Rückblick April 2010

Rückblick April 2010

Ach, ist der April schon wieder vorbei? Tatsächlich. Nach einem März, der allein schon wegen des kalten Wetters noch länger wirkte, als es durch den alleinigen Kontrast eines Monates mit 28 Tagen zu einem Monat mit 31 Tagen möglich wäre, verging der April doch wie im Fluge und zog den beinahe schon unerwarteten bunten Frühling hinter sich her. Inzwischen haben wir es kurz vor Mitternacht noch mit Temperaturen von 16° Celsius zu tun, der bunte, lichte Mai winkt an der Haustür. Wer da nicht mehr so viel bloggt, ist noch nicht weg. Na ja, noch liegt die Walpurgisnacht vor uns. Zeit für einen dieser Monatsrückblicke…

Zurückgeschautes

Im letzten Monat hatten wir die Geburtstagsfeier und den Tod des Clubs “Dark Star”, der jetzt 2nd Base heißt und schnell einen neuen Geschäftsführer verpasst bekam, und im Monatsrückblick bin ich darauf kurz eingegangen, was zu einem beachtlichen Google-Renner geworden ist (auch für den Rest des Aprils). Ich schaue dahin zurück, weil der damals “neue” Geschäftsführer Timo — einigen vielleicht als Türsteher (und übrigens auch Geschäftsführer) des Labor bekannt — inzwischen der “alte neue” Geschäftsführer ist. Es hat nur ein paar Wochen gedauert, bis das 2nd Base von seinem Betreiber Andreas Pechstein einen “neuen neuen” Geschäftsführer bekam. Das ging ja sehr schnell. Man könnte fast denken, dass es vom nahe gelegenen Ihmezentrum eine Ausstrahlung noch auf diese Lokalität gäbe…

Aktueller Geschäftsführer — oder nach seinen selbst geäußerten Unklarheiten vielleicht auch nicht, und im Impressum der Website steht er auch nicht als solcher darin — ist übrigens Andreas de Vries. Hoffentlich dürfen wir fortan die Monate nicht nach den Geschäftsführern des 2nd Base benennen…

Scherzhaftes

Aber fort von diesen trüben Betrachtungen. Irgendwann hat mal jemand die Idee gehabt, dass man am ersten April einander veräppeln solle, was das Zeug hält. So bekam die White Darkness etwa eine Sendezeitbegrenzung wegen ihrer nicht jugendfreien Inhalte und die A2 wird zur Einbahnstraße. Eine Biermarke “Fucking Hell” ist übrigens kein Aprilscherz gewesen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Helle besser schmeckt, als sein Name verheißt. Und manchmal führt auch das Miteinander von redaktionellen Texten zum 1. April und der eingeblendeten Werbung in eine fröhliche Realsatire.

Etwas verspätet, aber auch nicht wirklich als Scherz gemeint, kam das Angebot einer verstopften Rute.

Schmerzhaftes

Wenig zu lachen haben zurzeit die Fans von Hannover 96, und die letzten Reste des Optimismus dürften sich inzwischen in verzweifeltem Optimismus verflüchtigt haben, dass den dräuenden Abstieg in die Zweite Bundesliga verdrängen helfen soll.

Na, dafür sind die Hannover Scorpions deutscher Eishockeymeister. Glückwunsch! Warum erinnert mich eingentlich eine heruntergelesene Liste von Eishockey-Mannschaften immer an einen Zoo? :mrgreen:

Filme

Auch im April hatten die Blogs des Bloggenden Hannovers wieder Filme zum Thema, hier die Links. Filme im Lichtschauspielhaus natürlich, nicht die im Kopfkino.

Und außerhalb der Reihe das Stöckchen Film-Fieber (wieso kenne ich von all diesen Filmen eigentlich nur Dawn of the Death? Ich habe wohl doch einen etwas eigenwilligen Geschmack…), das Soundtrack-Stöckchen und Film-Remakes.

Ereignetes

Natürlich war Ostern. Da gab es Eier, Eier und Eier. Die einen brachte der Fuchs, die anderen der Frosch. Wo der Frosch wohl herkommen mag? Und wo der Hase wohl geblieben ist? Ach, der steht vorm eisernen Vorhang.

Die Stadt Hannover hat ja viele Besönderheiten, zum Beispiel die Vielzahl der Ableitungswörter, um auszudrücken, dass etwas zu Hannover gehöre. Dank der Werber mit ihrem Streben nach bewusster Falschheit in der Sprache (hier werden sie geholfen) können jetzt auch noch Versionen mit einem “n” hinzukommen. Mein Vorschlag: Das “ö” kann auch noch angepasst werden. Erst, wenn wir den ersten hanøverschen Anbieter von irgendetwas Käuflichen haben, werden zumindest ein paar Leute mehr bemerken, dass Sprachkultur und Werbung nicht zusammenpassen. Die schiefen Ergebnisse der PISA-Studie sind auf einem Berg von Reklame gebaut, gemacht von Werbern, die Klopapier ersinnen, das aussieht, als sei es schon mit Urin vollgesogen.

Okay, nicht nur an den Werbern liegt es. Und im Internet bekommt der Kioskguide Hannover für seine Titelgrafik sogar einen anständigen Fraktalsatz — mit korrektem ſ — hin.

Am Kröpcke steht immer noch das Kröpcke-Center wie eine Mahnung herum, weil die vorhandenen Baupläne nicht so viel mit dem vorhandnen Bau zu tun haben. An was erinnert mich das nur? Ach ja, daran:

[...] die Schwierigkeiten, die mit der Sanierung verbunden sind. Keine der vorhandenen Zeichnungen entsprach dem Bestand, die verschiedenen Raumgrößen und Geschosshöhen und waren nicht dokumentiert, und bei jeder Leitung fragte man sich, woher sie kommt und wohin sie geht.

Wollen wir nur hoffen, dass es im Zentrum einer an Bauruinen reichen Stadt nicht so dicke kommt wie zwischen Ihme und Blumenauer Straße. Vor zehn Jahren sah die Zukunft noch besser aus

Ach ja, Krieg ist auch ganz plötzlich. Oder anders: Plötzlich wird medienwirksam gestorben. Ob schwere Kampfpanzer daran etwas ändern werden? Es gibt eben immer eine Besserwisser. Vermutlich wird erst der Einsatz der Bundesmarine das Kriegsglück wenden können.

Medienwirksam gestorben wurde übrigens auch bei der polnischen Regierung.

Fast vergessen: Die Asche aus einem Vulkan, den ich in mindestens zehn verschiedenen Aussprachevarianten gehört habe. Tja, die Isländer mit ihrem Sprachpurismus und ihren wunderlich wuchtigen Wörtern. “Eyjafjallajökull” ist — das machen die Isländer ganz so wie die Deutschen — ein Kompositum aus “Insel” (eyja), “Berge” (fjalla) und “Gletscher” (jökull), und das Wort wird ungefähr wie “ej-ja-fjat-la-jö-kütl” ausgesprochen, wobei alle Vokale kurz sind. (Okay, die Umschrift “ö” oder “ü” trifft es nicht ganz. Wer es ganz genau wissen will, höre sich einfach an, wie Jóhann Heiðar Árnason dieses Wort ausspricht.) Daran sind wirklich alle gescheitert, die sonst alle möglichen Namen und Orte korrekt auszusprechen versuchen, und das hat mich gefreut. Ach, was erzähle ich, diese Asche hat die Hannover Messe zu einem recht entspannten, fast schon komischen Ereignis gemacht. Ob wir wohl homöopathisch vergiftet wurden?

Post des Monats

“L’enfer, c’est les autres” (Sartre)? Aber nein doch! Die Hölle, das sind die Nutten in der Mehlstraße

Wie immer ist hier alles total subjektiv ausgewählt worden, alle Links sind völlig willkürlich von mir gesetzt. Tiernamen bitte in den Kommentaren abgeben!

Eine Reaktion zu “Rückblick April 2010”

  1. [...] mit diesem Anliegen hierher und ihnen wurde doch nicht weitergeholfen. Aber zu dem Thema habe ich im April-Rückblick schon ein paar Worte [...]

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