Dezember

Monatsrückblick Dezember 2010

Ach, für den Oktober habe ich schon keinen Rückblick hinbekommen, und im trüben November habe ich es nicht einmal hinbekommen, darauf hinzuweisen, dass ich es nicht hinbekomme — eigentlich schade, dass man neben dem Internet noch so ein lästiges Leben mit teilweise sehr unerfreulichen Aspekten hat. Da will ich jetzt doch wenigstens etwas schreiben und hoffe, dass ich mal die Ruhe dazu finde.

Der weiße Tod

Es ist mal wieder fürchterlich, wir werden alle sterben. Selbst die Fraktale schon frosteklirr. Alle reden vom Wetter, und sogar die Deutsche Bahn redet diesmal mit. Dass ich das noch einmal erleben darf, dass ein großes deutsches Unternehmen zu seinen Kunden sagt, dass sie die Dienstleistung, mit der dieses Unternehmen ein Geschäft machen will, doch besser nicht in Anspruch nehmen sollen. Und morgen empfiehlt mir Microsoft, kein Windows zu benutzen und der Papst legt den Katholiken den Kirchenaustritt nahe. Als ich noch jung war, da verstand man unter dem “weißen Tod” die damals schon seltene, aber in den ungesunden, feuchten Ghettolöchern meiner ausgelieferten Zeit immer noch sehr präsente Tuberkulose. Heute fällt der weiße Tod vom Himmel, wenn man den ganzen Schreckensmeldungen vom “Winterchaos” glauben darf, die im üblichen Alarmismus durch die Medien getrieben werden, auf dass auch alle Sinne gut mit sinnlosem Infomüll abgestopft und davon ermattet und ermüdet werden. The same procedure as last year — oh ja, schon im letzten Jahr konnte ich mich da nicht mehr zurückhalten:

BALD -- Angst macht gefügig -- Schön, aber gefährlich: Schneeflocken. Die weißen Mörder. Werden wir alle sterben?

Ach, wie schrecklich doch dieser mörderische Horrorwinter aussehen kann! Erstaunlich, dass dabei mancher Mitmensch greifbar glücklich aussieht. Und da der Schnee leider immer noch Temperaturen von unter Null Grad Celsius hat, lobt man sich ein Vlies aus kuschelbunten Stoffen, und wer ein anderes Leben als ich führt, setzt sich mit winterlichen Leckereien in die warme Stube. Ein guter Moment, darüber nachzudenken, was für ein Blogger man oder frau eigentlich so ist. Oder auch einfach nur, um auf der Matratze vor der Glotze zu liegen und sich darüber zu freuen, wie gut HD wirklich aussieht. Mann kann natürlich auch farbloser Lokalpolitiker sein und vom extrafressend Turbosalz auf den Straßen der Stadt fantasieren, die wie jedesjahr ungeräumt in drecksam braunegrauer Pracht liegen. Wer hingegen eher etwas Körperwärme von zuchtlosem, warmem Fleisch haben mochte, konnte auch auf seine Kosten kommen. Na, vielleicht hat ja der eine oder andere ein besser gelegenes Haus oder doch wenigstens den schönsten Platz für seine Zukunft. Oder den gar nicht so warmen summer inside.

Manchem ist der Schnee ja auch nicht genug, und überall zum Jahresende in den Blogs rieselts javascriptgesteuert durch die Seiten. Keiner denkt daran, dass auch die Datenautobahn geräumt werden muss. In Hannover gabs den ersten Winterschaden im Internet, die Online-Bürgersprechstunde musste wegen des Schneefalls ausfallen.

Weihnachten

Sie mag ja ein Konglomerat aus Geschichtsirrtümern, Wunschdenken, Dogmatik sein, eine wertlose Fantasie, die Weihnachtsgeschichte der Christen. Trotzdem macht sich im Dezember doch immer eine beachtliche Feierlichkeit breit, süßer die Kassen nie klingeln. Und statt der alten Irrtümer nimmt man lieber das kommerztauglichere Märchen vom Odin Weihnachtsmann. Warum ich den Odin überhaupt erwähne, wo ich ihn doch gleich wieder streiche? Na, der rote rote Weihnachtsmann (nicht mit Gott und Jesus Christus zu verwechseln) als anthropomorpher Fliegenpilz hin oder her, aber in der Innenstadt konnte man durchaus einigen Berserkern begegnen, bei denen mich die Annahme eines maßlosen Konsums halluzinogener Pilze mit Verständnis für ihre Tätigkeiten erfüllte. [Auf isländisch heißt der kleine Rotkopf übrigens berserkjasveppur, ich gebe ja zu, dass nicht jeder meine Assoziationsketten nachvollziehen kann. Ich übrigens auch manchmal nicht.] Diese Menschen nennen die Tätigkeiten ihrer kleinkalibrigen Berserkerwut übrigens “Baum aufstellen“, “Dekoration“, “Weihnachtsfeier” (ich könnte das wohl nicht anziehen), “Einkauf“, “Weihnachtsmarkt” und “Gesang“. Auch die Spammer betätigen sich jahresendzeitlich als Berserker auf jedem denkbaren Kanal. Gut, dass am Nachmittag des 24. Dezembers alles vorbei ist und nur die Plätzchen wartend auf den leckerbeißend Mund und ein geisterhaft dünstelnder Festhauch bleiben. Und bald feiern wir die Geburt des eierlegenden Hasen. Tja, aber erstmal müssen sich noch einige ausgiebig darüber freuen, dass sie ihre Familie nur einmal im Jahr so nahe um sich haben wie zum Fest des Friedens. Sicher ist jedenfalls, dass die christliche Religion die alten paganen Feste nur in neue Legenden gekleidet hat, und heute haben wir den allgemeinen Irrfug. Die Glocken läuten. Geh weiter und verstau sie!

Sonstiges

Schluss mit dem Unbaum! Nein, hinter X-Mess ist der Punkt ein zu Setzender! Δῶς μοι πᾶ στῶ καὶ τὰν γᾶν κινάσω — aber das will auch erstmal in LaTeX gesetzt sein. Wenn solche Tücken den leichten Adlerflug der Gedanken in den bücksamen Kriechgang der Technikbedienung wandeln, nimmts doch nicht Wunders, dass die olle Erde immer noch auf der gleichen Bahn um den Schwerpunkt des Sonnensystems ellipselt.

Mit der Technik und gewissen Schwierigkeiten mit dem Punkt hats auch die HAZ — da ists jetzt vorbei mit der inhäusigen Technikkompetenz. Das merkt man zum Beispiel, wenn das… nee, ich sags lieber neutral… seriös layoutete hannöversche Presseprodukt über die “Szeneder Blogger schreibt. (Natürlich nur fast aller.) Das Veröffentlichen eines vom Madsack-Verlag äußerst preisgünstig erworbenen Contents auf diversen Madsack-Websites klappt ja noch, aber da mal einen Link reinsetzen, das ist für die “neue Netzkompetenz” ein bisschen zu viel verlangt.

Geüstrates

Unfassbar! Misburg bekommt doch wieder Straßenbahnen. Ich kann mich erinnern, dass es die schon in den Achtziger Jahren geben sollte…

Sechsenn-Neunzich

Was ein wirklicher Fan ist, wird sich die Bundesliga-Tabelle vom 10. Dezember wohl ausgedruckt und an die Wand gehängt haben.

Bücher

Filme

Huch, nur einer…

Völlig außerhalb jeder Konkurrenz die alltime tops (soll ich das nicht lieber als “zeitlose Gipfel” in meiner Muttersprache sagen?) der Weihnachtsfilme bei Mythopoeia, Eileen Steinbach und einem obskuren Stöckchenscherzer.

Glückwünsche

Eileen Steinbach hat Geburtstag gefeiert und verschweigt natürlich die laufende Nummer. Ich überlasse das Zählen auch lieber dem Computer, aber mir sieht man ja auch schon an, dass ich dem Tod jeden Tag in sein knöchernes Antlitz schaue.

Ach ja, es war zwar erst nicht so sicher und dann gabs erstmal Probearbeit, aber das Spielkind hat Arbeit. Hoffentlich eine erträgliche. Und nicht eine, die man nur über Spam angeboten bekommt.

Krieg

Ach ja, der verdammte Krieg läuft auch noch — und von wegen keiner geht hin… der Krieg als Talkshow ist zwei Größenordnungen unterirdischer, als ich es mir in meinem schlimmsten Zynismus hätte ausdenken können. Was kommt da als nächstes? Das von Stefan Raab und Dieter Bohlen produzierte Afghanistan-Musical mit dem Happy Taliban Choir, dem balladenhaften Song of The Free Dead Ones, dem March of the Body Bags und dem großen Finale Holy Heroes From German Reich Germany? Und Der Stürmer das Sturmgeschütz des tiefgelegten Boulevardjournalismus fordert “Klappe halten“, während man sich das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen lässt. Nee, wir sollen schließen, alles hat reduziert zu sein. So richtige Schlafprofis sollen wir sein. Und wie die offizielle bundesdeutsche Außenpolitik dieses Ding mit der europäischen Integration sieht, ist auch recht klar geworden.

Klar, das ist wie immer eine total subjektive Auswahl, und eventuelle Verbindungen zwischen den Themen habe ich nur auf Grundlage meiner zuweilen etwas unkonventionell arbeitenden Phantasie errichtet. Das darf und soll alles beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Suchbegriffe Dezember 2009

Der unbekannte HimmelAuch im Dezember wurde Google benutzt, und auch im Dezember wurde das Bloggende Hannover unter dem “Unbekannten Himmel” der Stadt manchmal mit seltsamen, unverständlichen, dummen, notgeilen oder völlig unerwarteten Suchbegriffen gefunden. Hier die übliche, kleine Monatslese mit Betonung der etwas schrägen Suchbegriffe:

Gesuchtes

a star called henry… aber in ganz vielen Schreibweisen und mit ganz vielen Ergänzungen. Meine Empfehlung Zusammenfassung des Romans oder dieses Wiki, aber danach ruhig hierher zurückschauen und mal ein bisschen lesen, was in Hannover sonst noch gebloggt wird.

continental wärmflasche… sehr empfehlenswert, denn es ist gerade recht ungemütlich, kalt, verschneit.

lanaluder.com… weniger empfehlenswert, denn dieses “Luder” ist ein reines Kunstprodukt betrügerischer Spammer.

das bloggende hannover… ja, das ist genau hier.

stromberg ist wie hannover… kann sein, aber er bloggt hier noch nicht.

phantastische zeiten in hannover… kann schon sein, dass es die hier einmal gegeben hat, als die Zukunft noch das Auto war und der totale Neuaufbau die Fantasie von Architekten und Stadtplanern mit sozialdemokratischem Hintergrund inspirierte. Jetzt ist das vorbei, das Auto ist eine laute Stinkdreckschleuder geblieben und wir haben den Salat. Und das Ihmezentrum.

ufo sichtungen 2009 fotos… klar, damit kann ich dienen. Ich kann es dir sogar identifizieren, damit du ein IFO hast. Ach, das möchtest du gar nicht, weil du eigentlich lieber Fliegende Untertassen mit Besatzung als UFOs hast? Na, denn lasse ich dich mit den Bildern im Kopf allein.

abklemmen beim onnanieren… was hast du für eine Grifftechnik?

arbeitslosenquote hannover linden nord 2009… also, gefühlt sind es um die vierzig Prozent, wobei sich einige mit irregulären Tätigkeiten wie Haschdealen über Wasser zu halten scheinen.

bermuda-dreieck hannover… nein, so einen Bereich, in dem Flugzeuge und Schiffe spurlos verschwinden, haben wir hier noch nicht. Aber wir haben ein Ihmezentrum, in dem massenhaft Geld spurlos verschwunden ist.

blog suchbegriffe… erstaunlich, was mancher so sucht? Hat der kein eigenes Blog, wo er sich über die Suchbegriffe wundern kann?

blogs aus hannover… ja, die gibt es hier.

elite nutten in hannover… ich könnte dir jetzt ja eine Adresse nennen, aber so völlig unbezahlt mache ich für den Puff keine Reklame. Und bezahlen lassen werde ich mich hier auch nie.

ficken am maschsee… das ist entweder eine Beschäftigung für Masochisten, die gern frieren oder für Exhibitionisten, die sich nicht an den wenigen Versteckmöglichkeiten, dem rund um die Uhr um den Maschsee gehenden Volk und den abendlichen Polizeistreifen stören.

hannover d-tunnel… na, schau mal hier!

klassenzimmer stinkt… hast du schon einmal versucht, die so genannten Fenster zu öffnen? Nein, nicht die auf deinem Bildschirm, sondern die in der Wand?

name der alten fahrkartenautomaten in hannover… also ich habe diese technischen Ausflüsse des Analsadismus ja immer “Scheißding” genannt, aber offiziell hießen diese Dinger, die das überzahlte Geld einfach kassiert haben, “tix”. Oder meinst du die noch älteren, blauen, die wenigstens funktioniert haben und nicht von Höft&Wessel kamen? Die hatten keinen in der Werbung groß rausposaunten Namen, die hatten einfach nur getan, was man von einem Fahrkartenautomaten erwartet.

robert enke weihnachten… nee, das ist ein bisschen zu spät. Das sieht jetzt so aus. Und so. Und auch so. Das Andenken wird übrigens in Robert Enkes Heimatort, in Eilvese, zelebriert — aber bitte mit etwas Stil und unaufdringlich, denn den Menschen in diesem kleinen Ort hängt es schon sehr zum Halse heraus, was sie jeden Tag an Friedhofstouristik erleben müssen.

schwulenstrich wuppertal… ich würde sagen, der ist irgendwo an der Wupper. Aber nicht mit dem Zoo verwechseln.

selbstmord ip adressen… wie jetzt, ich dachte immer, die 32 Bit einer IP-Adresse wären recht beständig.

silke arp bricht download sxx… oh Gnade, was willst du denn da für Sxx runterladen? Versuch es doch mal auf der Homepage der Silke, vielleicht steht da schon das “Silly Art F*** Mini-Festival” vermerkt, das nach meinem Kenntnisstand am 22. Januar stattfinden soll.

sinnlose statistiken usa… nee, hier gibt es sinnlose Statistiken über die Nutzung des Aggregators Bloggendes Hannover.

umbau hanomag gebäude… ja, der läuft gerade. Ich bin auch recht gespannt, was aus der Conti in Limmer später einmal werden soll. Vermutlich nichts, was mir gefallen wird.

wem gehört der telemoritz… das kann ich dir zwar nicht sagen, aber das Grundbuchamt findest du im Amtsgericht in der Jordanstraße, also gar nicht so weit weg vom Telemoritz.

wo sind nuten im ihme zentrum… nirgends, aber dafür gibt es da jede Menge Baustelle (und einen Sicherheitsdienst mit unfreundlichem Ton am Leib und kläffenden Hunden an der engen Leine).

zusammenfassung the perverts guide to cinema… die kann ich dir geben: Ein Typ spricht mit gnadenlos starkem slavischen Akzent Englisch und redet dabei über eine Menge Filme, die sogar ich kenne. In seinem Reden hobelt er immer diese Schicht Wahnsinn ab, die diesen Filmen erst Substanz verleiht, manchmal durch Betrachtung von Einzelheiten, und manchmal durch eher übergeordnete Erwägungen. Unglaublich, dass man mit so einem schlichten Konzept einen ganzen Abend füllen kann. Angereichert wird dies um die beschriebenen Filmszenen. Unbedingte Sehempfehlung, und das von mir, dem Film-, Fernseh- und Kinohasser… ;-)

Ich weiß nicht, ob es eine deutsch synchronisierte Fassung gibt. Seit ich einige Male die deutsche Synchronfassung mit dem englischen Original vergleichen konnte, achte ich sehr darauf, niemals mehr eine deutsche Synchronfassung zu sehen.

Statistisches

Auch diese heitere Schau wäre nicht vollständig, wenn ich ihr nicht ein paar völlig sinnfreie statistische Auswertungen anfügte. Der arme Webserver musste für das Bloggende Hannover im Dezember im Durchschnitt 286 Besuche pro Tag bewältigen, der Rekord war am 9. Dezember mit 412 Besuchen. Dafür lieferte der Server im Schnitt 25846 KiB am Tag aus. Das funktionierte meist reibungslos, unter den 33911 Anfragen kam es (trotz erheblicher sonstiger Serverlast) nur 21mal zu einem internen Serverfehler. Sieben Mal haben seltsame Zeitgenossen versucht, mit etwas ungewöhnlich gebauten HTTP-Anfragen am Server herumzuspielen. Na ja, wir spielen alle manchmal ein bisschen herum. 51 Besucher folgten einem Link von Eileen Steinbach, um hierher zu finden, 26 kamen vom Frontbumpersticker und insgesamt 16 von derhenry.net. Übrigens kamen 61 Besucher von architekturhannover.de

Und noch immer lesen vier Leser dieses Meta-Blog über den Feedreader von Google. ;-)

Ausgeblicktes

So langsam ist es Zeit, über ein Redesign des Bloggenden Hannover nachzudenken. Als ich vor längerer Zeit diesen Aggregator mit der Brechstange zum Laufen gebracht habe, da habe ich mir keine besondere Mühe mit dem Design gemacht, sondern schnell ein fertiges Blogdesign genommen und an die neue Verwendung angepasst. Das funktioniert auch immer noch recht gut. Aber vor mir liegt ein umfassender technischer Update des gesamten hier verwendeten Systemes, und da möchte ich doch die Chance nutzen, auch das äußere Erscheinungsbild ein bisschen anzufassen. Keine Sorge, es wird schlicht und schnell bleiben und auch in Zukunft keine Aufmerksamkeit von den eigentlichen Blogs abziehen, denn dort spielt die Musik. (Ich hasse einfach selbst Websites, die durch ihre Gestaltung von ihren Inhalten ablenken, und das Netz ist voll davon.)

Während ich darüber nachdenke, stelle ich mir die Frage, ob ich vielleicht auch ein kleines Forum für das Bloggende Hannover aufsetzen soll. Als Forumsoftware würde ich ein bbPress verwenden, denn das ist klein, unkompliziert und völlig ausreichend. Was mich davon abhält, ist allerdings die Tatsache, dass ich zu unregelmäßig am Internet hänge und deshalb das Forum nicht immer so moderieren könnte, wie es bei einem Forum eben manchmal erforderlich wird. Es ist immer wieder unvorstellbar, wie dumm die Trollerei in einem Forum werden kann, bei dem sich jeder anmelden kann. Wenn sich noch zwei oder drei Leute finden, die ein Forum moderieren könnten, denn sollte ein kleines Forum für die Bloggenden und die sonstigen Interessierten kein besonderes Problem sein, und über ein solches Forum könnten zukünftige Bloggertreffen vereinbart, technische Probleme gelöst und dieser allgemeine, fröhliche, harmlose Smalltalk laufen, der einem immer wieder so viel Zeit raubt.

(bbPress ist auch insofern recht praktisch, als dass es RSS-Feeds für jede nur denkbare Ansicht kennt, was vielen Bloggern entgegenkommt. Allerdings ist bbPress eine junge Software, die auch noch ihre rauen Kanten hat, und der minimalistische Ansatz ist auch nicht jedermanns Geschmack.)

Nun, ich muss noch ein bisschen darauf herumdenken.

Rückblick Dezember 2009

Tja, der Dezember ist ja beim Bloggen eher ein ruhiger Monat, aber leider nur beim Bloggen. Ich habe bis jetzt jedes Jahr im Dezember geglaubt, dass ich es endgültig geschafft hätte, meine Leser allesamt zu verprellen, aber kaum ist das große Fest des Konsums vorbei, schon kommen sie wieder. Und schließlich kommen wieder alle prächtig miteinander aus.

So ein Weihnachten ist zwar immer das gleiche, aber das hält niemanden ab. Erst werden die Tage gezählt, während einem die Kälte eigentlich den letzten Rest guter Laune verdirbt. Dann muss eingekauft werden, schließlich ist der Weihnachtsmann doch nicht so zuverlässig. Zum Glück kann man sich die Innenstadt leicht sparen, aber manche(r) mag sie ja doch ganz gern im dunklen Frost und im Schein der Osramkerzen. Es gibt Schnee, Weihnachtsfeiern, Glühwein in der Frostluft, Wichteln, seltsame Geschichten für Kinder und Geschenke. Sogar die Blogs bekommen ein angepasstes Aussehen, das ist so eine richtige Gemütlichkeitsdrohung. Dann kommt der Tag des großen Fressens, und am Ende sind wieder alle vom vielen Festmahl so richtig dick und krank, da hilft auch kein Abnehmkaffee. Und überall sieht man Sterne.

Eigentlich ein Albtraum, und die Hausmittel helfen kaum dagegen. Vielleicht hilft es ja, wenn der Nikolaus ein Buch von Richard Dawkins vorbeibringt…

Immerhin, es ist bald vorbei. Sogar die Nuller Jahre sind vorbei. Damit beginnt zwar kein neues Jahrzehnt, weil der Gregorianische Kalender kein Jahr Null kennt und das Jahrzehnt deshalb erst im Jahre 2011 beginnt, aber dennoch kann man sich schon einmal die Frage stellen, wie die kommenden zehn Jahre wohl genannt werden sollen.

Neues

Neu hinzugekommen im Bloggenden Hannover ist Pro D-Tunnel, wo man sich eben für den D-Tunnel stark macht. Wer sich darunter gar nichts vorstellen kann, ist endweder Autofahrer oder hat die früheren Nahverkehrskonzepte für Hannover gründlich vergessen — was einem von der lokalen Presse recht leicht gemacht wird. Gut, dass sich in diesem Blog noch nachlesen lässt, wie der Nahverkehr in Zukunft auch gestaltet werden könnte. Angesichts der hännoverschen Realität, die eher ziellos im Kreis als vorwärts nach weit (oder doch wenigstens in eine plan- und sinnvolle Richtung) schreitet, befürchte ich allerdings, dass ich noch Niederflur-Bahnen sehen werde. Immerhin hat die üstra mal mal ein paar Stationen umbenannt.

Ebenfalls neu ist Vorwärts nach weit, allerdings nicht von Kurt Schwitters. Schwitters hat übrigens die beste Inschrift auf seinem Grabstein, die ich je gelesen habe: “Man weiß ja nie”. Bei der Architektur in Hannover weiß man auch nie so recht…

Nicht mehr so neu, aber irgendwie doch wieder neu ist derEcki.de — ach, wie schön, dass er wieder hier ist.

Ereignetes

Endlich gibt es total erdrückende Beweise für die Gegenwart von Aliens auf dem Mond. Ihr Raumschiff haben sie dort allerdings verrotten lassen, vermutlich, weil es hienieden auf Erden viel hübschere technische Errungenschaften geben würde. Zum Beispiel sehr flache Fernsehempfänger zum Genuss des nicht minder flachen Fernsehprogrammes. Und Alien-Entführungslampen. Als die Aliens dann aber einen Blick auf die typischen Einwohner Hannovers geworfen haben, da haben sie sich doch lieber in die Area 51 verzogen.

In København fand ein Klimagipfel statt. Allerdings gab das kurzfristige Wetter nicht gerade einen Eindruck von globaler Erwärmung, und das Ergebnis des großen Ereignisses war, na ja, eher keines. Ob dieses Treffen von Staatskarrossen, Hubschraubern und Staatschefsjets wohl klimaneutral war?

Sehr irdisch waren hingegen die Mitteilungen von co.de, dass man doch bitte ordentlich Geld dafür berappen soll, demnächst eine Subdomain von co.de nutzen zu dürfen. Löblich fand ich ja schon, dass endlich jemand eingesehen hat, dass tamagothi.de “eine der wichtigsten Seiten im deutschen Markt” ist, aber so recht glauben mochte ich das nicht. Das Angebot von Frank steht. Wer von der immensen Bekanntheit und Wichtigkeit der Domain tamagothi.de persönlich profitieren möchte, kann eine noch nicht vergebene Subdomain von tamagothi.de (bitte nur Namen ohne markenrechtliche Probleme) zum Sonderpreis von nur noch 98 Euro/Jahr nutzen. Dabei ist sowohl ein CNAME-Eintrag (also eine Umleitung auf einen anderen Domainnamen) als auch die Verwendung einer festen IP-Adresse möglich. Auch Hosting können wir anbieten, aber um Größenordnungen teurer. Wer kann zu diesem Angebot schon nein sagen? Eigentlich jeder. ;-)

Ach ja, apropos Internet: WordPress 2.9.0 war hat so, wie eine x.x.0 von WordPress eben so oft ist, wer nicht muss, wartet besser auf die x.x.1 — eine Beta ist bereits jetzt verfügbar, weil die Fehler mal wieder viele und teils böse waren.

Post des Monats

Na, wie nennt man das, wenn man Gewebe entnimmt. Ich finde ja den alternativen Lösungsvorschlag so richtig passend…

Kommendes

Am Ende des letzten Monats rutscht man in ein neues Jahr, dabei braucht man eigentlich nur einen neuen Kalender. 2012 würden sogar die Maya einen neuen Kalender brauchen, deshalb hoffen einige, dass es hier noch einmal so richtig zu Ende geht. Wird aber wieder nicht kommen. Das heißt aber nicht, dass in Hannover auch im kommenden Jahr keine Trümmer herumliegen würden. Und große Löcher wird es auch in Hannover geben.

An sich ist das mit dem neuen Kalender auch problemlos, wenn man nur cal tippen kann. Bis auf die beweglichen Feiertage im christlichen Kulturraum, die allesamt vom Osterfest abhängen. Da hat sich der Vatikan etwas wirklich böses ausgedacht, um das Osterfest in den Kalender zu legen. Es handelt sich um den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Äquinoktikum zum Frühjahr. Vor einigen Jahren musste ich dafür mal ein bisschen Code in der wenig erfreulichen Programmiersprache Scheme schreiben, und der macht auch dem Unkundigen klar, wie krank diese Definition ist:


; Osterformel (Gauß, angepasst)
; Gibt für ein Jahr das Datum in Bezug auf den Monat März zurück,
; dieses kann auch über 31 liegen
(define easter-march-date
  (lambda (year)
    (let*
      ((intdiv  (lambda (n m) (floor (/ n m))))
       (k (intdiv year 100))
       (m (- (+ 15 (intdiv (* 3 k) 4)) (intdiv (+ (* 8 k) 13) 25)))
       (s (- 2 (+ (* k 3) 3)))
       (a (modulo year 19))
       (d (modulo (+ (* 19 a) m) 30))
       (r (+ (intdiv d 29) (* (- (intdiv d 28) (intdiv d 29)) (intdiv a 11))))
       (og (- (+ 21 d) r))
       (sz (modulo (- 7 (+ year (intdiv year 4) s)) 7))
       (oe (- 7 (modulo (- sz og) 7)))
       (os (+ oe og)))
      os)))

Nee, da mache ich lieber ganz andere Dinge mit einem Computer. Und lasse andere die Kalender machen. Dabei denke ich weder griechisch noch hebräisch, sondern fröhlich…

Hinfort mit den Nuller Jahren! Auf ein gutes 2010! Mit dem Feuerwerk haben einige ja schon begonnen.

Wie immer ist das hier alles total subjektiv, persönlich, in seinen Verlinkungen und Zusammenstellungen an den Haaren herbeigezogen und höchst fragwürdig. Es darf verrissen, vergessen oder vergraben werben. Es darf auch einfach ignoriert werden.

Rückblick Dezember 2008

Der Dezember steht ja im Rufe, ein besonders “klickschwacher” Monat zu sein. Kein Wunder: Man ist überall viel zu beschäftigt mit den typischen Festen zum Jahresende, um mal ein paar eher vergnügliche und private Blicke in das Internet zu tun. Vor allem, wenn man so sehr mit den Festtagen und der Häufung der Weihnachtsfeiern beschäftigt ist…

Na, nun befindet sich das ziemlich durchwachsene Jahr 2008 in den letzten Zügen, und ich schreibe meinen kleinen Rückblick auf den Monat Dezember schon, bevor uns allen die Neujahrsansprache den letzten Rest guter Laune verdirbt. Was soll man auch sonst am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einer Außentemperatur von minus einem Grad tun. (Ist diese kleine Anzeige des Wetterberichts vom Flughafen Hannover unterhalb der Navigation auf der linken Seite nicht wunderbar sinnlos. Dass es kalt ist, stellt man auch ohne diese genaue Information fest, und dass die durchbrochene Bewölkung in einer Höhe von 671 Metern hängt, ist von erfreulicher Irrelevanz für das eigene Leben.)

Neues

Auch im Dezember sind wieder neue Blogs dazugekommen.

An die Leine gelegt ist nach eigener tagline das Blog eines Westfalen aus Köln in Hannover. Das ist ein ziemlich harter Wechsel, und beim Erlebnis des hannöverschen Nahverkehrsbetriebes verfällt man aus dieser Sicht in eine doch hier eher unübliche Mundart. Stimmt, die KVB habe ich auch mal kennengelernt, das ist in der Tat ein ziemlicher Driss, was die sich in Köln herausnehmen. Nichtsdestotrotz, wat de üstra hier deit, dat is ook `n Schiet, ik sachs dir!

Gar nicht auszudenken, wie die Zukunft des “Nahverkehrs” bei der doch immer auch ein wenig modernitätsbesoffenen üstra aussehen könnte:


YouTube-Direktlink

Etwas völlig anderes gibt uns Zerfall D., ein Musiker und DJ, der vor allem bei den dunkler tragenden Menschen eine gewisse Bekanntheit hat. In seinem MySpace-Blog gibt es Empfehlungen für ein filmisches Genre, das eigentlich schon lange tot ist — und selbst das passt in dieses Genre: Der oft blutige, effektheischende, unlogische Trash-Film, der nicht jedermanns Geschmack ist, aber von manchem umso begeisterter genossen wird. Die kurzen Rezensionen können schon eine Hilfe bei der Auswahl für einen gelungenen Trash-Abend sein, und ich bin gespannt, ob es solche Berichte auch in Zukunft jede Woche geben wird.

Leider haben die MySpace-Blogs ein Problem mit ihren RSS-Feeds. Es wird grundsätzlich nur ein gekürzter Text ausgeliefert, und zwar, ohne dass mit einem Link in den oft schmerzhaft gekürzten Texten darauf hingewiesen wird. Wieder einmal ein Beispiel dafür, dass das bloggende Hannover nur ein dürftiger Ersatz für die richtigen Blogs ist. Also: Ruhig mal einen Klick wagen, in den Blogs spielt die Musik, nicht hier. ;-)

Bloggertreffen

Sehr kurzfristig wurde das Bloggertreffen im Dezember angekündigt, und trotz der Nähe des großen Festes kamen doch ein paar Leutchen. Es war aber eine eher dünne Besetzung, die sich im Café Safran zusammenfand — und , gab es auch wieder kleinere Probleme mit Bestellungen und mit nicht bestellten Getränken…

Vielleicht werden Bloggertreffen ja in Zukunft an anderem Ort stattfinden.

Ereignetes

Weihnachten hat scheinbar alle anderen Ereignisse überschattet. Man hat im Vorfeld Türchen aufgemacht; Lebensmittel zu “Tannenbäumen” umgewidmet; andere haben Nahrungsmittel gegessen, bis sie vom wenig klimaneutralen Essen voll waren; sich mit Musik und gar nicht emanzipiert wirkenden Weihnachtsfrauen ein frohes Fest gewünscht und sich ansonsten im Kreise der Familie aufgehalten.

Nur so ein Miesepeter schreibt ausgerechnet am 24. Dezember über die hilflosen Werbemaßnahmen im Umfeld des Umbaues einer Architekturruine der Siebziger Jahre, damit auch nicht so viel festliche Stimmung aufkommt. Der hat wohl keine Familie! Stimmt, hat er nicht. Und Weihnachten feiert er auch nicht. Wenn schon Außenseiter, denn auch richtig. Am besten, man lässt ihn einfach in Ruhe, damit dieser lunatic seinen Mond für sich allein hat… ;-)

Vielleicht hat er einfach schon wegen der “geschenkten” 300 Euro zu Weihnachten die Schnauze voll gehabt.

Ach ja, es gab auch noch ein Attentat auf den amtierenden Präsidenten der USA, aber der völlig verblendete Attentäter hat in der Al-Quida-Schule nicht aufgepasst und kennt nicht den Unterschied zwischen einem Schuh und einer Handgranate. Wer weiß, was der vorher als Sprengstoffgürtel probiert hat.

Gezähltes

ZEHN ;-)

Gepresstes

Für jene, die mit WordPress bloggen, gab es eine völlig neue Version — zumindest sah diese völlig neue Version völlig neu aus, wenn man sie benutzte. Im Kern ist doch vieles gleich geblieben, aber die gesamte Benutzerführung sieht jetzt anders, vielleicht sogar ein bisschen konsistenter aus. Weh dem, der etwas betagtere Rechner zum Arbeiten verwendet und nach jedem Klick fröhliche Fehlermeldungen wegklicken darf, weil die… Moment…

*tippeltippeltippel*

find . -name "*.js" | xargs cat | wc -l

27440 Zeilen JavaScript, die darin verbastelt wurden, doch eine Herausforderung für jeden Browser sind. So etwas kommt eben raus, wenn man eine Anwendung in den Browser bringen will; selbst ein einfaches Blog kommt da schnell mit einem Wust von Code daher, der einfach nicht mehr schön ist. Aber auch das regelmäßige Umstellen der Benutzerschnittstelle löst nicht nur Begeisterung aus.

Übrigens ist das bloggende Hannover in seinem Kern auch ein WordPress-Blog, verwendet aber bewusst eine viel ältere Version, weil etliches am hier verwendeten Code gepfuscht wurde. Diese ältere Version hat aber den zusätzlichen Vorteil, dass sie auch auf älteren Rechnern noch gut zu bedienen ist.

Gewünschtes

Allen Bloggenden und Lesern wünsche ich einen angenehmen, ausgelassenen und katerfreien Kalenderwechsel. Die Jahreszahlen ändern sich ja von allein, ob sich aber auch etwas im Leben ändert, ist hingegen eine ganz andere Sache. Manchmal kann es helfen, angstfrei zu handeln, und manchmal ist selbst das nicht mehr möglich. Wer alles passiv über sich ergehen lässt, darf sich aber über den fortschreitenden Verlust von Möglichkeiten nicht wundern.

Früher hat man zum Jahreswechsel Lärm gemacht, um die bösen Geister zu vertreiben — und heute wird der Lärm eher gemacht, um den Geist zu vertreiben.

Lasst euch nicht entgeistern!

Wie immer ist dieser Rückblick eine völlig subjektive Ansammlung meine Einblicke, die beliebig zerpflückt werden kann. Im Dezember sind nicht nur die lichtvollen Momente des Tages knapp…