Das Meta-Blog

Wenn ich hier keine Rückblicke mache…

Wenn ich hier nicht — wie von früher gewohnt — jeden Monat meinen Rückblick mache, liegt das nicht an plötzlich aufgekommenen Desinteresse, sondern ganz einfach daran, dass ich nicht dazu komme. Im Moment habe ich etwas schwierige Lebensumstände, die mir die Zeit und vor allem die dafür erforderliche Ruhe ein wenig rauben.

Das wird nicht ewig so bleiben. Hoffe ich… ;)

Monatsrückblick Oktober 2011

Wie jetzt? In der Nacht gibt es eine Zeitumstellung, die Sommerzeit ist vorbei? Welche Sommerzeit meinen die? Na, wenigstens wurde ich im Oktober musikalisch an den ebenfalls trüben Sommer 1983 erinnert, den ich auch lieber vergesse. Wenn er auch aus eher persönlichen Gründen kalt und grausam war. Aber wenn ich jetzt diesen vor mir liegenden Texteditor vollheule, wird ja niemals so ein Monatsrückblick fertig, sondern nur… ähm… selbstmitleidiges Geheule. Und wer will das schon lesen?

Das Wetter wurde übrigens von der geheimen Geheimregierung in einer gewaltigen Verschwörung erfunden, damit wir immer etwas zum Reden haben. Ohne, dass wir etwas an den Zuständen ändern können, über die wir so angeregt und aufgeregt reden. Nachdem die Menschheit auf diese Weise konditioniert wurde, konnte sie auch saudoofe Spammer, geistige Eigentümer, so genannte Visionäre, hässliche Fratzen, volksferne Volksvertretungen, heuchelnde Gottesverwalter, korrupte Finanzsysteme und Hannover ertragen. Und wir haben jetzt den Salat und reden viel zu oft übers Wetter, das wegen dieser schiefstehenden und niemals gerade gerückten Erdachse auch noch langperiodischen Schwankungen unterworfen ist, die einen mindestens die Hälfte des Jahres in den Fernsehsessel pressen. Oder zum Lächeln in der Dunkelheit bewegen, wenn die Kamera aufs Gesicht schaut, das Auge der Welt…

Mit der Dunkelheit und dem Winter kommt nicht nur die Kälte, sondern auch wieder Halloween (für das man übrigens keine Uhren braucht). Für meine liebsten Singvögel ändert sich hingegen nichts, außer, dass sie der Gravitation einen Nutzen abflattern können.

Na, man kann ja noch bloggen. Oder dem Rasterstrahl vorauseilen. (Huch, habe ich lange keinen 6502-Assembler mehr gesehen!) Oder numerische Gemüse berechnen lassen.

Übrigens sind es nur noch 56 Tage bis Weihnachten.

Ereignetes

Erstaunlicherweise sind die Abrissbemühungen der aliierten Bomber im Zweiten Weltkrieg nicht vollständig durchgeführt worden. Dennoch kann man ganz schön lange nach einem Fraktionsbüro suchen. Es ist ja schließlich andernorts rechtswidrig und hoch kriminell, wenn man seine Fraktionssitzungen einfach unter freiem Himmel macht.

Die Demokratie ist hier knapp geworden. Deshalb stehen zurzeit maximal zwei Promille der neunundneunzig Prozent auf der Straße. Nachdem sie ihre Demonstration ordnungsgemäß bei einer Polizei angemeldet haben, die andernorts manchmal versehentlich Häuser stürmt. Bahnsteigkarten gibt es ja nicht mehr für diese ganzen Kühe in der eingezäunten Weide

Seltsamerweise wurde auch der Datenschutz ein Thema, denn die von mir liebevoll “Fratzenbuch” genannte US-Website erlaubt sich da gewisse Freiheiten in ihrer Sammelleidenschaft, die den staatlichen Datenschutzbeauftragten in der Bundesrepublik nicht gefallen. Gewisse gegen ein Urteil des BVerfG verstoßende Freiheiten erlaubt sich auch der geleakte Staatstrojaner, die den staatlichen Datenschutzbeauftragten ziemlich gleichgültig sind. Dafür sorgen jedoch die verantwortlichen Politiker für eine besonders schmerzhafte Unterhaltung.

Das sollte denn doch lieber nicht so im Protokoll stehen. Egal, ob damit eine Primärquelle für spätere Historiker gefälscht wird oder nicht. Schön, dass sich die ganz besondere Rechtschaffenheit dieses Redners darin gespiegelt hat.

Logo

Jemand ist — vermutlich nach dem Abfluss größerer Mengen Bestechungsgelder — auf die gar nicht so naheliegende Idee gekommen, dass die Stadt Hannover ein neues Logo braucht, ein anderes als dieses Hannover-in-der-Klemme-Dingens aus Helvetica und Kreissegmenten. Das Ergebnis kann sich am besten sehen lassen, wenn man es zusammen mit dermaßen hässlichen Seelen präsentiert, dass jedes Werk einer Erstvorlesung Design dagegen hübsch wirkt¹. Auf so etwas wie Aussehen scheint Hannover keinen Wert zu legen.

Einfach und genial! Das neue Logo für Hannover. Ideal für eine Stadt, die von Gesichtslosigkeit und Verschiebbarkeit geprägt wird.

Erfreulich, dass nicht jeder Ratsherr anlässlich einer solchen Stadt-und-Menschen-in-der-Stadt-Verachtung zugegen sein muss. Einmal ganz davon abgesehen, dass zumindest mir bei Begrifflichkeiten aus der lichtlosesten Krämerseele wie “Stadtmarketing” das Frühstück noch einmal durch den Kopf gehen will. Aber immerhin, es ist so nichtssagend, das alles Kalauern und Satiren an diesem Größten Anzunehmenden Unfug ein Ende findet. Ja. GAU. Aber Bürgerbeteiligung… och nee, lieber ein bisschen Demokratiesimulation im Rathaus.

Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark. Ach nee, ich bin ja noch gar nicht bei den Filmen…

Filme

Bücher

Post des Monats

Wer sich alle Wege offen halten will der nutzt keinen!

Wie immer sind alle hier miteinander verbundenen Postings nur durch den großen Mixer in meinem möglicherweise kranken Brägen miteinander verbunden worden; die Auswahl ist subjektiv, irrational und so weiter und darf und soll daher beliebig zerfleddert werden. Euer Elias.

¹Ja, ich weiß, wie man “verschiebbar” schreibt. Solche im Entwurf auch beim dritten Drüberschauen unentdeckten Verschreibär halte ich für die Patina des Internet und damit für einen festen Bestandteil des Werkes.

Terminhinweis WP Blogger Hannover

Da ich nicht glaube, dass jeder bei Nicole mitliest, hier der kurze Hinweis auf das…

WP Blogger Treffen — 9. Treffen in Hannover am 26.Oktober 2011

Was das sein soll? Das hat Nicole in ihrem Blog beschrieben. Wer Interesse daran hat: Hier gehts zur Anmeldung

Suchbegriffe September 2011

Auch im September wurde das Bloggende Hannover immer wieder einmal über Google und andere Suchmaschinen (einmal sogar über MetaGer, meinen Liebling aus Hannover) gefunden. In den Referern haben sich die Spuren seltsamer, erwarteter und manchmal auch völlig unerwarteter Suchbegriffe niedergeschlagen. Hier eine ganz kurze Übersicht.

hannover blog — ja, gibt es hier…

blogger hannover — ja, die schreiben die Blogs voll…

schwulenstrich hannover — nein, den gibt es hier nicht.

icon trübes wetter — Au weia, manche Menschen suchen seltsame Dinge. Wie wär es mit einer Wolke, hinter der keine Sonne mehr sichtbar ist, die aber auch noch nicht abregnet. Ach, das ist im Zeitalter des cloud computing missverständlich? Dann nimm doch einfach ein nebelgraues Quadrat. Ach, das ist nicht klar? Das Wetter doch auch nicht, wenns so trübe ist.

private ficks hannover linden — die gibt es vermutlich hinter jeden zweiten Türe. Auch bei Menschen, denen man eine besondere Lustbetontheit gar nicht so recht ansieht.

cia macht gemeinsame sache mit gaddafi — jetzt ja wohl eher nicht mehr.

dackelparade hannover — nee, hier gibt es nur einen Schützenausmarsch, und der ist auch schon etwas länger vorbei.

selbstmordtreff — das wird nicht oft wiederholt.

anal hannover blog 2011 berichte — was soll denn in einem “Analblog” drinstehen? Doch sicher nur irgendeine Scheiße…

grenzerfahrungen hannover — böse Zungen würden sagen, dass das Leben in Hannover der Grenzerfahrungen genug sei.

you have 1 lost message on facebook — aber wenn die Nachricht verloren ist, wieso kann es dann eine Nachricht darüber geben, dass die Nachricht verloren ist.

suizid holzkohlegrill — die Grillsaison ist bald vorbei.

Überflüssige statistische Angaben

Der arme Webserver musste im September für das Bloggende Hannover 40.162 Anfragen bewältigen, die von 2.657 verschiedenen IP-Adressen kamen. Das sind im Durchschnitt 55 Anfragen pro Stunde, aber natürlich verteilt sich die Last nicht gleichmäßig. Der Spitzenwert lag bei 360 Anfragen pro Stunde. Die Anfragen können an Hand der IP-Adressen (es gibt hier keine Vorrichtungen zum Tracken) 10.792 verschiedenen Besuchern zugeordnet werden, es gab also pro Tag 359 Besucher des Bloggenden Hannover. Es kam bei der Verarbeitung der Anfragen zu 12 internen Fehlern, und 12 dieser Anfragen gingen auf einen eigenwilligen Hack-Versuch zurück (falsch geformte HTTP-Header). Der arme Server hat als Reaktion auf diese Anfragen insgesamt 839.343 KiB Daten ausgeliefert, das sind im Schnitt 27.978 KiB pro Tag. Übrigens gehen 70,73 Prozent dieses Traffics auf die Startseite mit der Blog-Zusammenfassung, und 8,57 Prozent gehen auf den Feed des Meta-Blogs, in dem diese überflüssigen statistischen Angaben gerade gelesen werden. Allein 11 Leser lesen diesen Feed über den Google-Feedreader, und etliche mehr über diverse andere Software. Erschreckend finde ich, dass immer noch 1,61 Prozent aller Zugriffe mit dem Internet-Explorer 6.0 geschehen, ein Stück Software, mit dem wirklich niemand mehr im Internet unterwegs sein sollte.

Ach ja, einige Nutzer der Web-Zwo-Nullseite Jappy (bewusst nicht verlinkt) erweisen sich mal wieder als Barbaren auf der Hatz nach mehr Punkten im Jappy-System und hotlinken diese wunderschöne Grafik…

Hannover heißt Hochdeutsch

…in Profilen und Gästebüchern, statt sie selbst zu hosten oder bei Jappy hochzuladen. Wenn das nicht in Kürze aufhört, sehe ich mich leider gezwungen, das Hotlinking wirksam mit technischen Mitteln zu unterbinden, indem ich auch hier in Abhängigkeit vom Referer eine etwas unfreundliche Grafik ausliefere. Leider ist mit den Netzbarbaren, die sich bei Jappy gesammelt haben, kein Frieden möglich; die lassen sich nicht einmal von einem freundlich formulieren Warntext an Stelle der Grafik abhalten. Ich durfte diese Erfahrung schon einmal machen, als mir diese Art von Traffic den ganzen Server runtergerissen hat, weil ein paar tausend Idioten hier Grafiken genuckelt haben. Einige Spuren hat meine Auseinandersetzung mit diesem Irrsinn im Blahblog — und speziell in diesem Posting (aber mit ekligem Bild) — hinterlassen. Leider gibt es nur eines, was in Bezug auf Jappy hilft: Ein Bild zu nehmen, das so widerwärtig ist, dass Leute von Jappy gesperrt werden, wenn sie es nicht entfernen. Ich hätte es auch lieber etwas friedlicher und freundlicher. Web-Zwo-Null ist eine Einladung zur Barbarei, die gern angenommen wird.

Monatsrückblick September 2011

Was ist denn da draußen los. Während der Sommer (bis auf diese zwei Tage…) aus kaum geklärten Gründen ein schlechter Herbst war, ist der beginnende Herbst zurzeit ein ganz brauchbarer Sommer — mit fünfundzwanzig Grad im Schatten und überraschend praller Sonne. Was denkt diese gelbe Sau da oben am Himmel sich nur? Aber wehe, man hat des arschkalten Abends kein flauschiges Vlies zu schützen den kaum gekleideten Körper vorm herbstlichen Hauch.

Oh, das deutsche Wort Vlies schreibt sich ja werbeneudeutsch “Fleece”, und der Stabreim ist noch ärger outdated. Und ob man krank wird, das ist inzwischen eine Sache der Einstellung geworden. Na, dann mal zum Aktuelleren aus der langweiligen und dialektfreien Stadt, die wenigstens in ihrer Lautstärke vorwärts nach Taub eilt…

Ereignetes

Aktueller ist zum Beispiel, dass Leute mit Blogkommentaren, die sich mehr an Maschinen als an Menschen richten, in Google nach oben kommen wollen. SEO nennt man diese Form der Spam, und zuweilen gibt es sogar lustige Wettbewerbe, bei denen sich preiswerte Azubis besonders beflissen zeigen. Als ob die Seuche der sinnlosen Kommentare nicht schnlimm genug wäre, kommen auch immer wieder lustige Mails. Tja, “Arschloch” ist ein hartes Wort, aber leider manchmal auch ein passendes. Spam ist nun einmal die Tätigkeit von Arschlöchern. Und oft auch von unfreiwilligen Dadaisten. Wenn man die ganzen Überreste der Spammertätigkeit jeden Tag in der Kloake des Spamfilters dümpeln sieht, mag man nur noch eines sagen: Hier stinkt es gewalttätig!

Das Oktoberfest ist im September. Weihnachten auch. Und dabei haben wir Halloween noch vor uns. Die Zombies haben sich nicht um den Termin gekümmert.

Ach, apropos Zombies, da denke ich gerade an Architekten. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie weithin das Sprengel-Museum am Nordufer des Maschsees bekannt ist. Sicher, der Bau ist nicht wirklich hübsch, aber er vermittelt doch mit seinem künstlichen Hügel am See den Eindruck einer Insel, auf die man gehen kann, wenn man nicht mehr im sonstigen Treiben herumdümpeln möchte; die Einladung eines Ruheraumes, in dem erfahren werden kann, was sonst keinen Raum mehr hat. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Treppe auch eine gute Sitzgelegenheit im Sommer abgibt. Wenn ich Bilder solcher Beglückungsideen sehe, dann rotiert vor meinem inneren Auge Kurt Schwitters in seinem Grab auf dem Friedhof Engesohde. Unterdessen wird auch der Kröpcke aufgewertet und das endet hoffentlich nicht wie in der brutalistischen Betonburg zwischen Ihme und Blumenauer Straße.

Natürlich gab es auch mal wieder Kommunalwahlen. Nicht, dass ich zum Freund der CDU geworden wäre, aber angesichts der überwiegend saudummen Wahlplakate, die ich nicht einmal mehr fotografisch dokumentieren wollte, hat die CDU mit ihrer Kampagne Verantwortung für… eindeutig den Preis für die letzten Reste einer Kommunikation des politischen Gestaltungswillens erhalten. Andere wollen eher anderes kommunizieren, um ihren Markenkern vor die Augen zu stellen. Das kann die CDU allerdings auch. Kein Wunder, dass die Wahlbeteiligung da so… ähm… beklagenswert wird, wenn man subjektiv bei der Wahl keine rechte Auswahl hat — so sehr, dass es schon erwähnenswert wird, wenn jemand von seinem Wahlrecht noch Gebrauch macht.

Das Wählen geht wenigstens (noch) anonym. Facebook — von mir gern liebevoll “das Fratzenbuch” genannt, geht nicht anonym. Da wird man gesperrt und aufgefordert das Konto zu löschen, kann es aber nicht löschen, weil man gesperrt ist. Generell hat es “das Fratzenbuch” nicht so mit der Durchschaubarkeit (diese Schwäche ist übrigens zwei Wochen nach Veröffentlichung des verlinkten Postings behoben). Das gefällt doch. Und diese ganzen Gerüchte zur Datensammelwut des “Fratzenbuches” sind einfach nur unwahr. Ansonsten gibt es nette E-Mails.

Ich verstehe den Wahnsinn “Fratzenbuch” eh nicht mehr. Meine Diaspora-ID ist elijahu@diaspora.streusel.org, und das ist mein definitiv letzter Gang in das so genannte Web Zwo Null. Möge sich der Rest doch im skurrilen Imitat eines virtuellen Paradieses datenmäßig enteignen lassen.

Apropos Facebook: Da denke ich doch gleich an die hübschen blauen Aufkleber der Polizei, die inzwischen an vielen Stellen in Hannover sichtbar sind, die sollten eigentlich auch nicht sichtbar sein. Na, so lange man nirgends diesen Aufkleber sieht, ist ja alles in Ordnung. Nicht. Aber wenigstens tut es nicht körperlich weh und macht auch nicht blind. Außer vielleicht für das verdammte Menschenrecht, sich einigermaßen unbeobachtet von irgendwelchen zwingenden Blicken abstrakter Überwacher durch die Welt bewegen zu dürfen.

Filme

Bücher

Der Stapelabbau ist bei den Büchern zuweilen schwierig, aber sollte man deshalb gleich sein Wischibunti-Pad aus dem Fenster werfen. Weil Bücher — sogar eines von Ex-Bumskanzler Gerhard Schröder — so oft eine große Hilfe sind;)

Produkt des Monats

Unbedingt kaufen! Der nächste Valentinstag (mit seinen Herzschachteln und Eisherzen) kommt bestimmt, und spätestens dann wird es Zeit für den angemessenen Wackelpudding.

Unpassender Web-2.0-Button des Monats

Love

Natürlich ist meine Auswahl wie immer völlig subjektiv und kann und sollte in allen Punkten beliebig gefleddert werden. Euer Elias

Monatsrückblick August 2011

Oh, jetzt hätte ich fast schon August 2012 geschrieben, so geradezu apokalyptisch gesäßkalt mit seiner raren Sonne wirkt dieser so genannte Sommer auf mich. Der hat ja für eine ganz neue Schuhmode gesorgt. Da hilft auch kein Infrarotthermometer, um wenigstens die verbliebenen warmen Stellen in erfreuliche Zahlen zu verwandeln. Nur Flora zeigt, dass es nicht Herbst ist. Oder um es anders zu sagen:

fruehling, sommer, seufz, argh. #fb

Kurz: Der Augst… oh, jetzt frieren mir schon die Fingerchen ein, und die festgefrorene Mechanik meiner Gelenke verkürzt die Monatsnamen, so dass ich ein Neudeutsch produziere, das fast so schlimm ist wie die Verkürzelung von lat. “Augustus” zu franz. “août”, ich meinte natürlich… August, ja dieser August hält, was der Juni versprochen hat.

Manche freuen sich bei diesem Gruselwetter schon auf Halloween. Es sind übrigens nur noch 116 Tage bis Weihnachten, denkt schon mal an den Einkauf!

Gestern rauschte eine Meldung der Tagesschau an mir vorbei, dass dieser Sommer…

ARD-Tagesschau: Dieser Sommer war zu warm

…sogar überdurchschnittlich warm gewesen sein soll. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass in der Berechnung des Durchschnittwertes die letzten Eiszeiten mit eingeflossen sind. Aber ich will in der Stadt der hübschen, freundlich aussehenden Menschen mal keinen Trübsinn verbreiten und mache einfach weiter.

Ereignetes

Schwupp und schon stehen sie am rande ihrer existenzen und glauben das ist chic… ja, im virtuellen Randbereich seiner eigenen Existenz kann man vieles finden, das “chic” oder neudeutsch “cute” ist, sich aber bei näherer Betrachtung nicht so wirklich schickt. Die vielen bunten Klickteile zum Beispiel. Oder dekorierte Fenster. Wie einig sich doch der althergebrachte und der moderne Kitsch in ihrer unterkühlten Geschmacklosigkeit sind. Am besten: Nichts wie raus! Dann kann es nur noch aufwärts gehen

Neben Facebook haben internetaffine Menschen ohne technisches Verständnis jetzt ein weiteres Spielzeug, um ihre Kontakte zu pflegen und einem großen, werbevermarktenden Unternehmen eine ordentliche Datensammlung in die Datenbank zu schaufeln: Google Plus. Oder sollte ich Google+ schreiben? Einen Namen auf einem Additionszeichen zu beenden, ist keine so geschickte Entscheidung, denn die richtige Schreibung wirkt in jedem Text wie ein Fremdkörper. Der technokratisch durchgesetzte Zwang zum Realnamen wirkt hingegen im Internet wie ein Fremdkörper, denn dort ist die Anonymität immanent. Und nein, angesichts der Sammelwut dieser Unternehmen einen falschen Namen zu nehmen, ist sinnlos. Manche benutzen ja sogar breit beworbene Browser von Google. Vernünftigere Menschen nehmen den wirklich nicht schlechten Browser lieber ohne die obskuren Google-Beglückungsideen. Aber für letzteres macht ja niemand Werbung. Und ja, Werbung wirkt. Leider. Und es gibt kein Entkommen

Apropos kein Entkommen: Die Fußball-Bundesliga hat auch wieder angefangen. Aber es sind ja auch Leute hier, die dem Ballgetrete gar nicht entkommen wollen;)

Hannoveraner übrigens, sie sind, wenn im Sommerloch die Seiten der Zeitungen auch einmal mit Vorurteilen gefüllt werden, langweilig und dialektfrei. Vorgestern erst hat mich jemand ut Greetsiel gefraacht, ob ek ook Ostfriese… so viel nur zu dialektfrei. Langweilig hingegen, das könnte stimmen… ;)

Sogar der Kommunalwahlkampf in Hannover wirkt irgendwie langweilig. Interessanterweise ist die CDU die einzige Partei, die konkrete kommunale Themen auf ihre Plakate stempelt. Andere sagen gleich, dass sie draußen bleiben müssen und vergessen, zu erwähnen, wen man eigentlich wählen soll. Von den Personenplakaten gar nicht erst zu reden, die lassen sich trefflich zusammenfassen. Aber dass die CDU in Niedersachsen eine wirklich gute Werbeagentur für ihre Wahlkämpfe einspannt, das fällt mir schon seit Jahren auf. Und Werbung ist ja das Wichtigste. So ein politisches Produkt verkauft man ja nicht mehr anders als eine Marke Klopapier — die sich kaum von den anderen Marken Klopapier unterscheidet, wenn sie nicht gerade ein Nischenprodukt für die perianale Region ist. Oder, wie ich es gestern noch jemanden sagte: Die Entpolitisierung der Gesellschaft ist zu einem großen Teil der Werbung für die politischen Parteien gedankt. Gedankt von den politischen Parteien. Ach, und was ein Politiker mal gesagt hat, dieses Geschwätz von gestern

Was wäre nur, wenn alles, woran man glaubt, nicht wahr ist? Und wenn die Raupen nur eine von Elektronenstrahl und Ablenkeinheit erzeugte Illusion wären? Wenn die Informationen aus einer Parallelwelt kämen, die ferner als der Mond ist? Wenn das Milliarden Jahre alte Wasser morgen schon verdürbe? Ja, wenn wir alle mit Sinnlosigkeiten schwanger gingen, während uns ein kalter Kaiser regiert?

Ach, es bleibt doch nur noch der Leck-mich-am-Arsch-Sonntag. Oder, wenn das zu langweilig ist, den hektischen und aufregenden Fischen zuzuschauen. Viel Spaß beim Abtauchen!

Filme

Bücher

Hinweis für September

In der Nacht vom 03. auf den 04. September 2011 wird der Fotoklinik e.V. einen Photo-Nightwalk in Hannover veranstalten. Wer Interesse hat: Bitte anmelden (ich hoffe, es geht auch jetzt noch)…

Zitat des Monats

Meine Netzwerkaktivitäten sind eingeschränkt könnte man sagen. Ich finde nicht den richtige Draht dazu. Es entwickelt sich zunehmend eine neue alte Liebe. Dieses Blog hier. Ich weiss gar nicht warum. Ich meine… es ist schön so und das streite ich auch gar nicht ab. Vielleicht ist es auch einfach nur der Strom der mir Sorgen macht. Der Durchfluss, die Geschwindigkeit in der die Informationen durch das Netz rauschen. Irgendwie flutschen die News mehr oder weniger durch.

Natürlich sind wieder alle verlinkten Texte völlig subjektiv und nach den Maßgaben meiner eigenen, verzerrten Wahrnehmung ausgewählt wurden; natürlich sind wieder alle hergestellten Verbindungen willkürlich; natürlich darf das beliebig kritisiert und gefleddert werden; natürlich bin ich wie üblich das, was ich bin und auch immer bleiben werde… nämlich euer Elias