Januar

Suchbegriffe Januar 2010

Ach, jetzt hätte ich doch fast vergessen, einmal einen Blick über die ganzen Suchbegriffe zu werfen, die im Januar 2010 auf das Bloggende Hannover führten — wie immer mit einem leichten Schwerpunkt auf das Schräge, Unfassbare, Bemerkenswerte und manchmal auch Dumme. Die Rechtschreibung der Suchbegriffe entspricht immer dem Original.

blogs aus hannover — Ja, da bist du hier völlig richtig gelandet.

mitarbeiter für testeinkauf — Nein, die suchen wir nicht. Und wer dir eine Spam schickt und dir darin einen “Job” anbietet, der zeigt damit nur, dass es ihm völlig egal ist, was da für Leute für ihn “arbeiten”. Das liegt daran, dass sie sich sowieso schnell gegenüber der Staatsanwaltschaft äußern müssen, wenn gegen sie wegen Betrug oder wegen Geldwäsche ermittelt wird.

pestarzt kostüm — Hey, kaum ist die Panik mit der Schweinegrippe vorbei, schon die nächste Seuche? Die Seuche mit dem Karneval…

temperatur dezember 2009 in hannover — Die war ziemlich brrrr! Und die im Januar 2010 erstmal!

beckers bester nazi — Oh, ein völlig neues Angebot der beliebten Getränkefirma. Ich möchte gern einen ganz langsam gepressten Direktsaft. Ob bei der braunen Brühe wohl auch “Köstlich” auf dem Etikett steht?

einmal bezahlen und ficken wie mann will in hannover — Das heißt nicht “bezahlen”, das heißt heiraten. Und das heißt denn nicht “ficken”, sondern “eheliche Pflicht”. Die läuft aber nicht, “wie mann will”, sondern “Ich habe Migräne”. Und zwar nicht nur in Hannover.

nuten in hannover — Such doch mal nach “nieten in hannover”, da wirst du schnell fündig. Egal, ob Stanz- oder Hohlnieten.

abklemmen beim onnanieren — Ich weiß ja nicht, wie du dabei vorgehst, aber ich habe das bei “der Liebe an und für sich” noch nie hinbekommen…

bloggende kommunalpolitiker — Die haben wir hier noch nicht im Bloggenden Hannover. Damit sie hier erscheinen, müssten sie auch so richtig persönlich bloggen und nicht einfach nur parteipolitische Werbung machen. (Wobei letzteres natürlich immer ein bisschen einflösse.) Aber dann wäre es kein Problem. Jedenfalls nicht für mich, und wohl auch nicht für jemanden anders. Ob es auch kein Problem für den Kommunalpolitiker wäre? So lange keiner hier ist, werden wir es nie erfahren.

das schneefeger lied — Sing doch einfach “Der Himmel hängt mit Wolken voll / schipp schipp, schipp schipp / Die Wolken schneien auf uns leer / schipp schipp, so’n Schiet / Die Kälte find ich auch nicht toll / schipp schipp, schipp schipp / Ich wollte, dass es anders wär / so’n Schiet, ich schipp” und denk dir selbst eine Melodie dazu aus.

hannover blog wenig geld günstig eintritt — Ich kenne überhaupt kein Blog in Hannover, das Eintritt verlangt. Aber es wäre schon eine hübsche Idee, der Trend soll ja zum paid content gehen. (Der nächste Trend wird dann übrigens zum Konkurs gehen, wenn man auf “paid content” setzt — außer, die Bezahlmodelle verbinden sich mit wirklich hochwertigen Inhalten, etwa wie bei der “Spektrum der Wissenschaft”.)

islamische hetzseiten — Sorry, zurzeit Fehlanzeige. Auch andere religiöse Hetzseiten sind Fehlanzeige. Dafür gibt es hier Blogs, teilweise sogar von religiösen Menschen.

kein neues jahrzehnt — Stimmt, das beginnt erst 2011. Der Gregorianische Kalender kennt kein Jahr Null.

sommerfest am hannover kolleg — Das ist originell. Ich friere mir den A.sch ab, und Leute suchen mit Google nach einem Sommerfest.

tod und hass hannover — Wir nennen das in Hannover etwas anders. Wir nennen es Stadtplanung und Architektur.

welches bordell in hannover ist empfehlenswert — Ich wüsste ja eines, aber das hier ist keine Werbeseite, deshalb schweige ich darüber.

wo kann man sich in hannover ficken lassen — Eigentlich fast überall. Teilweise wird man aber von netten Polizeibeamten belästigt, die etwas von der Erregung öffentlichen Ärgernisses faseln…

Sinnlose Statistiken

Und nun noch die üblichen, sinnlosen Statistikfetzen zum Januar 2010. Der Webserver musste für das Bloggende Hannover 35.159 Anfragen bewältigen und lieferte dafür insgesamt 902.990 KiB Daten aus. Diese Anfragen gehen auf im Durchschnitt 339 Besucher pro Tag zurück. (Identifiziert an der IP-Adresse.)

Im Januar gab es eine interessante Verteilung der Seitenzugriffe über die Tageszeit. Es gibt eine deutliche Häufung in der Zeit zwischen Mitternacht und 01.00 Uhr, zwei kleinere Spitzen werden für die Stunde von 11.00 bis 12.00 Uhr und von 19.00 bis 20.00 Uhr sichtbar. Die kleineren Spitzen kann ich mir ja durchaus erklären, sie sehen nach “Arbeitspause” und “Abendvergnügen vor dem Fernsehen” aus, aber die Häufung um Mitternacht ist ein bisschen seltsam, zumal sie mit einem 20prozentigen Anstieg der Zugriffe im Vergleich zu den umgebenden Stunden einhergeht. Nun gut, ich muss wirklich nicht alles verstehen… ;-)

Einige Leute fanden hierher, weil sie Links aus den Blogs gefolgt sind. 35 Besucher folgten einem Link von Eileen Steinbach, 31 kamen vom Frontbumpersticker hierher, 22mal wurde bei derHenry.net ein Grund zum Klicken gesehen, sieben Besucher legten vom Dwarslöper aus den Quergang ein und landeten hier und schließlich kamen auch sechs Leute von coderwelsh / synchron hierher. Aber natürlich kommen Besucher nicht nur aus Blogs hierher. www.architekturhannover.de/de brachte sieben Besucher, und architekturhannover.de/ gar neun. Ob die sich bei einem Blick in die Blogs von den Ruinen des Ihmezentrums und des Kröpckecenters erholen wollten?

Rückblick Januar 2010

Ach, ist der Monat schon wieder fast zu Ende. Ja, ein ganzes Jahr ist am Anfang des Monats zu Ende gegangen, und mit ihm das letzte Jahr der “Nuller Jahre”, willkommen seien uns die Zehnerjahre und von ihnen zunächst einmal das Jahr 2010! Ein frohes neues Zeitalter! Ohne alte Hüte. Und ohne, dass die Phisher eine Chance hätten. Aber dafür einmal mit Speckstreicheln nach den großen Fressfesten.

Wenn jetzt doch auch noch die Zeit der anderen Nullen vorbei wäre! Es ändert sich eben immer erstaunlich wenig, wenn man einen neuen Kalender kaufen muss, und ich habe schon als Kind nicht verstanden, warum so ein Gewese um die Benutzung eines neuen Kalenders gemacht wird. Heute ist es mir noch unverständlicher, ich tippe einfach cal -3 an meiner Kommandozeile, wenn ich eine Übersicht brauche.

Übrigens wird auch das Bloggende Hannover noch ein bisschen erhalten bleiben, so ganz nebenbei bereite ich sogar eine Reihe technischer Verbesserungen vor. Leider habe ich im Moment besonders ungünstige Bedingungen für diese Arbeit, darunter einen sehr unstetigen und schmalbandigen Internetzugang und sehr viel um die Ohren, so dass sich alles ein bisschen verzögert. Auch dieser kleine Rückblick wird nicht so lang werden, denn ich kann ihn noch nicht über meine sonstige Infrastruktur veröffentlichen, die mir die Internet-Nutzung auch unter solchen Umständen erleichtert. (Ich habe mir für mein unstetes Leben eine ganze Menge komisches Zeug zusammenprogrammiert, über das ein “normaler Blogger” nur den Kopf schütteln würde…)

Na ja, nicht nur hier gibt es Designarbeiten.

Geschneites

Völlig ungewöhnlich und für niemanden zu erwarten ist es ja, wenn im Winter einmal zum Winter passendes Wetter kommt. Schneefall gehört zu den Dingen, die sich in Hannover einfach nicht gehören. Da denkt der Hannoveraner sich, dass irgendetwas mit der Welt nicht stimmen kann und handelt sehr verwirrt, und zwar auf allen Ebenen, und ohne Hemmungen vor Zuständen, die geisteskrank anmuten. Dabei sieht es doch gar nicht so bedrohlich aus. Und der stadttypische Lärm klingt auch gleich gedämpfter, nur hin und wieder hört man den dumpfen Aufprall der ausrutschenden Menschen

Es ist aber bedrohlich. Dieser schreckliche Schnee. Vor allem dann, wenn man Zeitung liest oder sich vor die Glotze packt, denn in diesem Winter wurde eine ganz besondere KATASTROPHENSTIMMUNG gemacht. Ja, weil es Winterwetter im Winter gibt! ENDLICH IST DOOMSDAY!!1! Schneeflocken fallen als weiße Mörder auf unsere zerbrechliche Zivilisation und drohen uns alle zu töten, schlimmer noch als Hannovers bekanntester Würstchenmacher! Ich habe erwachsene und vernünftig aussehende Menschen gesehen, die sechs Paletten H-Milch nebst einem Monatsvorrat von Lebensmitteln aus einem Aldi heraustrugen vor lauter Angst vor den bösen Flocken. Und wofür? Für ein Nix, das mit medialer Panik aufgepumpt wurde. Ich habe mich wirklich gefragt, ob jetzt wegen der geplatzten Schweinegrippe ein paar hauptamtliche Katastrophentexter in Glotze und Journaille frei wurden und sich wahllos auf das nächste Angstthema stürzen, egal, wie hirnrissig es wirkt. Es hat übrigens schon wieder geschneit in Hannover, und die Wege sind schon wieder ungestreut oder mit ungeeigneten Mitteln gestreut und wirken wie ein Angriff auf alle 210 Knochen des Menschen. So langsam glaube ich auch an die große Verschwörung von Krankenhäusern und der Stadt Hannover — eine Stadt, in der es hin und her und auch immer wieder einmal rückwärts zurückgerollt geht, aber leider nur selten einmal vernünftig.

Nun, die Katastrophe kam nicht, aber dafür etwas anderes mit “K”, die Kälte. Wohl dem, der der Kälte entkam oder ihr erfolgreich zu entkommen plante. Der Rest leidet weiterhin unterm Frieren und unterm Fernweh.

Sonstiges

Wenn einem schon die frostige Hand des Winters nach der Brust greift, wirkt das Wort Nacktscanner gleich noch etwas unangenehmer. Aber seid unverzagt, jeder wird gescannt und niemand muss dabei frieren. Nur so ein bisschen unwichtige Würde bleibt dabei auf der Strecke, aber daran werden wir auch noch so schrittweise gewöhnt — zum Beispiel durch den ständigen zwingenden Blick des Großen Bruders. Aber natürlich auch durch gewisse Köche am sozialen Brei.

Es sind ja auch nicht nur die so genannten “Grundrechte”, die hier neben großen Plänen, Worten und Wünschen entkernt herumstehen. Mit dem großen Denken wird es in Hannover nichts mehr, stattdessen reiht sich unter der allgemeinen Säckelkrankheit eine nagelneue Ruine an die nächste. Zum Glück gibt es nicht nur in Hannover Baumängel, aber andernorts werden die Damen und Herren leider nicht einfach im Rott sitzengelassen. Es wird eben im Vorfeld alles größer verpackt, als es dann schließlich ist.

Mit dem großen Fußball könnte es — angesichts des gegenwärtigen Tabellenplatzes von Hannover 96 — auch bald zum Ende kommen, was angesichts des Freitodes von Robert Enke und des dadurch ausgelösten Traumas sogar für mich verständlich ist und mich nicht gerade zur Häme antreibt. Immerhin bleibt in diesem Kontext der fragwürdige Journalismus ganz großer Arschlöcher übrig, die letzte “Größe” rund um Hannover.

Ach ja, Arschlöcher… (nein, ich kenne für einige Menschen kein feineres Wort mehr) so richtig riesengroße Arschlöcher gibt es auch unter den kriminellen Spammern, die nach einer schrecklichen Katastrophe Spendengeld in ihre Taschen stecken wollen.

Wahrheit

Es wird ja so selten die Wahrheit gesagt (ich habe hier jetzt schon einmal mit der ausdrücklichen Verwendung des in der Bildungssprache meist vermiedenen Ausdruckes “Arschloch” zur Bezeichung eines Menschen, der aus Kälte, Gier und Freude am Arschlochsein einen deutlichen Beitrag zur Verschlechterung der Welt und der menschlichen Lebensbedingungen leistet), und wenn einmal die Wahrheit gesagt wird, denn sollte dies wirklich lobend erwähnt werden. Vor allem, wenn diese Wahrheit aus dem Munde einer Politikerin kommt, der kaum noch ein ehrliches Wort zugetraut wird — diese Wahrheit wird auch nicht dadurch entwertet, dass sie ein kleines bisschen unfreiwillig wirkt. Denn Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Wahrheit gesagt, und das sei ihr im vollsten Maße gelobt… :mrgreen:

Der Vizekanzler hat auch etwas gesagt, aber der tiefere Sinn erschließt sich nur, wenn man sich nicht vom schmerzenden Zwerchfell von der Sinnsuche ablenken lässt.

Übrigens finde ich es sehr schön, dass man auf Facebook die Beziehung mit einem Klick beenden kann und würde mir ein vergleichbar einfaches Vorgehen für die Wirklichkeit wünschen…

Zuhause im Reim

Des Werbers Mund ist übervoll
Mit wohlbehaunen Worten –
Die Musen findens nicht so toll
Und wirken andernorten.

So jedenfalls scheint das heimliche Motto jener kleistergeilen Plakatgestalter zu lauten, die uns in Hannover zuhause seienden Menschen (Merk es dir, Deutschlernender: Das Präsenspartizip geht gar nicht und steht wirklich nur zur Zierde und zur Steigerung des Lernumfanges in den Grammatiken der deutschen Sprache!) völlig überflüssigerweise sagen wollen, dass Hannover Zuhause heißt:mrgreen:

Mein Vorschlag für die nächste angriffslustige Kurzversoffensive, ganz im Stil der kantenreichen Knüppelreime: “Du Werber, der nichts werden tut, Hannover gibt dir wieder Mut”.

Post(s) des Monats

Der unscharfe Glücks-Aktivator — so manche Reklame saugt an der Hirnsubstanz wie ein Magnet an Eisenfeilspänen…

Na, solange es dabei nicht zu brennen beginnt

Ich habe das heute ganz schnell zusammengeschrieben, wie immer total subjektiv und oft sehr willkürlich in der Auswahl. Es darf und soll beliebig zerfleddert werden.