.

Ach ja: Es gibt jetzt einen Verein mit Namen “Digitale Gesellschaft”, der so richtig laute Lobbyarbeit leisten will. Für andere hats sich schon immer gut gesprochen, und dort, wo das Digitale dem Analogen begegnet…

Nichts sagt mehr aus über das Menschenbild bei Facebook als die Mails über nahende Geburtstage von Freunden: “Hilf ihnen beim Feiern!”

…verbreitet sich gern eine ganz besondere Kälte. Ich glaub, ich steh im Wald. Wer seine Website ohne die hierzulande üblichen Risiken betreiben will, der verlässt die Abmahnrepublik Deutschland und den European Cyberspace und geht ins Exil. Und zwar am besten ohne eine Tracking-Wanze in der Tasche.

Ach ja, das Hasen- und Eierfest gab es auch, für Christen übrigens das höchste Fest im Kirchenjahr (nein, das ist nicht Weihnachten). Wenn die noch fruchtlosen Sträucher mit Eiern behangen werden, die Flammen in die Nacht lodern und die sympathischen Rammler allgegenwärtige Dekoration sind, schimmert allerdings das frühere, pagane Fruchtbarkeitsfest überdeutlich durch. Und jetzt kommen die Maikäferchen.

Angemerktes

Ich finde es übrigens beim Rückblicken erstaunlich, dass niemand überdas politische Buch des Jahres geschrieben hat — das Treiben der nachgerschröderten SPD scheint wohl völlig unwichtig geworden zu sein.

Bücher

Filme

Sechs-n-neunzich

Ich bin ja eher weniger begeistert vom Brüllball und von Hannover 96, aber wo stehen die gerade in der Tabelle?! Wie ist das gelaufen?! Das kann ja heiter werden in der kommenden Saison — und zum Glück diesmal ohne Werder Bremen.

Post des Monats

[...] wie nur selten wurde mir klar, was das tolle an Musik ist: da sitzt jemand, der Spaß und Freude an dem hat, was er tut, und schafft es andere daran teil haben zu lassen. Genau das ist es, worauf es ankommt. Den Moment zu leben. Mehr geht nicht. Scheiß auf Selbstdarstellung, Gelderwerb, Eindruck beim anderen Geschlecht schinden. Das hat dieser Junge mir so klar gezeigt, wie kaum ein anderer Musiker, dem ich in letzter Zeit zugehört habe, sei auf Live oder aus der Konserve.

Wie immer sind diese Auswahl, die hergestellten Verbindungen und die Anmerkungen völlig subjektiv und entstammen nur meiner heiteren Betrachtungsweise, die auf einige Menschen geradezu krank wirkt. Dieser Rückblick darf, kann und soll beliebig zerrissen werden. Euer Elias

Kein Monatsrückblick für März

Tja, der März war ein ereignisreicher Monat. In der arabischen Welt fordern viele Menschen Bürgerrechte ein, die uns als selbstverständlich gelten, obwohl sie es nicht sind, nicht einmal hier. Die Aufständischen in Libyen werden durch Luftangriffe unterstützt, so dass man sich fragt, wie viel Erdöl eigentlich im Boden innerhalb der Staatsgrenzen liegen muss, damit es zu einer derartigen Unterstützung kommt. Es gab am 11. März eine schreckliche Katastrophe in Japan, und als ob dieses Erdbeben und der anschließende Tsunami noch nicht apokalyptisch genug gewesen wären, gab es anschießend einen schweren Unfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dieser Unfall geriet in die zynischen Mühlen des Wahlkampfes, und dank der offenen Worte eines Rainer Brüderle durften wir auch lernen, dass dieses “Moratorium” der gegenwärtigen Bundesregierung nur eine Funktion im Wahlkampf erfüllte. Das allerdings, das haben sich auch einfältigere Gemüter schon längst gedacht gehabt. Nach dem Wahlabend dürfen wir uns alle an die neue Schreibweise grün-rot für die zurzeit wahrscheinlichste Koalition in Baden-Württemberg gewöhnen, und obwohl die nachgeschröderte SPD ein… ich sags mal freundlich… nicht gerade ermutigendes Ergebnis eingefahren hat, wird wie immer am “Wählerwillen” gedeutelt, dass sich sogar die Balken in den Diagrammen zu biegen beginnen, und die SPD sieht sich allen Ernstes trotz ihrer Verluste als ein… Sieger.

Zu alledem gab es natürlich auch noch Hannover, das sich langsam aus der eisigen Faust des Winters löst, das seine Einwohner mit allerlei Keckem, Netten und Wirren beglückt, das bald eine weitere baufrische Ruine in verglaster Klötzchenform dort stehen haben wird, wo zuvor das ebenfalls wenig erbäuliche Kröpcke-Center die Augen zum Wegsehen reizte. Ja, es ist immer noch Hannover, die Stadt, in der man sich sagte: “Wo bauen wir denn mal das neue Rathaus hin? Ach, wir bauen es im Sumpf, denn das ist gutes Bauland.

Auch mir hats in diesem Monat der faszinierenden und schrecklichen Meldungen die Sprache verschlagen — zumal ich auch einen kleinen Unfall gebaut habe. Nein, keine Kernschmelzen, es ist keine Radioaktivität ausgetreten und beim Radfahren habe ich auch immer gut aufgepasst, aber die Installation dieses Servers hier hat auch ihre Tücken, bei denen man schon einmal ordentlichen Mist bauen kann. (Der Server diente ursprünglich einmal nur als Streaming-Server für ein Internet-Radio und wurde damals von mir aufgesetzt und seitdem immer wieder an wachsende Anforderungen angepasst.) Ich habe ja schon einiges in meinem Leben verhunzt, aber dass ich so übel patze, dass ich ein Vollbackup des gesamten Dateisystems zurückspielen muss, das ist mir bislang noch nie gelungen. Ich hoffe, dass ich die Aktion zeitlich so unauffällig gelegt habe, dass niemand den etwa vierstündigen Ausfall in einer Nacht bemerkt hat. Gut, dass ich ein Backup hatte.

Übrigens war gestern der Welttag des Backups. Heute ist der erste April. Ich kann nur hoffen, dass die meisten in einem Backups nicht nur einen schlechten Witz sehen, sondern eine erforderliche Vorkehrung für solche Pannen. Es ist immer wieder unfassbar, wie leicht Daten verloren gehen können…

Es war ein ungewöhnlich ereignisreicher Monat, und viele dieser Ereignisse haben sich neben dem marginalisierten persönlichen Dingen in den Blogs niedergeschlagen und es eigentlich verdient, noch einmal in die Erinnerung gerufen zu werden. Aber eine Blogschau mit Monatsrückblick, wie ich sie sonst so gern schreibe, bekomme ich im Moment nicht hin. Das liegt zum Teil auch an dem unerfreulichen Internet-Zugang, mit dem ich gerade arbeiten muss, zum anderen Teil aber daran, dass es einfach eine Riesenmenge Stoff wird.

Aber ich versprechs euch: Im Mai wird das besser!

Euer Elias