Das Meta-Blog

Monatsrückblick September 2011

Was ist denn da draußen los. Während der Sommer (bis auf diese zwei Tage…) aus kaum geklärten Gründen ein schlechter Herbst war, ist der beginnende Herbst zurzeit ein ganz brauchbarer Sommer — mit fünfundzwanzig Grad im Schatten und überraschend praller Sonne. Was denkt diese gelbe Sau da oben am Himmel sich nur? Aber wehe, man hat des arschkalten Abends kein flauschiges Vlies zu schützen den kaum gekleideten Körper vorm herbstlichen Hauch.

Oh, das deutsche Wort Vlies schreibt sich ja werbeneudeutsch “Fleece”, und der Stabreim ist noch ärger outdated. Und ob man krank wird, das ist inzwischen eine Sache der Einstellung geworden. Na, dann mal zum Aktuelleren aus der langweiligen und dialektfreien Stadt, die wenigstens in ihrer Lautstärke vorwärts nach Taub eilt…

Ereignetes

Aktueller ist zum Beispiel, dass Leute mit Blogkommentaren, die sich mehr an Maschinen als an Menschen richten, in Google nach oben kommen wollen. SEO nennt man diese Form der Spam, und zuweilen gibt es sogar lustige Wettbewerbe, bei denen sich preiswerte Azubis besonders beflissen zeigen. Als ob die Seuche der sinnlosen Kommentare nicht schnlimm genug wäre, kommen auch immer wieder lustige Mails. Tja, “Arschloch” ist ein hartes Wort, aber leider manchmal auch ein passendes. Spam ist nun einmal die Tätigkeit von Arschlöchern. Und oft auch von unfreiwilligen Dadaisten. Wenn man die ganzen Überreste der Spammertätigkeit jeden Tag in der Kloake des Spamfilters dümpeln sieht, mag man nur noch eines sagen: Hier stinkt es gewalttätig!

Das Oktoberfest ist im September. Weihnachten auch. Und dabei haben wir Halloween noch vor uns. Die Zombies haben sich nicht um den Termin gekümmert.

Ach, apropos Zombies, da denke ich gerade an Architekten. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie weithin das Sprengel-Museum am Nordufer des Maschsees bekannt ist. Sicher, der Bau ist nicht wirklich hübsch, aber er vermittelt doch mit seinem künstlichen Hügel am See den Eindruck einer Insel, auf die man gehen kann, wenn man nicht mehr im sonstigen Treiben herumdümpeln möchte; die Einladung eines Ruheraumes, in dem erfahren werden kann, was sonst keinen Raum mehr hat. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Treppe auch eine gute Sitzgelegenheit im Sommer abgibt. Wenn ich Bilder solcher Beglückungsideen sehe, dann rotiert vor meinem inneren Auge Kurt Schwitters in seinem Grab auf dem Friedhof Engesohde. Unterdessen wird auch der Kröpcke aufgewertet und das endet hoffentlich nicht wie in der brutalistischen Betonburg zwischen Ihme und Blumenauer Straße.

Natürlich gab es auch mal wieder Kommunalwahlen. Nicht, dass ich zum Freund der CDU geworden wäre, aber angesichts der überwiegend saudummen Wahlplakate, die ich nicht einmal mehr fotografisch dokumentieren wollte, hat die CDU mit ihrer Kampagne Verantwortung für… eindeutig den Preis für die letzten Reste einer Kommunikation des politischen Gestaltungswillens erhalten. Andere wollen eher anderes kommunizieren, um ihren Markenkern vor die Augen zu stellen. Das kann die CDU allerdings auch. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung da so… ähm… beklagenswert wird, wenn man subjektiv bei der Wahl keine rechte Auswahl hat — so sehr, dass es schon erwähnenswert wird, wenn jemand von seinem Wahlrecht noch Gebrauch macht.

Das Wählen geht wenigstens (noch) anonym. Facebook — von mir gern liebevoll “das Fratzenbuch” genannt, geht nicht anonym. Da wird man gesperrt und aufgefordert das Konto zu löschen, kann es aber nicht löschen, weil man gesperrt ist. Generell hat es “das Fratzenbuch” nicht so mit der Durchschaubarkeit (diese Schwäche ist übrigens zwei Wochen nach Veröffentlichung des verlinkten Postings behoben). Das gefällt doch. Und diese ganzen Gerüchte zur Datensammelwut des “Fratzenbuches” sind einfach nur unwahr. Ansonsten gibt es nette E-Mails.

Ich verstehe den Wahnsinn “Fratzenbuch” eh nicht mehr. Meine Diaspora-ID ist elijahu@diaspora.streusel.org, und das ist mein definitiv letzter Gang in das so genannte Web Zwo Null. Möge sich der Rest doch im skurrilen Imitat eines virtuellen Paradieses datenmäßig enteignen lassen.

Apropos Facebook: Da denke ich doch gleich an die hübschen blauen Aufkleber der Polizei, die inzwischen an vielen Stellen in Hannover sichtbar sind, die sollten eigentlich auch nicht sichtbar sein. Na, so lange man nirgends diesen Aufkleber sieht, ist ja alles in Ordnung. Nicht. Aber wenigstens tut es nicht körperlich weh und macht auch nicht blind. Außer vielleicht für das verdammte Menschenrecht, sich einigermaßen unbeobachtet von irgendwelchen zwingenden Blicken abstrakter Überwacher durch die Welt bewegen zu dürfen.

Filme

Bücher

Der Stapelabbau ist bei den Büchern zuweilen schwierig, aber sollte man deshalb gleich sein Wischibunti-Pad aus dem Fenster werfen. Weil Bücher — sogar eines von Ex-Bumskanzler Gerhard Schröder — so oft eine große Hilfe sind;)

Produkt des Monats

Unbedingt kaufen! Der nächste Valentinstag (mit seinen Herzschachteln und Eisherzen) kommt bestimmt, und spätestens dann wird es Zeit für den angemessenen Wackelpudding.

Unpassender Web-2.0-Button des Monats

Love

Natürlich ist meine Auswahl wie immer völlig subjektiv und kann und sollte in allen Punkten beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Monatsrückblick August 2011

Oh, jetzt hätte ich fast schon August 2012 geschrieben, so geradezu apokalyptisch gesäßkalt mit seiner raren Sonne wirkt dieser so genannte Sommer auf mich. Der hat ja für eine ganz neue Schuhmode gesorgt. Da hilft auch kein Infrarotthermometer, um wenigstens die verbliebenen warmen Stellen in erfreuliche Zahlen zu verwandeln. Nur Flora zeigt, dass es nicht Herbst ist. Oder um es anders zu sagen:

fruehling, sommer, seufz, argh. #fb

Kurz: Der Augst… oh, jetzt frieren mir schon die Fingerchen ein, und die festgefrorene Mechanik meiner Gelenke verkürzt die Monatsnamen, so dass ich ein Neudeutsch produziere, das fast so schlimm ist wie die Verkürzelung von lat. “Augustus” zu franz. “août”, ich meinte natürlich… August, ja dieser August hält, was der Juni versprochen hat.

Manche freuen sich bei diesem Gruselwetter schon auf Halloween. Es sind übrigens nur noch 116 Tage bis Weihnachten, denkt schon mal an den Einkauf!

Gestern rauschte eine Meldung der Tagesschau an mir vorbei, dass dieser Sommer…

ARD-Tagesschau: Dieser Sommer war zu warm

…sogar überdurchschnittlich warm gewesen sein soll. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in der Berechnung des Durchschnittwertes die letzten Eiszeiten mit eingeflossen sind. Aber ich will in der Stadt der hübschen, freundlich aussehenden Menschen mal keinen Trübsinn verbreiten und mache einfach weiter.

Ereignetes

Schwupp und schon stehen sie am rande ihrer existenzen und glauben das ist chic… ja, im virtuellen Randbereich seiner eigenen Existenz kann man vieles finden, das “chic” oder neudeutsch “cute” ist, sich aber bei näherer Betrachtung nicht so wirklich schickt. Die vielen bunten Klickteile zum Beispiel. Oder dekorierte Fenster. Wie einig sich doch der althergebrachte und der moderne Kitsch in ihrer unterkühlten Geschmacklosigkeit sind. Am besten: Nichts wie raus! Dann kann es nur noch aufwärts gehen

Neben Facebook haben internetaffine Menschen ohne technisches Verständnis jetzt ein weiteres Spielzeug, um ihre Kontakte zu pflegen und einem großen, werbevermarktenden Unternehmen eine ordentliche Datensammlung in die Datenbank zu schaufeln: Google Plus. Oder sollte ich Google+ schreiben? Einen Namen auf einem Additionszeichen zu beenden, ist keine so geschickte Entscheidung, denn die richtige Schreibung wirkt in jedem Text wie ein Fremdkörper. Der technokratisch durchgesetzte Zwang zum Realnamen wirkt hingegen im Internet wie ein Fremdkörper, denn dort ist die Anonymität immanent. Und nein, angesichts der Sammelwut dieser Unternehmen einen falschen Namen zu nehmen, ist sinnlos. Manche benutzen ja sogar breit beworbene Browser von Google. Vernünftigere Menschen nehmen den wirklich nicht schlechten Browser lieber ohne die obskuren Google-Beglückungsideen. Aber für letzteres macht ja niemand Werbung. Und ja, Werbung wirkt. Leider. Und es gibt kein Entkommen

Apropos kein Entkommen: Die Fußball-Bundesliga hat auch wieder angefangen. Aber es sind ja auch Leute hier, die dem Ballgetrete gar nicht entkommen wollen;)

Hannoveraner übrigens, sie sind, wenn im Sommerloch die Seiten der Zeitungen auch einmal mit Vorurteilen gefüllt werden, langweilig und dialektfrei. Vorgestern erst hat mich jemand ut Greetsiel gefraacht, ob ek ook Ostfriese… so viel nur zu dialektfrei. Langweilig hingegen, das könnte stimmen… ;)

Sogar der Kommunalwahlkampf in Hannover wirkt irgendwie langweilig. Interessanterweise ist die CDU die einzige Partei, die konkrete kommunale Themen auf ihre Plakate stempelt. Andere sagen gleich, dass sie draußen bleiben müssen und vergessen, zu erwähnen, wen man eigentlich wählen soll. Von den Personenplakaten gar nicht erst zu reden, die lassen sich trefflich zusammenfassen. Aber dass die CDU in Niedersachsen eine wirklich gute Werbeagentur für ihre Wahlkämpfe einspannt, das fällt mir schon seit Jahren auf. Und Werbung ist ja das Wichtigste. So ein politisches Produkt verkauft man ja nicht mehr anders als eine Marke Klopapier — die sich kaum von den anderen Marken Klopapier unterscheidet, wenn sie nicht gerade ein Nischenprodukt für die perianale Region ist. Oder, wie ich es gestern noch jemanden sagte: Die Entpolitisierung der Gesellschaft ist zu einem großen Teil der Werbung für die politischen Parteien gedankt. Gedankt von den politischen Parteien. Ach, und was ein Politiker mal gesagt hat, dieses Geschwätz von gestern

Was wäre nur, wenn alles, woran man glaubt, nicht wahr ist? Und wenn die Raupen nur eine von Elektronenstrahl und Ablenkeinheit erzeugte Illusion wären? Wenn die Informationen aus einer Parallelwelt kämen, die ferner als der Mond ist? Wenn das Milliarden Jahre alte Wasser morgen schon verdürbe? Ja, wenn wir alle mit Sinnlosigkeiten schwanger gingen, während uns ein kalter Kaiser regiert?

Ach, es bleibt doch nur noch der Leck-mich-am-Arsch-Sonntag. Oder, wenn das zu langweilig ist, den hektischen und aufregenden Fischen zuzuschauen. Viel Spaß beim Abtauchen!

Filme

Bücher

Hinweis für September

In der Nacht vom 03. auf den 04. September 2011 wird der Fotoklinik e.V. einen Photo-Nightwalk in Hannover veranstalten. Wer Interesse hat: Bitte anmelden (ich hoffe, es geht auch jetzt noch)…

Zitat des Monats

Meine Netzwerkaktivitäten sind eingeschränkt könnte man sagen. Ich finde nicht den richtige Draht dazu. Es entwickelt sich zunehmend eine neue alte Liebe. Dieses Blog hier. Ich weiss gar nicht warum. Ich meine… es ist schön so und das streite ich auch gar nicht ab. Vielleicht ist es auch einfach nur der Strom der mir Sorgen macht. Der Durchfluss, die Geschwindigkeit in der die Informationen durch das Netz rauschen. Irgendwie flutschen die News mehr oder weniger durch.

Natürlich sind wieder alle verlinkten Texte völlig subjektiv und nach den Maßgaben meiner eigenen, verzerrten Wahrnehmung ausgewählt wurden; natürlich sind wieder alle hergestellten Verbindungen willkürlich; natürlich darf das beliebig kritisiert und gefleddert werden; natürlich bin ich wie üblich das, was ich bin und auch immer bleiben werde… nämlich euer Elias

Kein Monatsrückblick für Juli

Sorry, ich komme leider im Moment nicht dazu, einen Monatsrückblick für den Juli zu schreiben — aber ich werde mir Mühe geben, dass hier zum Ende August wieder die gewohnte Blogschau erscheint.

Huch, wir haben ja den ersten August. Eigentlich könnte jetzt doch mal der Frühling anfangen. Sauwetter!

Monatsrückblick Juni 2011

Hannovers Wetter: Temperatur 13°C, Luftfeuchtigkeit 93,6%, Luftdruck 1018 hPa, Wind NW 22 km/h, Taupunkt 12°C, Durchbrochene Bewölkung in einer Höhe von 366m und geschlossene Wolkendecke in einer Höhe von 1219m, Witterung leichter RegenJa, es ist soweit! Ach, wie gern redete ich über den Sommer, aber die beiden Tage scheinen schon wieder vorbei zu sein und jetzt müssen die Blüten im Regenwasser schnorcheln

Ereignetes

Früher™ war alles besser. Früher gab es eine Saure-Gurken-Zeit, jetzt gibt es EHEC und deshalb gab es nur eine Gurkenzeit. Gut, später wurde daraus eine Sprossenzeit. Sicher, EHEC war und ist eine böse Epidemie, aber was der Presse- und sonstige Medienapparat in seiner Gier nach reißerischen Schlagzeilen für einen Scheiß daraus gemacht hat, reizte nur noch zum Sarkasmus.

Wie schön, dass die Enten, Kaninchen, Blässhühner (manchmal hasse ich die neue Rechtschreibung), Graugänse und sonstigen Mitlebewesen völlig unbeeindruckt von den sonderbaren Ängsten in den Köpfen der Zweibeiner einfach so herumleben und recht hübsch aussehen, so dass man sich bei ihrem Anblick nur freuen kann. Sie sind so wunderbar an das Leben angepasst und benötigen keine Behausungen wie wir, so dass man sie nicht wegen derartiger Bedürfnisse gängeln kann.

Doch auch nicht alle Menschen wollen sich wegen ihrer Bedürfnisse und wegen des Rechts auf Stadt gängeln lassen, manche besetzen auch die Limmerstraße 98. Und bloggen über die Besetzung, natürlich “kommentierbar”, doch die Kommentare sind nur zum Teil erwünscht. Und auch ansonsten gab es einen… ähm… interessanten Kommunikationsstil. Dieser sollte sich zumindest ein paar Tage später — nach dem Abriss des Hauses — wirklich lobenswert bessern, wenn der Film auf dem Schmuckplatz auch leider wegen Regens ausfiel. Hoffentlich geht es wenigstens in Zukunft nicht immer nur im Kreise! Denn sonst läufts wie immer.

Was die modernen, digitalen Bedürfnisse des Menschen angeht, ist die große Enteignung und Verwirtschaftung ja auch in der Vorbereitung. Und alle machen mit, wegen der schönen Gadgets und wegen der Ego-PR. Für die besonders schwierigen Fälle, die Experten, denen man so schlecht technischen Tinnef andrehen kann, denkt sich die IT-Industrie immer wieder etwas aus, um sie wieder zu Anfängern zu machen, die Bücher kaufen und Kurse belegen. Ansonsten geht Twittern auch von alleine, und das außerordentlich erfolgreich. Ob die Roboter wohl unter sich bleiben, irgendwann ein Bewusstsein ausbilden und wie V’ger die ansonsten sinnlosen und schädlichen Kohlenstoffeinheiten beseitigen wollen? Aber nein doch, diese Robots sind zum Spammen gebaut und nicht zum Forschen, zum mechanischen Labern und nicht zum Hören; sie werden sich untereinander mit ihren immer ausgefeilteren Spambomben bewerfen, bis das Internet nur noch dem Transport einer zum mechanischen Selbstzweck gewordener Reklame dient, die niemand mehr empfängt und die wie eine Pest alle Kanäle verstopft. Ein geisterhaftes Treiben für Gespenster, es zwitschert aus dem Mülleimer, den Schüsseln aus Porzellan entsteigen Monster, hingepfuschte Perl-Skripten erzeugen sondersame Lyrik. Oh yes, you have message from mindless jerks, so register to read it! Ach, ich sehe gerade: Mein AdBlocker, der mir das Internet erst genießbar macht, empfängt jetzt neue Filterregeln… ;)

Ach übrigens: Mit einem 56k-Modem bin ich auch öfter mal online, von wegen “unvorstellbar”. Wie gut, dass es Browser gibt, bei denen man das Laden der Bilder einfach abstellen kann.

Die Dinge bekommen für Menschen doch erst einen Sinn, wenn sie in einem Bezug zum Menschen stehen. In jedem Menschen neu. In jedem Menschen anders. Es gibt nicht nur eine einzige Wahrheit. Übrigens gibt es auch nicht nur eine einzige Website, auf der Filme gestreamt werden.

Und ja, es gibt jetzt auch wieder was mit Bällen. Nein, nicht das Bällebad, in das ich selbst am liebsten in einem gebieterischen Anfall von mindestens vierter Kindheit reinhüpfen würde, sondern dieser sonderbare Sport, bei dem 22 Personen mit einem einzigen Ball auskommen müssen. Kein Wunder, dass dabei nicht jede_r¹ zufrieden sein kann. Also los, macht ihn rein, Mädels!

Mädels und Jungs, die lieber zur Nähmaschine gehen wollen, können sich übrigens selbst dort noch von der GEMA verfolgt fühlen. Na, wenigstens gibt es auch noch ein paar Näh-Tutorials ohne Musik im Hintergrund, die frei verfügbar bleiben. Ein schönes, neues Web Drei Null der verschwindenden Inhalte ist unter der unersättlichen Gier der Inhalteindustrie entstanden, und dabei hätte das Internet doch uns allen gehören sollen. Manche Wege des deutschen Dorfes im Internet führen einfach nur ins Nichts.

Bücher

Filme

Neues

Im Juni neu ins Bloggende Hannover hinzugekommen ist Marie Luise Ritter. Ums mit ihren eigenen Worten zu sagen: “Mich begeistern Reisen, Schreiben, Fotografieren und Mode und schöne Musik. All das werde ich hier mit euch teilen.” — nun, das könnte ein interessanter Kontrapunkt zu den doch überwiegenden kritischen oder technikaffinen Geistern hier sein. Lassen wir uns überraschen! ;)

Nachruf

Muss denn erst ein Peter Falk sterben, damit man bemerkt, wie es mit dem Genre “Fernsehkrimi” seit Jahren bergab geht? Wie die technische Umsetzung von immer mehr immer sinnentleerteren special effects und immer schnelleren Schnitten geprägt wird, während die zu Unterhaltung verpackte Polizeiarbeit immer dürftiger und mechanischer gerät? Scheinbar ja. Oh Columbo, wenn doch nur der Sarg aufginge und du deine billige Zigarre in einer danebenstehende Urne abstreifen würdest, mit dem Satz “Was mir da gerade einfällt, ich hätte da noch eine Frage” im Munde! Nein, er kommt nicht zurück. Nie wieder.

Post des Monats

Geht’s raus und spuits Fußball. — huch, mit so bairischem Umlaut… ;)

Fußnoten

¹Ich habe wohl zu viele Texte der Hausbesetzer_innen gelesen

Diese Zusammenstellung ist wie immer völlig subjektiv, schnell und gedankenlos runtergeschrieben und alle Schwerpunkte und Verknüpfungen entspringen meiner seltsamen Betrachtungsweise. Das darf, soll, muss zerfleddert werden. Euer Elias.

Nach einer DDoS-Attacke…

…in deren Verlauf viele tausend über die ganze Welt verteilte, von Kriminellen mit Schadsoftware übernommene Privatrechner diesen armen Server unter Last gesetzt haben, bin ich tatsächlich froh, wenn wenigstens die Grundfunktion gegeben ist:

tamagothi.de is up!

Das Bloggende Hannover war — genau wie einige andere Projekte, die auf diesem Server liegen — für gut drei Stunden vollständig unerreichbar. So lange habe ich gebraucht, um diesen Server unter seiner hohen Last überhaupt administrierbar zu machen, die Durchführung des Angriffs (oberflächlich) zu studieren und mit einem bisschen Konfigurationsarbeit dafür zu sorgen, dass die Projekte zwar mit etwas geringerer Performance, aber dafür etwas erhöhter Zuverlässigkeit erreichbar waren und sind. Letztlich bin auch ich einer DDoS-Attacke relativ hilflos ausgeliefert, alles, was ich versucht habe, ist den Schaden zu begrenzen und auch unter schwierigen Bedingungen eine gewisse Verfügbarkeit herzustellen.

Die Angriffe auf diesen Server werden zurzeit noch fortgesetzt. Es kann jederzeit zu längeren Wartezeiten kommen — ja, noch länger als gewohnt — und auch immer wieder einmal vorkommen, dass es statt des Bloggenden Hannover nur eine weiße Seite oder auch einmal gar nichts (außer einer Fehlermeldung des Browsers) gibt.

Wer von euch unbedingt ein bisschen mehr Traffic haben will, muss einfach nur unter so einer Attacke stehen (diese Auswertung ist von 16.00 Uhr, inzwischen sieht es noch übler aus). Wie man an diese “Ehre” kommt? Vermutlich, indem man Leuten auf den Schlips tritt, die schon für andere unehrenhafte Zwecke über Botnetze verfügen. Wer das in diesem Fall war, ist — so lange ich nicht aus anderen Quellen sichere Informationen bekomme — spekulativ, so dass ich mich hierzu nicht weiter äußern möchte.

Sorry für den vorübergehenden Ausfall.

Euer Elias.

Suchbegriffe Mai 2011

Auch im Mai kamen wieder Besucher zum Bloggenden Hannover, die von Google und Konsorten hierher geführt worden — hier die übliche, kurze Übersicht über die etwas schrägeren Suchbegriffe, deren Spuren in den Referern sichtbar wurden:

hannover blog — Aber jede Menge!

blogleichen — Auch davon gibts ein paar, aber sie zucken noch ein bisschen…

29. dezember 2010 hannover schnee wetter archiv — Wie, ist es dir zu warm und du möchtest dich an kältere Tage erinnern?

ballsaal der finsternis — Der ist dort, wo vorher das 2nd Base war, und das war dort, wo vorher das Dark Star war. Die Homepage hättest du mit dem ersten Treffer gehabt, es ist also ein gut gewählter Clubname. Aber scheinbar wolltest du ja nicht die Selbstdarstellung der Clubbetreiber lesen. Na, hier liest du jedenfalls keine Gegenstandpunkte…

bauer media group anrufe — Mein Tipp: Einfach auflegen. Wer ISDN hat und wessen Rechner sowieso immer läuft, den Vorgang automatisieren lassen. Was ich genau von Leuten halte, die unaufgefordert immer wieder anrufen, kann ich leider aus sittlichen Gründen nicht darlegen.

billige nutten in hannover — Sparsam, sparsam, wer vor seinem Hannover-Besuch so sucht. :mrgreen:

blog aggregator selber bauen — Das ist eigentlich ganz einfach. RSS ist ganz normales XML, das man leicht durchparsen kann, und die Darstellung von Beiträgen in chronologischer Sortierung ist auch nicht weiter schwierig.

donnie darko maske bauen — Welche jetzt? Die zum Hasenkostüm. Besondere Osterüberraschung?

doublierschritt — Au weia, das hatte ich fast verdrängt, das Schützenfest kommt ja auch bald wieder.

grenzerfahrungen hannover — Es gibt einige Einwohner dieser Stadt, die sagen würden, dass die gesamte Stadt eine Grenzerfahrung ist.

sexadressen im internet — Ach komm, mit einer so formulierten Suche wirst du nur unbrauchbaren Müll völlig unseriöser Anbieter finden.

tagestemperatur hannover 2011 — Die ändert sich jeden Tag.

windows sprachpansch — Aber nein doch, gerade Microsoft war immer um eine interessante deutsche Sprache in seiner Dokumentation bemüht. Als alle Welt diese kleinen Quadrate zum Häkchenreinsetzen “Checkbox” nannte, das schrieb Microsoft das Wort “Kontrollkästchen” in seine Druckwerke, der “Button” war eine “Aktionsschaltfläche” und die “Combobox” ein “Kombinationsfeld”. Ich habe mehr als ein Mal computererfahrene Menschen vor Texten voll von Microsofts Begriffen sitzen sehen, ohne dass sie auch nur verstanden, um was es geht. In seinen Office-Produkten hats Microsoft noch deutscher getrieben, vielleicht am schlimmsten in Access (“Einfügeabfrage” und “Löschabfrage” waren heitere sprachliche Fehlgriffe). Und wer damals wollte, konnte die Office-Suite sogar in einem deutschen VBA programmieren, was ein maßgeblicher Beitrag zur irreversiblen Neuverdrahtung der Gehirne war. Ich sage dazu nur…

Kmt Zerstoerung des cerebralen Potenzials beim Programmierer
Kmt Version 5.2, Copyright Macrohard Brain Control
Bei Fehler Weiter Nächste
Dim bFertig Als Boolesch
Nochmal: Solange Nicht bFertig
  Rufe Hirnkitzeln
  Bestimme bFertig = FolterWarHinreichend()
Ende Solange
GeheZu Nochmal

Nee, ein Sprachpansch war das nicht, das war schon sehr bemüht darum, eine Art Deutsch zu sein. Erst beginnend mit der Zeit zwischen 1996 und 1998 ist man bei Microsoft vom eigentümlichen Umgang mit Sprache so nach und nach abgekommen, da wurden ja auch kaum noch Handbücher in die großen, bunten Kartons gelegt. Was danach noch allein übrig blieb, war die umständliche Unverständlichkeit der typischen Microsoft-Ausdrucksweise, die uns bis heute erheitern oder quälen kann¹…

Fehler bei der Verbindung mit VPN-Verbindung zu... -- Verbindung wird hergestellt mit 192.168.1.201 -- Fehler 786: Der L2TP-Verbindungsversich ist fehlgeschlagen, da auf dem Computer kein gültiges Zertifikat für die Sicherheitsauthentifizierung vorhanden ist. -- Wiederholen -- Abbrechen -- Details

…aber selbst für erfahrene Menschen auch dann noch rätselhaft bleibt, wenn sie sich durch die Knowledge Base von Microsoft wühlen und dort die Erklärung “Der Verbindungsversuch ist fehlgeschlagen, da die Datenverschlüsselung fehlerhaft war” lesen. Na ja, gut dass es ein Internet gibt, in dem man in wenigen Minuten etwas treffendere und meist auch für Menschen mit normalem Sprachgebrauch verständliche Informationen findet.

Ach merde, ich wollte doch Suchbegriffe, und jetzt gebe ich einen Eindruck von früheren Zeiten der Programmierung und jauche über Microsoft ab. Zeit, damit aufzuhören, aber nicht ohne ein paar…

Überflüssige statistische Angaben

Im Mai bediente der Webserver für das Bloggende Hannover insgesamt 37,974 Anfragen aus dem Internet, die sich über den üblichen Hokuspokus mit IP-Adressen 10,791 Besuchen zuordnen lassen. Als Reaktion auf diese Anfragen hat der Server insgesamt 834,6 MiB Daten ausgeliefert. Im Durchschnitt gab es 51 Anfragen pro Stunde, der Maximalwert für eine Stunde lag bei 282. Pro Tag kam es im Schnitt zu 348 Besuchen, der Maximalwert lag bei 542. (Vielleicht sollte ich die Auswertung noch um Median und Standardabweichung erweitern, damit ich noch mehr schwätzen kann.) Insgesamt 4mal in diesem Monat kam es zu einem internen Fehler, bei dem der Leser vermutlich nur eine weiße Seite gesehen hat. (Fehlermeldungen habe ich hier abgeschaltet.) 28 Besuche in diesem Monat gingen auf für mich leicht erkennbare Hackversuche zurück, dabei war ein Hacker bei seinem Angriff auf den Webserver ausgesprochen kreativ, indem er gezielt falsch konstruierte HTTP-Requests sandte, um Fehler zu provozieren. Vermutlich gibt es Installationen, die dafür anfällig sind, sonst würde so etwas nicht gemacht. Es gibt also wirklich kein Projekt im Internet, das klein und unwichtig genug wäre, um vor Angriffen bewahrt zu werden. 11 Menschen lesen den Feed dieses Meta-Blogs über den Google-Feedreader, der mit seinem Bot immer wieder treu hier vorbeischaut, als gäbe es jeden Tag etwas Neues zu sehen. Einige Leser kamen auch von Blogs hierher, und zwar 44mal von BlutRoterMond, 23mal vom Frontbumpersticker, 14mal vom Home of Limetrees, 9mal von den HannoverShots, 8mal von An die Leine gelegt und 5mal von Unser täglich Spam. Diese Auswertung wird im Moment übrigens — weil ich ja gerade Unser täglich Spam erwähne — deutlich erschwert, weil eine Flut von Referer-Spam ihre Spuren in den Logdateien hinterlassen hat. Das Bloggende Hannover ist immer noch ein kleines Projekt, und zwar seit einigen Monaten eines mit Tendenz zum kontinuierlichen Schrumpfen. Das mit den Blogs hat sich wohl endlich normalisiert, und die neuen heißen Säue sind Twitter und Facebook. Ehrlich gesagt: Da sind mir die Blogs lieber…

So, jetzt aber genug von diesem nüchternen Zeug!

¹So, und weil jetzt wieder ganz viele Leute sagen, dass unter MacOS alles viel besser ist — ich finde die Meldung “Sie können sich derzeit nicht mit dem Benutzernamen ‘elias’ anmelden, die Anmeldung ist aufgrund eines Fehlers fehlgeschlagen”, die mich auch schon gequält hat, trotz ihrer treffsicheren Formulierung wenig hilfreich. (Ja, es gab einen Account für “elias”; ja, die Anmeldung war vorher auch mal möglich; nein, es gab keine zeitlichen Beschränkungen für die Anmeldung.) Aber hey, was soll man von einem System erwarten, das mich in seinen früheren Zeiten (MacOS 7 oder 8) mit so lustigen Meldungen von seinen besonderen Qualitäten überzeugt hat.