Madsack

Monatsrückblick Januar 2011

Ja, ich weiß, es ist erst der 25. — aber ich werde in den nächsten Tagen nicht dazu kommen. Besser früh als gar nicht…

Das Jahr 2010 und damit das gesamte Jahrzehnt der “Nuller Jahre” ist vergangen, das Jahr 2011 ist gekommen. Auch, wenn mancher nach den üblichen Feiern zum Wechsel des Kalenders etwas schwächelt, wird doch alles gut. Hofft man wenigstens. Zumindest aus meiner Sicht stellt sich das neue Jahr stets als genaue Sehkopie des alten Jahres heraus. Wer klug ist, hält sich gar nicht erst mit Vorsätzen auf.

Bloggesund ins neue Jahr

Hihi, das klingt ja wie eine gute Satire auf die Hohlheit typischer Reklametexte. Wer bei WordPress.com bloggt — kann ich übrigens nur empfehlen, bei technischen Problemen hat sich sogar der Mail-Support als verblüffend gut, freundlich und schnell für einen kostenlosen Anbieter erwiesen, und ein bisschen Englisch können wir doch alle — der (oder die) hat zum Anfang des Jahres eine Mail mit einem Rückblick auf die Blognutzung 2010 und eine Menge hübscher Zahlen bekommen. Darin war auch ein tolles Bolg-Health-o-Meter™, das selbst einem meiner Blogs, das mit maximal drei bis vier Besuchern pro Tag auf den Ozeanen der Irrelevanz dahindümpelt, ein “Wow” bescheinigte. Was habe ich gelacht!

Apropos Lachen — Wer nicht selbst bloggt oder aus anderen Gründen keinen Sinn für Humor hat: Auch bei der Bloglektüre im neuen Jahr ist zu beachten, dass es sich bei richtigen Blogs um Mitteilungen “gewöhnlicher Menschen” handelt, die ihre Gedanken, Erfahrungen, Einfälle, Ideen im Internet festhalten. Dabei kann manchmal neben reizvollen Fotos feliner Lebensformen auch Satire entstehen, natürlich. Wenn man nicht mehr lachen kann, wird das Dasein ja unerträglich. Satire kann auch mal geschmacklos, zynisch, fröhlich boshaft sein, sie ist ja ein Scherz aus dem Schmerz. Und eine Satire, die nach etlichen Missverständnissen mit einem “Warnhinweis” versehen wurde, dass es sich hier um eine Satire handelt, ist nicht mehr lustig, sondern ein Denkmal der Humorlosigkeit. Halbwegs wache Menschen erkennen eine Satire durch Hinschauen. Wenn die Satire gut ist, allerdings erst auf dem zweiten Blick. Und dann gibt es natürlich noch die Realsatire. Warum ich das alles schreibe? Na, langer Rede dürftiger Sinn ists, dass ich Hannover in Wirklichkeit mag — trotz der Ödnis des Schützenplatzes und etlicher Anblicke, von denen die Augen erbrechen wollen:D

Ereignetes

Die weihnachtliche Freudenzeit reichte wie gewohnt bis Epiphanias in das neue Jahr hinein und damit weit über die Zeit des Festes und des Geschenkumtausches hinaus, und auch das Bloggerwichteln zog sich etwas, bis das letzte Päckchen ankam — doch es gibt immer Grund zur Hoffnung, auch wenn man von DHL wahnsinnig werden kann. Nur für Spammer gibt es keine Hoffnung mehr, vor allem nicht für Christina Metternich.

Guter Hoffnung war wohl auch der hannöversche Madsack-Verlag… ähm… die Mediengruppe Madsack, unter auffallend günstigen politischen Bedingungen jetzt auch Fern-Sähen zu können, doch dessen/deren Frühling findet nun doch erst im Herbst statt. Wenigstens gibt es dort jetzt den Einblick in die Wirklichkeitsverpasser aus der hannöverschen “Bloggerszene” (mein Unwort des Jahrzehnts) auch auf toten Bäumen gestempelt.

Apropos “Bloggerszene”: Noch nicht ereignet hat sich übrigens das Bloggertreffen, das findet erst am 30. Januar 2011 um 15 Uhr im Mister Q statt.

Wenn der Schnee geschmolzen ist, dann wird wieder sichtbar, was er gnädig verdeckte, und nach dem Winter des Grauens kommt das Hochwasser des Entsetzens über uns. Da entsteht schon einmal ein Eindruck dessen, was uns noch vor wenigen Monaten als Leinebogen von der HAZ verkauft werden sollte. Na, jetzt soll Hannover ja wieder grüner werden. Zumindest von außenrum. Wegen des Klimaschutzes.

In den USA hat man zurzeit das Problem, dass das Gift für die Hinrichtung durch Totspritzen ausgeht. Vielleicht sollten einfach niedersächsiche Hühnereier aus “sorgfältig” kontrolliertem Vogelanbau genommen werden, obwohl dieses Gift leider noch ein paar Verunreinigungen aufweist. Vielleicht wird man dort aber eher eine Sarah Palin zur Hilfshenkerin machen, deren unverhohlene Lust am Mord die Spatzen von den Dächern twitterten.

Wir lernen nicht für die Schule, wir lernen fürs Leben. Das übrigens meist nicht an der Schule, da lernt mancher nur, dass LehrerInnen ihre Paranoia verängstigte Weltsicht in einen Lebensschaden für einen Schüler verwandeln können. Na, wenigstens ist die Parallelwelt Schule gut vom zwingenden Blick gesichert. Ja, man merke es sich fürs Leben! Es sind eben nicht alle gleich, und in einer anderen Parallelwelt sprechen manche gar von sich selbst in der dritten Person — ganz offenes Blendwerk, und nicht das übliche politschwafelnde “wir”, dass den Eindruck erwecken soll, dass für viele andere gesprochen wird, während meist die Interessen weniger vertreten werden.

Nein, es sind keineswegs alle gleich. Manche Internet-Firmen zum Beispiel lassen eine Domain wegpfänden und geben zur Vereinfachung dieses Vorganges eine… ähm… zweifelhafte Schätzung des Wertes ab. Die müssen es ja wissen als Internet-Firma, scheint sich der Richter gesagt zu haben, und so kam Euroweb damit auch durch. Erstmal. Ob der dafür verantwortliche Richter auch ansonsten die röm.-kath. Form der Wahrheitsfindung anwendet, ist allerdings nicht bekannt.

Gewarntes

Ich weiß ja nicht, wie viele von euch auf Facebook aktiv sind. Aber die Warnung vor einigen umlaufenden Hacks mit allerlei kleinen Nutzlos-Programmen sollte sich jeder zu Gemüte führen, der seinen Facebook-Auftritt nicht zu einer Litfaßsäule für die fragwürdigen Angebote krimineller Spammer machen will.

Daumengedrücktes

Viel Erfolg bei den bevorstehenden Klausuren!

Neues

  1. Fachanwalt für IT-Recht ist ein guter Kandidat für die werbewirksamste Blogbezeichnung in Hannover, aber wahrlich kein aufdringlich nach Reklame schmeckendes Blog.
  2. Dichtheit & Wahrung kenne ich noch aus einer Zeit, in der dieses Blog “Der Kutter” hieß — und habs hier wirklich vermisst.
  3. Gedankenkotze und sowas ist schon im Dezember dazu gekommen, aber erst kurz nachdem ich den Monatsrückblick geschrieben habe.
  4. Etwas ganz ähnliches gilt für Mit 70 beginnt das Leben — leider hat der RSS-Feed dort zurzeit einen kleinen Fehler, wie generell bei Blogspot gehostete Blogs oft ein Härtetest für den hier verbauten Code werden. Vielleicht sollte ich mir mal eine Woche Luft schaffen und alles besser machen, meine TODO-Liste für das Bloggende Hannover sieht inzwischen erschröcklich aus…

Kaum beginnt sich die hannöversche Lokalpresse für Blogs aus Hannover zu interessieren, um in müden Zeiten das gebieterische Papier mit besonders preiswert erstellten Content zu befüllen, schon werden viele Menschen auf das Bloggende Hannover aufmerksam. Ich bin froh, dass ich da nicht mitgemacht habe. Es gibt wirklich schon genug unterbezahlte und unbezahlte Arbeit zugunsten einer kleinen Clique von Besitzenden in diesem hübschen Land.

Fehlendes

Ich bin übrigens hocherfreut, dass niemand über das gegenwärtige “Zirkussterben” zu bloggen scheint. Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler, Menschen sind dabei wertlos.

Angekündigtes

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die zurzeit hier verbauten Foren demnächst ersatzlos verschwinden werden. Schon, als ich die beim Redesign mit eingebaut hatte, fragte ich mich nach dem Sinn dieses Features — hat doch jeder hier sein Blog. Und in der Tat wurde das Forum nicht angenommen, was ich gut verstehen kann. Aber der eigentliche Grund, warum es demnächst verschwinden wird, ist der Umgang der bbPress-Entwickler mit einer schweren Sicherheitslücke. Was ich im verlinkten Text beschrieben habe, ist auch heute noch, vier Wochen später am 25. Januar, deprimierende Tatsache. Ich habe hier zwar Vorkehrungen getroffen, dass ein Hack keine allzu schweren Schäden anrichten könnte, werde aber dennoch alle Projekte mit darin verbauten bbPress-Foren auf eine andere Software-Basis stellen. bbPress ist ein totes Pferd.

Schnappschuss des Monats

Hannover-96-Fans beim Schwittern, der realweltlichen Alternative zum Twittern.

Es ist ja überflüssig, das zu erwähnen, aber meine Monatsrückblicke sind allesamt völlig subjektiv und aus Links zu willkürlich ausgewählten Blogpostings zusammengesetzt. So etwas kann, darf und soll beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Rückblick September 2009

Der September hat doch gerade erst angefangen, dachte ich mir — aber er hat sich ja richtig schnell zum Ende geneigt. Am Wahlkampf kann dieses flutsche Verfliegen der Zeit jedenfalls nicht gelegen haben, der war eher dröge. Da geht man mal wieder am Schützenplatz vorbei, weil man um die Innenstadt lieber einen weiten Bogen macht, und was dringt an die Ohren? Der Krach des Oktoberfestes. Es war ein recht verhaltener Krach, mehr von Maschinen und Tonwiedergabegeräten als von Menschen. Es ist ja auch nicht München, sondern alles ein bisschen kleiner. Deshalb gibts auch keine Maß, sondern die hannöversche Art, dem Körper Alkohol zuzuführen. Immerhin, der Bedarf an Pissoirs ist angesichts der kleineren Gläser auch nicht so groß.

Ach, “Pissoirs”, wat seech ek da?! Kaum hat man mal einen längeren Lebensabschnitt in der nördlichsten Stadt Italiens (München) verlebt, schon erlebt man diesen Sprachprozess. Die ersten vier Wochen fühlt man sich als Norddeutscher wie ein Ausländer und wünscht sich, in den Niederlanden unter Menschen mit leicht verständlicher Zunge zu weilen. Aber man hört sich rein, gewöhnt sich daran, übernimmt irgendwann die ganzen fremden Vokabeln (und zum Glück nicht die starke Dipthongisierung der Vokale, die einem Preiß einfach nicht über die Lippen gehen will) und irgendwann auch diese ganzen Grammatikfehler. Den (falschen) Konjunktiv “bräuchte” habe ich mir dabei so verinnerlicht, dass er gar nicht mehr raus will — ich kann mich konzentrieren, wie ich will, er kommt von allein, als sei er meine Muttersprache. Dafür gilt man dort als einer, der die Tiefen des deutschen Präteritums kennt, fast schon als gebildet — dort, im Reich des Perfekts.

Ach ja, Perfekt… ich wollte ja eigentlich einen Rückblick schreiben.

Themen

Ein beherrschendes Thema war natürlich die Wahl zum Deutschen Bundestag und der Wahlkampf. Das lag nicht daran, dass es ein interessanter oder gar mitreißender Wahlkampf gewesen wäre, nein, er war eher müde und öde. Er war so müde, dass das Internet selbst zu handeln angefangen hat, damit überhaupt jemand zur Wahl geht. Die Plakate reizten jedenfalls eher zum Gähnen, zur Heiterkeit oder zur Anfertigung von Satiren, wenn sie nicht gleich realsatirisch waren. Vor allem die hübschen Fotos mit den hohlen Phrasen der CDU lösten offenbar einen unwiderstehlichen Reiz aus. Wenigstens ist Guido Westerwelle beim Original FDP geblieben und nicht beim Nachbauversuch in Form der nachgeschröderten SPD. Irgendwie fehlte es den Wahlwerbern an der Gekonntheit. Und auch die kleine Spam-Aktion der FDP konnte ebensowenig überzeugen wie die Schleichwerbung bei hannover.de.

Immerhin, der Auftritt von Angela Merkel und Ursula von der Leyen am Steintor verlief fast reibungslos.

Natürlich hat diese Stümperei nur eine Minderheit vom Wählen abgehalten, und das trotz der bösen Drohungen. Es wird ja auch fast jedem leicht möglich gemacht, sein Kreuz bei einer der Realsatiren zu schlagen — na ja, wenn er nicht gerade obdachlos ist, denn sonst ist das mit doch etwas mehr Aufwand verbunden. Bei aller “Qualitätssicherung”, etwaige Fremdkörper bleiben eben weiterhin unvermeidbar. Für 98 Prozent Wahlbeteiligung hat es aber nicht einmal näherungsweise gereicht, ganz im Gegenteil, trotz der relativ großen Bedeutung der Wahl war die Wahlbeteiligung ein weiterer Minusrekord.

Tja, und dann kam endlich der Abend des Wahltages. Und aus rot wurde schwarz. Na ja, eher wurde aus dem stark ausgeblichenen Rot der SPD das schwarz-gelbe Warnmuster einer Wespe, die sich auf einen Apfelbaum stürzt. Und unsere BR Deutschland hat jetzt für vier Jahre den Salat, den sich die Menschen darin so verdient haben; mal schauen, wie er schmeckt. Vielleicht sollte man die passende Soße dazu nehmen…

Wenigstens ist die Soße nicht braun. Auch die NPD wollte ja ein bisschen wahlkämpfen und spazierte durch die Südstadt. Ein Prozent dürfte bedeutungslos genug sein. Aber mein Glückwunsch an die eindeutigen Wahlsieger, die FDP und die Grünen — und an die Piratenpartei, die mit 2 Prozent aus dem Stand ein deutliches Zeichen gegen den weiteren Abbau der Bürgerrechte und den sich immer mehr ausbreitenden zwingenden Blick des unsichtbaren Bruders in der Wachstube setzte. Die Grünen hatten es bei ihrer ersten Bundestagswahl nicht so dicke. Aber die hatten auch bessere Konkurrenz.

Glückwünsche

Herzlichen Glückwunsch an Phil, der sich jetzt als ein Fachinformatiker Fachrichtung: Systemintegration nennen darf. Ich glaube, das sind die Leute, die unterm Schreibtisch kriechen…

Bedrohte Blogs

Jetzt, wo die Garten.Eden.Kirche verschwindet, ist ein bisschen fraglich, ob dieses Blog noch weitergeführt wird. Wir werden sehen.

Schwachsinn des Monats

Die Idee des Madsack-Verlages, den Menschen Geld dafür abzuknöpfen, dass sie eine Seite aus dem Internet an einen Bekannten mailen können, ist der Größtmögliche Anzunehmende Unfug. Wer noch nicht gerafft hat, wie man einen Link aus der Adresszeile des Browsers über die Zwischenablage in eine Mail kopiert, wie man eine Seite lokal speichert und weitermailt oder wie man ein PDF aus einer im Browser dargestellten Website macht (das geht zumindest unter Linux einfach), der bewegt sich vermutlich gar nicht im Internet. Da wird es dann auch schwierig, auch solchen netzfernen Leuten eine Zielgruppe für ein internet-basiertes Angebot zu machen. Ich wollte, ich könnte glauben, dass die Redaktion der HAZ mehr Gehirn innerhalb des Schädels hat als der Denkverweigerer, der sich diese tolle Geschäftsidee ausgedacht hat. Aber ich kann es nicht glauben.

Und Tschüss

So, ich hoffe, dass es in den nächsten vier Jahren keine weitere Bundestagswahl gibt. Da vergisst man ja völlig, dass das Leben auch noch schöne und heitere Momente anzubieten hat. Und seltsame Sinneseindrücke. Und Bahnfahrten. Und Suppe. Und Speiseeis. Und fliegendes, gammliges Gemüse. Und Dung von Polizeipferden. Und Kreuzfahrten. Und Licht aus… Was… Licht aus?

Gute Nacht!

Wie immer habe ich hier schnell und recht unsystematisch etwas zusammengeschmiert. Das darf und soll beliebig zerfleddert werden. Etliche Links sind absichtlich an den Haaren herbeigezogen. Solches Vorgehen enthüpft meiner eigenen Heiterkeit.