Monatsrückblick März 2010
Ja, der Monat hat noch ein paar Tage, aber ich habe gerade so eine gute Gelegenheit zum Schreiben, und ich befürchte, dass ich die morgen schon nicht mehr haben werde. Deshalb lege ich mal los…
Ereignetes
Jedes Jahr zur Hochsaison der Frühjahrgrippe findet in unserem hübschen Hannover ein Treffen sämtlicher Erkältungsviren der Welt statt, die so genannte “Computermesse” CeBIT. Dank des Siegeszuges der Informationstechnik kann sich darauf inzwischen jeder einen Reim machen. In diesem Jahr musste ja unbedingt mal wieder eine Erfolgsmeldung von steigenden Besucherzahlen her, und deshalb kamen auch Blogger an eine Pressekarte. Die Bingo-Karte sollte man aber auch nicht vergessen haben. Den Größenwahn hingegen, den kennen wir in Hannover schon. Und das kleine Ergebnis auch. Da verwundert es uns nicht einmal, wenn man Östereicherinnen einfliegt, damit es für Ausländer bairisch klingt. (Unfassbar!) Seltsame Auffassungen von Gastlichkeit gibt es hier allerdings nicht nur auf der CeBIT.
Es ist ja nicht einfach, auf der CeBIT irgendetwas Neues vorzustellen, wenn das Online-Sein und der Rechner auf dem Schreibtisch so selbstverständlich sind und wir sogar wissen, wie eine Kundenkarte funktioniert. Uns Daheimgebliebene beschäftigte viel mehr die Frage, wie wohl der Deutsche Bundestag mit der Petition gegen die Stoppschilder umgehen werde. Manchmal würde man die politische Meinungsbildung am liebsten mit der Faust betreiben.
Zum kaufmännischen Theater in den großen Hallen passend gab es im März auch das cineastische Theater namens Verleihung des academy award. Das lieferte Anlass zu allerlei Wetten. Und dann schaute man sich dieses Ereignis an. Am Ende war es denn nicht anders zu erwarten. Immerhin waren einige Tipps richtiger als andere.
Übrigens wird der diesjährige Grand Prix de la Chanson… ach, der heißt jetzt ja etwas moderner European Song Contest in Oslo wohl besonders viel Aufmerksamkeit bei hannöverschen Bloggern finden. Allein schon wegen Lena.
Der Auffassung, dass Axolotl Roadkill Scheiße ist, kann ich mich sogar ohne eigene Lesetätigkeit anschließen. Unsere Contentindustrie weiß vor allem deshalb im Voraus, welche Bücher zu Bestsellern werden, weil sie dafür sorgt, dass sie zu Bestsellern werden. Qualität. Ist etwas anderes. Dieses Ersetzen jener menschlichen Beziehungen, auf denen zu meiner Zeit noch die Bücher empfohlen, durch die großen technokratischen Strukturen des Verlagswesens hat eben so groteske Ergebnisse wie sie ein solcher Prozess immer hat. Am Ende steht das allsehende Auge und die alles kontrollierende Maschine. Und die Bücher? Na, die sehen im Regel immer gut aus.
Wenigstens hat sich der Winter endlich verabschiedet. Jetzt haben wir beim Getwitter wieder Gezwitscher im Hintergrund. Und nicht nur die Vöglein suchen einen Partner, auch die Menschen. (Und nein, ich komme nicht in Frage. Das Alter passt nicht, ich verabscheue Fernsehen und Kino und ich habe keine netten Freunde, sondern bin vom Elend umgeben. Und nein, ich bin auch nicht verzweifelt. Aber immerhin, dafür könnte ich mit ein paar Blogs dienen, liebe das Leben und brauche keine Freude durch Kraft. Ach nö, das kann trotzdem nichts werden, ich bin doch eher etwas für das Resteficken auf eine Ü40-Party.)
Die beste Ausstattung für die Anforderungen des Lebens bekommt man immer noch in der römisch-katholischen Kirche, da wird man schon auf die Bundeswehr vorbereitet. Und für beides ist Jesus nicht gestorben.
Ob der neue Landtag wohl eine gute Ausstattung ist? Wenn Hannover baut, gefällts meist nicht. Gut, dass man Behörden auf Gebäude abschieben kann, in die sonst keiner einziehen mag.
Neues
Ein neues Blog im Bloggenden Hannover ist Die Roten, und es beschäftigt sich mit einem Thema, dass an meinem Leben völlig vorbei geht: Mit Hannover 96. Na ja, muss ja nicht jeder so ein Sportzuschauverweigerer wie ich sein, zum Ausgleich gehe ich auch unzufriedener durchs Leben und verdiene weniger Geld. Wobei ich nur letzteres so richtig spüre…
Happy Birthday and Good Bye
Gerade hatte der Club Dark Star am Schwarzen Bären seinen Geburtstag gefeiert, da kam auch schon…
…das Ende. Völlig überraschend und ohne die Spur einer vorherigen Ankündigung. Und auch noch auf dem ersten April, aber doch nicht scherzhaft. Für einige regelmäßige Gäste dafür wohl recht schmerzhaft. Während ich diesen Text schreibe, läuft die letzte Party. Aber keine Sorge, aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen wird gemunkelt, dass an gleicher Stelle demnächst ein Laden mit ähnlichem Zielpublikum eröffnen wird. Geschäftsführer wird nach diesen Gerüchten Timo sein, der frühere Geschäftsführer des Labor, und als frühe Idee eines Namens habe ich 2nd Base gehört, was an den früheren Club in der Herrenstraße anklingt. Im Hintergrund tritt weiterhin Veranstalter-Urgestein Eugen [Oops!] Andreas Pechstein als Pächter auf, dem übrigens auch die Internet-Domain 2nd-base.de gehört. Vermutlich wird man dort auch nicht so leicht seine Haare verlieren wie im Musikzentrum. Es bleibt also fast alles beim Alten, der eine mags, den anderen langweilts.
Ich kann dazu nur eine Weisheit verlinken: Zeit heilt keine Wunden, man gewöhnt sich nur an den Schmerz.
Sterbendes
Sollte das Blog vom Spielkind sterben? Ich empfehle ja — wenn es nicht für ein eigenes Hosting reicht — ein kostenloses Blog bei WordPress.com. Die Downtime im März ist eine Ausnahme gewesen.
Gegrüßtes
Ach, den tollen spammenden Vermarkter, der am liebsten auf allem Sites der Domain tamagothi.de unseriöse Reklame geschaltet gesehen hätte, möchte ich noch einmal ganz herzlich grüßen. Mit schwäbischem Gruße. Und ein go and sniff my open port geht auch an den Versuch, es noch ein paar Mal auf englisch zu wiederholen.
Den gleichen Gruß möchte ich den intoleranten und auf ihrer Website (hier nicht verlinkt) offen rassistischen Leuten vom “Besseren Hannover” hinterherdonnern, die mich zum einzigen Mal in diesem Monat zu einer Kommentareditierung gebracht haben, um diesen Link zu entfernen. Die Agitation dieser Leute in der nichtvirtuellen Welt finde ich schon übel genug.
Gezeigerhüpftes
Nicht vergessen, gleich werden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Ist zwar sinnlos und raubt den Schlaf, steht aber so im “Deutschen Zeitgesetz”. Ich wollte, es gäbe ein “Deutsches Wettergesetz”, das einfach das Winterwetter abschafft.
Post des Monats
Eine anschauliche Erklärung der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung an einem allgemein bekannten Beispiel.
Ist ja klar, dass das alles total subjektiv von mir zusammengeschrieben wurde und beliebig gefleddert werden darf. Links sind reine Willkür, und nicht alles, was hier verbunden ist, steht in irgendeinem Zusammenhang. Dafür hat hoffentlich jedes Blog einen Link abbekommen. Euer Elias

[...] jetzt 2nd Base heißt und schnell einen neuen Geschäftsführer verpasst bekam, und im Monatsrückblick bin ich darauf kurz eingegangen, was zu einem beachtlichen Google-Renner geworden ist (auch [...]