Das bloggende Hannover

Stimmen aus einer unterschätzten Stadt

Rückblick Januar 2010

Ach, ist der Monat schon wieder fast zu Ende. Ja, ein ganzes Jahr ist am Anfang des Monats zu Ende gegangen, und mit ihm das letzte Jahr der “Nuller Jahre”, willkommen seien uns die Zehnerjahre und von ihnen zunächst einmal das Jahr 2010! Ein frohes neues Zeitalter! Ohne alte Hüte. Und ohne, dass die Phisher eine Chance hätten. Aber dafür einmal mit Speckstreicheln nach den großen Fressfesten.

Wenn jetzt doch auch noch die Zeit der anderen Nullen vorbei wäre! Es ändert sich eben immer erstaunlich wenig, wenn man einen neuen Kalender kaufen muss, und ich habe schon als Kind nicht verstanden, warum so ein Gewese um die Benutzung eines neuen Kalenders gemacht wird. Heute ist es mir noch unverständlicher, ich tippe einfach cal -3 an meiner Kommandozeile, wenn ich eine Übersicht brauche.

Übrigens wird auch das Bloggende Hannover noch ein bisschen erhalten bleiben, so ganz nebenbei bereite ich sogar eine Reihe technischer Verbesserungen vor. Leider habe ich im Moment besonders ungünstige Bedingungen für diese Arbeit, darunter einen sehr unstetigen und schmalbandigen Internetzugang und sehr viel um die Ohren, so dass sich alles ein bisschen verzögert. Auch dieser kleine Rückblick wird nicht so lang werden, denn ich kann ihn noch nicht über meine sonstige Infrastruktur veröffentlichen, die mir die Internet-Nutzung auch unter solchen Umständen erleichtert. (Ich habe mir für mein unstetes Leben eine ganze Menge komisches Zeug zusammenprogrammiert, über das ein “normaler Blogger” nur den Kopf schütteln würde…)

Na ja, nicht nur hier gibt es Designarbeiten.

Geschneites

Völlig ungewöhnlich und für niemanden zu erwarten ist es ja, wenn im Winter einmal zum Winter passendes Wetter kommt. Schneefall gehört zu den Dingen, die sich in Hannover einfach nicht gehören. Da denkt der Hannoveraner sich, dass irgendetwas mit der Welt nicht stimmen kann und handelt sehr verwirrt, und zwar auf allen Ebenen, und ohne Hemmungen vor Zuständen, die geisteskrank anmuten. Dabei sieht es doch gar nicht so bedrohlich aus. Und der stadttypische Lärm klingt auch gleich gedämpfter, nur hin und wieder hört man den dumpfen Aufprall der ausrutschenden Menschen

Es ist aber bedrohlich. Dieser schreckliche Schnee. Vor allem dann, wenn man Zeitung liest oder sich vor die Glotze packt, denn in diesem Winter wurde eine ganz besondere KATASTROPHENSTIMMUNG gemacht. Ja, weil es Winterwetter im Winter gibt! ENDLICH IST DOOMSDAY!!1! Schneeflocken fallen als weiße Mörder auf unsere zerbrechliche Zivilisation und drohen uns alle zu töten, schlimmer noch als Hannovers bekanntester Würstchenmacher! Ich habe erwachsene und vernünftig aussehende Menschen gesehen, die sechs Paletten H-Milch nebst einem Monatsvorrat von Lebensmitteln aus einem Aldi heraustrugen vor lauter Angst vor den bösen Flocken. Und wofür? Für ein Nix, das mit medialer Panik aufgepumpt wurde. Ich habe mich wirklich gefragt, ob jetzt wegen der geplatzten Schweinegrippe ein paar hauptamtliche Katastrophentexter in Glotze und Journaille frei wurden und sich wahllos auf das nächste Angstthema stürzen, egal, wie hirnrissig es wirkt. Es hat übrigens schon wieder geschneit in Hannover, und die Wege sind schon wieder ungestreut oder mit ungeeigneten Mitteln gestreut und wirken wie ein Angriff auf alle 210 Knochen des Menschen. So langsam glaube ich auch an die große Verschwörung von Krankenhäusern und der Stadt Hannover — eine Stadt, in der es hin und her und auch immer wieder einmal rückwärts zurückgerollt geht, aber leider nur selten einmal vernünftig.

Nun, die Katastrophe kam nicht, aber dafür etwas anderes mit “K”, die Kälte. Wohl dem, der der Kälte entkam oder ihr erfolgreich zu entkommen plante. Der Rest leidet weiterhin unterm Frieren und unterm Fernweh.

Sonstiges

Wenn einem schon die frostige Hand des Winters nach der Brust greift, wirkt das Wort Nacktscanner gleich noch etwas unangenehmer. Aber seid unverzagt, jeder wird gescannt und niemand muss dabei frieren. Nur so ein bisschen unwichtige Würde bleibt dabei auf der Strecke, aber daran werden wir auch noch so schrittweise gewöhnt — zum Beispiel durch den ständigen zwingenden Blick des Großen Bruders. Aber natürlich auch durch gewisse Köche am sozialen Brei.

Es sind ja auch nicht nur die so genannten “Grundrechte”, die hier neben großen Plänen, Worten und Wünschen entkernt herumstehen. Mit dem großen Denken wird es in Hannover nichts mehr, stattdessen reiht sich unter der allgemeinen Säckelkrankheit eine nagelneue Ruine an die nächste. Zum Glück gibt es nicht nur in Hannover Baumängel, aber andernorts werden die Damen und Herren leider nicht einfach im Rott sitzengelassen. Es wird eben im Vorfeld alles größer verpackt, als es dann schließlich ist.

Mit dem großen Fußball könnte es — angesichts des gegenwärtigen Tabellenplatzes von Hannover 96 — auch bald zum Ende kommen, was angesichts des Freitodes von Robert Enke und des dadurch ausgelösten Traumas sogar für mich verständlich ist und mich nicht gerade zur Häme antreibt. Immerhin bleibt in diesem Kontext der fragwürdige Journalismus ganz großer Arschlöcher übrig, die letzte “Größe” rund um Hannover.

Ach ja, Arschlöcher… (nein, ich kenne für einige Menschen kein feineres Wort mehr) so richtig riesengroße Arschlöcher gibt es auch unter den kriminellen Spammern, die nach einer schrecklichen Katastrophe Spendengeld in ihre Taschen stecken wollen.

Wahrheit

Es wird ja so selten die Wahrheit gesagt (ich habe hier jetzt schon einmal mit der ausdrücklichen Verwendung des in der Bildungssprache meist vermiedenen Ausdruckes “Arschloch” zur Bezeichung eines Menschen, der aus Kälte, Gier und Freude am Arschlochsein einen deutlichen Beitrag zur Verschlechterung der Welt und der menschlichen Lebensbedingungen leistet), und wenn einmal die Wahrheit gesagt wird, denn sollte dies wirklich lobend erwähnt werden. Vor allem, wenn diese Wahrheit aus dem Munde einer Politikerin kommt, der kaum noch ein ehrliches Wort zugetraut wird — diese Wahrheit wird auch nicht dadurch entwertet, dass sie ein kleines bisschen unfreiwillig wirkt. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Wahrheit gesagt, und das sei ihr im vollsten Maße gelobt… :mrgreen:

Der Vizekanzler hat auch etwas gesagt, aber der tiefere Sinn erschließt sich nur, wenn man sich nicht vom schmerzenden Zwerchfell von der Sinnsuche ablenken lässt.

Übrigens finde ich es sehr schön, dass man auf Facebook die Beziehung mit einem Klick beenden kann und würde mir ein vergleichbar einfaches Vorgehen für die Wirklichkeit wünschen…

Zuhause im Reim

Des Werbers Mund ist übervoll
Mit wohlbehaunen Worten –
Die Musen findens nicht so toll
Und wirken andernorten.

So jedenfalls scheint das heimliche Motto jener kleistergeilen Plakatgestalter zu lauten, die uns in Hannover zuhause seienden Menschen (Merk es dir, Deutschlernender: Das Präsenspartizip geht gar nicht und steht wirklich nur zur Zierde und zur Steigerung des Lernumfanges in den Grammatiken der deutschen Sprache!) völlig überflüssigerweise sagen wollen, dass Hannover Zuhause heißt:mrgreen:

Mein Vorschlag für die nächste angriffslustige Kurzversoffensive, ganz im Stil der kantenreichen Knüppelreime: “Du Werber, der nichts werden tut, Hannover gibt dir wieder Mut”.

Post(s) des Monats

Der unscharfe Glücks-Aktivator — so manche Reklame saugt an der Hirnsubstanz wie ein Magnet an Eisenfeilspänen…

Na, solange es dabei nicht zu brennen beginnt

Ich habe das heute ganz schnell zusammengeschrieben, wie immer total subjektiv und oft sehr willkürlich in der Auswahl. Es darf und soll beliebig zerfleddert werden.

Rückblick Oktober 2009

Von wegen “Goldner Oktober”, vorzeitiger November wäre dieses Jahr passender gewesen, so kam man bei den real existierenden Außentemperaturen ins nasskalte Bibbern. Genau das Richtige, um zu den fallenden Blättern, kalten Nächten und zum ungüstigen Windchill-Effekt die diversen Mitteilungen von bevorstehenden Weltuntergang durch die anthropogene globale Erwärmung zu hören, die ihre Wirkmächtigkeit wohl auch der psychologischen Wirkung einer vorauseilenden Sühne dankt, mit der kommendes Unheil abgewendet werden soll.

Vermarktetes

Ein fröhlicher Gruß geht an Frau Lucie Volquartz, die mich in Auftrag der Innovatives Niedersachsen GmbH anmailte, weil man dort im Rahmen der Recherche nach interessanten Portalen und Blogs unter anderem auch auf das Bloggende Hannover stieß. Man hat dort einen kleinen, neckischen Videospot gemacht und würde sich sehr darüber freuen, wenn ich diesen in einem Post als “interessant” für meine Leser einschätzte.

Nun, ich habe wirklich eine gewisse Zeit darüber nachgedacht, ob ich darauf überhaupt eingehe. An sich ist das hier ja “nur” ein Aggregator für Blogs aus und rund um Hannover, und dies auch noch mit der Bedingung, dass es sich um “persönliche” Tagebücher handeln muss und nicht um irgendwelche kommerziellen Blogversuche. Aber hey, was solls, Hannover ist nun einmal die Landeshauptstadt, weil sich auf den weiten Weiden und unter den dumpfigen Dörfern des Landes nichts Besseres gefunden hat, und da will ich mal nicht so wikipedianisch arrogant werden und bette hier einfach mal das Video ohne jeglichen weiteren Kommentar zu seinem Inhalt ein (ich habe nämlich gar keine Lust, mir einen Werbefilm anzuschauen, jedenfalls nicht jetzt):

YouTube-Direktlink zum Video

Ach ja, das liebe Landesmarketing! Es ist wirklich sehr sehr innovativ in Niedersachsen, sogar Twitter hat es entdeckt. Allerdings kommt da nicht mehr viel Gezwitscher, man hat inzwischen wohl auch entdeckt, dass dazu mehr gehört als das massenhafte Followen bei irgendwelchen Leuten, die irgendwo Hannover oder eine andere niedersächsische Großstadt stehen haben. (How shall I name it?) Unter dem Gesichtspunkt des Marketings ist Twitter eben ziemlich irrelevant, wenn man nicht sowieso schon jemanden dort sitzen hat, der gern und viel twittert oder auf die Streumunition der Spam setzen will. Sonst wird aus dem Trällern schnell ein gelegentliches, kaum beachtetes, erbärmliches Fiepsen, das im Rauschen der anderen Belanglosigkeiten untergeht. Und der Umgang mit Photoshop scheint auch verbesserungswürdig zu sein. Wisst ihr bei der Innovatives Niedersachsen GmbH eigentlich schon, was ein so genanntes Hashtag ist? Wenn nicht, googlet (was für ein fürchterbares Verb!) doch mal danach! Ein allgemein sehr beliebtes Hashtag auf Twitter ist übrigens #Fail. ;-)

Peccatum meum est!

Wenn ich so einen Rückblick schreibe, versuche ich dabei immer, so neutral wie nur irgend möglich zu bleiben, und ich scheitere daran immer wieder. Es gibt einfach kein neutrales Schreiben, weil es niemals neutrale Schreiber gibt. Ich zum Beispiel bin alles andere als neutral, ich habe gegen einige Dinge einen derart großen Widerwillen, dass ich sie einfach nicht bedenke. Nun dann, maxime peccantes, quia nihil peccare conantur, ich habe es einfach ignoriert und so weiter gemacht.

Aber es geht nicht so weiter. Das Bloggende Hannover ist ein regelrechter Kinoführer mit einer Menge aufwändig geschrieber Rezensionen geworden, und die gehen regelmäßig in meinen Rückblicken unter. Da hilft auch alles überhebliche Lateinschwätzen nicht, wo ein deutliches deutsches Wort angemessen wäre. Ich bin da eben nicht neutral, sondern desinteressiert und was die Darbietungen in Fernsehen und Kino betrifft, eher angewidert als angeödet. Das muss anders werden, und ich versuche es einmal mit einer Liste der Filme des Monats (hoffentlich vergesse ich jetzt keinen:

Und etwas außer der Reihe: Das Schweigen der Lämmer und The Pervert’s Guide To Cinema

Neues

Ach, wie schön, mal wieder etwas Neues melden zu können. Lösungen will das geben, was der Titel verspricht, nämlich allerlei Lösungen in allerlei Alltagsfragen. Wir wissen zum Beispiel alle, was dieses “information at your fingertips” wirklich bedeutet, nämlich wasserunlösliche Druckerfarbe an den Flossen. Und dort wird gezeigt, was man dagegen tun kann. Da die Lösungen nicht vom Himmel fallen, kommt da auch nicht jeden Tag ein Posting, sondern nur, wenn eines anfällt — und das kann auch mal ein wenig dauern. (Für Hannover 96 liegt hingegen die Lösung ganz nahe, die müssen einfach mal Heimspiele gewinnen.)

Wenn jetzt auch Too Much Cookies (nur echt mit dem falschen Numeral, es müsste natürlich “too many” heißen) dazukäme, wäre hier sogar fast alles aus Hannover vertreten, was ich selbst lese. Na ja, fast alles — Dichtheit & Wahrung fehlte immer noch.

Ereignetes

Hannover hat eine tolle Zeitung namens Hannoversche Allgemeine, die sehr seriös aussieht und tolle Meldungen bringt. (Okay, das war die NP, aber in der HAZ würde das auch nicht überraschen.) Ihre Art, Werbung auf der Website zu platzieren, ist hingegen weniger seriös. Wenn dieses Blättchen dazu mal ein paar Hintergründe zur Vernichtung von öffentlichen Geldern in Form des Ihmezentrums so schreiben würde, das es den Profiteuren des Vorganges weh täte, würde ich ihr das ja verzeihen — denn dieser Bau schlägt sogar Polizisten in die Flucht, und auch Clötten-August wird wohl kaum dort einziehen. Schließlich ist das — im Gegensatz zur Stadt Hannover und zum Lande Niedersachsen — ein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Musik mag ein Monolog des Gefühls und die Philosophie ein Monolog der Vernunft sein, der Vorgang Ihme-Zentrum ist ein Monolog der Idiotie. Diese Geschäftsleute haben ihre Seriosität im besten Falle äußerlich gezeigt. Vielleicht sollte man einfach ein Kunstwerk daraus machen, für den Käse ist ja schon gesorgt.

Man muss es ja nur anders nennen, um einen Anschein von Neuerung in einem Mahnmal des Brutalismus zu haben. Das Ihmezentrum heißt jetzt Lindenpark, und Raider heißt jetzt Twix. Oder umgekehrt.

Jaja, die Zeitungen. So ein Revolverblatt wie De Telegraaf aus den schönen Niederlanden hat wenigstens noch jemanden, der schmerzhafte Fragen stellt, die ich zu gern mal in akzentfreiem Deutsch hörte, begleitet von etlichen anderen Journalisten, die auf eine Antwort bestehen und sie immer wieder einfordern. Und nicht nur in politischen Fragestellungen krankt die Journaille, auch in technischen Fragen erweist sie sich als Hervorbringer von reklamenahen Elaboraten voller Inkompetenzkompensationskompetenz.

Immerhin wird in Hannover das beste Hochdeutsch gesprochen und dem Dativ an prominentem Platze alle Ehre erwiesen. Zum Glück geht die Traditionspflege hier nicht so weit, dass man öffentliche Bücherverbrennungen zelebrierte. Ansonsten kann der Hannoveraner ruhig mal verständlich und vernehmbar sagen, dass er jemanden mitnimmt, denn das ist immer noch der edelste Sprachgebrauch — egal, in welcher Mundart er gefärbt ist.

Ach ja, Sprache: Das Bezeichnung “Hupfdohle” für eine Tänzerin habe ich seit dem 11. März 1996 nicht mehr gelesen, und damals habe ich sie selbst auf eine Einladung geschrieben, die bewusst seltsame Sprache und extra stark hinkende Metaphern mit gemäßigter Kleinschreibung und abenteuerlicher Rechtschreibung verband. Um so erfreuter war ich über das kreative Verb hupfdohlen (ich hoffe, das ist kein starkes Verb “ich hupfdohle, du hupfdollst, hupfdöhlte, gehupfdöllt, ich hupfdühle”, aber es gewönne dadurch enorm). Ach ja, richtige Dohlen (diese scheinbaren Tschernobyl-Amseln) sieht man auch immer häufiger in letzter Zeit. ;-)

Einmal abgesehen von solchen warmen Fröhlichkeiten des Alltags: Mit der Dunkelheit kommt im einem von der Religion der Liebe geprägten Kulturraum das Hochfest des Konsumismus mit seinen ganz eigenen Krankheiten in der Werbung. Wer hingegen andersrum ist, der soll gefälligst unauffällig in der Privatheit lieben. Ansonsten bleibt die Religion öfter einmal eine Sache mit falsch gehenden Uhren und die Liebe eine Angelegenheit des richtigen Maßes.

Manchem ist aber auch jedes Maß zu lang, und so ein Domainname sollte auch schön kurz sein. Bei der DeNIC konnte man sich ganz hübsche, ein- und zweistellige Domainnamen holen. Es ist wohl kein Zufall, dass das auf einem 23. (!!!!1!) Oktober fiel, wie man an den Gewinnern des großen Falschspieles Domainlottos sah.

Gewarntes

Die diversen Versuche des PayPal-Phishings sind im Moment eine Seuche. Nicht alles glauben, was in einer alarmierenden Mail ohne persönliche Ansprache steht, sonst wird es schnell teuer!

Web2.0iges

Offenbar tritt bei den ganzen Web-2.0-Angeboten endlich die Marktsättigung und die Stagnation ein, und es sprudeln immer noch nicht die fetten Gewinne. Da muss man doch reagieren, auch wenn es zehn Meilen gegen den Wind nach Spam stinkt, was da zum Beispiel bei Facebook so reagiert wird.

Ach ja, Spam

Der PianoMan, der hier gefühlte 100 mechanisch produzierte Kommentare unterbringen wollte, bekommt von mir ein deutliches GASMOP zugerufen. (Das heißt ausgeschrieben “Go and sniff my open port” und ist eine technisch formulierte Version des Schwäbischen Grußes.) Wie schön das Leben doch ohne Spam wäre! Dieses Spamblog würde ich jedenfalls gern einstellen.

Brüller des Monats

Das Cover ist dann mal weg… (ob es wohl in die Vacuumschmelze gefallen ist?)

Wie immer ist das eine völlig subjektive Zusammenfassung und einige Links sind auch ein bisschen willkürlich gesetzt. Diese Zusammenfassung darf und soll beliebig verrissen werden, aber lasst mich bitte ganz. Auch, wenn ihr morgen das US-amerikanische Importfest Helloween feiert, was an mir immer so vorbeigeht — in meinem Leben ist das ganze Jahr Helloween.

Euer Elias

Rückblick Januar 2009

Ereignetes

Da ist es endlich, das neue Jahr 2009. Für die einen ein Grund zum Feiern und auf ein schönes Jahr zurückzublicken, für einige gar kein besonderes Datum, was da zum nummerischen Überlauf in der Jahreszahl führt, für manchen auch ein bisschen Arbeit. Eines sollte jedem unabhängig von den Eigenarten der kalendarischen Zählung klar sein: Ein neues Datum allein ändert keine Zustände, man sollte sich selbst treu sein. Denn nach dem Fest bleibt meist nur Müll zurück. Andere starten lieber mit Zombie-Trash ins neue Jahr. Auch gut, denn beim Würdigen eines solchen Filmes friert man nicht.

Kalt war es im Januar, es gab sogar — wie selten in Hannover — ein bisschen Schnee gleich zum ersten Arbeitstag und ich schreibe diesen kleinen (und recht kurzen) Januar-Rückblick in den letzten winterlichen Nachwehen, bei minus 2 Grad, leichtem Schneefall und einem aus Osten kommenden Wind, der einem das Gruseln lehrt, wenn man dabei unterwegs ist. Ja, dieser saukalte Januar konnte einem gar das Erfrieren lehren, wenn man nur eine Spur Bereitschaft dazu mitbrachte. Man hat es eben nicht leicht, auch nicht als Blogger, und selbst so ein angelich einfacher Upgrade auf s9y 1.4 kann auch mit ein paar Schwierigkeiten daher kommen. Egal, welche Beschreibungen man wählt, der Mist bleibt eben ziemlich mistig.

Was für die einen einfach nur saukalt ist, das ist für die anderen doch ein eher fröhliches und ungewöhnliches Ereignis. Allem Gerede von der globalen Erwärmung zum Trotz war der Maschsee dieses Jahr mal wieder so zugefroren, dass jeder über Wasser gehen konnte. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lässt. Die bunten Elefanten in der Innenstadt schaffen es da auch nicht, bei solcher Kälte eine tropische Atmosphäre zu verbreiten. Zumal unsere hannöverschen Kommunalpolitiker der Meinung sind, dass vereiste Wege aus “ökologischen Gründen” nicht gestreut werden sollten. Der Knochen muss brechen, damit der Baum leben kann! :mrgreen:

Dabei wäre es doch viel sinnvoller gewesen, die Fahrbahnen vereisen zu lassen — wo wir jetzt doch so eine schöne Verschrottungsprämie haben.

Ach, wo ich schon so viel vom Wetter schreibe — es war ja auch das, worunter ich am meisten litt — natürlich ist das Wetter zumindest in den Medien auch mit Wahlbeteiligungen korrelliert.

Unabhängig vom Wetter ist wohl die so genannte “Finanzkrise”, die sich bei etwas ruhigerer Betrachtung als eine tiefe Krise des auf platzenden Zahlungszusagen basierenden Geldsystemes entpuppt, die auch den emsigsten Vertreter des Kapitalismus mal nach dem als unendlich zahlungskräftig empfundenen Staat rufen lässt, als wenn Vier Milliarden Euro etwas wären, was mal eben aus den eingetriebenen Steuern beglichen werden kann. (Ich nenne den gegenwärtigen Kapitalismus ja manchmal “Debitismus”, um seinen Charakter zu kennzeichen — und stoße dafür auf allgemeines Unverständnis. Aber hier will ich gar nicht erst analytisch werden, und an anderer Stelle graut es mir vor der Schreibarbeit…) Diese Krise schlägt auch in Hannover ihre Wellen, und das Ihme-Zentrum, das eigentlich zum “Linden-Park” werden sollte, droht zur Bauruine zu werden. Als ob es jemals etwas anderes war! Es gibt da etwas, was ich im Moment nicht sein möchte: Eigentümer einer Wohnung in unserem Betonburg-Mahnmal für unmenschliche Architektur. Vielleicht sollte man das Ding jetzt retten, indem man es unter “Mahnmalschutz” stellt… :mrgreen:

Vielleicht sollten diese Leute aber auch einfach einen passenden Talisman für die Finanzkrise erwerben. So etwas hilft gegen die schlechte Laune, die ja eine Zutat für die Rezession ist. Manchmal kann einem aber auch das Fernsehen zur anhaltenden Produktion von Lachtränen bringen. Und ja nicht die gute Laune davon verderben lassen, dass Google sagt, dass Google unsere Computer beschädigen kann.

Wir bleiben jedenfalls weiter zu hässlich für München und bilden ein fröhlich bloggendes Hannover der vielen Stimmen. Und das ist gut so.

Und übrigens: Im Kino friert man nicht

Neues

Es sind auch im Januar wieder neue Blogs in den Aggregator gekommen — und ein Blog ist leider noch nicht im Aggregator, aber schon einmal verlinkt.

Nicht im Aggregator sind die Hannovershots, ein ansprechendes Fotoblog, weil der Bloghoster nur RSS-Feeds ohne Angabe eines Zeitstempels für die einzelnen Beiträge ausliefert. Damit wird eine chronologische Einordnung der Beiträge unmöglich. Das soll jetzt aber bitte niemanden daran hindern, die fotographischen Einblicke in die Stadt regelmäßig zu besuchen. Von der Festung bis zum Maschsee gibt es dort Eindrücke aus Hannover. Deshalb habe ich auch einen Link gesetzt.

Ein Thema, dass weit über Hannover hinaus geht und eigentlich für jeden Menschen wichtig ist, ist der Datenschutz. Gedanken, Informationen und Aktuelles zum Datenschutz gibt es im Datenschutz-Journal, das ebenfalls aus Hannover kommt und frisch seinen Weg in den Aggregator gefunden hat. Dabei geht es keineswegs nur um die Computer, sondern auch um die alltägliche Gedankenlosigkeit im Umgang mit empfindlichen Daten.

Ebenfalls neu ist derEcki, ein geradezu klassisches Blog mit eher persönlichen Stellungnahmen zu den Ereignissen in der virtuellen und wirklichen Welt. Das heißt jetzt aber nicht, dass es ein “flaches” Blog wäre — es atmet echten Bloggeist.

Abschließendes

Ich hoffe, dass ich mich im Februar wieder etwas mehr dem Bloggen widmen kann und einen etwas längeren Text als Rückblick absondere. Jetzt muss ich mich erstmal wieder über meine unfertigen Arbeiten hermachen und zusehen, dass daraus irgendwann fertige Werke werden. Es ist eben alles nur 10 Prozent Inspiration, und der Rest ist ganz ordinäre Transpiration.

Lasst es euch gut gehen!

Natürlich sind das jetzt wieder ganz subjektiv rausgepickte Blogbeiträge, die hier von mir verlinkt wurden und dabei in Zusammenhänge gerieten, für die sie eigentlich gar nicht geschrieben wurden. Und das kann, darf und soll beliebig zerpflückt werden…

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