Maschsee

Rückblick Juli 2009

Was für ein schöner Sommertag! Es ist jetzt 2:00 Uhr und es hat sich auf 21 Grad Celsius “abgekühlt”. Der laue Wind aus Südost ist auch nicht erfrischend. Wenn es gerade nicht so anstrengend wäre, könnte man bei diesem schwülen Vorgeschmack auf die Hundstage so viel unternehmen. Na, zum Schreiben des kleinen Rückblickes wird es noch reichen — und zwar, bevor der Bürgerkrieg über Hannover und das Ende kommt. Oder doch zumindest der Herbst.

(Die Vorboten des Endes sind unübersehbar, die Beweise für den Weltuntergang erdrückend: Einige Blogs werden gar nicht mehr gelesen. Die Stimme Gottes an die Jugend ist verstummt. Die Entwarnung kann da nicht entwarnen.)

Themen

Wie immer: Es wurde in jeder nur erdenklichen Situation gebloggt…

Es gab ein Schützenfest, das aufgebaut werden musste. Denn musste marschiert und in üblicher Weise gefeiert werden. Wer mitmachen wollte, konnte sich im Internet vorbereiten. Auch gute Ratschläge für die Teilnahme sollten nicht ausgeschlagen werden. Und zum Glück ist es nach anderthalb Wochen wieder vorbei. Dafür kann dann gleich das Maschseefest am hitlerschen See aufgebaut werden, wo es nun aus dreißig internationalen Pfannen zum Himmel stinkt. Ach, ich bin aber auch wieder ein Miesepeter!

Der Computer ist ein ewiges Thema, wer einen hat, hat eigentlich immer etwas zu schreiben. Manchmal eher etwas unverständlich, manchmal hat der Servercluster bei Google komische Gedanken, und manchmal hat der zickige Rechner sich einfach abgeschossen, will ein bisschen neu installiert werden und die dabei auftretenden Probleme lösen sich auf unverständliche und automagische Weise. Das Ganze wird dem Anwender in unverständlicher Ausdrucksweise serviert. Nur die Inhalte einiger Übersetzungen und einiger Spams sind noch kryptischer. Da freut man sich doch, wenn auch einmal hübsche Ergebnisse entstehen. Aber alles in allem möchte man beim Anblick der gegenwärtigen und kommenden Technik eher in eine Vergangenheit zurück, in der die Zukunft noch faszinierend erschien.

Tja, wer einen Computer hat, braucht auch immer Zubehör. Zum Beispiel eine spülmaschinenfeste Tastatur. Oder auch mal Poken.

Manche Leute wollen sich auch mit einem Computer und diesem tollen Internet um einen Job bewerben. Ist nur doof, wenn offenbar viele derartige Bewerbungen so gruselgrottig sind, dass mal eine Anleitung fürs Bewerben gegeben werden muss. Das erinnert mich an die Zeiten, in denen ich jeden Tag fünf bis acht dieser Dinger zu bearbeiten hatte — und ich weiß seitdem, dass auch ein Studium der Informatik und eine längere Auslandserfahrung noch nicht dazu führt, dass jemand ein einigermaßen strukturiertes, deutsches Dokument verfassen kann. (Interessanterweise waren die englischsprachigen Bewerbungen um Klassen besser.) Wenn das die Elite ist, denn will ich den Bodensatz unseres Bildungssystemes gar nicht mehr kennenlernen. Der lässt sich wohl am liebsten selbst umwerben. Ob da wohl ein Bildungsstreik Abhilfe schaffen kann…

Manchmal möchte man am liebsten auf dem Mond sein. Aber da waren schon vier Jahrzehnte lang keine Menschen mehr.

Da geht man denn vielleicht doch besser ins Kino. Wer Harry Potter sehen will, wird ja gut bedient; und wer es doch lieber etwas metzeliger und trashiger hat, der muss wohl mit dem Fernsehsessel vorlieb nehmen.

Oder mal Zeitung lesen? Da weiß man wenigstens, was man hat. Zum Beispiel heißt die “Suchfunktion” so, weil man in den Ergebnissen lange suchen muss — sonst wäre es ja eine “Findfunktion”.

Wer die Zeitung mit diesem Ruch der Faktizität nicht mag, der mag vielleicht lieber Lyrik. Eine Aussage wie “So wie Eisen, Ihre liebevolle Gerät muss diese Summe Härten!” kann man ja nicht mehr anders bezeichnen. Und auch die reguläre Werbung kann eigentümlich lyrisch wirken. Ebenfalls trendig in der Werbung ist die Realsatire. Aber an Schwitters kommen die Werber bei allem Bemühen doch nicht heran. Immerhin: Schön zu sehen, dass Werber auch Schönes machen können — und nicht immer so komische Produkte wie ein Bier in Pink.

Ausblick

Vor uns liegt ein Wahlkampf zum Deutschen Bundestag, der gewiss auch seine Wellen in den Blogs schlagen wird. Die Piratenpartei hat schon ihren ersten Schaden weg. Schon jetzt wird über die Endlagerung von SPD-Politikern spekuliert. Und über Ministerinnen hergezogen, nicht etwa wegen ihrer desaströsen Geldverbrennung (Gesundheitskarte), sondern wegen ihres Dienstwagens. Und allerlei Umfragen sollen Stimmung machen, während sich die Armut in Deutschland ausbreitet. Manchmal ist es eben alles nur noch zum Kotzen, und das wird sich wohl auch nach der Wahl nicht ändern.

Vor der Wahl ist jedenfalls ein Bloggertreffen. Das ist doch eine gute Alternative zum Fährmannsfest, das übrigens in Fußwegentfernung stattfindet. (Dort kann man immerhin einmal ein bisschen altmodischen Bluesrock ganz ohne Radio erleben.) Das mit dem Bloggenden Hannover habe ich übrigens gern gemacht;-)

Und das mit dem Fußball und seinen “Weisheiten” geht auch bald wieder los. Dabei muss doch nur das Runde in das Eckige.

Post des Monats

Der Internet-Brief der Deutschen Post funktioniert einfach nicht.

Rückblick Februar 2009

Ach ja, der Februar ging mal wieder besonders schnell vorbei. Ob das daran liegt, dass er so wenig Tage hat… ;-)

Ein frohes, neues Jahr…

Wenn man die Bezeichnungen der Monatsnamen und die ganzen, kleinen Schrägheiten in unserem grgorianischen Kalender ernst nimmt, begann das neue Jahr am 1. März. Deshalb heißen die Monate “September” (siebter), “Oktober” (achter), “November” (neunter) und “Dezember” (zehnter) so, wie sie eben heißen, und aus ebenfalls diesem Grunde hat der Februar seine Sonderstellung, wurden in diesem Monat doch die 28 “Resttage” des Sonnenjahres untergebracht — zusammen mit dem gelegentlich erforderlichen Schalttag, weil die Erde für einen Umlauf um die Sonne ungefähr einen Vierteltag mehr als 365 Tage braucht.

Es ist nur ungefähr ein Vierteltag, so dass es nicht ausreicht, alle vier Jahre einen Tag an das Jahr anzuhängen. Diese Einsicht führte zur Reform des julianischen Kalenders (von diesem General und späteren Kaiser Julius Cäsar, der in seinen Texten Wörter zusammenstellte, die niemals zusammen gehörten, Wörter auseinanderriss, die niemals hätten getrennt werden sollen und der in jedem Lateinunterricht bis heute ein Albtraum sein kann) durch Papst Gregor (der neben dieser Reform des Kalenders auch einige weit gehende liturgische Reformen durchführte). Seitdem wird nicht nur alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt, dieser fällt zudem auch alle 100 Jahre weg, wenn die Jahreszahl nicht ohne Rest durch 400 zu teilen ist. Das reicht, um für lange Zeit Probleme mit dem Kalender zu vermeiden. Es reicht aber auch, um jeden Programmierer von Kalenderanwendungen zur Weißglut zu treiben. Man hätte doch die Tage ganz einfach linear durchnummerieren können… ;-)

Aber warum der Jahresbeginn auf den Januar gelegt wurde, ist mir eher unverständlich. Der März ist viel “logischer”, beginnt hier doch der landwirtschaftliche Zyklus des Lebens mit der Aussaat — einmal ganz davon abgesehen, dass endlich die Tage spürbar länger werden. Und das kommende Osterfest kümmert sich gar nicht um den Kalender, es bleibt immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Äquinoktie (das ist die gleiche Länge des Tages und der Nacht) zum Frühlingsanfang. Was Programmierer davon halten, kann ich leider nicht mehr in besonders zahmen Worten ausdrücken und lasse es deshalb lieber ganz — sonst hält noch jemand diesen Aggregator hannöverscher Blogs für jugendgefährdend. Werber freuen sich jedenfalls über die jetzt wieder mögliche österliche Ikonografie für ihre recht einseitige Kommunikation, und Spammer kommen mit den Festen schon mal durcheinander. So einfach sich das Christentum auch installieren und bedienen lässt, ein paar Schwächen hat es dennoch als Altlasten angesammelt.

Für mich beginnt das neue Jahr jedenfalls im März, fernab von den fürchterlichen Festen am Ende des Dezembers. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht für den einen oder anderen doch etwas zu feiern gibt — Herzlichen Glückwunsch zum Dreißigsten, Mira!

Vierzig Tage vor Ostern ist übrigens Aschermittwoch, und da geht die Zeit des Karnevals vorbei. Gut so! Leider bleibt einem nach dem Ablauf des Aschermittwochs auch so einiges vom ganz normalen, zum Scherz reizenden Irrsinn erhalten. Nicht so gut! Und manchmal vergeht einem in dieser nicht mehr satirefähigen Monströsität sogar das Scherzen. Noch schlimmer. Vielleicht sollte man sich spielerischer, mit einer Anziehpuppe, an die große, ferne Politik herantasten — aber eine Voodoo-Puppe wäre vielleicht ein noch besseres Geschäft. Zumindest so lange, bis die verstehen, was dieses Internet eigentlich ist.

Bloggertreffen

Das Bloggertreffen am 8. Februar hat zu keiner großen Resonanz in den hier aggregierten Blogs geführt — und ich habe es auch nicht geschafft, mich dorthin zu bewegen, weil ich immer so einen Widerstand gegen das Betreten der allzu direkten Innenstadt verspüre. Einen noch größeren Widerstand spüre ich übrigens gegen das Betreten eines Kinos, von daher werde ich wohl beim nächsten Mal noch weniger Motivation spüren. Das sollte aber niemanden abhalten, sich dafür anzumelden. Vielleicht besorge ich mir ja doch noch ein Mittelchen gegen den innerstädtischen Stress.

Themen

Ach ja, Kino: Es gab mal wieder unter dem üblichen Theater die Verleihung der Academy Awards. Klar, dass das für Menschen, die dem Treiben der(Achtung! Gefährdetetes deutsches Wort!) Lichtschauspielhäuser etwas mehr abgewinnen können als ich zum Grund wird, eine lustige gemeinsame Nacht zu verbringen. Passend zum US-amerikanischen Ereignis wird auch die Ernährung ein bisschen ungesund. Allerdings sollte man in Zukunft verbieten, dass die Filme erst nach der Verleihung in Deutschland zu sehen sind, wie soll man sich denn sonst auf so eine Nacht vorbereiten?

Vielleicht sollte man auch einmal einen Preis für besonders aufgeführte Geschichten aus der Wirklichkeit verleihen, den “Lolli”. Mein völlig abgelutschter Lolli des Jahres 2009 geht an eine Geschichte, die Hannover wohl noch lange beschäftigen wird: An den nunmehr wohl endlich gescheiterten Umbau des Ihmezentrums zum so genannten “Lindenpark”. Natürlich bleibt uns allen dieser Trümmerhaufen noch lange erhalten, und einige Menschen wohnen jetzt sogar in diesen Ruinen einer wie das Blaue vom Himmel herab versprochenen Zukunft. Die völlige Verantwortungslosigkeit aller Beteiligten gegenüber der Stadt Hannover, den Menschen in Linden und den Bewohnern des Ihmezentrums ist nur noch widerlich. Gar nicht auszudenken, was geschehen wird, wenn jetzt auch noch das Frühjahrshochwasser etwas härter kommt und die ziemlich ungeschützte Substanz in den Tiefgaragen einmal mehr so richtig überflutet wird — es wäre ja nicht das erste Mal. Die Idee, eine Tiefgarage in einem Flusstal zu bauen, ist ja auch gnadenlos blöd. Genau so blöd übrigens wie die Idee, dass ein doch eher abseitig gelegenes 08/15-Einkaufszentrum im kalten Design aus Stahl, Granit aus Glas in direkter Nachbarschaft der lebendigen Limmerstraße eine ernsthafte Chance hat. Oder haben die wirklich geglaubt, dass sich jemand aus größerer Ferne zu dieser tristen Burg aufmachen würde und nicht doch lieber in die hannöversche Innenstadt fährt? Haben die sich etwa doof gekifft? Da helfen auch keine als Journalismus getarnten, misslungenen Werbebeiträge in windigen Reklameblättern mehr, die Idee ist mausetot.

(In Linden haben übrigens etliche Leute, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, eine Stinkwut, und das überschreitet auch parteipolitische Grenzen. Die Vorstellung, dass der gescheiterte Wahnsinn namens “Lindenpark” auf Jahre hinaus die klammen Stadtkassen belasten wird, ohne dass auch nur ein Mensch für diese Geschichte zur Verantwortung gezogen werden wird, löst selbst bei besonneren Menschen ziemlich unfriedliche Wünsche aus. Vor allem, nachdem die Bücherei für Linden-Nord aus “Kostengründen” geschlossen wurde — wer braucht schon solche zivilisatorischen Segungen wie eine Leihbücherei, die nur irgendwelchen armen Unterschichtlern den Zugang zur Bildung ermöglicht. Ich erwähne das hier nur mal so am Rande, weil in den nächsten Wochen auch ein Blogprojekt zu Linden online gehen wird, um der Madsackschen Verweigerung des Journalismus mal etwas entgegen zu setzen. Die hannöversche Presse scheint doch etwas andere Prioritäten zu haben.)

Ach nee, bei so viel Tristess will man sich nur noch abwenden — aber selbst in München-Haidhausen herrscht die Tristesse. So hässlich ist es in Hannover doch wieder nicht, da gibt es wenigstens Licht am Maschsee. Jedenfalls so halbwegs. Na, denn vielleicht doch lieber Orchideen.

Gegen die Bräune im Mai

1. Mail 2009 - Hannover - Bunt statt Braun -- Keinen Meter! Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch!

[via]

Braun vor Augen wird einem übrigens auch jetzt schon, wenn man über die “Hannover Zeitung” stolpert. Dort darf übrigens jeder Revisionist seine eigene Version der deutschen Geschichte in den Kommentaren erspinnen, wenn es nur braun genug bleibt.

Neues

Gedanken zu meiner Welt“, so der schlicht tönende Titel eines Blogs, das nicht verleugnen will, dass sein Autor ein 96-Fan ist. Aber neben dem Fußball kommt auch der Wahnsinn des Masterstudienganges an der hannöverschen Universität nicht zu kurz.

Obwohl sie nicht mehr ganz so “bloggig” ist und recht ambitioniert als ein Online-Journal daherkommt, ist die langeleine.de auch im Aggregator angekommen — obwohl es sich in meinen Augen auch um einen Grenzfall handelt, der nur wenig an ein persönliches Tagebuch erinnert.

Post des Monats

Unfassbar, was ein Blogger als Hassmail kriegen kann:

Unfassbarer Text einer Hassmail

Dem anonymen Autor dieses bemerkenswerten Dokumentes seiner intellektuellen Reife lege ich nahe, doch lieber zur Bildzeitung zu greifen, bevor er sich so genannte “Blogs”, also die chronologisch sortierten Mitteilungen ganz gewöhnlicher Menschen anschaut… ;-)

Manchmal hat es wohl auch Vorteile, wenn man nicht in den Charts aufscheint — man muss sich ob der geringeren Wahrnehmung nicht mit solchen Idioten beschäftigen.

Klar, dass hier mal wieder alles völlig subjektiv von mir ausgewählt und in zuweilen sonderbare Zusammenhänge gebracht wurde. Ebenfalls klar, dass das alles beliebig zerpflückt werden darf. Unfassbarerweise habe ich mir heute einen derartigen Strunz zusammengeflickt, dass ich sogar von einem “Rückblick Februar 2008″ titelte — der Link auf diesen Beitrag konserviert diesen Fehler zu meiner verdienten Schande. (Und so etwas setzt seine Pingbacks in etlichen hannöverschen Blogs ab!)

Rückblick Januar 2009

Ereignetes

Da ist es endlich, das neue Jahr 2009. Für die einen ein Grund zum Feiern und auf ein schönes Jahr zurückzublicken, für einige gar kein besonderes Datum, was da zum nummerischen Überlauf in der Jahreszahl führt, für manchen auch ein bisschen Arbeit. Eines sollte jedem unabhängig von den Eigenarten der kalendarischen Zählung klar sein: Ein neues Datum allein ändert keine Zustände, man sollte sich selbst treu sein. Denn nach dem Fest bleibt meist nur Müll zurück. Andere starten lieber mit Zombie-Trash ins neue Jahr. Auch gut, denn beim Würdigen eines solchen Filmes friert man nicht.

Kalt war es im Januar, es gab sogar — wie selten in Hannover — ein bisschen Schnee gleich zum ersten Arbeitstag und ich schreibe diesen kleinen (und recht kurzen) Januar-Rückblick in den letzten winterlichen Nachwehen, bei minus 2 Grad, leichtem Schneefall und einem aus Osten kommenden Wind, der einem das Gruseln lehrt, wenn man dabei unterwegs ist. Ja, dieser saukalte Januar konnte einem gar das Erfrieren lehren, wenn man nur eine Spur Bereitschaft dazu mitbrachte. Man hat es eben nicht leicht, auch nicht als Blogger, und selbst so ein angelich einfacher Upgrade auf s9y 1.4 kann auch mit ein paar Schwierigkeiten daher kommen. Egal, welche Beschreibungen man wählt, der Mist bleibt eben ziemlich mistig.

Was für die einen einfach nur saukalt ist, das ist für die anderen doch ein eher fröhliches und ungewöhnliches Ereignis. Allem Gerede von der globalen Erwärmung zum Trotz war der Maschsee dieses Jahr mal wieder so zugefroren, dass jeder über Wasser gehen konnte. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lässt. Die bunten Elefanten in der Innenstadt schaffen es da auch nicht, bei solcher Kälte eine tropische Atmosphäre zu verbreiten. Zumal unsere hannöverschen Kommunalpolitiker der Meinung sind, dass vereiste Wege aus “ökologischen Gründen” nicht gestreut werden sollten. Der Knochen muss brechen, damit der Baum leben kann! :mrgreen:

Dabei wäre es doch viel sinnvoller gewesen, die Fahrbahnen vereisen zu lassen — wo wir jetzt doch so eine schöne Verschrottungsprämie haben.

Ach, wo ich schon so viel vom Wetter schreibe — es war ja auch das, worunter ich am meisten litt — natürlich ist das Wetter zumindest in den Medien auch mit Wahlbeteiligungen korrelliert.

Unabhängig vom Wetter ist wohl die so genannte “Finanzkrise”, die sich bei etwas ruhigerer Betrachtung als eine tiefe Krise des auf platzenden Zahlungszusagen basierenden Geldsystemes entpuppt, die auch den emsigsten Vertreter des Kapitalismus mal nach dem als unendlich zahlungskräftig empfundenen Staat rufen lässt, als wenn Vier Milliarden Euro etwas wären, was mal eben aus den eingetriebenen Steuern beglichen werden kann. (Ich nenne den gegenwärtigen Kapitalismus ja manchmal “Debitismus”, um seinen Charakter zu kennzeichen — und stoße dafür auf allgemeines Unverständnis. Aber hier will ich gar nicht erst analytisch werden, und an anderer Stelle graut es mir vor der Schreibarbeit…) Diese Krise schlägt auch in Hannover ihre Wellen, und das Ihme-Zentrum, das eigentlich zum “Linden-Park” werden sollte, droht zur Bauruine zu werden. Als ob es jemals etwas anderes war! Es gibt da etwas, was ich im Moment nicht sein möchte: Eigentümer einer Wohnung in unserem Betonburg-Mahnmal für unmenschliche Architektur. Vielleicht sollte man das Ding jetzt retten, indem man es unter “Mahnmalschutz” stellt… :mrgreen:

Vielleicht sollten diese Leute aber auch einfach einen passenden Talisman für die Finanzkrise erwerben. So etwas hilft gegen die schlechte Laune, die ja eine Zutat für die Rezession ist. Manchmal kann einem aber auch das Fernsehen zur anhaltenden Produktion von Lachtränen bringen. Und ja nicht die gute Laune davon verderben lassen, dass Google sagt, dass Google unsere Computer beschädigen kann.

Wir bleiben jedenfalls weiter zu hässlich für München und bilden ein fröhlich bloggendes Hannover der vielen Stimmen. Und das ist gut so.

Und übrigens: Im Kino friert man nicht

Neues

Es sind auch im Januar wieder neue Blogs in den Aggregator gekommen — und ein Blog ist leider noch nicht im Aggregator, aber schon einmal verlinkt.

Nicht im Aggregator sind die Hannovershots, ein ansprechendes Fotoblog, weil der Bloghoster nur RSS-Feeds ohne Angabe eines Zeitstempels für die einzelnen Beiträge ausliefert. Damit wird eine chronologische Einordnung der Beiträge unmöglich. Das soll jetzt aber bitte niemanden daran hindern, die fotographischen Einblicke in die Stadt regelmäßig zu besuchen. Von der Festung bis zum Maschsee gibt es dort Eindrücke aus Hannover. Deshalb habe ich auch einen Link gesetzt.

Ein Thema, dass weit über Hannover hinaus geht und eigentlich für jeden Menschen wichtig ist, ist der Datenschutz. Gedanken, Informationen und Aktuelles zum Datenschutz gibt es im Datenschutz-Journal, das ebenfalls aus Hannover kommt und frisch seinen Weg in den Aggregator gefunden hat. Dabei geht es keineswegs nur um die Computer, sondern auch um die alltägliche Gedankenlosigkeit im Umgang mit empfindlichen Daten.

Ebenfalls neu ist derEcki, ein geradezu klassisches Blog mit eher persönlichen Stellungnahmen zu den Ereignissen in der virtuellen und wirklichen Welt. Das heißt jetzt aber nicht, dass es ein “flaches” Blog wäre — es atmet echten Bloggeist.

Abschließendes

Ich hoffe, dass ich mich im Februar wieder etwas mehr dem Bloggen widmen kann und einen etwas längeren Text als Rückblick absondere. Jetzt muss ich mich erstmal wieder über meine unfertigen Arbeiten hermachen und zusehen, dass daraus irgendwann fertige Werke werden. Es ist eben alles nur 10 Prozent Inspiration, und der Rest ist ganz ordinäre Transpiration.

Lasst es euch gut gehen!

Natürlich sind das jetzt wieder ganz subjektiv rausgepickte Blogbeiträge, die hier von mir verlinkt wurden und dabei in Zusammenhänge gerieten, für die sie eigentlich gar nicht geschrieben wurden. Und das kann, darf und soll beliebig zerpflückt werden…