Das bloggende Hannover

Stimmen aus einer unterschätzten Stadt

Rückblick Oktober 2009

Von wegen “Goldner Oktober”, vorzeitiger November wäre dieses Jahr passender gewesen, so kam man bei den real existierenden Außentemperaturen ins nasskalte Bibbern. Genau das Richtige, um zu den fallenden Blättern, kalten Nächten und zum ungüstigen Windchill-Effekt die diversen Mitteilungen von bevorstehenden Weltuntergang durch die anthropogene globale Erwärmung zu hören, die ihre Wirkmächtigkeit wohl auch der psychologischen Wirkung einer vorauseilenden Sühne dankt, mit der kommendes Unheil abgewendet werden soll.

Vermarktetes

Ein fröhlicher Gruß geht an Frau Lucie Volquartz, die mich in Auftrag der Innovatives Niedersachsen GmbH anmailte, weil man dort im Rahmen der Recherche nach interessanten Portalen und Blogs unter anderem auch auf das Bloggende Hannover stieß. Man hat dort einen kleinen, neckischen Videospot gemacht und würde sich sehr darüber freuen, wenn ich diesen in einem Post als “interessant” für meine Leser einschätzte.

Nun, ich habe wirklich eine gewisse Zeit darüber nachgedacht, ob ich darauf überhaupt eingehe. An sich ist das hier ja “nur” ein Aggregator für Blogs aus und rund um Hannover, und dies auch noch mit der Bedingung, dass es sich um “persönliche” Tagebücher handeln muss und nicht um irgendwelche kommerziellen Blogversuche. Aber hey, was solls, Hannover ist nun einmal die Landeshauptstadt, weil sich auf den weiten Weiden und unter den dumpfigen Dörfern des Landes nichts Besseres gefunden hat, und da will ich mal nicht so wikipedianisch arrogant werden und bette hier einfach mal das Video ohne jeglichen weiteren Kommentar zu seinem Inhalt ein (ich habe nämlich gar keine Lust, mir einen Werbefilm anzuschauen, jedenfalls nicht jetzt):

YouTube-Direktlink zum Video

Ach ja, das liebe Landesmarketing! Es ist wirklich sehr sehr innovativ in Niedersachsen, sogar Twitter hat es entdeckt. Allerdings kommt da nicht mehr viel Gezwitscher, man hat inzwischen wohl auch entdeckt, dass dazu mehr gehört als das massenhafte Followen bei irgendwelchen Leuten, die irgendwo Hannover oder eine andere niedersächsische Großstadt stehen haben. (How shall I name it?) Unter dem Gesichtspunkt des Marketings ist Twitter eben ziemlich irrelevant, wenn man nicht sowieso schon jemanden dort sitzen hat, der gern und viel twittert oder auf die Streumunition der Spam setzen will. Sonst wird aus dem Trällern schnell ein gelegentliches, kaum beachtetes, erbärmliches Fiepsen, das im Rauschen der anderen Belanglosigkeiten untergeht. Und der Umgang mit Photoshop scheint auch verbesserungswürdig zu sein. Wisst ihr bei der Innovatives Niedersachsen GmbH eigentlich schon, was ein so genanntes Hashtag ist? Wenn nicht, googlet (was für ein fürchterbares Verb!) doch mal danach! Ein allgemein sehr beliebtes Hashtag auf Twitter ist übrigens #Fail. ;-)

Peccatum meum est!

Wenn ich so einen Rückblick schreibe, versuche ich dabei immer, so neutral wie nur irgend möglich zu bleiben, und ich scheitere daran immer wieder. Es gibt einfach kein neutrales Schreiben, weil es niemals neutrale Schreiber gibt. Ich zum Beispiel bin alles andere als neutral, ich habe gegen einige Dinge einen derart großen Widerwillen, dass ich sie einfach nicht bedenke. Nun dann, maxime peccantes, quia nihil peccare conantur, ich habe es einfach ignoriert und so weiter gemacht.

Aber es geht nicht so weiter. Das Bloggende Hannover ist ein regelrechter Kinoführer mit einer Menge aufwändig geschrieber Rezensionen geworden, und die gehen regelmäßig in meinen Rückblicken unter. Da hilft auch alles überhebliche Lateinschwätzen nicht, wo ein deutliches deutsches Wort angemessen wäre. Ich bin da eben nicht neutral, sondern desinteressiert und was die Darbietungen in Fernsehen und Kino betrifft, eher angewidert als angeödet. Das muss anders werden, und ich versuche es einmal mit einer Liste der Filme des Monats (hoffentlich vergesse ich jetzt keinen:

Und etwas außer der Reihe: Das Schweigen der Lämmer und The Pervert’s Guide To Cinema

Neues

Ach, wie schön, mal wieder etwas Neues melden zu können. Lösungen will das geben, was der Titel verspricht, nämlich allerlei Lösungen in allerlei Alltagsfragen. Wir wissen zum Beispiel alle, was dieses “information at your fingertips” wirklich bedeutet, nämlich wasserunlösliche Druckerfarbe an den Flossen. Und dort wird gezeigt, was man dagegen tun kann. Da die Lösungen nicht vom Himmel fallen, kommt da auch nicht jeden Tag ein Posting, sondern nur, wenn eines anfällt — und das kann auch mal ein wenig dauern. (Für Hannover 96 liegt hingegen die Lösung ganz nahe, die müssen einfach mal Heimspiele gewinnen.)

Wenn jetzt auch Too Much Cookies (nur echt mit dem falschen Numeral, es müsste natürlich “too many” heißen) dazukäme, wäre hier sogar fast alles aus Hannover vertreten, was ich selbst lese. Na ja, fast alles — Dichtheit & Wahrung fehlte immer noch.

Ereignetes

Hannover hat eine tolle Zeitung namens Hannoversche Allgemeine, die sehr seriös aussieht und tolle Meldungen bringt. (Okay, das war die NP, aber in der HAZ würde das auch nicht überraschen.) Ihre Art, Werbung auf der Website zu platzieren, ist hingegen weniger seriös. Wenn dieses Blättchen dazu mal ein paar Hintergründe zur Vernichtung von öffentlichen Geldern in Form des Ihmezentrums so schreiben würde, das es den Profiteuren des Vorganges weh täte, würde ich ihr das ja verzeihen — denn dieser Bau schlägt sogar Polizisten in die Flucht, und auch Clötten-August wird wohl kaum dort einziehen. Schließlich ist das — im Gegensatz zur Stadt Hannover und zum Lande Niedersachsen — ein gewinnorientiertes Unternehmen. Die Musik mag ein Monolog des Gefühls und die Philosophie ein Monolog der Vernunft sein, der Vorgang Ihme-Zentrum ist ein Monolog der Idiotie. Diese Geschäftsleute haben ihre Seriosität im besten Falle äußerlich gezeigt. Vielleicht sollte man einfach ein Kunstwerk daraus machen, für den Käse ist ja schon gesorgt.

Man muss es ja nur anders nennen, um einen Anschein von Neuerung in einem Mahnmal des Brutalismus zu haben. Das Ihmezentrum heißt jetzt Lindenpark, und Raider heißt jetzt Twix. Oder umgekehrt.

Jaja, die Zeitungen. So ein Revolverblatt wie De Telegraaf aus den schönen Niederlanden hat wenigstens noch jemanden, der schmerzhafte Fragen stellt, die ich zu gern mal in akzentfreiem Deutsch hörte, begleitet von etlichen anderen Journalisten, die auf eine Antwort bestehen und sie immer wieder einfordern. Und nicht nur in politischen Fragestellungen krankt die Journaille, auch in technischen Fragen erweist sie sich als Hervorbringer von reklamenahen Elaboraten voller Inkompetenzkompensationskompetenz.

Immerhin wird in Hannover das beste Hochdeutsch gesprochen und dem Dativ an prominentem Platze alle Ehre erwiesen. Zum Glück geht die Traditionspflege hier nicht so weit, dass man öffentliche Bücherverbrennungen zelebrierte. Ansonsten kann der Hannoveraner ruhig mal verständlich und vernehmbar sagen, dass er jemanden mitnimmt, denn das ist immer noch der edelste Sprachgebrauch — egal, in welcher Mundart er gefärbt ist.

Ach ja, Sprache: Das Bezeichnung “Hupfdohle” für eine Tänzerin habe ich seit dem 11. März 1996 nicht mehr gelesen, und damals habe ich sie selbst auf eine Einladung geschrieben, die bewusst seltsame Sprache und extra stark hinkende Metaphern mit gemäßigter Kleinschreibung und abenteuerlicher Rechtschreibung verband. Um so erfreuter war ich über das kreative Verb hupfdohlen (ich hoffe, das ist kein starkes Verb “ich hupfdohle, du hupfdollst, hupfdöhlte, gehupfdöllt, ich hupfdühle”, aber es gewönne dadurch enorm). Ach ja, richtige Dohlen (diese scheinbaren Tschernobyl-Amseln) sieht man auch immer häufiger in letzter Zeit. ;-)

Einmal abgesehen von solchen warmen Fröhlichkeiten des Alltags: Mit der Dunkelheit kommt im einem von der Religion der Liebe geprägten Kulturraum das Hochfest des Konsumismus mit seinen ganz eigenen Krankheiten in der Werbung. Wer hingegen andersrum ist, der soll gefälligst unauffällig in der Privatheit lieben. Ansonsten bleibt die Religion öfter einmal eine Sache mit falsch gehenden Uhren und die Liebe eine Angelegenheit des richtigen Maßes.

Manchem ist aber auch jedes Maß zu lang, und so ein Domainname sollte auch schön kurz sein. Bei der DeNIC konnte man sich ganz hübsche, ein- und zweistellige Domainnamen holen. Es ist wohl kein Zufall, dass das auf einem 23. (!!!!1!) Oktober fiel, wie man an den Gewinnern des großen Falschspieles Domainlottos sah.

Gewarntes

Die diversen Versuche des PayPal-Phishings sind im Moment eine Seuche. Nicht alles glauben, was in einer alarmierenden Mail ohne persönliche Ansprache steht, sonst wird es schnell teuer!

Web2.0iges

Offenbar tritt bei den ganzen Web-2.0-Angeboten endlich die Marktsättigung und die Stagnation ein, und es sprudeln immer noch nicht die fetten Gewinne. Da muss man doch reagieren, auch wenn es zehn Meilen gegen den Wind nach Spam stinkt, was da zum Beispiel bei Facebook so reagiert wird.

Ach ja, Spam

Der PianoMan, der hier gefühlte 100 mechanisch produzierte Kommentare unterbringen wollte, bekommt von mir ein deutliches GASMOP zugerufen. (Das heißt ausgeschrieben “Go and sniff my open port” und ist eine technisch formulierte Version des Schwäbischen Grußes.) Wie schön das Leben doch ohne Spam wäre! Dieses Spamblog würde ich jedenfalls gern einstellen.

Brüller des Monats

Das Cover ist dann mal weg… (ob es wohl in die Vacuumschmelze gefallen ist?)

Wie immer ist das eine völlig subjektive Zusammenfassung und einige Links sind auch ein bisschen willkürlich gesetzt. Diese Zusammenfassung darf und soll beliebig verrissen werden, aber lasst mich bitte ganz. Auch, wenn ihr morgen das US-amerikanische Importfest Helloween feiert, was an mir immer so vorbeigeht — in meinem Leben ist das ganze Jahr Helloween.

Euer Elias

Suchbegriffe Juli 2009

Auch im Juli 2009 wurde das Bloggende Hannover immer wieder einmal von Menschen gefunden, die teilweise ganz seltsame Dinge in das Suchfeld von Google eingegeben haben…

bopki betrug — Ich habe keine Ahnung, ob es sich im juristischen Sinne des Wortes um Betrug handelt, halte das aber für eher unwahrscheinlich. Es ist wie jede Werbung vor allem Weltverpestung und Lüge, aber damit leider legal.

bopki erfahrung — Ich habe keine Erfahrung mit diesem Kram, weil ich als Mann mal wieder sexistisch diskriminiert werde. Aber selbst, wenn ich das nicht würde, käme ich nicht auf die Idee, Reklame machen oder mir zuführen zu wollen.

verlinken von blogs myspace — Das geht ganz ähnlich wie anderes Verlinken auch, nur dass ein einzelner Eintrag keine konstante Adresse hat. Wenn man einen Eintrag verlinkt, und der von MySpace gequälte Blogger löscht einen älteren Eintrag, denn wird der Link (zusammen mit vielen anderen) auf der Stelle ungültig und führt auf eine MySpace-Fehlerseite, die MySpace außerdem zur Einblendung von Bannerwerbung nutzt. Dass MySpace so tut, als könne man dort bloggen, heißt noch lange nicht, dass die dort programmierten Blogfunktionen etwas taugen — wer wirklich bloggen möchte, sollte dies lieber an anderer Stelle tun.

bedeutung strange fruit — Ein Apfel ist wohl nicht gemeint.

eis.de butterfly blog — Wie jetzt, sollen endlich auch absichtlich Insekten in das Speiseeis getan werden?

frontbumpersticker schalke fan — Ja!

hannover 29.juni 2009 — Ja, dieses Datum gab es auch hier in der niedersächsischen Landeshauptstadt.

hannover april 2009 selbstmord — Der Freitod erfreut sich auch in anderen Monaten ungebrochener Beliebtheit.

hannover kinderschminken wer weiß was — Das geht genau so wie in anderen Städten auch.

ihmezentrum selbstmord — Wenn man dort auf dieser Großbaustelle eines völlig vergeigten Umbau-Projektes eine Eigentumswohnung hat, kann man schon einmal auf so eine Idee kommen.

meine exschlampe geknackt — Wie jetzt, war die so verschlossen?! :mrgreen:

myspace blog eintrag geht nicht — Versuch es einfach mit einem anderen Bloganbieter, das löst deine Probleme auf die einfachste Weise. Wenn du nicht so gern Komfort und Funktion beim Bloggen hast und deshalb unbedingt bei MySpace bleiben möchtest, denn nimm einen anderen Browser als den Opera, den Internet Explorer 5 oder ältere Versionen des Firefox, denn klappt das auch ein bisschen.

ten years after hannover linden — Da musst du jetzt am Wochenende zum Fährmannsfest kommen!

wie schwer ist ein papier widget — Schwerer als ein Widget in der Seitenleiste eines Blogs. Aber dafür kann man es im Gegensatz zu einem Stück Software einfach auf eine Briefwaage legen.

wärmflasche continental — Eine Wärmflasche ist unbedingt empfehlenswert, wenn man sich des Winters für längere Zeit in der zugigen Industrieruine der alten Conti-Werke in Hannover-Limmer aufhalten muss.

Rückblick März 2009

Ja, so ganz ist der März noch nicht vorbei, aber ich weiß nicht, ob ich in den nächsten Tagen die Muße dazu finde. Deshalb heute schon der kleine Rückblick.

Ein kühler März war es. Sagte man früher oft, dass es im März schon “eine Handvoll” (also ungefähr fünf) Sommertage gäbe, so schien es in diesem Jahr eher die sibirischen Wochen zu geben. Oder waren das etwa die Sommertage, war das ein Vorgeschmack auf den kommenden Sommer? Ich will auf einen derartigen meterologischen Suizidimpuls nicht hoffen…

Blogleichen

Im März sind zwei Blogleichen zu vermelden. Nicht nur, dass das Wetter trübe und kalt wird, auch das Bloggen in Hannover ist deutlich farbloser geworden.

Zunächst einmal: derEcki.de hört auf. Eine gute Stellung in den Blogcharts ist die eine Sache, aber wenn man dabei feststellt, dass es ein “sehr stressiges Hobby” sein kann, wenn man anfängt, sich als “Sklave seines Blogs” zu fühlen, denn vergeht die Lust daran. Meine eigene Haltung ist da ein bisschen ambivalent, denn ich habe etwas weniger Netzlektüre, aber ich bin auch froh, dass es nicht zu einem endlosen und lustlosen Weiterbloggen “für das Vaterland” gekommen ist, denn das hätte irgendwann auch das sehr persönlich geprägte Blog ungenießbar gemacht. Das kann es doch auch nicht sein! Und außerdem: Es gibt ja noch Twitter (wenn es auch nie mein Fall sein wird). Folgerichtig findet sich jetzt auch dort der Twitterstream, wo wir uns an das Blog gewöhnt haben. 140 Zeichen pro Beitrag verbleiben noch, es ist also gar keine richtige Leiche. Und angesichts des Twitter-Streams mag ich auch nicht von einem untoten Zustand reden. Es ist einfach nur eine vernünftige, wenn auch aus meiner Sicht etwas traurige Entscheidung.

Die zweite Blogleiche bin ich selbst. Nein, natürlich (noch) nicht das bloggende Hannover, und dieser Fleischhaufen, den ich “ich” nenne, zuckt auch noch unter den vertrauten biologischen Abläufen vor sich hin — sonst könnte ich ja kaum diesen Rückblick schreiben. Aber mein Blog war nach etlichen, teilweise hart vorgetragenen juristischen Attacken und kriminellen Hacker-Attacken (ein über Tage vorgetragener dDoS-Angriff, bevor ich das Blog abschaltete) für mich nicht mehr weiter zu betreiben. Es läuft auf einer Domain und auf einem Server, den mir Frank zur Verfügung gestellt hat, und Frank ist unter der Last seines Daseins eine juristische Auseinandersetzung nicht zuzumuten. Deshalb gibt es nur einen etwas kryptischen Platzhalter dort, wo ich einst meine trüben Gedanken und harmlosen Beobachtungen in ein weitgehend desinteressiertes Internet stellte. Was jemanden bewegt, eine kleine Website derart anzugehen, gehört in eine Welt, die ich nicht zu der Meinigen machen werde. Ich habe sehr wohl einen kleinen Einblick in die Hintergründe, werde aber jede Äußerung dazu und zu meinem Verdacht vermeiden — denn auch diese Site läuft unter Franks Domain. Meine wichtigsten weiteren Projekte sind auf der Platzhalter-Seite vorerst verlinkt, aber das Bloggen hat für mich persönlich einen sehr schweren Schaden genommen, auf den ich nur noch mit Mühe und äußerster Selbstbeherrschung zivilisiert reagieren kann. (Was ist wohl, wenn sich die Welten der Toten und der Lebenden gelegentlich berühren?)

Das war es auch, was mir fast im gesamten Monat März die Lust daran verdorben hat, auch nur einen Blick in das Internet zu tun. Aber das wird mich nicht von diesem Rückblick abhalten…

Neues

Zum Glück wird nicht nur gestorben in der virtuellen Welt der hannöverschen Blogs. Es sind auch neue Blogs in den Aggregator gekommen.

Blog2.de (was für ein Name!) liefert tolle Ideen für Leute ohne und beantwortet die Frage, wo wir herkommen, wo wir hingehen, was wir anschließend tun und was der ganze Spaß so kostet. Wer es daran noch nicht gemerkt hat: Der Ton ist eher heiter, wenn es auch zuweilen Hilfe bei handfesten Problemen mit WordPress gibt.

Der Lindener Löwe (miau!) will die politische und geschäftliche Entwicklung in Linden mit Anmerkungen begleiten. Es ist ein ganz frisches Projekt, und es bleibt zu hoffen, dass es dort nicht nur den gegenwärtigen Zirkus um das Ihme-Zentrum geben wird, denn dafür hat Linden zu viele angenehme Seiten zu bieten. Ich habe übrigens auch den “richtigen” Löwen hinter dieser Website kennenlernen dürfen, es handelt sich um eine etwas eigensinnige schwarze Katze mit weichem, zum Streicheln einladendem Fell, die sonst vor allem kleine, schon angeschlagene Vögel und Nagetiere in spielerischer und grausam gründlicher Weise erlegt. ;-)

Kino, TV und Co ist da doch schon deutlich entspannter und beschäftigt sich mit Medien, zu denen mir persönlich jeder Zugang fehlt — aber darin bin ich nun einmal eine Ausnahme. Die Fernseh-Empfehlungen und die dort gegebenen Rezensionen treffen zumindest auf ein gewisses Bedürfnis vieler Menschen.

Mahlzeit Hannover ist etwas schwierig zu beschreiben. Aber manchmal kann man einfach nur noch “Mahlzeit!” sagen, etwa, wenn Heimweh als das beste Gefühl der Welt deklariert wird. Wenn es doch nur ein wenig Hirn vom Himmel regnete — aber einige Leute würden sich denn ganz schnell irgendwo unterstellen, um nichts davon abzukriegen… :mrgreen:

Themen

Ja, es war kalt. Das irgendwie der Frühling beginnt, wurde wohl nur von ein paar Orchideen bemerkt, nicht von den Menschen in Hannover. Da ist es doch gut, dass es eine bedrückende und finstere Atmosphäre auch in vergnüglicherer Form geben kann. Wenn die Symphonie des Grauens im warmen Sessel genossen werden kann, ist sie gleich erträglicher. Zumindest, wenn man Qualität an Stelle der üblichen Pampe bevorzugt. Und dazu kein “Döner mit alles” isst, jedenfalls nicht so. Denn schon lieber Wurmfresser oder vielleicht auch mal ein Würstchen von Hannovers bekanntesten Metzger

Ach ja, wir hatten ja auch eine CeBIT bei uns zuhause in Hannover. Für die Bloggenden war dies aber — trotz inflationär unter die Leute gebrachter Freikarten, damit das gegenwärtige “negative Wachstum” nicht ganz so negativ aussieht — kein besonderes Thema. Zumal der Irrsinn, alle Bereiche des Lebens mit unverständlicher Technik anzureichern, einen gewissen Dämpfer bekommen hat. Auf dem Hintergrund einer Technik, bei der sich auch reif aussehende Menschen ziemlich kindisch aufführen, während der ganze Kram gar nicht richtig funktioniert, vielleicht das Vernünftigste. Sonst bleiben am Ende nur noch tote Pixel von der Demokratie übrig.

Wenn man auf einer CeBIT nicht genau weiß, was man dort sucht, kann es eben auch etwas langweilig werden. Also nicht das Gesicht bis nach Hannover ziehen, sondern mit klarem Vorhaben in diese Hallen gehen, in denen sich alle Erkältungsviren dieser Welt gegen die Besucher verschwören.

Ein weiteres Thema ist trotz seiner Hannoverferne die (Vorsicht, Zynismus) moderne Schulsportart “Amok laufen” gewesen, die zu bemerkenswerten Exzessen im Journalismus und zu merkbefreiten politischen Forderungen führt. Dass sich ein derartiger Mordlauf aber durch das Verbot von Spielen verhindern lässt, ist einfach nur eine idiotische Idee. Manch einer pfeiffert im Zusammenhang von Winnenden gar völlig auf irgendeine korrekte Argumentation und übt sich in plumper Angstmache hart an der Grenze zum Bierdunst der Stammtische. Ich glaub, ich steh im Wald!

Übrigens ist Bier manchmal eine bessere Anlage als Aktien deutscher Banken und die Renten sind sicher. Wenn man schon um ein goldenes Kalb tanzt, denn sollte man auch das richtige nehmen. Wer sich dabei auf Experten verlässt, der ist verlassen.

Nicht nur für goldene Kälber sind die Zeiten schlecht, auch für Drahtesel in Hannover. Und nicht nur in Hinblick auf die von Image-Werbern vielgelobte Fahrradfreundlichkeit Hannovers ist der rote Faden verloren gegangen. Wenigstens werden an einem Tag im Jahr kostenlose Umarmungen angeboten, was ein gewisser Trost sein kann. Schade, dass ich nicht in der Stadt war, ich hätte sofort mitgemacht. Das finde ich denn doch wesentlich angenehmer als die siebzigjährigen zahnlosen Nutten im Columbus;-)

Post des Monats

Die Differenz zwischen dem, was jemand schreibt, und den Suchbegriffen, die dann von Google zum Geschriebenen führen, sie ist immer wieder erschütternd;-)

Wie immer ist dieser Rückblick völlig subjektiv, die hergestellten Zusammenhänge dementsprechend willkürlich und das alles kann beliebig zerrissen werden…

Rückblick Februar 2009

Ach ja, der Februar ging mal wieder besonders schnell vorbei. Ob das daran liegt, dass er so wenig Tage hat… ;-)

Ein frohes, neues Jahr…

Wenn man die Bezeichnungen der Monatsnamen und die ganzen, kleinen Schrägheiten in unserem grgorianischen Kalender ernst nimmt, begann das neue Jahr am 1. März. Deshalb heißen die Monate “September” (siebter), “Oktober” (achter), “November” (neunter) und “Dezember” (zehnter) so, wie sie eben heißen, und aus ebenfalls diesem Grunde hat der Februar seine Sonderstellung, wurden in diesem Monat doch die 28 “Resttage” des Sonnenjahres untergebracht — zusammen mit dem gelegentlich erforderlichen Schalttag, weil die Erde für einen Umlauf um die Sonne ungefähr einen Vierteltag mehr als 365 Tage braucht.

Es ist nur ungefähr ein Vierteltag, so dass es nicht ausreicht, alle vier Jahre einen Tag an das Jahr anzuhängen. Diese Einsicht führte zur Reform des julianischen Kalenders (von diesem General und späteren Kaiser Julius Cäsar, der in seinen Texten Wörter zusammenstellte, die niemals zusammen gehörten, Wörter auseinanderriss, die niemals hätten getrennt werden sollen und der in jedem Lateinunterricht bis heute ein Albtraum sein kann) durch Papst Gregor (der neben dieser Reform des Kalenders auch einige weit gehende liturgische Reformen durchführte). Seitdem wird nicht nur alle vier Jahre ein Schalttag eingefügt, dieser fällt zudem auch alle 100 Jahre weg, wenn die Jahreszahl nicht ohne Rest durch 400 zu teilen ist. Das reicht, um für lange Zeit Probleme mit dem Kalender zu vermeiden. Es reicht aber auch, um jeden Programmierer von Kalenderanwendungen zur Weißglut zu treiben. Man hätte doch die Tage ganz einfach linear durchnummerieren können… ;-)

Aber warum der Jahresbeginn auf den Januar gelegt wurde, ist mir eher unverständlich. Der März ist viel “logischer”, beginnt hier doch der landwirtschaftliche Zyklus des Lebens mit der Aussaat — einmal ganz davon abgesehen, dass endlich die Tage spürbar länger werden. Und das kommende Osterfest kümmert sich gar nicht um den Kalender, es bleibt immer der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Äquinoktie (das ist die gleiche Länge des Tages und der Nacht) zum Frühlingsanfang. Was Programmierer davon halten, kann ich leider nicht mehr in besonders zahmen Worten ausdrücken und lasse es deshalb lieber ganz — sonst hält noch jemand diesen Aggregator hannöverscher Blogs für jugendgefährdend. Werber freuen sich jedenfalls über die jetzt wieder mögliche österliche Ikonografie für ihre recht einseitige Kommunikation, und Spammer kommen mit den Festen schon mal durcheinander. So einfach sich das Christentum auch installieren und bedienen lässt, ein paar Schwächen hat es dennoch als Altlasten angesammelt.

Für mich beginnt das neue Jahr jedenfalls im März, fernab von den fürchterlichen Festen am Ende des Dezembers. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht für den einen oder anderen doch etwas zu feiern gibt — Herzlichen Glückwunsch zum Dreißigsten, Mira!

Vierzig Tage vor Ostern ist übrigens Aschermittwoch, und da geht die Zeit des Karnevals vorbei. Gut so! Leider bleibt einem nach dem Ablauf des Aschermittwochs auch so einiges vom ganz normalen, zum Scherz reizenden Irrsinn erhalten. Nicht so gut! Und manchmal vergeht einem in dieser nicht mehr satirefähigen Monströsität sogar das Scherzen. Noch schlimmer. Vielleicht sollte man sich spielerischer, mit einer Anziehpuppe, an die große, ferne Politik herantasten — aber eine Voodoo-Puppe wäre vielleicht ein noch besseres Geschäft. Zumindest so lange, bis die verstehen, was dieses Internet eigentlich ist.

Bloggertreffen

Das Bloggertreffen am 8. Februar hat zu keiner großen Resonanz in den hier aggregierten Blogs geführt — und ich habe es auch nicht geschafft, mich dorthin zu bewegen, weil ich immer so einen Widerstand gegen das Betreten der allzu direkten Innenstadt verspüre. Einen noch größeren Widerstand spüre ich übrigens gegen das Betreten eines Kinos, von daher werde ich wohl beim nächsten Mal noch weniger Motivation spüren. Das sollte aber niemanden abhalten, sich dafür anzumelden. Vielleicht besorge ich mir ja doch noch ein Mittelchen gegen den innerstädtischen Stress.

Themen

Ach ja, Kino: Es gab mal wieder unter dem üblichen Theater die Verleihung der Academy Awards. Klar, dass das für Menschen, die dem Treiben der(Achtung! Gefährdetetes deutsches Wort!) Lichtschauspielhäuser etwas mehr abgewinnen können als ich zum Grund wird, eine lustige gemeinsame Nacht zu verbringen. Passend zum US-amerikanischen Ereignis wird auch die Ernährung ein bisschen ungesund. Allerdings sollte man in Zukunft verbieten, dass die Filme erst nach der Verleihung in Deutschland zu sehen sind, wie soll man sich denn sonst auf so eine Nacht vorbereiten?

Vielleicht sollte man auch einmal einen Preis für besonders aufgeführte Geschichten aus der Wirklichkeit verleihen, den “Lolli”. Mein völlig abgelutschter Lolli des Jahres 2009 geht an eine Geschichte, die Hannover wohl noch lange beschäftigen wird: An den nunmehr wohl endlich gescheiterten Umbau des Ihmezentrums zum so genannten “Lindenpark”. Natürlich bleibt uns allen dieser Trümmerhaufen noch lange erhalten, und einige Menschen wohnen jetzt sogar in diesen Ruinen einer wie das Blaue vom Himmel herab versprochenen Zukunft. Die völlige Verantwortungslosigkeit aller Beteiligten gegenüber der Stadt Hannover, den Menschen in Linden und den Bewohnern des Ihmezentrums ist nur noch widerlich. Gar nicht auszudenken, was geschehen wird, wenn jetzt auch noch das Frühjahrshochwasser etwas härter kommt und die ziemlich ungeschützte Substanz in den Tiefgaragen einmal mehr so richtig überflutet wird — es wäre ja nicht das erste Mal. Die Idee, eine Tiefgarage in einem Flusstal zu bauen, ist ja auch gnadenlos blöd. Genau so blöd übrigens wie die Idee, dass ein doch eher abseitig gelegenes 08/15-Einkaufszentrum im kalten Design aus Stahl, Granit aus Glas in direkter Nachbarschaft der lebendigen Limmerstraße eine ernsthafte Chance hat. Oder haben die wirklich geglaubt, dass sich jemand aus größerer Ferne zu dieser tristen Burg aufmachen würde und nicht doch lieber in die hannöversche Innenstadt fährt? Haben die sich etwa doof gekifft? Da helfen auch keine als Journalismus getarnten, misslungenen Werbebeiträge in windigen Reklameblättern mehr, die Idee ist mausetot.

(In Linden haben übrigens etliche Leute, mit denen ich in letzter Zeit gesprochen habe, eine Stinkwut, und das überschreitet auch parteipolitische Grenzen. Die Vorstellung, dass der gescheiterte Wahnsinn namens “Lindenpark” auf Jahre hinaus die klammen Stadtkassen belasten wird, ohne dass auch nur ein Mensch für diese Geschichte zur Verantwortung gezogen werden wird, löst selbst bei besonneren Menschen ziemlich unfriedliche Wünsche aus. Vor allem, nachdem die Bücherei für Linden-Nord aus “Kostengründen” geschlossen wurde — wer braucht schon solche zivilisatorischen Segungen wie eine Leihbücherei, die nur irgendwelchen armen Unterschichtlern den Zugang zur Bildung ermöglicht. Ich erwähne das hier nur mal so am Rande, weil in den nächsten Wochen auch ein Blogprojekt zu Linden online gehen wird, um der Madsackschen Verweigerung des Journalismus mal etwas entgegen zu setzen. Die hannöversche Presse scheint doch etwas andere Prioritäten zu haben.)

Ach nee, bei so viel Tristess will man sich nur noch abwenden — aber selbst in München-Haidhausen herrscht die Tristesse. So hässlich ist es in Hannover doch wieder nicht, da gibt es wenigstens Licht am Maschsee. Jedenfalls so halbwegs. Na, denn vielleicht doch lieber Orchideen.

Gegen die Bräune im Mai

1. Mail 2009 - Hannover - Bunt statt Braun -- Keinen Meter! Gemeinsam gegen den Naziaufmarsch!

[via]

Braun vor Augen wird einem übrigens auch jetzt schon, wenn man über die “Hannover Zeitung” stolpert. Dort darf übrigens jeder Revisionist seine eigene Version der deutschen Geschichte in den Kommentaren erspinnen, wenn es nur braun genug bleibt.

Neues

Gedanken zu meiner Welt“, so der schlicht tönende Titel eines Blogs, das nicht verleugnen will, dass sein Autor ein 96-Fan ist. Aber neben dem Fußball kommt auch der Wahnsinn des Masterstudienganges an der hannöverschen Universität nicht zu kurz.

Obwohl sie nicht mehr ganz so “bloggig” ist und recht ambitioniert als ein Online-Journal daherkommt, ist die langeleine.de auch im Aggregator angekommen — obwohl es sich in meinen Augen auch um einen Grenzfall handelt, der nur wenig an ein persönliches Tagebuch erinnert.

Post des Monats

Unfassbar, was ein Blogger als Hassmail kriegen kann:

Unfassbarer Text einer Hassmail

Dem anonymen Autor dieses bemerkenswerten Dokumentes seiner intellektuellen Reife lege ich nahe, doch lieber zur Bildzeitung zu greifen, bevor er sich so genannte “Blogs”, also die chronologisch sortierten Mitteilungen ganz gewöhnlicher Menschen anschaut… ;-)

Manchmal hat es wohl auch Vorteile, wenn man nicht in den Charts aufscheint — man muss sich ob der geringeren Wahrnehmung nicht mit solchen Idioten beschäftigen.

Klar, dass hier mal wieder alles völlig subjektiv von mir ausgewählt und in zuweilen sonderbare Zusammenhänge gebracht wurde. Ebenfalls klar, dass das alles beliebig zerpflückt werden darf. Unfassbarerweise habe ich mir heute einen derartigen Strunz zusammengeflickt, dass ich sogar von einem “Rückblick Februar 2008″ titelte — der Link auf diesen Beitrag konserviert diesen Fehler zu meiner verdienten Schande. (Und so etwas setzt seine Pingbacks in etlichen hannöverschen Blogs ab!)

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